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Sonntag, den 5. April 1891.

18. Jahrgang

* Die zweijährige Dienstzeit.

Der Generallieutenant a. D. v. Boguslawski hat, wie bekannt, eine Schrift veröffentlicht worin er die Einführung der zweijährigen Dienstzeit für die Infan­terie aus militärischen Gründen fordert. Er verwahrt sich dabei aber ausdrücklich gegen jede politische Gemern- schaft mit der freisinnigen Partei. „Wer dre Schrift liest" sv schreibt Herr v. Boguslawski, „wird sofort erkennen, daß ich die zweijährige Dienstzeit m einem aanz anderen Sinne und unter ganz anderen Be­dingungen eingefühlt zu sehen wünsche, wie die radi­kalen Parteien.....Die zweijährige Dienst­

zeit halte ich für geboten, um unserer Wehrkraft diejenige Ausdehnung zu geben, welche sie angesichts der europäischen Lage entwickeln sollte, ferner um einen Zustand zu beseitigen, der in organisatorischer Be- riehuna unzureichend erscheint, auf den Geist und den inneren Werth der Infanterie und Artillerie, sowie auch auf den der Bevölkerung allmälig schädlich und schwächend einwirken muß. Es erscheint an der Zeit, dieser Meinung endlich offenen Ausdruck zu verleihen, einer Meinung, bei welcher so viele erfahrene und denkende Soldaten angelangt sind. Sollte diese Schrift zur Herbeiführung unnützer Schwierigkeiten für die Regierung in dem oder jenem Punkt ausgenützt werden, jo würde ich das lebhaft bedauern, halte aber doch dafür, mit ihrer Veröffentlichung nicht länger Zögern zu können, umsomehr, als ich gcaube," dieGrünoe für Einführung der zweijährigen Dienstzeit rn ihrer wahren Gestalt dem Leser vor Augen zu stellen, lieber die Vortheile der von ihm vorgeschlagenen Neuerung sagt der Verfasser u. a.: . .

Die zweijährige Dienstzeit nimmt den extremen Parteien ein Agitationsmittel, sie erfüllt einen Wunsch der Mehrheit des Volkes. Daß dieselbe den einzelnen Familien, trotz der vermehrten Einstellung Vortheue bringt ist klar; wie weit sie aus das Ganze günstig eiuwirkt, vermag ich nicht genau zu beurtheilen. Schäd­lich wird die Einwirkung aus keinen Fall sein.

Die zweijährige Dienstzeit wird die politische Zu­verlässigkeit unserer Truppen nicht schädigen, wohl aber kann dies die verstümmelte dreijährige. — Die Ausbildung von zwei Jahren kann, mit Ausnechme der Kavallerie, genügen, falls mau die richtigen Wege

einschlägt. ... t,, , ,

Die Ausgleichsmittel, die wir vorgeschlagen haben, ^verstärkte Offizier- und Unteroffizierkadres;

Zum weißen Sonntag.

O schönster Tag im Leben, Kein andrer ist dir gleich, Kein zweiter je gegeben, Der macht jo froh und reich! Heut' hat der Herr die Kmder Wie Engel schön geschmückt, Darunter mich nicht minder In Gnaden hochbeglückt.

Es reute mich die Sünde, Da sprach ich zu dem Herrn: Verzeihe deinem Kinde, Die Schuld bekennt es gern; O heile meine Wunden, Das Herz mach' fleckenrein Und hab' ich Gnad' gesunden, Kehr' heute bei mir ein!

Der Heiland ist gekommen Im ersten heil'gen Mahl, Hat von mir weggenommen Der Schulden Last und Qual; Der holde, süße Frieden In meiner Seele wohnt; Wohl ahn' ich schon hienieden, Wie Gott im Himmel lohnt.

IKanch Jahr ist hingeschwunden, Vergessen nicht der Tag Und was das Herz empfunden. Da Jesus zu mir sprach: Im Himmel ist belecket Ein ewig' Freudenmahl;

Wer mit mir kämpft und leidet, Vermehrt der Gäste Zahl.

Druck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckcrei (A. Dillmann).

Für die Rtboction verantwortlich: Ludwig Deibel in Fulda.

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3. April.

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Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringer­lohn und Bestellgeld mit der belletristischen Sonntagsbeilage .Sterns und Blumen" in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfenmg.

