Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

I

3

)

I

5 & [ rt

9 n

f

rt

t.

■T

0 0 0

0 5 0

5 0

0 0 0 0

0 0

5

0 0

5 0

0

0 0 0

0

4 5 0

g

el i- i?'

Freitag, den 29. August 1890

Für die Redaktion verantwortlich: Ludwig Deibel in Fulda.

IxiiA u. Verlag der Fuldaer Äckiendruckern A. Tiöinann*.

„Yes, Master. Geht nur hinein. Die Gent's und Ladies sitzen soeben beim Essen!"

Wir pflöckten die Pferde an und traten ein. Im Speisesaale saßen Fred Hammer, Guy Willmers und Betty; ich erkannte sie sofort wieder. Zwei junge Ladies, welche dabei waren, mußten die Töchter sein, zwischen denen ein Gentleman saß, den ich nicht kannte. Willmers erhob sich.

„Nur näher, Mesch'schurs! Was bringt Ihr uns?"

„Einen ganzen Kürbis (Trapper-Ausdruck für „viel") voll Grüße von einem gewissen Tim Kroner, wenn Ihr den Mann vielleicht kennt!"

„Von unserm Tim? Das ist ja--heigh-ho,

Tu bist's ja selber, alter Bär! Beinahe hätte ich Dich nicht wieder erkannt. Die Prairie hat Dir ja einen Bart gemacht, daß nur die Nasenspitze zu erkennen ist. Welcome tausendmal! Hier, gib auch den Anderen Deine Hand!"

Na, das wurde ein Empfang, mit dem ich herzlich zufrieden sein , konnte. Ich wurde beinahe erdrückt und fand kaum Zeit, an meinen Gefährten zu denken.

„Und hier habe ich Euch Einen mitgebracht, den Ihr auch noch kennen müßt! Oder habt Ihr Abraham Lincoln vergeffen, der uns damals hinter den Buschheaders herführte?"

„Abraham Lincoln? Wahrhaftig, er ist's! Will-

versammcln werden, Deinen Legen als Unterpfand des gvtt- lichen Beistandes ertheilen zu wollen.

Deiner Heiligkeit gehorsamste und treuergebene Löhne, gez.: Eduard Müller, Johannes Weißbrodt, Johannes Loenartz.

Tie Antwort des Hs. Vaters lautet in deut­scher Ueberfetzung:

Die ,Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Tenn- und Feiertage ausgenommen.

Inserate kosten die einspaltige Zeile oder deren Raum \

15 Psg., bei Wiederholungen entfprechenber Rabatt.

d Aus Nordamerika.

Von Karl May.

(13. Fortsetzung.)

Es war allerdings vor uns nichts zu sehen als die weite, ebene Prairie, doch nach einiger Zeit bemerkten wir einen Dunststreifen, welcher sich von Ost nach West über die Savanne zog; wir tarnen ihm schnell näher, und als wir ihn erreichten, hielten wir auch an einer jener Schluchten, welche das sonst vollständig ebene Terrain rinnenförmig ducchschneiden, meist irgend einem Flusse als Bett dienen und von dem Westmanne „Blusis" genannt werden. Das vor uns liegende, scharf und steil in die Tiefe fallende Thal bildete eine ziemlich schmale Pfanne, welche ein tiefer, schwarzwel- liger Fluß durchströmte. Er trat oben zwischen engen Felsen herein und suchte sich unten zwischen ebenso nahe zusammenttetenden Steinmassen rauschend und schäu- mmd einen gefährlichen Ausweg. Die ganze Sohle der Senkung war mit Anlagen, wie sie die Petroleum- Gewmuung mit sich bringt, bedeckt. Oben, einige hundert Pferdelängen vom Flusse entfernt, stand neben umfangreichen Fabrik-Räumlichkeiten ein außerordent­lich stattliches Wohngebäude; weiter unten sah ich hart am Wasser einen Erdbohrer in voller Thätigkcit, und am Abhänge seitwärts davon zog sich eine Reihe kleiner

Papst Seo XIII.

(beliebter Lohn! Gruß und apostolischen Legen.

