Donnerstag, den 25. September 1890
17. Jahrgang
Druck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei (A. Dillmann).
Für die Redactton verantwortlich: Ludwig Deibel ttt Fulda.
rusich^te, woraufhin Herr Dr. Kausen die Chefw
last auserlegt worden ist, den Truppen überall - ^-irubehalten, zusagte. Die Generalversamm-
ru Theil werden lassen. Rohnstock, den 20. September boftion^t •« ' "*£ Ruedorffer und Baron
:ern
Deutschlands" will eine Berliner Korrespondenz Näheres erfahren haben. Die Berliner Polizei bemühe sich, Klarheit in der Angelegenheit zu schaffen, da an höchster Stelle die vielfachen Bezugnahmen auf die Person des Kaisers und auf angebliche Unterstützung seitens des Welfensonds sehr übel vermerkt worden seien. Die Behörde glaubt deshalb, zumal der Austuf ohne Angabe des Druckers erschienen ist, daß strasbare Beweggründe vorliegen, welche zum Mindesten unter den Begriff des „groben Unfugs" fallen dürften. Es fanden in Folge dessen mehrfache polizeiliche Vernehmungen von Personen statt, aus deren Mitte die erste Nachricht über das Erscheinen der Broschüre an die Oeffentlichkeit gebracht wurde. Aber sowohl diese, als auch die Mitglieder eines kürzlich begründeten sozialpolitischen Vereins erklären, an der Abfassung des Aufrufs völlig unbetheiligt
1890. (gez.) Wilhelm, R.
* Der Rücktritt des Kriegs»i»istrrs Generals Verdy du Vernois erfolgt der ,Kreuzzeitung' zufolge bestimmt Ansang Oktober d. I.
* Ueber den bekannten Ausruf „An die Arbeiter
durch diese Beschlußfassung dem Volke ein Geschenk erhielt, welches zu kostbar war, als daß man es hätte gestatten können, daß die Spekulation und Gewinnsucht sich seiner bemächtige.
Tausende werden diese Bekanntmachung gelesen lmben, ohne zu ahnen, was ihnen damit geboten wurde. Viele, sehr Viele werden vielleicht gelächelt haben, daß die Regierung der Vereinigten Staaten einen 9500 Quadraikilometer großen Park, eine im wilden, unzugänglichen Felsengebirge liegende Landesfläche als Lust- und Erholungsplatz der Unterthanen reservirt. Die Zukunft aber wird beweisen, daß diese ganz ohne Beispiel dastehende Handlung einer der daukenswerthesten Vorgänge ist, den Millionen seiner Zeit noch segnen werden.
Dieser Park ist nämlich ein Stück Wunderland, wie es auf Erden wohl kaum zum zweiten Male gefunden werden dürfte. Die ersten märchenhaften Nachrichten von demselben erhielt General Warren im Jahre 1856. Er sühltc sich durch dieselben veranlaßt, eine Expedition dahin auszurüsten, welche aber nicht so glücklich war, ihr Ziel zu erreichen. Erst zehn Jahre später gelang es Anderen, den Schleier theilweise zu lüften und der Welt eine reiche, nie geahnte Fülle der großartigsten Naturwunder ahiwn zu lassen. Im Sommer des Jahres 1871 drang Professor Hayden erfolgreich vor, und seine Berichte, so sachlich und nüchtern sie
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zu sein. Es müsse vielmehr die einmal angeregte Idee von einer anderen, ihnen unbekannten Persönlichkeit aufgegriffen worden sein, welche durch die Versendung des Aufrufes dem Erscheinen der angekündigten Broschüre habe züvorkommen wollen. Die Polizei habe aber, so heißt es weiter, diesen Angaben keinen Glauben geschenkt und gestern einen jüngeren Schriftsteller, Dr. P., aufgefordert, innerhalb 24 Stunden den Namen des Druckers anzugeben, widrigenfalls wegen Zeugniß- verweigerung gegen ihn eingeschritten würde.
* Am 30. September werden, wie die .Frff.Ztg.' meldet, Bebel, Singer und Liebknecht große Versammlungen anläßlich des Erlöschens des Sozialistengesetzes abhalten. Von der geplanten Illumination wird abgestanden. Am 1. Oktober finden zahlreiche Volksversammlungen statt.
* Bei der heutigen Landtagsersatzwahl für Potsdam (Stadt) wurde der bisherige Abgeordnete Dr. Kelch, der Kommissar für Helgoland, dessen Mandat in Folge seiner Beförderung zum Regierungsrath erloschen war, wiedergewählt.