Was sollte je mich scheiden Von Christo, meinem Herrn? Wer siegen will, muß streiten, Wohlan! ich folge gern. — Auf meinem Lebensgange War Nacht fo manchen Tag; Doch macht mir das nicht bange, Wenn ich gut sterben mag.

Herr, wenn die Kräfte schwinden. Laß mich zum guten End' Tie letzte Stärkung finden Im heil'gen Sakrament;

Dann ziehe mich nach oben Zu meiner Brüder Zahl, Dort einzig dich zu loben Beim ew'gen Freudenmahl.

vierwöchentliche Hebungen im dritten Dienstjahre, Kapitulantenstellen mit hohem Antrittsgelde;

Vergrößerung der Landwehrbezirksstämme;

bessere Ausbildung der Reserve- und Landwehr- Osfizlere;

die Bezirkskommandeure aktive Offiziere;

der Landsturm in den militärischen Listen. —

Die zweijährige Dienstzeit in dem hier dar gelegten Rahmen erwirkt uns 1914 em Mehr von 37:>,000 Mann über die sranzösische Kriegsstärke. ,

Beim jetzigen Zustand verharrend, haben wir ivh ein Minus von 747,000 Mann den Franzosen gegen­über." ~ ,

Wir theilen das unfern Lesern zur Äenntnipnagme mit; es handelt sich dabei um eine Frage, m welcher nicht sowohl die Politiker, als vielmehr die Militär,fchen Fachleute zu entscheiden haben werden; die größeren Kosten müssen daran gewandt werden, wenn die Neue- rimg nothwendig ist.

* Das Programm der diesjährigen Reisen des Kaisers ist bereits in Angriff genommen. Der Kaiser hat sich von Berlin nach Stettin begeben, um dort die Werst des Vulkan und die im Ban befindlichen Schiffe zu besichtigen. Von Stettin ging die Reise nach der alten Hansestadt Lübeck, welche der Kaiser selbst als eine der deutfchesteii der deutschen Städte bezeichnete. Die Stadt machte dieser Bezeichnung Ehre durch den glänzenden Empfang, den sie dem Kaiser bereitete. Von Lübeck begab sich der Kaiser nach Kiel, um dem Stapellauf des Kreuzers D. beizuwohnen. Dann erfolgte die Rückkehr nach der Reichshauptstad^ Anfang Mai erfolgt die Reise nach dem Rhein, deren Einzelheiten im Wesentlichen bereits festgestellt sind. Später begiebt sich der Kaiser zum Besuch seiner erlauchten Groß­mutter an den englischen Hof, woran sich Ausslüge nach Schottland und an die irische Küste schließen. Endlich wird der Kaiser auch in diesem Jahre, und zwar von England aus, das Nordeap besuchen.

* Der 76. Geburtstag des Fürsten Bismarck ist nach den vorliegenden Berichten in ganz Deutschland still verlaufen. Die nationalliberalen Organe, welche früher diesen Tag dazu benützten, um den Altreichs­kanzler anzuwedeln, brachten Heuer nur sehr vereinzelt rührselige Jeremiaden über die verflossene Bismarcks- Herrlichkeit und Weheklagen über die angebliche Undank­barkeit des deutschen Volkes gegen den „großen" Mann. In den meisten Städten war man kühl bis in s Herz

Verfolgt.

Frei nach dem Englifchen des Marion Crawford von Cora von Schönburg.

(8. Fortsetzung.)

„Sie haben mir nie davon erzählt", wandte Mrs. Goddard beinahe vorwurfsvoll ein, „wie schwer Ihnen der Uebergang vom Seeleben zum Leben des einfachen Landedelmanues geworden ist." . r

„Es war immer mein Streben gewesen, em solcher zu werden."

„Aber Sie haben ja gar nichts von dem tradi­tionellen Seekapitän." .

„Das mag sein," erwiderte der Squire gedanken­voll. „Es gibt auch in diesem Stande sehr verschiedene

hinein gebüeben. Man weiß eben den Kanzler im Gegensätze zur kaiserlichen Regierung und hat die Uebeneuguna gewonnen, daß der „neue Kurs des ganzen Volkes Wohl verfolgt. Von einer eigentlichen Volksfeier konnte nirgends die Rede sein.

