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M 187.

Druck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei (31. Dillmann).

„Halt," warnte Lincoln, „es fehlt Einerund —

Fehler, ^ch rechne daß sie höchstens eine Viertelstunde Da krachte aber schon mein Schuß DieKuael war vor uns sind und vielleicht haben sie sich schon ge- dem Manne mitten in die Stirngedmngen Im No aAert‘ a^°at-2^r durch die Pferde verrathen standen die Anderen auf den Füßen und hatten die und uns den schonen Spaß verderben?" Waffen ergriffen " B uno harten Die

„Richtig, wir müssen dieThiere zurücklassen! Aber ----‘ ~

wo?" 8 . ) Anhobbeln ist ew Trapper-Ausdruck für pflöcken, d. h.

wo?"

mittels Pflöcken am Boden befestigen.

Wegen des Festes Mariä Himmel­fahrt wird die nächste Nummer ds. Bl. erst am Samstag ausgegeden.

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, * Rom, 12. Aug. Die Gemeinderathswahlen fanden dahier unter geradezu beispiellos schwacher Wahl- betheiligung statt; indem nur der siebente Theil der Wähler zur Urne ging. Es ist dies ein evidenter Be­weis, daß die große Mehrzahl der Römer mit den heutigen Zuständen in der ewigen Stadt nicht ein­verstanden ist. Bezeichnend ist ferner, daß die meisten Stimmen auf die radikalen Kandidaten Antonelli und Barzilai fielen, die sich als ausgesprochene Gegner der

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„Da drüben ist ein Wildkirschen-Gebüsch; dort sind sie sicher, wenn Ihr sie fest anhobbelt." *)

So geschah es, und dann gingen wir zu Fuß

— Lincoln schritt voran; wir mußten

ihn ganz unwillkürlich als unseren Führer anerkennen Seine Vermuthung hatte ihn nicht getäuscht, denn wir waren noch nicht weit vorgedrungen, so witterten wir einen brenzlichen Geruch und sahen dann auch einen Hellen Rauch, der sich droben zwischen den Kronen der Bäume einen Ausweg suchte.

Jetzt galt es, auch das kleinste Geräusch zu ver­meiden. Hinter jedem Baume Deckung suchend und die Zwischenräume blitzschnell überspringend, schlichen wir uns immer näher und bemerkten nun das Feuer und 11 Männer, welche sich um dasselbe gelagert hatten. Zwischen ihnen saß Mary, todtenbleich, an den Händen gefesselt und mit tief zur Erde gesenktem Kopfe.

Diesen Anblick konnte ich nicht ertragen. Ohne nach der Ansicht der Anderen zu fragen, erhob ich das Gewehr.

Deutsches Keich.

Berlin, 13. August.

* Zu der neulichen Meldung, daß der heil. Vater an einer die biblischen Forschungen betreffenden Encyclica arbeite, bemerkt der ,Mon. de Rome': „Die katholischen Pariser Blätter versichern, daß mit der unermüdlichen Thätigkeit, die ihn charakterisirt, Leo XIII. an einer wichtigen Encyclica über die „Anregung, welche den biblischen Studien zu geben ist, damit den Bedürfnissen der modernen Kontroverse ent­sprochen werden könne", arbeite. Unter den Akten dieses großen Papstes, der das Talent hat, die großen Bedürfnisse seiner Epoche vorauszusehen, wird es in feinen Folgen für die christliche Apologetik keinen geben, der wichtiger ist, und der Ausruf, welchen er an die religiösen Wissenschaften ergehen zu lassen im Begriffe steht, auf diesem Terrain dem Rationalismus und dem Freidenkerthnm entgegenzutreten, wird mit Enthusiasmus ausgenommen werden."

* Es ist sehr ausgefallen, daß während des Besuches unseres Kaisers in England ein süddeutsches Blatt, welches sich vielfach der Gunst der Regierungen erfreut hat, nämliiy die Münchener Allgemeine Ztg.', m der schärfsten Weise, ganz im Stile der 99 Tage, die Annäherung an England angegriffen, dem Kaiser „Familienpolitik", zu große Nachgiebigkeit gegen die Wünsche seiner Großmutter vorgeworfen, ja sogar die Kaiserin Friedrich für die Zugeständnisse in Afrika ver­antwortlich gemacht hat. Man sollte fast glauben, daß Fürst Bismarck neuerdings eine von den Federn, welche 1888 die Krisenartikel schrieben, wieder in Be­wegung gesetzt hätte! Daß die Kohlen- und Eisen­barone in Rheinland-Westfalen Angriffe gegen Herrn Hinzpeter, den Vertrauensmann des Kaisers, sich gestatten, ist ja bekannt. Es regt sich also eine scharfe Opposition sowohl gegen die soziale, als gegen die auswärtige Politik des Kaisers. Aber im Volk oder im Parlament findet diese Unzufriedenheit gewisser selbstsüchtiger Elemente keinen nennenswerthen Anklang. In der „Krisis von 1888 hatten die Frondeurs (Gegner) es mit einem todtkranken Kaiser zu thnn und standen unter dem Schutz des mächtigen Reichskanzlers Bismarck, der damals noch als unentbehrlich galt. Jetzt haben wir einen jngendkräftigen, entschlossenen und mächtigen Kaiser, und Fürst Bismarck ist ein einfluß­loser Querulant geworden. Es ist freilich bedauerlich, daß vereinzelte Stimmen dieser Art dem Aus lau de Aergerniß geben, während die Erscheinung und die

