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251.

Samstag, dm 31. Oktober 1891.

Ernste Gedanken.

— gleichviel mit

dafür bürgt mir das Wort des Gottessohnes; aber daß der Glaube herrschen werde in unserem theuern deutschen Baterlande auch noch nach Jahrhunderten, dafür bürgt mir kein höheres Wort. Ich weiß, daß es Länder auf der Welt gibt, in denen Ewst der christliche Glaube und christliches Leben schön geblüht haben, die jetzt dem Unglauben und der Ver- °“^en. Jtnb- Möge das unserem Vaterlande erspart werden!

zu erhalten. Wird man die . . „ „ „ i tn letzter Stunde ziehen?

?er andere Skandalprozeß der Reichshauptstadt, der des Hofrathes Manche, welcher vierzig Jahre dem geheimen Kabmet des verstorbenen Kaisers Wilhelm I fs5v“"9 einen tiefen Blick in die Korruption thun, von welcher em Theil unseres höheren Beamten­ebenfalls eine Folge der blinden

Elchen Mitteln! Wie die Verhandlungen erwiesen, lag Systeniln dem Titel- und Ordensschacher, denn nicbt allem Manche, sondern selbst ein Minister a. D., ein Polizeihauptmann u. a. m. wurden durch eidlich Lrr? e, ■3cu9«tau8fagen schwer belastet Es han­delt sich daher mcht um eine einzige Persönlickkeit wie gewisse Blätter glauben machen'woS, Ä um ei”e Erscheinung allgemeinerer Natur. Wir möchten Dr Webr “an h? Zetrugsprozeß des Landesdirektors Dr. Wehr, an die Zahlmeisterprozesse rc. erinnern.

Verlassen wir nun diese beiden Prozesse, welche I unseren Lesern zur Genüge bekannt sind, und fragen wir uns wem dieselben eigentlich nützen. Den ftX auf dem Boden des positiven Christenthums stehenden Parteien, dem Centrum and dm wLm Konservativen, natürlich nichts, denn leider scheinen senden Kreise noch immer nicht entschlossen 3 der Sozialdemokratie", dem

„Liberalismus , endgültig zu brechen. Man scheint dort immer noch nicht einzusehen, daß der ganze a?qen- S.W"“ solcher ist zwischen Heidentum und Christenthum, tn welchem der „Liberalismus" kann^nur bhf, 6rteren Weltanschauung steht. Deshalb S t b s ®oi!aIbemofratu lachen und sie hat Ursache dazu; denn ihre Weltanschauung wird dadurch mächtig gefördert und ihr Sieg vorbereitet m.8 K Srbkett= R°^ssen Heinze und Manche sowie 9^rrbem beL^°2be<- Qn. ber Prostituirten in der Berliner Holzmarktstraße die einzige richtige Folgernna ^ehen wird, daß nur eine Rückkehr zu den Lehren des Christenthums in Staat und Gesellschaft noch helfen kann, wird die Folge lehren H q

ber Erhaltung der Religion, um den Ruin und die Korruption von unserem Volke abzuhalten, sagte der Nestor des Centrums, der Abg. Herr Dr. Peter Reichens­perger, am 24. Januar 1877 bereits: W

s m^.enn TQ-n s?hl' wie in unserem Vaterlande in -Näheund in der Ferne eine Masse von Unglauben, eine Masse von Empörung gegen die göttliche Offen­barung sich breit macht, dann mag man wohl mit ban­ger Sorge dem entgegen sehen, was unsere Pädagogik noch aus unserer Jugend machen könnte. Ich liebe

wousm und Kompagnie abgespielt hat!! Ohne Aus-

«aben damals über das verkommeneFrank- reich losgezogen und selbstbewußt erklärt: So etwas kann bei uns, Gott sei Dank, nicht vorkommen! Wir sagen mit Absicht bewußt, weil wir es für unmöglich

Deutschland Aehnliches vorkommen könne.

Leider sind die Gründer-, Schwindel- und Kulturkampfs-Orgien der 70er Jahre, in wel- chen es nach liberalen" Blättern eine Lust zu leben war, nicht spurlos an unserem Volke vorüber gegangen wie es prophetisch oft genug von den Bänken ^des Cen- trums vorhergesagt worden ist. In jener Zeit, in tiSt“10”' «e 'Natwnalztg.' triumphirend ver- kunhigte, „außerhalb des Schattens der Kirche leben und sterben konnte", in welcher ..-tu b« ™ ^lIbß^rx ®enu& die auf „Schwarzwild" (auf Priest, und Slnffpr'l nta v T.1. I1'

Deutsches Keich.

