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die Gültigkeit des Verkaufes anerkannt und die Ansprüche des Fiscus abgewiesen.

-7- Wie der hiesige Paramentenverein in den Jahren 1882, 83 und 84 nach besten Kräften be­müht gewesen ist, die gottesdienstlichen Gewänder sowohl der Dom« und Stadtpfarrkirche dahier, als auch der auswärtigen Kirchen umzuarbeiten und auszubessern, vielfach auch neue anzufertigen, so hat derselbe auch im verflossenen Jahre seine Thätigkeit fortgesetzt. Im Laufe desselben wurden außer verschiedenem kleinerem Weißzeug, als Cor« poralien, Purificatorien rc. 4 Meßgewänder gänz­lich umgearbeitet und 5 ausgebessert. Neu ange­fertigt wurden: 14 Meßgewänder, ein vollständiger Ornat (Meßgewand, Dalmatiken, Vespermantel), 2 BenedictionSvelen, 3 gestickte Krankenbursen und 1 Chorrock. Die Arbeit wird gratis geliefert. Diejenigen Kirchen und Gemeinden, welche nicht arm sind, zahlen die vollständigen Auslagen. Sind dieselben nicht im Stande, alles zu beschaffen, wie an manchen Missionsstellen, so kommt der Verein, soweit eben die Mittel ausreichen, welche er durch Einsammeln von milden Gaben zusammenbringt, dafür auf. Mögen die edlen Spender, welche den Paramentenverein bisher in seinen Unternehmungen unterstützt haben, demselben auch fernerhin ihr Wohlwollen bewahren. Der göttliche Heiland, welcher den Trunk Wassers, dem geringsten seiner Brüder gereicht, zu lohnen versprochen hat, wird sicherlich denjenigen, welche die Priester seiner Kirche zum heiligen Dienste des Altares bekleiden helfen, hundertfach vergelten.

* Ueber die traurige Lage des ländlichen Grundbesitzes im Regierungsbezirk Cassel wird offiziös geschrieben: Trotz der im Ganzen guten Ernte ist die Lage der größeren Gutsbesitzer, Guts­pächter und Bauern im Regierungsbezirk Cassel fortwährend sehr gedrückt, denn die Preise der Produkte und des Viehes stehen immer noch so niedrig, daß nach Abzug der Produktionskosten kaum eine Rente bleibt; da, wo Kapitalien zu verzinsen oder höhere Pachtzinsen zu bezahlen sind, ist thatsächlich die Existenz kaum noch möglich. Aus dieser sehr bedrängten Lage erklärt sich auch der starke Rückgang im Werthe des ländlichen Grund­besitzes, welcher weder tauf« noch pachtweise ange«

• Ein werthvoller Fund ist im Bahnpostwagen Eisenach.Frankfurt a. M. am 19. v. M. gemacht worden, nämlich ein muthmaßlich einem Packet entfallenes Kästchen, enthaltend: eine goldene Damenuhr, ein Korallenhalsband mit goldenem Schloß und einen Hundertmarkschein. Nachfragen würden an die Ober-Postdirektion in Erfurt zu richten sein.

* Die Restauration auf dem Bahnhofe Wächters­bach soll ab 1. April 1886 anderweit verpachtet werden. Termin hierzu wird am 29. Januar 1886, Vormittags 11 Uhr, in den Geschäftslo­kalen des Königl. Eisenbahn-Betriebsamtes Frank­furt a. M., Hedderichstr. 65, Zimmer 13, abge­halten werden. Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versiegelt und frankirt bis zum gedachten Termin einzusenden und sind denselben ein Lebens­lauf sowie Zeugnisse über die seitherige Beschäf­tigung und Befähigung zum Restaurationsbetrieb beizufügen. Später eingehende Angebote haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. Die Pacht­bedingungen können bei dem Stationsvorsteher zu Wächtersbach und in der Kanzlei eingesehen, von letzterer auch gegen Erstattung von 30 Pfg. Kopialgebühren bezogen werden.

• Hersfeld, 4. Jan. Dem heutigen Markte waren 237 Schweine zugetrieben. Der Handel ging recht flott. Das Paar gute Ferkel wurde mit 18 Mk. bezahlt. — Am 1. Februar Vieh» und Schweine-Markt. (H. K.)

