klagten wiederholte und noch hinzufügte, dessen Ge- ständniß ihm gegenüber sei »erfolgt, nachdem er, der Gendarm, di Bemerkung fallen gelasfen, der Winter sei vor der Thür. — Mittwoch, den 5. November: Verhandlung gegen Schreiber Kaspar Maul von Steinwand, Bauer Wilh. Storch und Auszüger Karl Möglich von Dörmbach wegen Meineids (Ver- theidiger die Rechtsanwälte Leroi, Gegenbaur und Justizrath Osius).
* In der letzten Landes-Ausschuß-Sitzung wurden in 20 Bezirke folgende Beamte zu LaadeS-Reutmeister bestellt: Kassel, (Stadt und Land) Karl Barthelmes, seither Sekretär und Probator der Landeskreditkasse, Assistent Georg Schäfer II., seither Assistent bei der Schatzkasse. Efchwege: Rudolph Dom- b r o w s k y, seither GerichtSkassen-Assistent zu Kassel. Frankenberg: Wilhelm Gatterdam, seither Kämmerei- und Sparkassen-Rendant zu Bleicherode. Fritzlar: Aloysius Röhre, seither Königlicher Rentmeister zu Sontra. Fulda: Jakob Reiß, seither Sekretariats-Assistent bei der BrandversicherungS-Anftalt. Gelnhausen: Friedich Griesl, seither Gerichts-Assistent zu Gelnhausen. Hanau (Stadt und Land): Karl Heidelbach,' seither König!, komm. Rentmeister zu Wetter. Hersfeld: Martin Fas old, seither Kassen- Assistent bei der Landeskreditkasse. Hofgeismar: Adolph Jordan, seither Gerichts - Aktuar in Sobernheim. Homberg: Heinrich Reckert, seither Gerichts-Assistent in Hess. Lichtenau. Hünseld: Friedrich Darnieder seither Gerichtsfchreiber und Rendant in Wetter. Marburg: Karl Stroinsky, seither Gerichts-Sekretär zu Kassel, Melsungen: Karl Lotz, seither Versicherungs-Inspektor und General-Agent zu Kassel. Rinteln: Karl Krause, seither Hilfsarbeiter bei Königl. Regierung zu Kasfel. Rotenburg: Christian Röse, seither Oberlandesgerichts-Assisteut zu Kassel. Schlüchtern: Heinrich Krück, seither Hilfsarbeiter bei der Landeskreditkasse. Schmalkalden: Heinrich Mertens, seither Gerichts-Sekretär zu Neuhof. Witzenhausen: Jakob Schäfer I., seither Sekretar.-Assistent bei der Brandversicherungs - Anstalt. Wolfhagen: Friedrich Henkel, seither Sekretariats-Assistent bei der Landeskreditkasse. Ziegenhain: Heinrich Heller, Gerichts- Asiistent in Nieder-Aula. — Von den zwei Bezirken Gersfeld und Kirchhain steht die Ernennung noch aus.
* Gersfeld, 4. Nov. Das hiesige ,Krbl/ schreibt: Die in unserer vorigen Nnmmer gebrachte Mittheilung über die im laufenden Monat für den hiesigen Steuerkassenbezirk stattfindende Erhebung der Staats- steuern beruht auf einem Jrrthum; die Erhebung derselben findet vielmehr genau an den im Steuerzettel angegebenen Tagen statt. Die Zusammenlegung verschiedener Ortschaften findet erst im nächsten Rechnungsjahre statt.
* Mansbach, 1. Nov. Der hiesige Einwohner Johs. Berck wurde durch die Geburt des 7. Jungen hoch erfreut. Alle sieben sind am Leben und gesund und munter.
* Glaam, 2. Nov. Dieser Tage schoß Herr Bürgermeister Klee dahier eine Wildkatze von seltener Größe. Dieselbe wog ll*/8 Pfund.
