icitaS in den ni
wanderte
umher, r<
angetreten hatte.
Endlich schied die Familie von Haus „Rast". Lydia küßte ihre Freundin und flüsterte etwas vor- wurssvoll:
„Du warst heute so verändert, Theuerste! Laß mich Dich daS nächste Mal wieder ganz so finden wie sonst."
„Ich weiß wirklich nicht, waS Du meinst", stotterte Felicitas verwirrt, winkle den Abführenden mit
Warten für bii,„. — , „ „ „
sei, da Jhno am frühen Morgen die projektrrte Reise
pjp» Hierzu der «eihuachtsauzeiger Nr. 3 (erstes und zweites Blatts.
umher, rastlos zwischen den Beeten und Bosquets hindurch, bis fie der Szenerie müde war. Hier und
Herbstwinde geschützt, fi ächsten Tagen im Garten
* Das Abgeordnetenhaus überwies die Novelle zur lex Huene nach längerer Debatte an die Kommission für das Volksschul-Gesetz zur Bor
Deutsches Keich.
Berlin, 10. Dezember.
dem Taschentuche einen letzten Gruß zu und eilte in ihre Gemächer. Run war sie allein, allein mit ihren Gedanken, denen hinzugeben sie sich so gesehnt hatte. Jetzt in dem stillen Zimmer stürmten sie auf sie ein, schwer beängstigend, wie böse, schreckhafte Geister. Sie sprang wieder auf und begab sich hinunter. Wären doch van der Lohe's länger geblieben! Der Saal, in welchem . sie sonst mit Herbert und seinem Sohne saß, erschien
Bertha so groß und leer. Merkwürdig! Auch die Hallen und
zurückkommen werde."
Herbert sprach so ruhig, so kühl — wie konnte er nur! Der laute Ton seiner Stimme that ihr wehe; er klang so hohl in dem leeren Zimmer. Sie lehnte sich zurück und schloß die Augen wie ein müdes Kind.
Ich weiß nicht, ob es einen unbehaglicheren Zustand giebt, als jene innere Unruhe, jene Zerrissenheit des Gemüthes, welche uns von Ort zu Ort treibt und unfähig macht, irgend eine vernünftige Thätigkeit zu unternehmen, oder nur einen klaren Gedanken zu fasten. In ein warmes Tuch gehüllt und das Haar durch einen Spitzenshawl vor dem Herbstwinde geschützt, so
Finanzverwaltung hineinblicken. Eine Uebersicht über
Jahresrechnungen wird dem Landtage in einem dicken , —----- - - - „
Baude mitgetheilt. Der Stempelerlaß für den Frhrn. für das Volksschul-Gesetz zur Borberathung. Rach der
v. Lucius fällt allerdings in eine Zeit, über welche Novelle soll der nach bet lex Huene den Kommunal-
bie Rechnungsübersicht dem Landtage nicht vorliegt. v * At * v'n" Dagegen sind längst erledigt die RechnungSübersichtm über die älteren Fälle, in denen dem Fürsten Bismarck Fideikommißstempel erlasten worden sind. In allen Bemerkungen der Oberrechnungskammer zu
Der folgende Tag brachte den Besuch von Bertha van der Lohe. Felicitas freute sich darüber, ja sie hätte am liebsten das Haus- sich plötzlich mit einer Menge von (Säften füllen sehen. Als aber a-P---------.-----—- « . _ - -. .
da war und am Nachmittag auch Lydia, von der Gänge waren werter, öder als früher. Lydta mutzte sorglichen Mutter begleitet, anlangte, da empfand sie sich verfehen haben, nicht sie, sondern daS Haus schien ein krankhaftes Verlangen, wieder allein zu sein. So verändert. Ein Herbsthauch war gleichsam darüber oft fie eS unbemerkt thun konnte, suchte ihr unruhiges hingezogen und hatte ihm seinen Frieden, die sorgloft Auge die Uhr und forschte, ob der Zeiger noch immer Ruhe geraubt. Draußen war es auch kalt und doch nicht die Abendstunde ankündige. Unbewußt, wie seit hatte Bertha von dem ungewöhnlich milden Wetter langer Zeit, hatte sie sich auch heute auf dieselbe ge- gesprochen — die Mädchen hatten oft recht sonderbare freut, bis es ihr auf einmal klar wurde, daß ihr Ansichten.
Warten für diesen und die folgenden Tage zwecklos Baron Herbert kam erst spater aus dem Parke - — ™ cn.it. i Er war so herzlich, so liebevoll! „Mein
liebes Weib, meine einzige Felicitas," sagte er zärtlich. „Heute Abend sind wir ganz allein, zum ersten Male seit vielen Wochen. Ich vermiste Jhno ein wenig, aber es ist auch so schön. Komm' setze Dich näher und unterhalte Dich mit mir."