Cardiff, 12. Aug. Die Lage hat sich ver­schlimmert. Die Bahndirektoren weigern sich, Harford als Vertreter der Strikenden anzuerkennen, weil seine Vollmacht begrenzt ist. Die Unterhandlungen stehen still. Die Zahl der Unbeschäftigten übersteigt 200,000 Die Polizeimacht ist verstärkt.

* New-Aork, 13. August. Die letzte Volks­zählung ergab in den Vereinigten Staaten eine Gesamntt- emwohnerzahl von 64 Millionen.

„Sie sind nicht mehr wett und werden dort im . ut|u,ui. Walde ihr Lager aufschlagen wollen. Vorwärts, ehe wieder vorwärts es dunkel wird und wir ihre Spur verlieren!"

Es ging weiter, ohne Worte, aber das Messer locker und die Büchse schußgerecht in der Hand. Als wir die ersten Bäume erreichten, bog sich Lincoln nieder, um die Fährte genau zu untersuchen.

„Laßt uns noch einmal sehen, woran wir sind, Gentlemen! Im Dunkel des Forstes läßt sich das nicht mehr sehen. Hier diese Huf - Eindrücke sind die tiefsten; das Pferd hat eine schwerere Last zu tragen als die andern; es wird also dasjenige sein, welches den Reiter und das Mädchen zu schleppen hat. Und seht, es lahmt; der linke Hinterfuß stößt nur mit der vordem Schärfe auf den Boden. Sie werden ihm Ruhe gönnen müssen und bald absteigen."

„Well, Sir, ich gebe Euch Recht," meinte der Vater. „Macht rasch weiter, Leute!"

„Stopp, Master! Das wäre ein ganz gewaltiger Fehler. Ich rechne, daß sie höchstens eine Viertelstunde

Ö Aus Nordamerika.

Von Karl May. >

(3. Fortsetzung.)

Der Wald hatte schon längst aufgehört und war in ein niedriges, durchbrochenes Gebüsch übergegangen. Jetzt tarnen wir auf eine lichte, offene Bucht, welche die Prairie tief in das Gehölz hineinschob; in der Ferne jedoch bemerkten wir wieder einen dichten Streifen starken Holzes, und zwischen ihm und uns bewegten sich drei Reiter, nach Indianer-Sitte einer hinter dem anöern. Die Sonne war verschwunden und es wollte sich zur Dämmerung neigen, doch konnten wir sie deut­lich erkennen. Lincoln hob den Arm.

„Dort sind sie. Go on!“

Er warf sich in weiten Sprüngen vorwärts, indem er den Schwerpunkt immer auf das eine Bein legte uno, wenn dies müde wurde, ihn auf das andere über­wechselte. Das ist die einzige Art, einen solchen Lauf lange auszuhalten. So wurde die Enffernung zwischen uns und ihnen schnell kleiner, und da sie uns bemerk­ten und nun stehen blieben, hatten wir sie bald erreicht.

„Endlich, Tim!" rief uns der Vater entgegen. „Wer ist dieser Mann?"

„Ein Master Abraham Lincoln, den ich am Flusse traf und der uns elfen will. Aber erzählt nichts; ich

Fröitag, den 15. August 1890.

9 f°. außerordentlich günstig zur I der Lyceen die meisten Preise erhielt und in seinen

hrö 6sRUt9 d^Gemltther ,m Auslande und zur Hebung Leistungen die Staatsanstalten weit übertraf was jetzt be§ Vertrauens auf die deutsche Friedensliebe wirken, selbst republikanische Blätter konstatiren ' $

In Folge persönlicher Vorstellungen des Kaisers 1 * ~ -• 1

soll Lord Salisbury im englischen Mimsterrathe die baldige Aufhebung des Einfuhrverbots von Vieh aus Deutschland durchgesetzt haben.