Mit großer Freude haben Wir aus dem Schreiben, welches Tu mit Unfern geliebten Löhnen Johannes Weißbrodt und Johannes Loenartz unter dem 21. Juli an Uns gerichtet haft, ersehen, daß die alljährlich in Deutschland ftattstndende Katho- liken-Versammlung, deren Abhaltung in München in diesem Jahre nicht möglich, in Koblenz lagen wird. Wie Du nämlich treffend bemerkst, ist diese Stadl für die Versammlung besonders geeignet, da sie durch ihre Geschichte und Denkmäler manche be­deutsame Ereignisse ins Gedächlniß zurückrusk, deren Erinnerung die Frömmigkeit fördert, die Geister zur Verlheidigung des Glaubens entflammt und zu den edelsten Thaten anfeuert. Dies stärkt und erhöht Unsere Hoffnung, daß Du und Deine Gesinn­ungs-Genossen mit allem Eifer eintreten werdet für die Wahr­ung der Rechte der Kirche, für die Förderung und das Gedeihen der durch die Zeilverhältnisse erforderten und durch die Religion empfohlenen Institute, für eine wirksame Heilung der Uebel, welche die Verachtung der-Lehren des Evangeliums der mensch­lichen Gesellschaft bereitet hat. Da es also, wie Wir aus Euerem Schreiben entnehmen, Euere Absicht ist, Maßnahmen zu be­schließen, welche diesen Zwecken in hohem Grade förderlich sind, so können Wir nur erwarten, daß Eure Beschlüsse und die daraus hervorgehenden Thaten Unseren sehnlichsten Wünschen durchaus entsprechen werden.

37. General-Aersammlung der Katholiken Deutschlands.

in.

Das Koblenzer Lokalcomite hat an den h. Barer folgende Adreffe gerichtet:

Heili gfter Vater!

Eine große Anzahl katholischer Männer pflegt alljährlich aus allen deutschen Landen zur Besprechung katholischer Inte­ressen zusammenzukomnwii, und das soll, so Gott will, in diesem Jahre in Koblenz geschehen.

Unsere herrlich gelegene Stadt, merkwürdig durch ihr Alter und ihre Geschichte, glaubt dieser Ehre nicht unwürdig zu sein. Um nur einiges zu erwähnen: Hier hat in der Kirche zum hell. Caftor Ludwig der Fromme vor der Reliquie dieses Heiligen gekniet, und seine Erben und Nachfolger haben, um den inneren Kriegen ein Ende zu machen, hier vom Allerhöchsten den Frieden erfleht; hier haben deutsche und gallische Bischöfe im 9. Jahr­hundert ein Concil abgehalten, um die Uebel zu hellen, an denen lene Zeitalter krankte. Hier auch hat Bernardus, der h. Abt vonsEtairvaux, die Gläubigen begeistert, um das h. Grab unseres Her rn und Erlösers Jesu Christi von der Herrschaft und der Schändung der Muhammedaner zu befreien.

Hi» sind viele Bischöfe und Erzbischöfe erwählt worden, und die Leichname einiger von ihnen erwarten im Schalten des Heiligthums unter dem Schutze des h. Caftor und des h. Goar, der ersten Glaubensboten in diesen Gegenden, die Tage der Auf­erstehung.

Gleichwohl ist es uns wegen des brüderlichen Wettstreits anderer «tobte bisher noch nicht vergönnt gewesen, die Brüder von allerwürts zusammenzurufen und hier gastlich aufzunehmen: erst biete* Jahr ist es uns gestattet, und es ist eine glückliche Fügung, daß unsere Einladung an den Kongreß, welcher ohne alle Veranlassung vom Weichbilde der Stadt München fertige- halten worden ist, sich zur Abtragung einer alten Dankesschuld an jene stabt gestaltet. Joseph Görres nämlich, ein Ber- thewiger der katholischen Wahrheit und Vorkämpfer der Freiheit der Kirche, wie es bereit wenige gegeben hat, stammt aus unserer stabt und mußte im Jahre 1821, wie damals die politischen «erhältniffe lagen, als Verbannter von hier flüchten. Nachmals kam er nach München, wo er ehrenvoll ausgenommen wurde 1:’1® noch lange Jahre vis an fein seliges Ende lebte.

Doch nicht bloß aus Bayern, nein, aus allen Gegenden Deutschlands werden die Brüder, das dürfen wir zuversichtlich hosten, hier friedlich mit uns tagen und die Aufgabe dieses Kon­gresses auch diesmal zu lösen versuchen. Diese Aufgaben sind: den katholischen Glauben und den kindlichen Gehorsam und die Ehrfurcht gegen den apostolischen Stuhl frei und offen zu be­kennen, Werke der Nächstenliebe anzuregen und zu fördern die Wunden zu heilen, welche der bürgerlichen Gesellschaft durch den zunehmenden Pauperismus und besonders durch die verderb­lichen materialistischen und sozialistischen Systeme geschlagen wer­den ; die Rechte der Kirche, damit -sie ihres apostolischen Amtes unbehindert walten tonn, wiederzuerlangen und zu vertheidigen Kurz: um uns der Wotte Deiner Heiligkeit zu bedienen, „die Zeitlage selbst fordert demnach die richtigen Heilmittel anzu­wenden, nämlich christliches Denken und christliches Handeln im Privatleben und in allen Verhältnissen des Staatswesens wieder zur Geltung zu bringen; das allein kann uns helfen in den Uebeln, welche uns bedrängen, und das allein kann uns be­schützen vor den Gefahren, welche uns bevorstehen." Daher hegen wir alle Hoffnung, Du, h. Vater, wirft gegen diesen unfern Kongreß das nämliche Wohlwollen hegen, wie gegen die früheren, und bitten Dich fußfällig, den Katholiken, welche vom 24. bis 28. August sich zu dem erwähnten Zwecke zu Koblenz am Rhein