Und sie that es, plaudette, scherzte und lachte mit einem sonderbaren nervösen Lachen. Sie wartete vergeblich darauf, daß ihr Gatte von seinen Sohne sprechen würde. Ganz zuletzt wagte sie selbst die
Verbänden zu überweisende Bettag von den ans land- wirth chaftlichen Zöllen eingehenden Summen für die Etats - Jahre 1890/91 und 1891/92 um je 10 Millionen gekürzt und diese 20 Millionen dem Unterrichtsminister zur Unterstützung von Gemeinden bei Volks-
schnlbauteu zur Verfügung gestellt werden. — scao) rem Verlauf der Debatte sind die Aussichten für diese igorlage nicht günstig. ES wurde der Nachweis ver- mißt, daß die verlangte Summe erforderlich sei, es wurde für unthunlich erllärt, den Kreisen etwas zu entziehen und es fand namentlich Widerspruch, daß die Verwendung dem willkürlichen Ermesten des Ministers überlasten werden solle. Für die Vorlage traten ein >ie Minister von Goßler und Dr. Miquel, die rar Bedürfniß einer Unterstützung der Gemeinden bei Schulbauten betonten. Es wurde angeführt, daß von den auf Grund de« Huene'schen Gesetzes den Kreisen überwiesenen Summen nur 4°/0 zu Schulzwecken verwandt worden seien. Der Anttag des Abg. Schultz- Lupitz (freiks.) auf Errichtung einer Versuchs-Station ür Pflanzenschutz bei der landwirtschaftlichen Hoch- chule wurde an die Agrar - Kommission zur Borberathung überwiesen. — Da nunmehr sämmtliche Re- sierungS-Borlagen die erste Lesung passirt habm und an Kommissionen verwiesen sind, hat sich der Präsident Vorbehalten, die nächste Sitzung nach Bedürfniß cmzn- beraumen.
* Der Reichstag nahm den Gesetzentwurf, bettestend . die Vereinigung Helgolands mit dem deutschen Reiche mit einem Anträge Klemm, wonach daS Gesetz mit dessen Verkündigung in Kraft treten soll, im Einzelnen in 3. Lesung an. Dagegen ftimmten mit die Sozialdemokraten, welche die Rechtsgültigkeit des deutschenglischen Abkommens anfochten, weil dasselbe nicht dem Reichstage zur Zustimmung unterbreitet worden. Die Gesammtabstlmmung findet in einer späteren Sitzung statt. Hierauf wurde in die l.Berathung desReichs- hauShaltsetats eingetreten. DaS von Staatssekretär im Reichsschatzamt, Frhr. v.Maltzan-Gültz gegebene Finanz-Expose stellte für daS laufende Etatsjahr 1890/91 einen Ueberschuß von 10 Millionen gegenüber dem Voranschläge in Aussicht, (1889/90 betrug dieser Ueberschuß 21/» Million) ferner an Ueberweisungen an die einzelnen Bundesstaaten 66 bis 68 Millionen mehr, als diese an Matriknlarbeiträgen an das Reich abzuführen haben (1889/90 betrug dieses Mehr 73 Mill.) Natürlich kann es sich für das laufende Etatsjahr 1890/91 nur nm Schätzung handeln. Der neue Etat für 1891/92 forderte tm Ordinarium 56 Millionen mehr, was im Wesentlichen eine Konsequenz früherer Beschlüste des Reichstags ist. Die Ausgabe der 3 prozentigen Reichsanleihe sei unter voller Berücksichtigung der Lage deS Weltmarktes erfolgt. Die Frage, ob künftig weiter 3 prozmtige Papiere ausgegeben werden faßen, sei offen gelosten. Die Altersund Jnvaliditätsversicherung werde voraussichtlich eine Vermehrung der Reichseinnahmen erfordern.
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Frage, ob er wohl glaube, daß Jhno ihnen bald irgend eine, den Kauf betteffende Nachricht senden werde.
„DaS glaube ich nicht", lautete die Antwort. „Unser guter Kapitän ist eine sehr gründliche Natur. Er wird jede Stunde auf seine Angelegenheit verwenden, Alles auf das Eingehendste prüfen und sich mit Sachverständigen besprechen. So tote ich ihn kenne, wird ihn fremdes Werk wenig beftiedigen und er am Ende doch vorziehen, von Grund aus selbst, nach eigenem Geschmacke zu bauen. Genaue Auskunft werden wir erst bei seiner Rückkehr erhalten; jedoch sagte er mir, daß er im Falle seiner baldigen Abreise den Mattosen Niels schon in Kiel lasten und allein
Souuenried.
Roman von Marga Brrchten.
