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3 Jahre als Regent die Leitung der Monarchie

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keits-Anstalten in seiner Vaterstadt Carpineto ver­wendet werden solle. So verfügt der hl. Vater in edelster Weise über die ihm von Seiten der Gläubigen gespendeten Liebesgaben.

* Petersburg, 3. Jan. Zur Feier des Re- gierungsjubiläums des Kaisers Wilhelm finden Festgottesdienste in der Deutschen reformirten Kirche und in der katholischen Katharinenkirche statt. Gestern Nachmittag hatte sich Großfürst Wladimir in preußischer Galauniform mit dem Bande des

Ihr Vater beobachtete sie scharf. Sich dessen nacht, wohl bewußt, öffnete sie das Couvert und zerriß ei in kleine Stücke, welche sie in ihre Tasche steckte.

Schwarzen Adler-Ordens in die deutsche Botschaft begeben und den Botschafter General von Schweinitz ersucht, dem deutschen Kaiser die Glückwünsche des russischen Kaisers sowie seine eigenen, des Groß­fürsten, zu übermitteln. Die hiesigen Zeitungen bringen heute dem Kaiser Wilhelm gewidmete Artikel voll Sympathie.

— wie Jemand, dem ein goldener Frühlings­morgen strahlt nach bangdurchwachter Winter-

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„Gerettet!" jauchzte es in ihrem Innern auf. „Gott sei Lob und Dank, er ist gerettet!" Der Glanz und Freudenschimmer wich allmählich aus ihrem Antlitz und machte einem tiefen Friedens- ausdruck Platz.

hindurch, wie gewöhnlich, für sein Volk unfichtbar; er saß hoch oben im Gebirge und erschien höchstens auf einige Stunden in seiner Residenz München. Die Gerüchte, welche sich hinsichtlich der finanziellen Lage des Königs rundtrugen, wollen wir nicht näher berühren. Man bringt mit denselben den Rücktritt des Kriezsministers Maillinger in Zu­sammenhang. Seit Bayern im preußisch-deutschen Schlepptau segelt, hat es nicht bloß einen bedeutend angewachsenen Militäretat, sondern auch sonst noch manches Kukusei auszubrüten. Dazu gehört der Auslieferungsvertrag mit Rußland, welcher der Polizeiwillkür Thor und Riegel öffnet, und von dem die Volksvertretung nichts wissen will; aber von dem Ministerium heißt e«, seit es sich den preußischen Bräutigam erwählte: „Und folgst Du nicht willig, dann brauch ich Gewalt."

Die Todte» des Jahres 1885.

(Schluß.)

V. Männer der Wissenschaft.

Jan. 3. Frederic Baudry, Orientalist, Paris, 67 I. — 6. Peter Christen Asbjörnsen, Naturforscher, Christia- nia, 73 I. — 8. P. Karf Arischer, 8. J., Rom, 44 I. — 9. Hofrath Professor Friedrich Stein, Zoologe, Prägt — Karl v. Sonklar zu Jnnstädten, Militär-Schriftstel­ler uad Geograph, Innsbruck. 69 I. — 15. Prof. Ben­jamin Silliman, Chemiker, Newhaven, 69 I. — 21. Dr. Trap, Historiker, Kopenhagen. — 26. Dr. theol. und phiL Biedermann, Professor der Dogmatik, Zürich, 66 I. — März 13. Dr. Wilhelm Dunker, Professor der Mineralo­gie und Geognosie, Marburg, 76 I. — 14« Professor Dr. Friedrich Theod Frerichs, berühmter Pathologe, Berlin,

Deutsches Reich.

Berlin, 3. Januar.

* Heute beging Se. Majestät König Wilhelm das 25jährige Jubiläum seines Regierungsantritts. Als Vierundsechszigjähriger übernahm er im Jahre 1861 die Krone Preußens, nachdem er bereits

_ * Der w eimarische Landtag ist durch landes­fürstliches Dekret für den 17. Januar einberufen worden.

Ausland.

* Paris, 3. Jan. Die ,Agenze Havas' meldet über die Ministerkrisis, Freycinet neige zu dem Entschluffe, den Auftrag zur Kabinetsbildung ab­zulehnen, nachdem er in seinen Unterredungen mit mehreren politischen Persönlichkeiten die Ueber- zeugung gewonnen, daß es fast unmöglich sei, eine Vereinbarung unter den parlamentarischen Frak­tionen, deren Mitwirkung zur Bildung einer stän­digen Majorität er als unabweislich erachte, her­zustellen. Ein endgiltiger Entschluß liege jedoch noch nicht vor.