Jahrhunderts den Augenblick vorhergesagt hatten, in welchem man den Stein auf das Grab der Kirche setzen und darauf schreiben würde, sie Hal gewirkl, sie ist alt geworden, sie kann nicht mehr segensreich eingreifen in die Geschicke der Völker. Schon lange sind auch die Propheten verschwunden, welche einst wähnten, daß die Kirche Gottes nicht mehr in sich die Kraft fühle, einem neu aufstrebenden Geschlecht die Bahnen zu zeigen. Die Kirche hat bewiesen, was sie durch die jugendliche Arbeits­kraft immerdar wirken kann, und Sie, meine Herren, haben den besten Beweis dafür geliefert. Gerade die Katholikentage haben gezeigt, daß jener Geist, der durch die mächtige Eiche der katho­lischen Kirche weht, nicht geschwächt worden ist, daß die heiligen Anstrengungen der Katholiken nicht zu vergleichen seien mit den letzten Zuckungen eines Sterbenden (stürmischer Beifall. Ja Ihre Versammlungen haben herrliche Saaten ausgeftrem und mag auch manches Saattörnlein keine Frucht bringen, sie haben herrlich geerntet. Meine Herren! Darum will ich Sie ja segnen In einer schrecklichen Zeit sprach der Apostel Paulus das Wott: non ernbeHCo f-VMng»lium, ich schäme mich nicht des Evangeliums, ich schäme mich nicht des Wortes des Mensch gewordenen Sohnes Gottes Dieser Ruf tönt mir immer entgegen aus jeder Katho­likenversammlung : non erubesco evanuelium, wir schämen »ns unseres Glaubens nicht, der heiligen Lehren die wir von unseren Vatern erhalten haben. '

„ 9C»-

Leo XIII. P. V.

An Herrn Eduard Müller, Rechsanwalk in Koblenz.

Wir wollen wandeln und wirken in dem Geiste, in dem einst ! der heilige Goar nicht weit von hier gepredigt, in dem der heilige Lubentius den Rhein und die Lahn hinaus gewandelt und in dem der heilige Caftor an den Ufern der Mosel die christliche Lehre den Völkern verkündet hat. Das ist unser theuerster Schatz unser Stolz, unsere Leuchte auf unserem Wege/ (Bravo!) Und weil wir die Lehren unserer Väter erhalten wollen, darum auch fürchten wir uns nicht. Der liebe Gott hat es so gefügt, es liegt darin eine besondere Providenz, daß gerade in den letzten Dezennien dieses Jahrhunderts jede Frage sich zu einer Glaubens­frage zuspitzt (Bravo!), daß Alle begriffen haben, daß die Basis im Glauben liegen muß Wenn die Völker sich empören, wenn die Throne wanken, wenn überall die Arbefter sich erheben' | weil sie dem Evangelium untreu geworden sind und weil sie das Wort Gottes nicht mehr haben (Zustimmung), dann treten sie auf und rufen jedes Jahr in die deutschen Gauen hinaus: Wir sind Katholiken und wollen nach außen und nach innen für unsere Kirche wahre Freiheit: wir verlangen, daß ihr ihrRecht wird, daß dieFesseln, j die sie noch trägt, gebrochen werden, daß sie ihre segensreiche Thätigkeit frei entfalten kann!