•— Volkmarsen, 29. Dez. Heute früh 7 Uhr, hat unser hochw. Herr Kaplan Kraiger uns verlassen, uin nach seinem neuen Wirkungs­kreise Flieden überzusiedeln. Trotz der frühen Abschiedsstunde waren Hunderte von Menschen herbei­geeilt, um Ihren lieben Seelsorger, der bereits am 2. Weihnachtstage nach der Predigt in herz­lichen Worten Abschied genommen hatte, noch einmal zu sehen und ihm Lebewohl zu sagen. Schon vor Wochen hatte der hochw. Herr für die Mit­glieder der marianischen Jünglingssodalität auf den 2. Weihnachtstag einen Christbaum mit Verloosung geplant, — dieses Arrangement bildete so zu sagen einen schönen Abschluß für die große Wirk­samkeit des Scheidenden. Um 7 Uhr versammelten

sich die Sodalen mit ihren Angehörigen auf dem seitens des Herrn Bürgermeisters Kiel bereitwilligst zur Verfügung gestellten Rathhaussaale, wo bei brennendem Christbaum die Verloosung stattfand, in den Zwischenpausen wurden geistliche und marianische Lieder gesungen. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß die Spitzen der Behörden, Amtsrichter und Bürgermeister sich zu diesem wirklich schönen Akte eingefunden hatten. Nachdem das Lied zur Fahne gesungen, nahm der Herr Kaplan das Wort, um die Jünglinge zu ermuntern und aufzufordern, dieser Fahne nicht untreu zu werden, sie stets in Ehren zu halten. — Am 27. Dez. Abends 6 Uhr bewegte sich eine große Menschenmaffe in lautloser Stille vor die Wohnung des Scheidenden — es hatte sich ausgesprochen, der hiesige katholische Männergesang-Verein „Cäcilia" würde ein Ab­schiedsständchen bringen. Um 6x/2 Uhr suchten die Mitglieder genannten Vereins sich durch die Menge der Menschen durchzuwinden, um in die Wohnung des Herrn Kaplan Kraiger zu gelangen. Nachdem einige Lieder vorgetragen, richtete der Direktor des Vereins Herr Stadtrath Borcus an den Herrn Kaplan eine kurze, sinnige Ansprache, welche der­selbe tiefbewegten Herzens erwiederte. Bei der Abfahrt nach Warburg (Bahnhof) wurde der Wagen des Herrn Kaplan Kraiger am Wittmarthor noch­mals angehalten. Die Sodalen wollten Ihren Gönner nicht ziehen lassen, ohne demselben nicht noch ein Zeichen der großen Liebe und Anhäng­lichkeit, durch Uebergabe eines großen, sehr schönen Bouquets zu geben. Nach Ueberreichung des Bouquets und Ansprache seitens eines Mitgliedes der Sodalität fuhr unter brausendem Hochrufen der Volkmarser unser lieber Herr Kaplan ab. Wir wünschen der Gemeinde Flieden Glück.

* Cassel, 4. Jan. Der Arbeiter Valentin Lohfink von hier wollte gern eine billige Eisen- bahnsahrt nach Frankfurt oder in der Richtung nach dort machen, weshalb er sich ohne Billet in das Coupee begab und als „blinder Passagier" mitzufahren gedachte. Der Schaffner erwischte ihn jedoch beim Coupiren der Billets und wurde aus der Vergnügungsreise nichts. Das Schöffengericht verurtheilte ihn wegen Betrugs zu drei Tagen Gefängniß.

* Bovr.. 31. Dez. 6L,.t hiesigerNrger hatte das zur Anlegung einer Verbindungsstratze nölqrg, Terrain unentgeltlich unter der Bedingung ange­boten, daß die neue Straße den Namen „Wind t- Horst-Straße" erhielte. Die städtischen Be­hörden haben dieses Angebot nicht angenommen. Ob den Steuerzahlern damit gedient ist?

Vermischtes.

* Die Wiener Cafes können in diesem Jahre das zweihundertjährige Jubiläum ihres Bestehens feiern. 1685 eröffnete in Wien Franz Koltschitzky, der während der Belagerung Wien's die Botschaften Rüdiger's von Stahren- berg mit großer Kühnheit mitten durch das türkische Heer an die Führer des christlichen Ersatzheeres befördert hatte, in einem ihm von dem Wiener Rath als Belohnung für seine Dienste geschenkten Hause der Leopoldstadt die erste »Kaffeehütte". Biel spater wurde der Kaffee in Berlin bekannt. Im Anfang des 18. Jahrhunderts wurde er noch in den reichsten Familien als Delikateffe nur bei großen Festlichkeiten gereicht, kostete doch das Loth einen Groschen, was nach dem damaligen Werthe des Geldes, das Pfund Fleisch kostete etwa eben so viel, ein sehr hoher Preis ist. Das erste Kaffeehaus in Berlin wurde 1714 von einem Neger, Olivier mit Namen, an der Stelle, wo jetzt der Dom steht, angelegt, mit Erlaubniß und Begünsti­gung des Königs Friedrich Wilhelm I., der seinen Offizieren damit Gelegenheit verschaffen wollte, sich in der Nähe des Paradeplatzes (des jetzigen Lustgarten) von den Anstreng- des Dienstes erholen zu können. Sogar das zum Brennen des Kaffees nöthige Holz, 12 Haufen jährlich, überließ er dem Olivier unentgeltlich. Das Kaffeehaus blieb an dem genannten Orte bis 1747, in welchem Jahre es wegen des beginnenden Dombaues nach der Akademie „Unter den Linden" verlegt wurde. Es verschwand von hier am Ende des Jahrhunderts.