(34. Fortsetzung.) xxvn.
den betreffenden Jahrgängen stndet sich keinerlei Andeutung darüber, daß Fürst BiSmarck von der gesetzlichen Stempelpflicht entbunden worden ift. Die Ober- rechnungskammer findet allerdings sonst gar manches. So hat sie bekanntlich einmal nach Jahren heraus- gefunden, daß Feldmarschall Graf Moltke während des französifchen Krieges in Frankreich ein Viertel Pfund Schnupftabak aus Staatsvorräthen bezogen hat, während er zur unentgeltlichen Empfangnahme solchen Schnupftabaks nicht berechtigt war. Die Frage wirft sich nunmehr angesichts der jetzt bekannt werdenden Stempelsteuererlaste auf, ob die Einrichtung der Oberrechnungskammer derartig ist, daß sie zwar Mücken seihen kann, aber Kameele verschlucken muß. Denn waS nutzt die Oberrechnungskammer, wenn es fast dem Zufall der Aufdeckung eines einzelnen Abgeordneten überlasten bleibt, ob Fälle deS ungesetzlichen Erlöstes von Stempelsteuerbettägen- seitens des Ministeriums überhaupt zur öffenllichen Kenntniß gelangen? Z w e i e r - lei ist möglich: entweder vermag die OberrechnungS- kammer auS den ihr übergebenen RechnungS-Nach- weisungen solchen Stempel-Erlaß überhaupt nicht zu erkennen, ober sie erachtet solchen Erlaß für eine gesetzlich zulässige Maßnahme. Was nicht in den Akten ist, das ist natürlich für die OberrechnungSkammer nicht in der Welt. ES wäre ja möglich, daß über Fideikommißbildungen gar keine Notiz zu den Akten bet Oberrechnungskammer gelangt, wenn der Stempel hierbei erlasten wird. In diesem Falle bedarf alsdann die Rechnungslegung gegenüber ver Oberrechnungskammer unter allen Umständen nach diefer Richtung | einer Vervollständigung. Die Oberrechnungskammer muß stets im Stande sein, zu prüfen, nicht blos ob ein Bettag in Gemäßheit deS Gesetzes vereinnahmt ist, sondern auch ob dasjenige vereinnahmt ist, was daS Gesetz zu vereinnahmen verpflichttt.
Die Angelegenheit dürfte ein Nachspiel haben, da der Kaiser einen Spezialbericht darüber eingefordert hat. —
♦ „Arme Millionäre"
find jetzt in Preußen entdeckt worden. Durch eine Nottz der Freisinnigen Zeitung' ist es an'S Licht gekommen, daß Fürst Bismarck, Minister v. LuciuS und einige Andere sich die St empelsteuer für die von ihnen errichteten Fideikommiß-Herrschaften haben schenken lasten. Ein fteikonservativeS Blatt wollte den Erlaß ! deS Stempels beim Frhrn. v. Lucius damit erklären, daß dies geschehen sei, weil die Stiftung der beiden Fideikommiste auf Grund einer Allerhöchsten Bestimmung Seiner Majestät de»- hochseligen Kaisers Friedrich erfolgt ist und mit der Erhehung beS Ministers v. Lucius in ben Freiherrnstanb in unmittelbarem Zusammenhänge gestanben hat, für welche letztere ihm Stempelfteiheit ausdrücklich zugefichert worden war. Mit dieser Erklärung ist nichts gewonnen. E» steht fest, daß man wohl bei den unteren Klaffen die einzelne Mark mit dem Exekutor eintreibt, daß aber hohe preußische Staatsbeamte sich die nach Taufenden zählenden StempelAebühren fchenken lasten. Wie viel eS auSmacht, ergibt die Thatfache, daß „bei Nichtbeibringung des tarifmäßigen Stempels, auch wenn Absicht und Fahrlässigkeit nicht vorliegt, daS Vierfache der Abgabe neben deren gesetzlichem Betrage als Strafe zu enttichten ist"; danach hätte Herr Lucius, besten Stempelgebühren sich auf circa 250,000 Mk. (von einer Stiftung im Werthe von 8 Mill.) belief, etwa 1,250,000 M. nachuizahlen. Wie viel Fürst BiSmarck, hat noch Niemand ausgerechnet. Bei diesem Anlaß hört man fangen: WaS nützt die OberrechnungSkammer? In Potsdam fitzt «ne Behörde, die jährlich 810,593 Mark kostet, bestehend auS einem Präsidenten, 3 Direktoren, 15 Rächen, 97 Revisoren, Kalkulatoren und einem zahlreichen Kanzleipersonal. Diese Behörde ist durch Gesetz von 1872 verpflichtet worden, alle Verstöße gegevFinanz- gesetze zur Kenntniß des Landtages zu bringen. Der Landtag sieht keine Rechnungen im Original, er kann nur durch die Augen der Oberrechnungskammer in die
Donnerstag, den 11. Dezember 1880.
i^Myrgang
-V 286.
Fuldaer Zertuag
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