Der Graf beobachtete Alles mit wachsendem Erstaunen. Er hatte bisher keine Ahnung davon gehabt, daß seine Tochter solcher Gefühlsäußerungen fähig sei. Er begann, zu denken, daß das Ge- heimniß, welches sie umgab, größer und tiefer sein muffe, als er bisher geglaubt. „Gabriele!" rief er zärtlich.

Seine Stimme weckte sie aus ihrer Träumerei. Sie wandte ihm ihr Antlitz zu und sah ihn an mit einem Lächeln, welches ihm bis in die Seele drang.

„Gabriele," sprach er und seine Stimme zitterte heftig, „es ist mir, als ob mein treuherziges, gemüthvolles Kind die Vergangenheit abgeschüttelt Härte, wenn ich Dich so anblicke. Dein besseres Selvst ist noch nicht erstorben in Dir, sondern, was ich bisher sah, war nur eine Maske. Ga­briele, werde wieder diejenige, die Du einstmals warst, bevor dieser elende Armand —"

Er brach jäh ab, bestürzt bei dem Anblick seiner Tochter, als er diesen Namen aussprach. Licht, Glanz und Wärme, Alles schwand dahin wie die

„Eine Einladung, Gabriele?" fragte der Graf.

„Nein es ist ein Brief von einer Freundin," antwortete diese und lehnte sich in ihren Sessel zurück. Wenn Du erlaubst, Vater, so möchte ich ihn lesen."

„Gewiß, mein Kind, lies," rief der Graf, die Züge seiner Tochter scharf fixirend. „Ich bin neugierig, zu erfahren, welcher unserer Freunde so geheimnißvoll an Dich zu schreiben hat und den Brief durch Deine Kammerzofe besorgen läßt, was doch sonst nicht geschieht." Die Comteffe erröthete auf's Neue und fuhr im Lesen des Briefes fort. Im nächsten Augenblick war ihr Vater sammt seinem Argwohn vergessen. Sie war ganz in den Inhalt des Schreibens vertieft und freute sich über das Wiederfinden ihres Lieb­lings Alfred. Ein fröhlicher Glanz, gleich Son­nenschein, glitt über ihr Antlitz und spiegelte dort wieder, was in ihrer Seele vorging. Ihre Augen leuchteten gleich einem Paar Heller Sterne, voller Licht und Leben. Ein Lächeln, zärtlich und innig, umschwebte ihre rosigen Lippen. Sie sah aus wie Jemand, dem eine große Freudenbotschaft wird inmitten dunkler Trauer und Zweifel

Farbenpracht bei Sonnenuntergang vorn Himmel schwindet, nichts zurücklaffend als winterliche Kälte. Sie verbarg den Brief an ihrem Busen und nahm wieder die gelangweilte Stellung ein, die sie vorhin inne gehabt hatte.

Der alte Mann war ganz verwirrt und ver­stört. „Du bist mir ein Räthsel, Gabriele," sprach der Graf mit einem kummervollen Blick auf feine Tochter. Sage mir nur Eins. Wer ist der unbekannte Correspondent, dessen Zeilen Dich soeben so ganz und gar verwandelten, daß es mrr war, als müsse mit der Veränderung in Deinem Wesen die alte, sonnige Zeit, als Du noch mein vertrauensseliges Kind warst, zurück- kehren?"

Die Comteffe erblaßte bei seiner Frage und wollte gerade auf dieselbe ausweichend antworten, als ihre Aufmerksamkeit plötzlich durch einen vor

dem Palais haltenden, einfachen MiethSwagen ge­fesselt wurde. Die Frage ihres Vaters war ver­gessen.^ Welche neue Aufregung stand bevor? L>ie sollte nicht lange darüber im Zweifel bleiben. Die Wagenthür wurde geöffnet und heraus stieg eine coloffale Figur, prächtig anzu­sehen in ihrer ganzen Erscheinung, das Haupt von einer Fülle grauen Haares umgeben.

„®er Herr Marquis de Vigny, Vater!" rief Gabriele überrascht aus.