, (stürmischer Beifall.) Wie, uns wirst man Empörung vor? : Lesen Sie doch die Geschichte! Die Kirche ist die Mutter, die I uns Jesus Christus gegeben Hal, die Braut Gottes. Fürchtet i man die Mutter, wenn sie zum kranken Kinde tritt und ihm

Worte der Hoffnung zuruft, wenn sie mit gelinder Hand, mit ' Liebe die Wunden pflegt und Balsam hinabträufelt? Laßt die i Mutter zum kranken Kinde treten, laßt sie das Kind pflegen I und hegen! Laßt die Mutter walten mll Liebe und Kraft, laßt sie i s'ch opfern für ihren h. Beruf, laßt die Mutter walten, vielleicht । wird sie selbst die Verirrten zurückrufen! (Jubelnder, stürmischer

Beifall im Saale und auf den Gallerien.) Einst war die Mutter eine hehre Königin; da ging plötzlich ein Geist der Empörung durch» Europa, sie wurde verhöhnt und ver­spottet, und aus der Königin, die Schätze vertheilt, Reiche ge­gründet hatte, wurde eine Sklavin gemacht. Da erinnerten sich, endlich die Kinder ihrer Berufung, ihrer Siebe, sie standen au f um der Mutter wieder die Freiheit des Wirkens ! zu erkämpfen. Wäre es denn ein Traum, daß einst diese ! Mutter Alle versöhnen wird, daß einst wieder durch die deutschen !, Gauen nur ein Credo ertönt, daß durch die deutschen Seelen I nur eine Siebe zittert? Und ist es ein Traum, bann laßt ihn : uns wenigstens träumen! Laßt uns arbeiten und wir-

Vierteljährücher Abannementspreis ohne Bringer- ! lohn und Bestellgeld mit der

i belletristischen Wochenbeilage .Sterne uni Blumen' in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig.

Weil jedoch Menschenkräfte nichts wahrhaft Frucht- und Heilbringendes zu schaffen vermögen, wenn nicht Gott beistöht, hilft und Gedeihen verleiht, bitten Wir Ihn inständig, Er möge Euch mit seiner Hilfe und seinem Rache gnädig zur Seite stehen, und erthellen Dir und den übrigen Theilnehmern der Versamm­lung aus ganzem Herzen den Apostolischen Segen im Herrn.

Gegeben zu Rom bei St. Peter, den 28. Juli 1890, dem 13. Jahre Unseres Pontifikats.

Die bereits kurz erwähnte Rede, welche der Hochw. Herr Bischof Dr. Äorum von Trier in der ersten öffentlichen Versammlung hielt, lautet wörtlich:

Mil Freude entspreche ich dem christlichen Wunsche, den eben der hochverehrte Herr Präsident an mich gerichtet hat. An heiliger Stätte habe ich heute den Segen Gottes für unsere Arbeiten erfleht, die Gnade des Geistes, damit wir den Weg der Wahr­heit wandeln, die Kraft der Gnade Gottes, damit wir die Be- schlüffe, die wir fassen werden, auch männlich ausfuhren, und darum freut sich die Kirche, und aus mütterlichem Herzen er« theilt sie allen den katholischen Männern, die sich hier im schönen Koblenz versammelt haben, ihren Segen. Ja, das Herz eines Bischofs wallt von Jubel, von Freude über, wenn er eine solche Versammlung um sich geschaart sieht. Wce ist man glücklich zu sehen, daß so viele katholische Männer lech hier zu gemeinsamer Arbeit versammeln! Es sind die Katholikenversammlungen eine herrliche Sunbgebun g des christlichen Sebens, auf allen Gebieten haben sie Segen gespendet und verbreitet. Schon lange sind die Stimmen verstummt, die in den letzten Dezennien des verflossenen

Häuschen hin, welche jedenfalls als Arbeiterwohnungen dienten. Wo das Auge nur hinblickte, waren Dauben, Böden, Reifen und fertige Fässer, theils leer, meist aber mit dem vielbegehrten Brennstoffe gefüllt, zu fehen.

„Good lack, hier ist's! Nur möchte ich wissen, auf welche Weise dieser Guy Willmers das Oel unter die Leute bringt. Das Coteau bietet doch weder Weg noch Steg für die schweren Fuhrwerke, welche dazu nöthrg sind!"

„Siehst Tn nicht die großen Kähne unten im Wasser? Aus ihnen bringt er die Fässer in den Missouri, von wo aus dann der Weg offen steht."

„Aber das enge, rauschende Loch; es muß eine verteufelt waghalsige Schifffahrt sein! Komm! Hier oben scheint ein Steg hinabzuführen, der nach der Brücke und zum Wohnhause geht."

Wir stiegen ab und führten unsere Pferde den außerordentlich steilen Hang hinab. Unten angekom­men, schnallte Lincoln die Handschellen vom Gürtel los.

„Ich will die Armspangen nun unter die Decke nehmen Es ist nicht nothwendig, daß sie verrathen, weßhalb ich komme!"

Als wir das Haus erreichten, trat ein Arbeiter aus der Thür.

„Good day, Mann! Ist hier der Ort, wo ein Master Willmers wohnt?"

___ _______________________________ 17. Jahrgang

Fuldaer Zeit««