* General v. Verdy du Vernois soll für den Fall seines Rücktritts ars preußischer Kriegsminister jum hnnmandirendeii General des Württembergischen Armeekorps bestimmt sein.

h ^"^alkonsul in London beauftragte . ^u.ailui jnnu, uu- jiaj acs uusgejpromene Gegner der

beit Konsul m Cardiff für den Kaiser über die auswärtigen Politik Crispi's erklärten. — Die Kotten

be§ S^es und die Organisation der der Expedition nach Masiauah belaufen sich bisher auf

* „In Betret! her (tr ? b i 1 rfi n r m f ? v i ' r?-r.; <. ' X- tief verschuldete Land

P osen"" schreibt die Voss 5' K h tur !ur etne That der Großmannsucht aufgewendet hat, ohne

T? 'bn - Ichrewt die ^oss. Ztg. „soll die von den davon auch nur irgendwelchen faktischen Nutzen m haben

bem 1. • -«.»IN, 12. UN? ®i. 6«t ST;

gelegte Kandidatenliste nicht angenommen fein, wovon t>ie Kapitels bereits gegen Ende der vorletzten Woche in Kenntniß gesetzt sein sollen. Als dem Könige ge­nehme Personen werden Bischof Redner von Kulm und der ArmeebischofAßmann genannt; als dritte genehme Person wird ein deutscher Propst, welcher jedoch nicht in der Erzdiözese Gneseu-Posen amtirt, bezeichnet. Die Staatsregierung soll diese drei Kandidaten bereits dem apostolischen Stuhle in Rom vorgeschlagen haben." Das ist unbestimmt genug, sagt die ,Germania', und läßt noch die Hoffnung offen, daß die preußische Re­gierung den schweren Fehler vermeidet, wiederum eine anormale Besetzung des Erzbisthums statt durch Wahl zu versuchen und ferner wiederum die polnische Nationa­lität prinzipiell ausschließen zu wollen. Beides wäre das Gegentheil einer gesunden Versöhnungspolitik.

* Zur Frage der Besetzung des erzbischöflichen Stuhles in Bamberg wird der ,A. Postztg.' ge­schrieben, daß an den Universitätsprofessor Herrn Dr. Schönfelder von Seite der Regierung ein Anfrage ge­richtet wurde, welche derselbe jedoch verneinen zu dürfen sich erbat. Von Verhandlungen und einem eingeleiteten Vorverfahren fei nichts bekannt. Der erzbischöfliche Stuhl in Bamberg harre sonach noch der freiesten Besetzung.

Aus Stadt, Drovin? und Aachbargediet.

Fulda, 14. August.

* Se. Bischöfl. Gnaden werden nächsten Sonntag um 10 Uhr im Dom das hl. Sakrament der Fir­mung spenden an die Firmlinge von hier, sowie aus den Pfarreien Großenlüder, Hattenhof, Michelsrombach, Salzschlirf und Blankenau.

* Die Marianische Bürger- und Junggesellen-Kon- gregatlon begeht am morgigen Feiertage, Mariä Himmel- fahrt, ihr Tit ul ar fest. An der Prozession nach der Stadtpfarrkirche beteiligt sich wie im vorigen Jahre die Jünglings - Kongregation. Dem Vernehmen nach werden morgen Nachmittag ca. 30 Aspiranten in die Kongregation ausgenommen.

M Der Umbau in der Harmonie schreitet rüstig vorwärts, so daß man hofft, anfangs nächsten Monats soweit fertig zu sein, daß die Aktiendruckerei dorthin verlegt werden kann. Die behördliche Geneh­migung zum Sa al bau läßt nun schon Wochen lang auf sich warten. Nachdem das hiesige Bauamt nur ganz unbedeutende Aenderungen an den Zeichnungen verfügt hat, liegt die endgiltige Entscheidung, wie wir hören, einer neueren Aenderuug zur Folge, dem Mi- nisterium ob. Trotzdem hofft man, wenn sich die

Ausland.

* Kardinal Lavigerie ist am Mittwoch in Paris emgetroffen, um die Vorbereitungen für den am 15 Oktober unter seinem Vorsitze stattfindenden Antisklaverei- Kongreß zu treffen.

* ^aris, 12. Ang. Die freien katholischen Schulen haben einen glänzenden Beweis ihrer Leistnngs- ahigkeit geliefert, indem das kath. Kollegium St. Stanislaus in Paris bei der großen Preisbewerbung weiß schon Alles. Macht nur vorwärts, daß wir die Räuber einholen!"

--17. Jahrgang

Fuldaer Zeitung.

Für die Redactton verantwortlich: Ludwig Deibel in Fulda. - -r- .