Der Graf eilte hinaus, um seinen alten Freund zu begrüßen und zu empfangen. (Forts, f.)

lDr- Gustav Nachtigal, an Bord deS Echches Move. 51 I. - 21. P. Joh. Wieser, Professor der Philosophie tn Innsbruck, Bozen. — Mai 2. Professor Panum, bekannter Arzt, Kopenhagen. — 5. P. Raffaele Garrucci, Archäologe, Rom, 73 I. — 8. Prof. Dr. An- .®onn, *° 3- 131 Dr. Jacob Haenle, Anatom,

Göttingen, 76 I. — 20. Professor Dr. Daniel Schenkel, Gründer des Protestanten-Kereins, Heidelberg, 72 I. __

27. Dr. v. Weite, Domkapitular, Mitverfasser deS Frei­burger Kirchen-Lexikons, Rottenburg, 80 I. — Juni 6.

I Professor Dr. Robert Schlagintweit, Gießen, 52 I. __

3»li 9. Dr. Peter Schegg, Professor der Theologie, Mün- chen, <0 I. — August 2. Professor R-ichardt, Botaniker, Medling. - 23. Professor Dr. Curtius, Philologe, Herms- dorf, 65 I — 15. Jens Jakob Worsae, Alterthumsfor- sch-r, Kopenhagen, 64 I. — September 25. Professor Dr. Alphons Thun, National-Oekonom, Freiburg (Baden), I 31 I. — Nov. 21. P. Gerhard Schneemann, 8. J. Kirch- rath b Aachen, 56 I. - 26. Dr. Jos. Jungmann, 8. T. Professor der Theologie, Innsbruck, 55 I. — 29. Henry Boutey, Präsident der Akademie der Wissenschaften, Paris, I 71 I.

VI- Dichter, Schriftsteller und Journalisten Jan. 16. Edmond About, Journalist, Paris, 56 I.

~ 23. @. Guilmenot, Journalist und Geschichtsschreiber' I daris. — 27. E. Eröbe, ehemaliger Chefredakteur des »Journal d- Bruxelles-, Brüssel. — März 16. Schindler (Julius v. d. Traun), Dichter. Wien. — April 11 Dr jur. Kark Stieler, Dichter, München, 43 I. — 28 Ru­dolph v. Eit-lb-rger, Kunstschriftsteller, Wien, 71 I — Ma, 22. Viktor Hugo, Paris, 82 I. — 29. Alfred Meiß- «er. Dichter, Bregenz 63 I. - Sept. 10. Rad-mann, Redakteur der,Kathol. Warte- Salzburg. _ D-, 24 Dr. W. Diekam, Historiker, Rom, 31 I.

VH. Künstler und Architekten.

Jan. 4. Prof. Bohnstedt, Architekt, Ausarbeiter eines preisgekrönten Planes für das Parlamentsgebäude, Gotha. — 21. Adolph Huszar, Bildhauer, Pest. — 23. Viktor Leclaire, Blumenmaler, Paris, 54 I. — 27. Ernst Deqer Historienmaler, Düsseldorf, 76 I. — Febr. 1. Dupuy de Löm-, Marine-Ingenieur, Paris, 63 I. — Mai. Gottfried Prestel, Thiermaler, Mainz, 81 I. - Juni 18. Wilhelm Camphausen, Historienmaler, Düsseldorf, 67 I. — Sept. 12. Hans Canon, Maler, Wien, 56 I. — Dez 8 Hein­rich Heinlein, Landschaftsmaler, München, 82 I.

VIII. Komponisten und Musiker.

Jan 23. Hyacinth- Derval, eigentlich d'Obiqny de Ferneres, Schauspieler, Paris. — März 31. Philipp Fahrbach, Komponist. Wien, 70 I. Franz Abt, Kompo­nist, Wiesbaden, 66 I. — Mai. 10. Ferdinand v. Hiller Musikdirektor, Köln, 74 I. — 29. Heinrich Oberhofer' Domorgamst und Komponist, Luxemburg. — Juni 5. Sir Julius Benedikt, Pianist, London, 81 I. — Auq August Pabst, Musikdirektor, Riga. — Dez. 17. Prof: Ludwig Nohl, Musikschriftsteller, Heidelberg, 54 I. 3

IX. Gewerbetreibende, Techniker, Kaufleute.

Jan. i. Georg Reimer, Nestor der Berliner Buchhänd­ler, Berlin. 80 I. — Aug. 4 Ludwig Werder, Erfinder des Werdergewehres, Nürnberg. 76 I. — Dez. 6. Robert Gerwig. Ober-Baudirektor, Erbauer der Schwarzwaldbahn Karlsruhe, 64 I. — 8. William H. Vanderbilt, „Eisen- bahnkönig--, Newyork.