* Die Konferenz in Sachen des Handwerk» soll tn der zweiten Woche des April hier zusammentreten; Vertreter der Jnnungsoerbände und des deutschen Hand­werkerbundes werden mit den Vertretern der betreffen­den Reichs- und preußischen Staatsbehörden die Kon­ferenz bilden. Zunächst wird eine orientirenfce Dar­stellung der gesummten Sachlage beabsichtigt Es wird viel darauf ankommen, daß die Handwer.ervertreter klare Vorschläge machen, wie sie sich dre wetteren Nc- formen des Handwerks denken. Wre aus der Hand­werkerbewegung bekannt ist, wird man cus unerlaßucb den obligatorischen Befähigungsnachweis und dre Ein­räumung erweiterter Rechte in Bezug aus die Aus­bildung der Lehrlinge und m Bezug auf da- Schied-- $ A Die Pläne zu einer Batterieanlage ans der Insel Helgoland und zwar an derselben Stelle^ wo sich früher die englische Batterie befand, sind vom vmgemeur= E Ä Der Bau und die Ausstattung mit Geschützen' verurfachen keine erheblichen Kosten. Weitere Befestigungen werden nach der ,Kreuzztg. nicht beab­sichtigt. Später foll indeß noch ein Nothhasen für Torpedo- und Schifferbote angelegt werden.

* Die Ernennung des Frhrn. v. Soden zum Gouverneur in Ostafrika, des Dr. Karl Peters a» Kommisjar zur Verfügung des Gouverneurs und de. Lieutenants Zalewski zum Kommandeur oerschütz- truppe für Ostafrika, wird amtlich veröffentlicht.

* Dem Reichstage wird demnächst em neuer Gefetz- entwrrrf zugehen, der die Einführung ernes Rkichv- schuldblichs bezweckt. Gleiche Einrichtungen bestehen bekanntlich bereits in Preußen und Sachsen

» Fürst Georg zu solmS-Bra«nscls, Mitglied de» preußischen Herrenhauses, ist vergangene Nacht nach längerer Krankheit im Alter von 54 Zähren geMben.

* Das deutsche Auswärtige Amt hat, sobald e» Kenntniff von dem zwischen den Bereinigten Staaten von Nordamerika und Brasilien abgeschlossenen Handels­verträge erhalten hatte, den Gesandten Grasen ~.n hoff in Rio beauftragt, beider derzeitigen brasilianischen Regierung sofort die nachdrücklichsten Schritte zu thun, um8 dem deutschen Handel und Gewerbe dieselben Ver­günstigungen zu sichern, welche Brasilien den Verewigten Staaten eingeräumt hat.

* In Berlin ist nunmehr die gerichtliche Unter- suchnng über den Ursprung des Börsengernchis, bett. Spettes^ch/^ätte^^Vorlieb^ftirBücher/^rd^fer Hang wurde durch die ost jahrelang dauernden See­reisen sehr begünstigt. Mein Stand, meine Erziehung und der zehnjährige königliche Dienst hatten- «« .rutzer- dern eine andere Richtung gegeben a s man Ne n unter Seeleuten zu stnden gewohnt lstt Haoeu Cie je eine weite Reife gemacht, Mrs. Goddard •

Ich bin über den Kanal gekommen," sagte sie; „aber bitte fahren Sie doch fort, mir Etwas aus 3t,te0 nein? & fftÄes sehr langweilig," protestirte der Squire. „Warum wollen Sic: mich immer vei- - sühren, von ipir selbst zu sprechen.

Weil es mich interessirt.' ,

"Unmöglich! Lassen Sie uns einmal von ^hrem Leben sprechen." Und sie anblickend, fuhr er fort: „Ver­zeihen Sie/ Mrs. Goddard, ich mochte nicht gerne zu­dringlich erscheinen, aber ich möchte xstjnen so gerne von Nutzen fein."

Sie sah fragend zu ihm aus.

Ich will ganz offen sein. Es ichernt mir leit einiger Zeit, als ob Sie eine Sorge mit sich herum- ttüaen-da wollte ich Sie bitten, mir unumwunden zu Fagrn ’ob - unb in welcher Art ich Ihnen Helsen ^Wieder sah sie zu ihm aus. Sie wußte selbst nichtt warum, aber die natürliche £>eraWeit seines TZes rührtt sie. Da ihre Sorgen jedoch wahrend ^"letzten drei Jahre keine Veränderung erscchren

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