, _ _.. . Berlin, 29. Oktober.

Der König von Rumänien verlieh dem Reichz- I Kanzler v. C a p r i v i und dem Staatssekretär des Aus­wärtigen, Frhrn. v. Marschall, das Großkrem des Sterns von Rumänim. B 068

r. ,* Der Bundesrath genehmigte heute die Außerkraft- sttzung der Ausfuhrungsbestlmmungen zur Verordnung Ursprunges $er6Ot8 ÖOn Schwemm rc. amerikanischen

* Protestantische „Unwahrhaftigkeit". In seinem ! vielgeruhmten, jüngst vollendeten „Lehrbuch der Dog­men - Geschichte (Freiburg i. B., Mohr) gesteht der

Berliner Professor der Kirchengeschichte, Herr Dr- Adolph Harnack, offen ein, daß, „an derAuas- y?"*" 8-ulessm", der jetzigeProtestant^mus

Lutherthum keine reine Lehre mehr besitze. „Das ist sagt er (Band in. S. 584 f.) einfach eine Thatsache, die dadurch nicht geändert wird, daß man sie verschleiert. Bon den 21 Glaubensartikeln der 21119^(1110 sind faktisch die Artikel 1—5, 7—10 17 18 Kontrovers, selbst in den Kreisen Derer, die'noch immer „im Prinzip" so thun, als habe sich nichts geändert In concreto toerben die einzelnen Abweichun- gen nicht nur „ertragen", sondern gestattet; aber Nie- mand will, um mit Luther zu reden, der Katze die Schelle anhangen und das öffentlich proklamiren und

eingeholt uni, drängte ebenfalls zur Abreise. Fräulein von Buchenau hatte bereitwillig ihre Begleitung zuge- ,unb sollte sich den Reisenden in Berlin' an- schließen.

| Überglücklich reiste Elisabeth in den nächsten Tagen I Snben mlbscn Knabenundderen Lehrerin nach einem tlemen Nordseebade ab. Die eigentliche Badesaison war langst vorüber, aber was sie suchte: Ruhe und ftlsche Seeluft, warm um so ungestörter zu genießen. Elisabeth verstand es, den Kindem den Aufenthalt zu Esver wahren Erholung zu gestalten, und in der Sorge für Andere erhob sie sich über das eigene Leid, froher sich dem Genüsse des Augenblickes hingebend, als es ihr im Banne der Schuld seit Jahren möglich qe. wesen war. 9 9

Fast Zwei Wochen dieses idyllischen Stilllebens waren vorüber, als die kleine Gesellschaft eines Tages durch Frau Ormann's Besuch überrascht wurde. Es Ware übertrieben gewesen, zu behaupten, daß ihr Er­scheinen den Eindruck einer ganz ungetrübten Freude hervorgerufen hatte. Wenn schon die Wahl des unbe- deutendm, kleinen Stranddorfes der jungen Frau als eine Geschmacklosigkeit erschienen war, so hatte die Ent- legenhett und die damit verbundene Unbequemlichkeit ch -diese Strandidylle z

-A Der Geizhals.

Nacherzählt von Cora von Schönburg.

(29. Fortsetzung.)

_. 17- Am Seestrande.

in H^nerjagd war geschlossen. Trotzdem war t-i»? m Zusammenleben der Gravenhofer Gesellschaft teme Veränderung eingetreten, da Graf Bannstein nock XTh-nOn2en^n s^ner liebenswürdigen MrthF ober vielleicht von bereit schönen Schwägerin gefesselt S R? Ormann'schm Dache weilte. Baron Dan- selb s Besuche waren erst immer seltener geworben unb r berJtet8 bedenklicheren Kräfteabnahme eiaentti*?? f J3 "nfgehört. Damit fiel der ^nt.lche Grund von Baronesse Delings Besuch in m^nd fort Die junge Dame wäre auch längst LUK l£rer in die Heimath zurückrufenden für ! 9t' orn bl-e 'nnige Zuneigung, welche sie Anri?^ " von Argast empfand, nicht eine stets neue fte °usgeübt hätte. Endlich aber fiel oie Entscheidung. 1

Danstiö'«^ (eItoxrtete Sunbe v°n Baron Ferdinand ^anseld s Verscheiden traf em, und einen Tag später

Sr^®ue tn9 ^ibst- um seine Tochter abzuholen, ihrer S ^laubniß zur Entführung

r N.ffen nach der Seeküste von ihrer Schwägerin

ich tapfer schmälen, Wenn that em armes Mägdlein fehlen! W'ekonnt ich über And'rer Sünden Nicht Worte g'nug der Zunge finden! Wie schien mir s schwarz und schwärzt's noch gar, Hnb -ü°ch ?'ch) schwarz g'nug war, Und segnet mich und that so groß Undbin nun selbst der Sünde bloß."