* Eine neue Art der Reklame haben die Newyorker Theaterdirektoren Harling und Erlanger erfunden. Die­selben haben eine riesige elektrische Lichtmaschine angeschafft, die 30,000 Kerzen Licht liefern soll und dazu benutzt wird, unter ihrem Licht von der Bühne aus jeden Abend die ganze Zuschauermenge zu photographiren. Bon diesen Pho­tographien erhält jeder Zuschauer eine ohne Bezahlung da­für, und zwar erhält man beim Betreten des Theaters eine Anweisung, auf die hin man sich nach wenigen Tagen die Photographie an der Kaffe abholen kann. Die Bilder selbst werden in Newyork gedruckt.

* Für den in Washington eingeleiteten großen Pro­zeß der verschiedenen vereinigten amerikanischen Telephon- Kompanien gegen das Bell-Telephon-Patent hat auch Edison seine Ansprüche durch eine in genialem Dunkel sich bewegende, eidlich erhärtete, an den Staatssekretär des Innern, Hrn. L. Q. C Samar gerichtete Eingabe geltend gemacht, die wörtlich folgendermaßen beginnt und lautet: „Ich wohne in Newyork. Ich bin 38 .Jahre alt und bin

meines Zeichens ein Erfinder. Ich bin der Thomas Alpha Edison, von welchem die Rede ist in seinem englischen Patente vom 30. Juli 1877 Nr. 20109 für ein Telephon. Die allenthalben beschriebenen Erfindungen habe ich schon im Jahre 1875 gemacht: sie gipfeln alle in dem Kohlen- Telephon, welches noch überall angewandt wird. Die ame­rikanische Bell-Telephon-Kompany verwendet meine Erfin­dung. Ich hatte keine Kenntniß von Bell's Erfindungen betreffs Telephon, als ich diese Erfindung machte. Ich hatte keineKenntniß von den Veröffentlichungen des Reis (Gelnhausen) zu jener Zeit. gez. Thomas Alpha Edison, Erfinder." Daß diese durch ihre Kürze und ihren Mangel an sachlicher Begründung sich auszeichnende selbstbewußte Erklärung des großen Dankee im Vergleiche mit den bogen­langen Erörterungen der übrigen Jntereffenten in elektro­technischen Kreisen der Vereinigten Staaten allgemeine Hei­terkeit erregte, ersieht man aus den dortigen Fachblättern.

(Ein Treffer) Ein Kalkulator, der in einer Vor­stadt Dresdens wohnt, ging in früher Morgenstunde nach Hause. An einer Straßenecke begegnete ihm im Monden­schein ein strolchartig aussehender Mensch und richtete die verdächtige Frage an ihn: „Welche Zeit ist es wohl?" Der Kalkulator kalkulirte, daß es auf seine Uhr abgesehen sei. In diesem Augenblicke schlug es vom Kreuzthurm Eins. Sich besinnend, daß im Angriff die beste Vertheidigung liege, gab er dem Strolch eine Ohrfeige mit den Worten: „Es hat eben Eins geschlagen!" und entfernte sich eiligen Schrittes, hörte aber noch, wie der Geschlagene hinter ihm herrief: „Js des ä Glick, daß ich'n nich glei nach Zwöl­fen nach der Zeit gefragt habe!"

H»ual9kelte>tt des Fuldaer Sartkul»a«oerti«,.

Januar.

Obstgarten. Oft stehen in diesem Monat die Arbei­ten ganz still, ist der Boden aber offen, so gibt es aller­hand Arbeiten, denn man kann die alten abgestorbenen Obstbäume ausrotten, und die Baumlöcher mit guter Kom­posterde wieder ausfüllen lassen, ebenso ist es für sämmt- liche Obstbäume von der größten Wichtigkeit, wenn sie jeden Winter mit Kalkmilch angestrichen werden, und wo die Bäume an Straßen oder in Grasgärten stehen, muß die Erde um die Bäume herum aufgegraben und wenn möglich gedüngt werden. Zum Pfropfreiserschneiden ist jetzt auch die beste Zeit, schlage dieselben an einer schatti­gen Stelle 6 cm. tief ein, und schütze sie vor starkem Frost. Das Obstlager halte man kühl und luftig und entferne alle schadhaften Früchte.