* Bebra, 3. Nov. Am 29. Oktober hielten dahier die Hessen-Kassel'schen Darlehnskasfen-Vereine in Bebra ihren ordentlichen Verbandstag ab. Herr Verbands- Anwalt Noll eröffnete denselben und stellte vorerst die Gäste vor, Herrn Regierungs-Assessor Dr.v. Doetinchem als Vertreter Königl. Regierung, Herrn Landrath Freiherr v. Schleinitz und den General-Sekretär des land- wirthschaftlichen Central-Vereins. Bei Feststellung der Präsenz-Liste ergab sich, daß 32 Vereine vertreten waren. Hierauf erhielt Herr General-Anwalt Raiffeisen das Wort. Derselbe berichtete über den Bereins- tag in Köln. Er hob insbesondere einen Beschluß des Anwaltschaftsrathes hervor, wonach jetzt die Vereine für sämmtliche Kosten der Revision aufzukommen hätten. Es soll deshalb von jetzt an von jedem Vereine 20 Mark Beitrag jährlich und 2% des Bruttogewinnes an die General - Anwaltschaft gezahlt werden (bisher waren es 15 Mark). Redner ging hierauf auf die gemeinschaftlichen Bezüge über. An der sich hieran anschließenden Debatte betheiligten sich die Herren Pfarrer Most-Beße, Rittergutsbesitzer Rexeroth-Röhrda, Herr Vogt, Obergcis, Lehrer Seng-Mecklar und andere. Als zweiter Punkt der Tagesordnung stand Be- rathung neuer Verbands-Statuten auf derselben. Dieselben wurden von Herrn Verbands-Anwalt Noll verlesen und nach Verlesung einiger Paragraphen angenommen. Punkt 3 der Tagesordnung: Wahl des Verbands-Anwalts rc. Herr Noll bat, ihn mit einer Wiederwahl zu verschonen, da er wegen vieler Arbeit nicht im Stande sei, seinen Verpflichtungen nachzu- kommen. Auf mehrfeitigeS Bitten nahm er jedoch die einstimmige Wiederwahl an. Als Stellvertreter wurde Herr Rittergutsbesitzer Rexeroth zu Röhrda und Herr Pfarrer Both zu Wichte und als Kasstrer Lehrer Möhl- Asbach gewählt. Außerdem wählte man noch Aus- schüffe füe gemeinschaftliche Bezüge und zur Ausbreitung von Darlehnskaffen. Nachdem nun noch von Herrn Noll eine Petition an den Reichstag um Abänderung des Wuchergesetzes verlesen und das Bureau beauftragt war, dieselbe zu vollziehen, wurde noch zum Schluß über Ersahrungen und Beobachtungen aus dem
Vereinsleben gesprochen. Herr Pfarrer Both von Wichte sprach über Mündelgelder und Vereinspresse, worauf ihm Herr Landrath v. Schleinitz über ersteren, und Herr General-Anwalt Raiffeisen über letzteren Punkt erwiderten. Herr Vogt-Obergeis sprach noch über Anschluß an die landwirthschaftliche Central - Darlehns- kasse. Nach Verlesung des Protokolls durch den Protokollführer wurde der Verbandstag geschloffen.
* Melsungen, 3. Nov. Ein Bubenstreich sonder Gleichen ist hier in diesen Tagen verübt worden. Man hat nämlich bei verschiedenen Familien die Gänse vergiftet. Daß diese Schandthat auch noch solchen Leuten zugefügt ist, deren Verhältnisse eine größere Viehzucht nicht gestatten und welche sich durch das mühselige Aufziehen einiger Gänse einen kleinen Nebenverdienst für den Winter zu verschaffen suchen, macht die Thal noch mehr verwerflich. Hoffentlich gelingt es der eifrig fahndenden Polizei, den oder die Uebelthäter einer exemplarischen Strafe entgegen zu führen.
* Würzburg, 3. Nov. lieber den schon erwähnten Unglücksfall, der sich auf dem Friedhof ereignete, bringt das ,Franks. Volksbl/ folgenden Polizei- bericht: Am 31. Oktober, Abends gegen 5 Uhr, ereignete sich im städtischen Leichenhof ein schwerer Unfall, indem das Pferd der Kunstgärtner Pfaff und Wähler, welches eingespannt war und von dem Knecht am Zaume geführt wurde, plötzlich vor einer brennenden Gaslaterne scheute, sich bäumte und mit dem Wagen in völligem Galopp davonrannte. Der Knecht selbst vermochte das Pferd nicht zu halten, wurde zu Boden geworfen, eine Strecke weit geschleift und erlitt dabei leichte Hautschürfungen. Das Pferd rannte zum Leichenhof hinaus gegen das Anwesen von Pfaff und Wähler, woselbst zwei Laien-Schwestern des Instituts der englischen Fräulein von demselben überrannt und zu Boden geworfen wurden. Die eine derselben, Margaretha Heim (aus Großentaft bei Hünfeld), erlitt schwere Verletzungen und wurde sofort in s Juliusspital geschafft, wo sie vorgestern Abend nach qualvollem Leiden verschieden ist, während die andere mit leichten Hautschürfungen davonkam. Außerdem wurden im Leichenhofe selbst noch zwei weitere Frauenspersonen zu Boden geworfen, ohne jedoch schwere Verletzungen davon getragen zu haben.