* München, 21. Sept. Die außerordentliche Generalversammlung der Manz'schen Verlagsgesellschaft Regensburg genehmigte, wie bereits mitgetheilt, den Ankauf der Fischer-Blätter in München (,Fremdenblatt', ,Bayer. Kurier' und ,Volksbote') für 400,000 Mark ohne Immobilien. Fischer gewährleistete notariell einen Reingewinn von 10 pCt. bis Neujahr 1892 und bedingte sich die weitere Leitung der Blätter im Sinne des Zentrums aus, was die Aktiengesellschuft
Deutsches Keich.
Berlin, 23. September.
* Der Oberpräsident der Provinz Schlesien, Wirklicher Geh. Rath v. Seydewitz, bringt folgende Allerhöchste Kadinetsordre zur öffentlichen Kenntniß: „Ich kann die Provinz Schlesien nicht verlassen, ohne Ihnen erneut auszusprechen, wie überaus warm und angenehm Mich, wie die Kaiserin und Königin, Meine Gemahlin, die vielfachen Zeichen freudiger Theilnahme und treuer Ergebenheit berührt haben, welche Uns bei Unserer Anwesenheit während der diesjährigen großen Herbstübungen aus allen Kreisen der Bevölkerung auf dem Lande, wie in den Städten zu erkenuen gegeben sind. Ganz besonders sind Wir nach den glänzenden Veranstaltungen Meiner Haupt- und Refidenzstadt Breslau durch den überaus herzlichen und großartigen Empfang der Stadt Liegnitz erfreut worden, aus welchem ich mit lebhafter Befriedigung ersehen habe, daß das Andenken an Meines hochseligen Herrn Großvaters Majestät, der so oft und gern unter den Einwohnern dieser Stadt gewe'. hat, hier in i .djter Verehrung fortlebt. — Indem ich Sie beauftrage, den Ausdruck Unserer lebhaften Freude und Unseres wärm-
lung wählte die Herien B1‘-'7/ Eentrumspartei Sazenhofen in den Aufsichtsrath. x)uP beauftragte die Abgeordneten Dr. Daller uno ffiuer mit der politischen Aufsicht der 3 Blätter. Dieselben enthalten heute folgende Erklärung: „Mit dem heutigen Tage sind die bisher in meinem Besitze befindlichen Zeitungen: Münchener Fremdenblatt',,Bayerischer Kurier' und .Bayerischer Volksbote( in das Eigen- thum der Verlagsanstalt I. G. Manz in Regensburg übergegangen. Ich wurde zu dem Verkaufe in erster Linie dadurch veranlaßt, daß es mir bei der bedeutenden Erweiterung meines Druckerei- und Verlagsgeschäftes und neben der Erfüllung meiner Pflichten als Gemeinde-Bevollmächtigter und Reichstags-Abgeordneter fernerhin geradezu unmöglich spar, die Last und Arbeit, welche der Verlag dreier Blätter mit sich bringt, weiter zu tragen. Gegenüber den Vorwürfen, die mir aus der vollberechtigten Verfügung über mein Eigenthum in der Oeffentlichkeit gemacht worden sind, gebe ich die Versicherung ab, ilaß ich die Blätter mit dem ausdrücklichen Vorbehalte verkauft habe, daß dieselben der
„Ave Maria."
Reiseerlebnisse aus dem „wilden Westen" RordamelikaS wen Carl May.
(Nachdruck nicht gestattet.)
1. Die Railtroublers.
Der Senat und das Haus der Repräsentanten der Vereinigten Staaten beschließen:
1. Der Landstrich, in den Territorien Montana und Wyoming Liegend, nahe dem Ursprünge des Mowstvne- River, ist hierdurch von jeder Besitznahme, Besiedelung und jedem Verkaufe unter den Gesetzen der Vereinigten Staaten ausgenommen und soll als ein öffentlicher Park oder Lustplatz zum Wohle und Vergnügen, des Volkes betrachtet werden. Jedermann, der sich diesen Bestimmungen zuwider dort niederläßt oder von irgend einem Theile Besitz ergreift, soll als Uebertreter des Gesetzes ang-sehen und ausgewiesen werden.
2. Der Park soll unter die ausschließliche Kontrole des Sekretärs des Innern gestellt werden, deffen Aufgabe es sein wird, so bald als thunlich solche Vorschriften und Anordnungen zu erlassen, als er zur Pflege und Erhaltung desselben für nothwendig erachtet."
