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„Aber, meine Herren, ist es fachsten, die Dame direkt zu fragen mehrere Passagiere ein.

Das geht wohl nicht an," versicherte der Befehls­haber des „Graham". „Sie hat die ausdrückliche Bitte ausgesprochen, heute und morgen ganz ungestört zu bleiben, um endlich die versäumte Ruhe nachholen zu können. Ihre Jungfer hütet die Kajütenthür gleich einem Cerberus; eS ist allerdings unangenehm."

W, geitnng' erscheint täglich, Sora- und

Feiertage ausgenommen.

e.utete kästen die einspaltige Zeile oder deren Raum H M, Wiederholungen entsprechender Rabatt.

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Aher, wenn doch ein so naher Verwandter, viel­leicht ihr Stiefsohn sogar — —" .

Das ist noch nicht erwiesen, meine Herrschaften," saqte Kapitän Wiederhart mit unerschütterlicher Ruhe. Wir werden uns gedulden müssen.

Bis übermorgen?" gab Jhno erregt zuruck. „Rem, das "ist mir unmöglich - da bleibt mir nichts Anderes übrig, als mich direkt an ihre Dienerschaft um Aus­kunft zu wenden." , . .

Da fällt mir bei, datz Ihnen der junge Neger hierin wohl am ersten entsprechen könnte. Die Zofe schien Sie nicht zu erkennen, aber seine übergroße Freude bei Ihrer Rettung hatte vielleicht einen tieferen Grund als bloße Menschenliebe." ,

„Sie mögen Recht haben," erwiderte ^hno gedan­kenvoll; „ich will zuerst mit ihm reden."

@1 war sehr bleich geworden und erhob sich nun, indem er mit vor Erregung zitternder Stimme zu den Anwesenden sagte: M___-

„VerzeihenSie, daß ich mich zuruckziehe. mutz allein sein, meine Nerven sind noch nicht stark genug, und es scheint, als ob der heutige Tag eine neue Er­schütterung für mich in Bereitschaft halte denn wenn die Dame wirklich Baronin Felicitas von Freidors ist, so — habe ich feinen Vater mehr."

Der ergreifende Ernst seiner Worte, das Stocke»

Zum Sturze Grispi's.

* Wie schon kurz mitgetheilt, ist Crispi, der ita­lienische Ministerpräsident, und mit ihm das ganze italienische Ministerium gestürzt. Die Ursache zum Sturze waren sieben neue Stenervorscylage, welche Crispi am Samstag der Kammer vorlegte. Bor den Kammerwahlen batte Herr Crispi ein vielversprechendes Programm vorgelegt und erklärt, etwa 20 Millionen im Laufe dieses Jahres ersparen und die Lage der Arbeiter ausbessern zu wollen. Auf dieses Versprechen hin erzielte Crispi bei den Wahlen eine Mehrheit von etwa 410 Stimmen, welche vor acht Tagen sich aus 80 reduzirt hatte; am Samstag zeigte es sich nun, daß die Regierungspartei sich auf Sette der Gegner geschlagen und an» der Mehrheit eine Minderheit von 63 geworden war. _ t m ,

Nun ist die Kammer auf das Programm,^ das Gleichgewicht der Finanzen durch Erspar- nisse, nicht durch neue Steuern herzustellen, qewählt worden, und die Abgeordneten haben schov mehrfach gezeigt, daß sie ernstlich gewillt sind diesem Programm nicht untreu zu werden. Man kann sich daher ihr Erstaunen denken, als in dem ihnen vorge- fegten Finanzplan der Regierung nicht weniger als sieben neue Steuervorschläge sich entpuppten. Es war so, daß auch die zahmsten Regiernngsanhanger wild roUr$en Ausbruch der Krisis hat Herr Crispi durch seine Heftigkeit beschleunigt. Daß die Dinge jur ihn chieser gingen, und daß die Gemäßigten anftngcn, ihm ihre Bedingungen vorzuschreiben, das hat ihn nervös gemacht und zu einer jener Reden veranlaßt, die mehr grob als klug, mehr advokatorisch als staatsmanmsch sind. Derlei hätte sich die letzte Kammer wohl gefallen lassen: die jetzige ist aus anderm Holze geschnitzt und sie hat dem Premier die richtige Antwort gegeben, indem sie ihn bei der Vertrauensfrage über die Zolle durchfallen ließ. Somit ist das Ministerium Crispi q c iv c f c n

Vielfach erinnert die Presse an den Sturz des Fürsten Bismarck, und in der That ist das Aussehen, das der Rücktritt Crispi's verursacht, demjenigen ähn­lich das der Abgang des ersten deutschen Reichskanzlers erzeugt hat. Die beiden „großen Freunde , die so manchen Zug gemeinsam hatten, sind nun auch von dem gleichen Geschick erreicht worden und Francesco Crispi kann sich nach einem Friednchsmh umsehen. Und nicht die auswärtige Politik ist es, über welche die Beiden fielen, sondern die Lage im Innern^ die nicht mehr haltbar geworden war und wie nach neuen Lösungen, so auch nach neuen Männern ver-

Sonnenried.