« Mord an der Prostituirten in der Berliner und3w^ von bem die Zeitungen angefüllt sind, Ä“ STOÄ? Ä | 2

Hemze und Manche nicht in Vergessenheit -u SP! SSJ "ter dem Grase liegt, der Glaube in demselben

ff™ aus unser schneidiges Meldewesen und die LLLLr ?°s?b'aufsicht über Straßenverkehr uno Wohnungs-Verhältnisse oft mit pharisäischer Ueber- hebung herabgesehen. Aber nach ben jetzigen Ersah- na^?eJ Nachtwächter - Ermordung, die vier Jahre ungesuhnt geblieben, nach den jetzigen Enthül- lungm m dem Hemze-Prozeß und der neuesten Blut- wollen wir nur recht bescheiden aestebm

I MS Ä.S

^vhe, diesen Eindruck zu verbergen; boten doch die I einfache Wohnung und die wenig auf der Höhe moderner Ansprüche stehende Verpflegung schon genugsam Anlaß zu wegwerfenden Bemerkungen. Nach Tisch legte sich bw erste Gereiztheit ihrer Reisestimmung etwas und beim Kaffee erzählte sie.

„Ich habe Dich auf einen Dir zweifelsohne sehr angenehmen Besuch vorzubereiten." ’ ’

Elisabeth blickte überrascht auf.

„Ich kann mir nicht denken, wer meinen Wunsch nodj Einsamkeit so mißverstehen könnte," bemerkte s» beinahe abweisend. uc

, . "Es gibt Fälle, wo aufrichtige Verehrer fnfrfi’ legitime Wünsche unberücksichtigt zu lasse»^ pflegen " entgegnete Frau Orrnann etwas spitz, und dannÄr sie mit einem beobachtenden Blick auf ihre Schwägerin fort: „Um Deine Neugier nicht länger auf die Fotter zu spannen, will ich kurz sagen, daß Graf Bannstein SnJr?™ l."-^hn£ Be9e9nete und mich mit einer traute " 8 $tr fur eincn der nächsten Tage be-

wird sich freuen, wieder für einen Tag der rert [°t,Iaftl9en Stadtluft entrinnen zu können," meinte kSlijaDetg.

„Bitte, nicht so bescheiden!" larhte Xrmt

^at rItber zu lange gedauert, bis in unseren maßgebenden Kreisen das Kaiserwort: „Dem Volke muß die Religion erhalten werden!" die ganze Beachtung fanfr h.P .hm und in diesen Tagen noch gibt

^ Regierungen — wir erinnern an Baden und Württemberg — in welchen den Mönchen den in Deutschland^^machen. Me h^'wir^ns Vo7ein?^ I Endigen Predigten der Frömmigkeit, Ent- Jahreu moralisch entrüstet, als sich in Paris der Or- • ablQ n*^10 r9mUnb be§ Gehorsams, der

hp„a. ..„s !^u.-pans her Or- j Eintritt ins Land gleich Verbrechern verboten bleibt

wahrend den Aposteln des Umsturzes, der Genußsucht und der Zuchtlosigkeit freier Paß gewährt wird. Noch gibt es ganze Parteien, die „liberalen" meinen wir, bte 5“^.. ber Sozialdemokratie", welche der Kirche i)en Mitbesitz an der Schule sogar streitig machen.

Die Früchte der 1870er Aussaat beginnen in l unferen Sagen zu reifen und die zwei Prozesse in der Relchshauptstadt haben uns in grellem Lichte gezeigt, welcher Art dieselben sind. Der Prozeß Heinze zeigte uns d» bodenlose Verworfenheit und Verkommenhefl, m welcher sich weite Kreise der großen Städte befinden: Folgen her modernen Pädagogik, Moral und der Gleich-

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Schwindel-Periode die graue Roth überall einzog^— Folgerungen

,uud ^utestehen wir wieder am Beginn einer geschäft- ! ' »jg Men.-

Die Selbstvorwürfe, welche der Dichter des Faust" ^vetchenln den Mund legt, können wir uns heute auch

____ _ _ l8. Jahrgang

Zcitülia

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