Gemüsegarten. Wenn man im Herbst mit dem Re- jolen der Gemüseländer oder auch rauhe Furchen zu gra­ben nicht fertig geworden ist, so kann das jetzt noch nach­geholt werden. Ist rauhes Wetter, so schütze man Winter­salat und Spinat mit Fichtenreisig, ober auch mit gewöhn­lichem Reisigholz und decke dann Wierstroh darüber. Die eingeschlagenen Gemüse erfordern jetzt viel Aufmerksamkeit, denn die Gruben im Freien muffen oft gelüftet und das Schadhafte entfernt werden, ebenso in den Kellern, aber hier kommt es manchmal vor, daß das eingeschlagene Ge­müse trocken wird, wo es dann zuweilen an den Wurzeln begossen tüte" .T7»uu7‘Si‘...l"aÜe5'oemuje, nameulftH"Sel­lerie, wenn es wochenlang trocken liegt, wird dann salzig und fast ganz werthlos.

Blumengarten. Bei offener Witterung findet sich so manche Beschäftigung, denn man kann Hecken und Zier­sträucher beschneiden und anpflanzen, Blumenbeete düngen und umgraben und im Nothsalle taffen sich auch noch Tul­pen und Hyazinthen in's freie Land legen, allein besser ist es, wenn sie schon im Oktober und November gelegt werden. Ist es aber rauh, so schütze man die im freien Lande stehenden Primel-, Aurikelbeete rc. mit Fichtenzwei­gen oder mit Laub. Wer für den Sommer einen schönen dunkelgrünen Rasen haben will, der versäume nicht, den­selben mit Asche und Komposterde zu düngen. Jetzt ist es auch Zeit, die Sämereien zu mustern und die etwa feh­lenden zu bestellen, denn im Februar werden schon diverse Aussaaten gemacht. Der Blumenflor im Zimmer beginnt jetzt schon wieder schöner zu werden, denn feit Weihnachten blühen schon Maiblumen, Tulpen. Hyazinthen und jetzt be­ginnt auch der Azaleenflor in seinen prachtvollen Farben, man versäume aber nie, die Pflanzen mit lauwarmem Wasser zu begießen und womöglich auch täglich mit einem Refraicheur zu bestäuben, was zum Gedeihen der Pflanzen von der größten Wichtigkeit ist.

Neueste poft

• Karlsruhe, 4. Jan. In Freiburg wurde Domkapitular Weickum zum Domdekan gewählt. __________________________________(Fr. Ztg.)

Frankfurt, 4. Jan. Der heutige Biehmarkt war mit 314 Ochsen, 10 Bullen, 413 Kühen, Rindern und Stieren, 233 Kälbern, 81 Hämmeln, 172 Schweinen be­fahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen I. Qual. Mk. 61—66, II. Qual. Mk. 56—60, Bullen I. Qual. Mk. 48—50, II. Qual. Mk. 40—45, Kühe, Rinder und Stiere I. Qual. Mk. 56-57, II. Mk. 40—48, Alles per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Kälber I. Qual. 60—65 Pfg., II. Qual. 50—55 Pfg., Hammel I. Qual. 55—57 Pfg., II. Qual. 40—45 Pfg., inländische Schweine 54—56 Pfg., ausländische do. —, Alles per Pfd. Schlachtgewicht.

Gottesdierist-Orduuug in Fulda.

Mittwoch, 6. Jan. (Fest der Erscheinung der Herrn.)

Domkirche: Um 5i/z, 6, 6-/4, 7>/2 Uhr hl. Messen; um 9 U. Hochamt mit Predigt; um 4 U. Abendandacht. — Stadtpfarrkirche: 51/4 U. hl. Meffe mit Predigt, 7 U. hl. Messe, 8 Uhr Schulgottesdienst, 9'le Hochamt mit Predigt, 11 Uhr hl. Messe, 2 Uhr Andacht. — Michaelsberg: 10 U. hl. Messe. — Hospitsalkirche: Um 8 Uhr Hochamt, 4 Uhr Abendandacht. — Für den Mütterverein: Um 61/4 U. und um 2 U. — Frauen­berg: 91/2 U. Hochamt, 2 U. Predigt und Bruderschaft.