Roman v on Marga Brechten.

(Fortsetzung aus der Beilage.)

„Was ist dies für eine Dame, wenn ich bitten darf?" ließ sich die Stimme des jungen Mannes ver­nehmen. „Eine Frau von Freidors? Ich wußte nicht, daß es mehrere Träger dieses Namens gibt."

„Das muß wohl fein,“ nahm jetzt der Befehlshaber des „Graham“ das Wort. „Es ist dieselbe kranke Lady, von der ich diesen Morgen sprach: eine Baronin von Freidorf.“

„Doch nicht Felicitas von Freidorf?“ fragte Jhno sichtlich erregt. . ,

„Das weiß ich nicht, ihr Vorname ist nur unbe­kannt. Sie kam in Antwerpen mit einer Kammerjungfer und einem jungen Neger an Bord. Ihr Traueranzug und ihr ernstes, stilles Wesen lassen auf einen kürzlich erlittenen Verlust schließen.“

Sinnend blickte Jhno vor sich nieder. Dann sagte er hastig, abgebrochen: „Es ist undenkbar. Was sollte sie drüben in Amerika?“

Die erstaunten Mienen seiner Tischgenossen bemer­kend. fügte er erklärend bei: .

„Ich dachte an die junge Gattin meines Vaters, des Barons Herbert von Freidors. So wie ich Feli-

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Jazdzewski (Pole); Langerhans (deutsch - freisinnig) Vorsitzender ist v. Rauchhaupt. Die erste Sitzung findet voraussichtlich erst nächste Woche statt Die Köln. Rtq.‘ glaubt, die in die Kommission gewählten Deutsch-Konservativen seien Gegner der Vorlage, so daß, da Freikonservative und Nationalliberale m der Ablehnung der Vorlage einig sind, dieselbe als ge­fährdet erscheint. ,

* Die Thätigkeit des Prinzen Heinrich im Mini­sterium des Innern ist, wie der .Schlesischen Zeitung geschrieben wird, auf drei Wochen berechnet An wer bestimmten Vormittagen in der Woche erscheint der Prinz im Ministerium, wo für ihn das, Empfangs­zimmer neben dem Arbeitszimmer des Ministers des Innern bereit gestellt ist. Der Prinz wird sowohl von der Bearbeitung laufender Angelegenheiten aus Grund des Aktenmaterials, das die Unterlage der Vortrage der Räthe beim Minister bildet Kenntmß nehmen, als auch sich Vorträge über Geschichte und Praxis des Verwattungs- und Verfassungsrechts erstatten lassen. An diesen Vortrügen sind die vortragenden Rathe Haase, von Klitzing, von Horn und der Regierungs- rath Lindig betheiligt.

-^ Der Reichstags setzte die Berathung der Etat­forderungen für Ostafrika und des ostaftlkanischen Schutztruppengesetzes fort. Abg Oechelhanser (ntl ) gab eine Übersicht des ostasrikamschen Handels und be­fürwortete die staatsrechtliche Regelung der Verhält­nisse im Norden des Schutzgebiets. Abg. Graf Mir­bach (kons.) konstatirte den idealen Werth der Er- werbung Helgolands; eine Kompensation dessen, was England ziigestanden worden, lei sie nicht. Wahrschein­lich hätten schwerwiegende politische Interessen bei dem Vortrage mitgesprochen. Reichskanzler v. Caprivi legte dar, daß auch, abgesehen von Helgoland, das deutsch- englische Abkommen für uns vortheilhaft Jet, da es uns den Besitz der Küste sichere. D,e Organisation werde von der Küste aus nach dem ^nnern zu vor­gehen. Abg. Richter (dfr.) unterzog das Versahren Wißmnnns Emin Pascha gegenüber einer Kritik. Abg. v Wollmar kritisirte die Colomsirungsarbelt der deutschen Schutztruppe als unmenschlich und grausam Aba v Kardorff vertheidigte Wißmann und Peter» gegen die Angriffe Richters. — Weiterberathung morgen.

