der Liebe und Treue gegen den hl. Vater und bewies damit, daß die blöden Schmutzereien liberaler Hetzblätter gegen den ^fraMjenfreundlichen" Papst auch nicht dm leisesten MdtzDall bei dm deutschen Katholiken gefunden haben. Die Katholikentage sind in dieser Richtung von nachhaltigem Einflüsse und Bedeutung; wir halten deshalb sie auch fürderhin in Ehren und rufen mit dem hochverehrten Präsidenten beim Abschiede von Danzig: Auf Wiedersehen im nächsten Jahre im goldenen Mainz!
Erscheint täglich. Sonn- und Feiertage ausgenommen. — Inserate kosten die cmspaltige Zeile oder deren Raum 16 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.
her Abonnementspreis ohne Büingerlohu und Bestellgeld mü.der belletristischen Smmta^beilage .Sterne und Blumen^ und der alle 14 Tage erscheinenden flkotiHtigg .Rachgeber für LanWirthschast, SaMnbau und Hmelmesen" in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig. 4.
Deutsches Keich.
Berlin, 7. September.
* Eine Hetze gegen den Hochwürdigsten Bischof Komm von Trier soll wieder eingeleitet werden — wenn es gewissen Blättern nach geht, die von Zeit zu Zeit alte Kulturkampfsanfälle haben. Und zwar ist es, wie schon einmal vor Jahren, eine Predigt des eminenten Kirchenfürsten, welche den Anlaß zu der Hetze geben soll. Der Hochwürdigste Herr Bischof hat am Donnerstag an eine Metzer Prozession, die unter Anführung ihres Bischofs und einer großen Anzahl Geistlichen zur Berehmng des hl. Rockes nach Trier gepilgert war und deren Theilnehmer zum weitaus größten Theile aus nur französisch verstehenden und nur französisch sprechenden eingeborenen Lothringern bestand, auf Wunsch der Wallfahrer eine Ansprache an dieselbe gerichtet, die, wenn die Leute sie verstehen sollten, selbstverständlich in französischer Sprache gehaltm werden mußte. Der Vorgang ist also ein so natürlicher, daß für einen vernünftigen Menschen kejn Wort der Erklärung nothwendig ist. Und nun muß man sehen, was die kulturkämpferische, katholikenfeindliche Presfe aus diesem, wie gesagt, durchaus natürlichen Vorgang zu konstruirm weiß! „Sollte man es für möglich halten: ein deutscher Bischof wagt es, in einer deutschen Stadt an deutsche Pilger eine französische Ansprache zu halten! Ist das nicht unerhört! Soll ein solches Verbrechen ungesühnt bleiben?!" So oder ähnlich lauten die „Entrüstungs- Kundgebungen der oben gekennzeichneten Presse.
* Das Programm der Fünften General-Versammlung des EvanzeliMn Bundes in Kassel (29. Sept, bis 1. Oktober) ist folgendes; 29. September, Abends 6 Uhr: Eröffnungsgottesdienst in der Martinskirche. Pfarrer Jatho, Köln a. Rh. Abends 8 Uhr: Begrüßungs-Versammlung 30. September, Vormittags 9Va bis 1 Uhr: Erste öffentliche Hauptversammlung. 1. Eröffnungssprache: Graf von Wmtzingerode-Boden- stein. 2. Offizielle Begrüßungen seilens des Kirchenregiments, der Stadt, der theol. Fakultät der Universität Marburg u. a. 3: Vortrag: „Das Verhalten der röm. und der mangel. Kirche zum Staat." Prof. Dr. Kawerau, Kiel. Abends 8 Uhr: Festversammlung des Evang. Bundes und der evangelischen Bürgerschaft. Reden von Prof. Dr. Beyschlag, Halle; Pfr. Brecht, Oberkochen (Württemberg); Prof. Dr. Oncken, Gießen; Pfr. Opper, Kassel; Hofprediger Dr. Rogge, Potsdam. 1. Oktober: Vormittags 8L/2—1 Uhr: 2. öffentliche Hauptversammlung. 1. Ansprache: „Welcher
Segen erwächst dem Einzelnen aus dem Anschluß an die Gemeinschaft?" Konsistorialrath Goebel, Halle a. S. 2. Generalbericht: der Schriftführer Dr. Leuschner. 3. Vortrag: „Wie hat sich protestantische Charakterfestigkeit gerade in unseren Tagen zu bewähren?" Kons.-Rath Prof. Dr. Haupt, Halle a. S. Abends 8 Uhr: Schlußgottesdienst in der Martinskirche, Pft. Hans, Augsburg. — Sämmtliche hier erwähnte Versammlungen finden im großen Stadtpark-Saal statt. Wohnungen vermitteln bis zum 15. Septbr. Rektor Amelungk, Grüner Weg Nr. 26, von da ab Gymnasial- Direktor Dr. Voigt, Königsstraße Nr. 47.