Vermischtes.
* Geheimrath v. Nußbaum, der große Chirurg und Universitätslehrer, ist, wie bereits mitgetheilt am Freitag Morgen 4 Uhr nach langen Leiden gestorben. Hebei die letzten Stunden des Verlebten erfährt man Folgend es: Bereits am Donnerstag Bw mittag sah der Patient selbst em, daß seine Lebenszeit nur mehr nach Stunden bemessen sei. Er nahm Abschied von den Semiqen, seinen Freunden und seinem Dienstpersonal. Abends 7 Uhr ergriff ihn auf einmal heftiger Schüttelfrost. Nach halb 12 Uhr wurde P. Guardian der Kapuziner gerufen der bis um 12 Uhr am Sterbelager betete. Nach einem Anfall der um halb 3 Uhr überstanden war, äußerte der Patient : „Jetzt bin ich ein gemachter Mann, es geht wieder ganz gut! Em leichter Schlaf stellte fick ab und zu em, Punkt 4 Uhr holte er noch einmal tief Athem, wobei er die Worte sprach: „Gelob ser Jesus Christus", dann schloß er dre Augen und sanft war er entschlafen. Das Sterbebett umstanden die Nichte und der Schwaaer des Verlebten, dann sein intimster Freund, Ober* stabsarzt Dr. Bratsch, Dr. Rüfen und das Dienstpersonal, welche, als Dr. Bratsch mit thränenerfülltem Auge den Tod feststellte, in Thränen ausbrachen. Der Nachlaß dürfte kem großer sein, da Nußbaum den Armen mit vollen Händen gab und armen studirenden Medizinern nicht nur Kollegiengelder, Lehrmittel und Apparate ankaufte, sondern zur Zeit mehr als zwanzig derselben die volle Pension bezahlte und das nöthige Taschengeld gewährte. Joh. Nep. v. Nußbaum wurde geboren am 2. September 1829 zu München, habilitirte sich 1857 dort für Chirurgie und Augen- Heilkunde, errichtete ein großes Privatfpital mit orthopädischem Institut und erhielt 1860 die Professur der Chirurgie und Augen- Heilkunde. 1867 wurde er in den Adelstand erhoben. 1870 und 1871 ging er als Oberstabsar t im Stab des Generals von der Tann nach Frankreich und wurde gegen Ende des Krieges zum Generalarzt des ersten bayerischen Armeekorps ernannt. Sein Name ist verknüpft mit den meisten hervorragenden Leistungen der neueren Chirurgie, er hat dieselbe sowohl durch seine vollendete operative Geschicklichkeit, als durch zahlreiche Erfindungen, neue Methoden und eine lange Reihe wissenschaftlicher Arbeiten gefördert.______________________
Aus der Ferne an die liebe Heimath.
Z» Tf ein Heimathhaus, Ein Blumenstrauß Soll deinen Eingang schmücken!
Wer in dir weilt, •
Wer zu dir eilt,
Den soll der Herr beglücken.
Am Heimathherd
So lieb und werth
Ich sang die ersten Lieder.
Der Vater sorgt', Die Mutter horcht', O fände ich sie wieder!
Die Heimathlust
Ist Blumenduft,
Die Heimath will ich fchauen.
Der Fuldafluß
Ist Sllberguß, Durchfließt die schönsten Auen.
Gebirg der Rhön!
Du bist so schön,
Entzückend deine Wälder;
Drin haust der Hirsch, Die Quellen frisch Bewässern sanft die Felder.
In Dorf und Stadt
Das Volk noch hat
Den alten Winfrieds - Glauben;
Und keine Macht Hat's je vollbracht, Dies höchste Gut zu rauben.
Lieb' Frauen Berg, So lang die Lerch' Wird ihre Lieder fingen, Soll hoch empor In deinem Chor Das Lob des Herrn erklingen.
An Winfrieds Grab
Sei jede Gab'
Den Bittenden beschieden.
Der für uns litt, Erhör die Bitt', Daß dort ich sterb' in Frieden.
R.
K.
Nachtrag.
Kassel, 4. Nov. Der Oberpräsident eröffnete den vierten Provinziallandtag, der mit der Erledigung der Vorarbeiten zur Durchführung der Altersund Jnvaliden-Versicherung und mit der Berathung einer neuen Städteordnung für den Regierungsbezirk Wiesbaden betraut ist. Gewählt wurden: zum ersten Vorsitzenden Hilf-Limburg, zum zweiten Hupfeld- Kasfel. (Frkf. Ztg.)