* In der heutigen Abzeordnetrnhaussitzung, welcher Prinz Heinrich beiwohnte, wurde der Antrag Conrad- Pleß (Str.) auf Annahme eine Wildschadenge- fetzes berathen. — Zu § l beantragten ^g. Berlwg (dfr.) und Genoffen, daß jeder Elgenthumer, Nutzungs­und Jagdberechtigte befugt fein foll, aus feinem Terram zu jeder Zeit Schwarz-, Roth- und Damwild zu er­legen, und sich zuzueignen. Im Falle der Ablehnung

Deutsches Deich.

Berlin, 5. Februar.

* Die Sperrgrlder-Kommision hat sich, wie schon kurz erwähnt, gestern gebildet. Mitgtteder sind: v. Erffa-Wernburg, v. Haminerstem, Graf Limburg- Stirum, v. Rauchhaupt, Simon v. Zastrow, Stocker (deusch-konservative), Bunzen, v. Kardorff, Riesch, v. Voß (freikonfervative); v. Cuny, v. Eynern, Hobrecht, Olzem (nationalliberale); _ Brandenburg Has e, v. Heeremann-Zuydwyk, Porsch, Windthorst (Centrum) ; citas kenne, würde sie den blinden Greis in keinem Falle allein lassen, auch nicht, um eine noch so wich­tige Reise anzutreten.“

Unsere Mitreisende ist Wittwe,“ bemerkte der ältere Kapitän; „und ich meine aus einer kurzen An­deutung verstanden zu haben, daß sie einem Wunsche ihres verstorbenen Gatten entsprechend, persönlich Er­kundigungen nach dessen verschollenem söhne einziehen

langte. In die Angelegenheit, über welche Herr Crispi zu Falle tarn, spielte freilich auch die auswärtige Politik hin?m. Herr Crispi stand vor einem wachsenden Defizit, das er nicht anders zu decken wußte al» durch neue Lasten. Für Italien war dieses Mittel nm so verhängnißvoller, als das Land nicht blos an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit steht, sondern auch die wirthschaftliche Sage der Art ist, daß sie die Er­höhung der Lasten geradezu ausschließt dagegen posi­tive Maßregeln zur Hebung des wirthschaftlichen Noch- standes und zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Landes erfordert. In beiden, Punkten war die Politik Crispi's eine verfehlte, falsche, unfruchtbare. Nicht zum geringsten Theile beruht das Defizit der tta ie- nischen Finanzverwaltung auf den Rüstungen zu Wasser und zu Land, die Crispi in den drei Jahren feiner fast unbeschränkten Regierungsgewalt mit dem größten Eifer betrieben hat. Wenn die Italiener die ihnen auferlegte Last nicht mehr ertragen können, wenn sie derselben unterliegen ober wenn sie gegen das Joch, das auf ihnen lastet, erbost sind welchen Nutzen kann eine solche Allianz im Augenblicke der Gefahr haben? Es liegt daher im Interesse Deutschlands und Oester­reichs selbst, daß den Italienern nicht zu viel zuge- muthet wird, sondern daß man nur Dasjenige von ihnen verlangt, was sie leisten können und dann auch willig leisten. Um gerecht zu sein , muß man aner­kennen, daß Herr Crispi sich der Alllanzpoltti seiner Vorgänger gefügt hat, daß er sie eifrig vertheidigte und seine ganze Kraft einsetzte, sie seinen Landsleuten mundgerecht zu machen.

Aus dieser Darlegung, gebt hervor, daß der Sturz Crispi's für die verbünoeten Mächte eine Art Erleich­terung ist, weil der Tripelallianz ein Haupthmderniß, in Italien populär zu werden, ans dem Wege gerauntt ist. An den politischen Verhältnissen Europas hat sich nichts geändert; nur auf dem Schiffe des Dreibundes ist ein Mann über Bord, der bald wieder ersetzt sein wird. Gerade so war es, als Fürst Bismarck und als Tisia ging. Mit Crispi ist die Allianzpolttik nicht ans Ruder gekommen und mit Crispi kann sie des­wegen nicht untergehen.

Fuldaer Zeitung

V _ Druck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei (A. Dillmann).

- gg, u, n*dten »«antwortlich: Ludwig Deibel in Fulda. ■. ■ K-R - — *

will.“ ,

„Mein Gott!“ sagte Jhno, »die Sache wird immer verwickelter. Sollte es dennoch sem? Mein schiff hat zwei Jahre lang in den nördlichen Meeren gekreuzt, und die letzten Nachrichten aus derHeimath trugen em sehr altes Datum. Aber sie lauteten gut, und ich gab einem vorüberfahrenden Postdampfer die Anzeige von meiner wahrscheinlichen Ankunft in diesem Sommer mit.

da nicht am allerein- :agen?" mischten sich

Sari-

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