* Bezüglich des nächstjährigen Reichshaushalts werden sich, wie die ,Voss. Ztg.' hört, die Dinge aller Voraussicht nach so gestalten, daß die hauptsächlichsten Abweichungen von den vorjährigen Aufstellungen bezw. die Mehrforderungen, in erster Reihe die Verwaltung des Landesheeres und der Marine und dann in etwas beschränkterem Maße das Auswärtige Amt betroffen werden. Es herrscht an den enffcheidenden Stellen das Bestreben, erneuten Forderungen für Kolonialzwecke auszuweichen. Wie weit das möglich sein wird, läßt sich augenblicklich noch nicht absehen. Bezügliche Verhandlungen ruhen im Augenblick, sollen aber demnächst ausgenommen werden. Auch über Forderungen im Militäretat sind endgiltige Entschlüsse noch nicht gefaßt; es heißt, daß Dienstreisen des Kriegsministers in der letzten Zeit mit diesen Dingen im Zusammenhang standen.
* Folgende Alarm - Nachricht bringt der Krakauer ,Czas': „Ganz Warschau ist durch die unverhofften Kriegsvorbereitungen beunruhigt. Vor einigen Tagen haben alle Hauseigenthümer die Weisung erhalten, in jedem Hause im Verkaufe von zwei Wochen Quartiere für eine gewisse außerordentlich bedeutende Zahl von Soldaten zu beschaffen. Man berechnet somit, daß im Laufe einer kurzen Zeit in Warschau eine sehr bedeutende Truppenmacht concentrirt sein wird. Die Hauseigenthümer kündigen ihren Miethern die Wohnungen. Ueberall herrscht Bestürzung. Dem ,Kur. Warsz? hat die Censur die Nachricht von dieser Verfügung gestrichen, so daß die betreffende Nummer mit drei Stunden „Verspätung" erschienen ist."
* München, 5. Sept. Der ,Augsb. Postztg? wird von hier folgende „erbauliche" Geschichte berichtet: „Unsere Stadt Väter haben am Donnerstag in der öffentlichen Sitzung einige recht unangenehme Dinge von Seiten des Bevollmächtigten Hermann zu hören bekommen und mögen insbesondere dem ersten „liberalen" Bürgermeister die Ohren absonderlich geklungm haben. Es stellte sich nämlich heraus, daß 1890 auf Ehrungen, d. h. auf Diplome, Festessen, Kellerfeste und ähnliche schöne Dinge nicht weniger als 44,374 Mk. ausgegeben worden waren. Diese Summe erregte natürlich bei dem Referenten mit Recht Anstoß und er besah sich die Ziffern etwas genauer. Dabei erfuhr man nun, daß z. B. bei einem einzigen Fest- efsen für 1825 Mk. Wein getrunken, für Cigarrm 89 Mk. ausgegeben worden waren. Tausende von Armen haben kaum das nothwendige Brod, und hier werdm Cigarren dasStück zu 70Pfg. geraucht. Das ist Wasser auf die sozialdemokratifchen Mühlen!