Hanau, 5. Nov. In der bekannten Fuldaer Falschmünzersache, welche gestern vor dem Schwurgericht zur Verhandlung gelangte, wurden He res und Fleischmann zu je 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus und Pappert zu 2 Jahren Gesängniß verur- theilt. Näherer Bericht folgt.
Meteorologische Beobachtungen
b er hiesigen Wetterwarte.
Datum
stunde!
Satorn.
Milliw
Iberut.
EeUiu»
Temperatur» ejtretne.
toinb. rtdjtung u.Stärle.
Wetter.
Max.
Mm
4
2
727,4
8,2
SW4
bedeckt
9
724,7
7,7
8,2
4,0
S3
bedeckt
0
7
727,4
5,6
SW1
wolkig
Luftdruck im Steigen. Luftströmung noch vorwiegend südwestlich, ebenso der Zug der untern und obern Wolkenschicht (Nimbus und Cumului). Niederschlagsmenge der letzten 24 Stunden — 7,8 Mill. Die Temperatur liegt noch 3—4° über der normalen, die für November — 3,3° C ist.
Ein tiefes Minimum, welches fchon gestern im Westen der britischen Inseln angedeutet war, liegt |über Schottland. Eine Theil-Depression ist im südlichen Nordsee-Gebiete in Entwickelung begriffen und scheint sich nritcr südlich auszubreiten, so daß für unsere Gegenden im Westen Fottdauer der trüben Witterung mit Regenfällen wahrscheinlich ist. In Deutschland ist die Temperatur meist gefallen; dieselbe liegt indessen durchschnittlich noch über dem Mittelwerthe. [Seewarte.]
Letzte Beobachtung 101, Uhr Morgens.
Luftdruck — 728,0 mm. — Lufttemperatur — 8,6« «. — Luft- keuchtigkeit — 90 %. — Wolkenzug Stratus — SW. — Windrichtung — SW3. — Simmelsansicht — bewölkt.
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Hunderttausende, ja Millionen
Menschen werden zu Anfang der rauheren Jahreszeit von einem Schnupfen, Husten, Katarrh rc. befallen, ohne daß sie btefe Plagegeister weiter beachten und etwas dagegen thun; glaubt man doch, daß sie ebenfo rasch wie sie gekommen auch wieder vergehen müßten. Aber wie viele Wochen, ja oft Monate quält uns der Husten, mit seinen Folgezuständen wie: Heiserkeit, Auswurf, Kopfschmerzen, Appetit- und Schlaflosigkeit! Und doch sind diese vielen unangenehmen Tage so leicht zu vermeiden, wenn man sich in einer Apotheke eine Dose der weltberühmten Apo- theker W. Batz'fcheu »atarrhpilleu läuft und nach Vorschrift gebraucht Oft in weutgeu Stunden, spätestens aber in etutgeu Taieu ist man dadurch den Plagegeist los, denn m- dem diese Pillen, welche vornehmlich auch aus Chinin bestehen, die Vruudursache des Katarrtz's: die tzntründrm« der Gchleiwstäme der Luftwege alsbald heben, beseitigen sie das Hebet selbst und es ist begreiflich, daß alle anderen Katarrhmittel, wie Bonbons, Salzpastillen rc. rc., die ja alle wohl lindem mögen das Leiben aber niemals an der Wurzel fassen können. Man findet die Apotheker SS. Bütz'scheu LatarrdviSen. welche mit Chocolade überzogen und daher von Groß und Äletn angenehm zu nehmen sind, in den meisten Apotheken. Preis M. 1 per Dose. Hauptdepot: Adler-Apotheke, Frankfurt a. M.
Laut ärztlicher Verordnung nätfigem Husten wie bei veralteter Verschleimung Fay'S Sodener Mineral- Pastillen in heißer Milch aufgelöst und den Leldendrn m wiederholten Gaben dar gereicht werden. Die so erzielte Wirkung ist eine außerordentliche, der Husten wird gehoben unddleSchlerm- (öfirag. derart begünstigt und gefördert, daß der Kranke fchon nach kurzem Gebrauche die wohlthättgste Erleichterung wahr- nehmen kann. Dabei ist die Kur sehr entfach nnd ncht ko^ spielig. Alle Apotheken und Droguemen halten Fatz » Sodener Mturral Pastile« L 85 Psg. die Schachtel verkäuflich.
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