X,^@on[ti8e hervorragende Persönlichkeiten.

Jan. 18. Dr. Kehr, Seminardirktor, bedeutender Pä­dagoge, Erfurt, 55 I. — 21. Michael Gustav Schenk Kanzler des Erzb. Köln, Köln, 66 I. — 24. Bellachini bekannter Zauberkünstler, Parchim, Mecklenburg, 59 I! — 8ebr. 2. Dr med. Otto Fischer, Sanitätsrath, bekannter Chiruzg. Köln, 74 I. — Dr. Vogt, Provinzial-Schulrath, Koblenz, 45 I. — 8. Wilh. Jos. Bartmann, Köln, 86 I l5-. Walther v. Goethe, letzter Nachkomme des Dichters, Weimar. — Mai 12. Dr. Karl Gustav v. Goß- ler, Kanzler, Königsberg, 75 I. — 13. Dr. theol. Hub 3°s- von Endert, Regierungs- und Schulrath, Münster, 51 I- Juni 23. Dr. Dumont, Oberbürgermeister, Mainz — 29. Der Mahdi oder falsche Prophet im Sudan. —

* Rom, 31. Dez. Die Wohlthätigkeit des hl. Vaters kennt keine Grenzen. Außer den hoch­herzigen Gaben an die Armen übergab Papst Leo dem Kardinal-Vikar 2000 Frks. zur Verkeilung an bedürftige Priester; dem St. Josephs-Institut wurden 12,000, dem Hospital St. Margarethe 3500 Frks. überwiesen. Das großartigste Geschenk aber empfing die Propaganda. Dieses durch das bekannte Vorgehen der italienischen Regierung so 8-W ««g Wilhelm i- dieser Zeit I Ächt SÄÄ

U”b % «“■ •» de» ÄSÄrÄ “nbS •i ^an' in Blattern oon verschiedenen Seiten zugegangen waren. Als der Geschichte verzeichnet. Leider jebodj ist der Bedingung war beigefügt, daß ein kleiner Theil nM^nickt'Ännel-h't @ Qa en Je\ör0!rtn ^gers davon zu Gunsten der Schulen und Wohlthätig- noch nicht emgekehrt; immer durchwühlt sie noch * 1 ----- v a

der „Kulturkampf", Messelesen und Sakramente­spenden ist noch unter Strafe gestellt; den Bischöfen sind die Hände gebunden; unsere Schwestern und Brüder, welche sich dem Dienste der Menschheit in dem bescheidenen Ordenskleide geweiht haben, sind aus dem Vaterlande verbannt. Auch zeigt die Regierung noch sehr wenig Lust, diesen Zustand ändern zu wollen; ja jüngst bei der Missionsdebatte ist es offen ausgesprochen worden, daß man selbst in den fernen wilden Gegenden die friedliche Thätig- keit katholischer Missionäre behindert. Das ist traurig für unser Vaterland, daß es ein Drittel feiner eignen, eingeborenen Bewohner als Feinde betrachtet sieht, und um so trauriger, als der Monarch vor 25 Jahren bei dem Antritt der Regierung sagen konnte: „Ich sehe die kirchlichen Zustände in meinen Landen wohl geordnet." Möge es dem greifen Jubilar bald beschieden sein, diese Ordnung und damit Ruhe und Frieden in seinem Lande wieder einkehren zu sehen!

• Paderborn, 2. Jan. Die hiesige Staats- anwaltschast erläßt im .Amtsblatt' folgende Be- kanntmachung: „Der unterm 9. November 1881

in Nr. 71 des .Oeffentlichen Anzeigers' pro 1881 unter Nr. 2990 wider den katholischen Geistlichen Augustin Potthoff, früher zu Paderborn, jetzt zu Luxemburg wohnhaft, erlassene Steckbrief ist noch unerledigt und wird hierdurch erneuert."

• Der württembergische Landtag ist zum 19. d. M. berufen worden.

erkannt und zugleich Giralda'S Handschrift ent­deckt.