'* Der diesjährige Katholikentag
hat, wie aus den mitgetheilten Berichten zu ersehen war, gleich den früheren einen würdigen und bedeutsamen Verlaus genommen und gab den Beweis, daß die katholische Bewegung noch immer so lebhaft pul- sirt und daß der Sinn für die gemeinsamen Interessen -er Katholiken sich entschieden auf's Neue gekräftigt hat. Die altehrwürdige Hansestadt an der Ostsee ist geographisch sehr weit entfernt, aber dennoch war der Besuch ein bedeutender, selbst Bayern wie Oesterreich stellte ein ansehnliches Kontingent von Theilnehmern, die die weite Reise nicht scheuten, um das Bewußtsein der Gemeinsamkeit zum Ausdrucke zu bringen. Auch eine Reihe von hervorragenden Centrumsabgeordneten, von Mitgliedern des kath. Hochadels, wie des Klerus mit dem Bischöfe Redner von Kulm an der Spitze war erschienen. Aber ein Mann fehlte, der unvergeßliche Windthorst, der nicht mehr unter den Lebenden weilt, aber, wie Frhr. v. Schorlemer-Alst so schön es zum Ausdruck brachte, im Geiste in der Versammlung weilte und im Windthorst'schen Geiste verliefen auch die schönen Berathungen. Feurige und thatkräftige Reden wurden gehalten, das ganze so reichhaltige Gebiet der katholischen Bewegung durchberathen, mannigfache werthvolle Anregungen gegeben und neue Begeisterung weithin in d<n deutschen Gauen unter den Katholiken wachgerufen. Wer da vielleicht geglaubt hat, daß jetzt, wo die Zeiten ruhiger gewordm sind, Katholikentage entbehrlich würden und deshalb auch nicht so viel Anziehungskraft bekundeten, -em hat Danzig eine andere Meinung beigebracht, derartige Versammlungen sind und bleiben nothwendig; sie dienen zur Sammlung und Orgonisirung, zum Ausbaue kath. Institutionen und zur Aneiferung, sie sind gewissermaßen zu freien Parlamenten der deutschen Katholiken geworden und haben als solche Bedeutung auch bei den Gegnern erlangt. Uebrigens ist es durchaus noch nicht so „ruhig" für die Katholiken geworden, -aß dieselbm jedweder Rüstung entbehren können; es -fehlt im Gegentheile nicht an Angriffen und Ausfällen. Unmittelbar vor dem Zusammentritte des Katholikentages wurde die Stadt Danzig mit wirklich sehr öden -Pamphleten überschwemmt, die vom sog. „evangelischen Bunde" ausgegangen sind und die Versammlung schon im Voraus verdächtigte, ehe nur Jemand den Mund aufthat. Diese gewiß tadelnswerthe Be- fchimpfung hat gezeigt, daß die Katholiken am qui •vive bleiben müssen, sie hat aber die Theilnehmer der Versammlung trotz dieser Provokation zu keiner Kundgebung im gleichen Style veranlaßt. Die Versammlung verlief wie all' die Jahre her so auch diesmal ohne -en leisesten Ausfall gegen andere Parteien, Konfessionen und blieb immer auf der vollen Höhe. Die Männer des „evangelischen Bundes" könnten von dieser ruhigen, in der Form maßvollen Haltung bei aller energischer Wahrung des Prinzips wahrlich sehr viel lernen und es würde weit ruhiger im deutschen Reiche fein, wenn auch von dieser Seite eine größere Mäßigung bekundet werden möchte. Der Danziger deutsche Katholikentag schloß mit einer großartigen Kundgebung
Leben mitzutheilen. Umsonst, in keinem Lächeln spiegelte sich ihr Abglanz wieder.