Als mir die Bekanntmachung dieses Gesetzes in die Hände kam, freute ich mich herzlich über die Hochherzigkeit, mit welcher der Vereinigte-Staaten-Kongreß
Centrumspartei erhalten bleiben und die erwerbende Gesellschaft wird eine Garantie hiefür dadurch bieten, daß sie einerseits hervorragende Männer der Centrumspartei in den Aufsichtsrath beruft und anderseits die redaktionelle Leitung der Blätter in die Hände bewährter Publizisten der Partei legt. Das Interesse der Centrumspartei, der ich selbst nach wie vor angehöre, ist also von mir in vollem Maaße gewahrt worden, und was ich künftighin zur Förderung dieses Interesses weiter thun kann, dazu wird mich die Partei stets bereit finden. Denjenigen zahlreichen Freunden und Gönnern, welche mich bei meinen Zeitungsunternehmungen unterstützt und gefördert haben, erstatte ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank und bitte, meiner Buch- und Kunstdruckerei und meinem namhaft vergrößerten Verlagsgeschäft, welche mein Eigenthum bleiben und in gleicher Weise wie bisher von mir fortbetrieben werden, steundliches Wohlwollen und gütige Unterstützung auch in Zukunft angedeihen zu lassen. München, den 20. September 1890. Konrad Fischer, Buchdruckereibesitzer und Verleger." — Gleichzeitig erklärt Herr D r. Kausen, daß er in seiner Stellung verbleiben werde, „nachdem ihm betreffs der ferneren Selbstständigkeit der Redaktionsleitung hinreichend Gewähr geboten sei und aus ausdrücklichen Wunsch von mehreren hervorragenden Parteiführern."
* Hamburg, 21. Sept. Um 2 Uhr Nachmittags nahm der zweite pfälzische Katholikentag seinen Anfang. Mehr als 10,000 Männer aus allen Theilen der Pfalz (andere Meldangen wohntendemselben Ä*
stand des Centrm-" Hr Dr.S rben (Deidesheim) Vor- Versammluno-au-'ws - Vereins der Pfalz, begrüßte die mnne7i-- -nP,'besonders die erschienenen Arbeiter. Er
", ir'baran, welch' guten Klang der Name der "Datschen Katholiken allenthalben in Deutschland habe seit dem Neustadter Tage. Der heutigen Versammlung lägen zwar keine so wichtigen Anlässe zu Grunde wie jener, dennoch sei sie durch vielfache Veränderungen der öffentlichen Verhältnisse nothwendig geworden. Er wies auf das nunmehr bessere Verhalten der bayerischen Regierung zur Kirche hin, - sowie auf die Anerkennung, welche das soziale Programm der Centrums - Partei durch den Kaiser gefunden Hube. Aber immer bleibe noch viel zu wünschen und zu thun übrig, besonders in der Ordens-Frage, und deshalb gelte es, nach wie vor nicht nachzulassen in dem Bekenntnisse unserer Grundsätze im öffentlichen Leben für Wahrheit, Freiheit und Recht. Herr Stadtpfarrer Ohm er (Frankenthal) erörterte die Frage: Was thut uns noth in gegenwärtiger Zeit? Vor allem katholische Männer, dann insbesondere katholische Männer-Vereine. In diesen könne man die wichtigen Fragen der Gegenwart vorn katholischen Standpunkte aus besser behandeln wie auch gehalten waren, begeisterten den Kongreß zu dem Entschlüsse, jenes außerordentliche Land nicht dem gemeinen Schacher in die Hände zu liefern.
Jenseits der weiten westlichen Prairieen, fern noch hinter dem Höhenzuge der Blackhills, ragen die gigantischen Mauern des Felsengebirges zum Himmel empor. Man möchte sagen, hier habe nicht die Hand, sondern die Faust des Schöpfers gewaltet. Wo sind die Cyclopen, die solche Basteien zu thüimen vermögen? Wo sind die Titanen, die solche Lasten bis über die Wolken treiben könnten? Wo ist der Meister, der jene Firnen mit ewigem Schnee und Eise krönte? Hier hat der Schöpfer „ein Gedächtniß seiner Wunder" errichtet, welches nicht imposanter und ergreifender sein könnte.
Und hinter jenm gigantischen Mauern, da wallet und siedet, da dampft und brodelt es noch heut aus den kochenden Tiefen des Erdinnern hervor; da treibt die dünne Erdenkruste Blasen, da zischen glühende Schwefeldämpfe empor, und mit einem Getöse, welches dem Kanonendonner gleicht, sprühen riesige Geyser ihre siedenden Wassermassen in die zitternden Lüfte. Plutonische und vulkanische Gewalten kämpfen gegen die Gestaltungen des Lichtes. Die Unterwelt öffnet von Minute zu Minute den Rachen, um die Feuer der Tiefe emporzuspeien und die Gebilde des Tages in den tosenden Schlund hinabzusaugen.
Hier ist oft jeder einzelne Schritt mit Todes-
sten Dankes zur Kenntniß der Einwohner der Provinz zu bringen, will Ich gleichzeitig Meine dankende Anerkennung für die vortreffliche und herzliche Aufnahme aussprechen, welche die Kreise und Ortschaften der Provinz, denen in diesem Jahre durch die größeren Trup- tj.-----‘idV’XT “ist trerunqs-