Ich habe oft fagen hören, ein Sonnenstrahl, welcher unerwartet ein Menschenantlitz treffe, sei wie ein Hauch, ein Kuß vom lieben Gott. Und wirklich sah ich gramvolle Züge sich plötzlich aufhellen, wenn dieser warme Blick sie traf; Augen, die sich im Weinen geübt, erglänzten in einem fteudigen Hoffnungsschimmer, und der Mund brach wohl unwillkürlich in die Worte aus:
„O, so ist es doch wirklich wieder Sommer geworden, trotz allem Leid; — wer weiß, vielleicht zieht auch in mein Herz noch einmal das Glück ein!"
Dachte Johannes Fern, welcher noch immer hülflos da lag, wohl auch so? Sicherlich nicht; aber er fing an, sich bewußt zu werden, daß eS doch etwas gar GuteS um ein treues Weib sei. Ein schärferer Denker als er, würde feine Erfahrung wohl in den Satz gekleidet haben: Werde krank und du wirst sehen, was an dm Menschen eigentlich ist! Ein langes Krankenlager ist für die Personen deiner Umgebung der Prüfstein ihrer Geduld, ihrer opferfteudigen, selbstlosen Hingebung und also auch ihrer wahren Liebe.
Auch der Mann dort hatte niemals bedacht, welchen Schatz er an seinem Weibe besaß; er hatte nicht gewußt, wie geduldig, wie sanft und gut sie sei; aber er fühlte
Line Erzählung aus der Gegenwart von Klara Lötschert (21. Fortsetzung.)
VIII. Wer siegt?
O steh' das Weib in opferfreud'ger Pflicht!
Im Arm des Weibes ruht der Mann, der kranke. Aus ihrem Äug' die treue Liebe spricht, Und ein Gebet ist jeglicher Gedanke.
Kein Stündlein, wo sie fern dem Liebsten blieb!
Sie mag sich gern um ihn des Schlafs berauben!
O steh' ein Weib in opferfreud'ger Lieb'!
Ein solches steh' und lern' an Engel glauben!
E. Rittershaus.
Als der Sommer ins Land einzog und die Pfingstrosen in voller Blüthe standen, da traf auch manch verirrter Sonnenstrahl das kleine Giebelfenster, an welchem Barbara an jenem Abend zusammengesunken war.
Er huschte über den leeren Stuhl hinweg und zog sich wie ein langer, goldener Streifen nach dem Lager hin, auf defsen Decke zwei abgezehrte Hände unruhig hin- und hertasteten. Dann löste er sich auf in unzählige glänzende, zitternde Stäubchen, die über das bleiche, düstere Gesicht hintanzten, mit dem schwachen Versuch, auch diesem ein wenig Wärme und heiteres
es jetzt und empfand es wie eine nie gekannte Wohl- that.
War Margareth früher wirklich so gewesen? Nein, wenigstens nicht immer und auch nicht in solchem Grade. Aber in dm harten Tagen und Jahrm der Entbehmng und zuletzt in dm fangen, schlaflosen Nächten am Bette ihres Gattm hatte sie sich selbst zu Der herangezogen, die sie jetzt war; — so war die Schule des Kreuzes auch für sie eine zwar strenge, aber eine gute Schule gewesen.
Ihre vorher etwas herbe Weise machte jetzt langsameren Bewegungen Platz; ihr Schritt glitt lautlos über die Dielen. Die harte Hand war weich und leicht gewordm, und in der früher manchmal rauhen Stimme lag jetzt etwas Beruhigendes. Sie sprach nur gedämpft, als fürchtete sie, jedes laute Wort könne dm Friedm verscheuchm, der über der klemm Wohnung lag.
Frieden? Ja, wirklich, das war der rechte Ausdruck dafür. Die beiden Stuben warm noch so armselig und öde, wie sie es vor Wochen gewesen waren, aber es herrschte eine Sauberkeit, Ordnung und Ruhe darin, wie nie zuvor. Die kleineren Kinder spielten nach der Schule im Hofe; auch Heinrich saß meistens unten auf einem warmen, sonnigen Grasfleck. Susanna half im Borderhause und Christine bügelte während der meisten
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Mittwoch, den 9. September 1891.
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