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niederzuschlagen.

wird; alsdann beschloß man die Einberufung eines Kongresses vom 10. bis 15. September, wobei der

wird. Mehrere Redner erklärten, der gesetzmäßige Weg müsse ungesetzmäßigen Maßregeln Platz machen; das

* New York, 2. Ang. Unter den Passagieren des am letzten Mittwoch von hier nach Liverpool ab­gefahrenen'Dampfers „Britamnc" befand sich dem ,N. Y, Herald' zufolge Herr Joseph Jonasfon, ein ameri­kanischer Bürger, der sich nach Deutschland begiebt, um dort einen Prozeß wegen Beleidigung des deutschen Kaisers über sich ergehen zu lassen. Jonasson soll, als er sich im letzten Frühjahr in Ber­lin aufhielt, in einem dortigen Restaurant im Gespräch mit verschiedenen Herren eine beleidigende Aeußerung über Kaiser Wilhelm gemacht haben. Er wurde in­folgedessen arretirt, jedoch gegen Stellung von 5000 Mark Kaution wieder freigelassen, worauf er hierher zurückkehrte. Kürzlich hat Jonasfon nun die Auffor­derung erhalten, sich zu seinem demnächst in Berlin zur Verhandlung gelangenden Prozesse einzufinden, welcher Aufforderung er Folge geleistet hat. Jonasson behauptet, sich von der ihm zur Last gelegten Be­schuldigung reinigen zu können.

wickelte mich in die Decke. Die Wipfel des Waldes rauschten über mir, und in mir tobte der Sturm; ich konnte weder Schlaf noch Ruhe finden. Schon beim Tagesgrauen nahm ich den Weg wieder unter die Hufe und kam noch am Vormittag an die Stelle, wo der Vater mit den andern Beiden gelagert hatte. Die Asche ihres Feuers war feucht vom Morgenthau, ein sicheres Zeichen, daß auch' sie sich früh erhoben hatten.

So ging es bis zur Mündung des Canadian. Der Wald ward hier dichter, die Zeichen wurden immer deutlicher und frischer. Ich drang in größter Eile vorwärts und mein gutes Thier zeigte trotz des an­gestrengten Rittes noch keine Spur von Ermüdung.

Da vernahm ich plötzlich eine laute tiefe Männer­stimme, welche mit mächtigem Schalle in den Forst hineinsprach. Die Worte waren englisch; es mußte also ein Weißer sein, der sich so unvorsichtig verneh­men ließ. Ich lenkte mein Thier der Stelle zu, an welcher er sich befand. Was denkt Ihr wohl, was ich erblickte?

Auf etr ,m alten Baumstumpfe in der Mitte einer kleinen Lichtung stand ein Mann, fuhr mit den Hän­den in der Luft herum und hielt den Sykomoren- und Hikorystämmm eine Rede, die er bei einem Camp­meeting nicht besser und schöner hätte anbringen können. Ich bin ein ziemlich eigener Kopf und gebe nicht viel

zur Hand, stieg auf, und dann machten sich die drei Männer, nachdem sie die Weisung znrückgelassen hatten, daß ich ihnen bei meiner Rückkehr sofort folgen solle, ungesäumt hinter die Räuber her.

„Welche Richtung haben sie eingeschlagen?"

„Den Fluß hinaus. Sie wollen Dir deutliche Zeichen zurücklassen, damit Du sie nicht verfehlen kannst." . t

Ich nahm ein frisches Pserd und jagte davon. Es war schon öfters von einer Bande Bushheaders erzählt worden, welche von dem Mittelläufe des Arkansas bis hinauf zum Gebiete des Missouri ihr Wesen trieben, doch waren wir immer ohne Sorge geblieben, da sie sich niemals in unserer Nähe gezeigt hatten. Sollte der Canada-Bill sie beredet haben, ihm zur Befriedi­gung feiner Rache behilflich zu sein? Ich hatte in mir einen Grimm, Mesch'schurs, der seines Gleichen sucht, so daß ich mich ohne Bedenken mitten in sie hinein­gestürzt hätte, und wenn es ihrer Hundert gewesen wären.

Ich fand die versprochenen Zeichen. Es war von Zeit zu Zeit ein Ast abgebrochen oder ein Schnitt in die Baumrinde gemacht worden, und ich kam also ohne großen Aufenthalt immer schnell vorwärts. So ging es bis zum Abend, wo mich die Dunkelheit zwang, Halt zu machen. Ich pflöckte mein Pferd an und

5 Aus Nordamerika. /

Von Karl May.

(2. Fortsetzung.)

Betty hatte mit 'bem Vater Maiskolben geknickt, und Mary war allein daheim geblieben. Das Feld lag in ziemlicher Entfernung von dem Hause, dennoch aber war es ihnen gewesen, als ob sie von dort her den unterdrückten Schrei einer weiblichen Stimme gehört hätten. Sie sprangen hinzu und kamen gerade zur rechten Zeit, um zu sehen, daß ein Trupp Männer davonsprengte, von denen Einer das gesesselte Mädchen vor sich quer über dem Sattel liegen hatte. Sie waren am hellen Tage eingebrochen und hatten meine Braut entführt. Im Hause lag Alles durcheinander; das Geld, Kleider und Waffen nebst der vorhandenen Munition waren verschwunden und die Pferde aus der Umzäunung getrieben worden, um eine sofortige Ver­folgung unmöglich zu machen.

Fred Hammer lief zum Vater. Auch hier fehlten die Pferde. Man fing mit Mühe zwei derselben em; die beiden Männer bewaffneten sich; Mutter und Besty mußten auffteigen; die Farmen wurden verschlossen und sämmtliche Rinder und sonstige Thiere hinüber zu Holborn getrieben, wo sie bis auf Weiteres bleiben füllten. Auch der Nachbar nahm seine Kentuckybüchse

Deutsches Deich.

Berlin, 12. August.

* Die am Sonntag vom Staatsminister v. Boetticher verlesene kaiserliche Proklamation an die Bewohner Helgolands hatte folgenden Wortlaut:

Helgoländer! .

Zufolge vertragsmäßigen Uebereinkommens mit ^hrer Majestät der Königin von Großbritannien und Irland ist die Landeshoheit über Helgoland und dessen Zubehörungen an Mich abgetreten. Auf friedlichem Wege kehrt Ihr damit tn das Ber- hältniß zum deutschen Vaterlande zurück, auf welches die Ge­schichte, die Lage und die Verkehrsbedingungen Eurer ^nsel Hin­weisen. Durch Gemeinschaft des Stammes, der Sprache, der Sitten und Interessen habt Ihr Euren deutschen Brüdern von jeher nahe gestanden. Dank der wohlwollenden Weisheit Eurer bisherigen Regierung hat sich daran auch während Eurer Zuge­hörigkeit zu dem mächtigen britischen Reiche Nichts geändert. Um so freudiger begrüßt mit Mir jeder Deutsche Eure Wieder­vereinigung mit dem deutschen Volke und Vaterlande.

Die nähere staatsrechtliche Gestaltung dieser Wiedervereini­gung bleibt Meiner Bestimmung und der verfassungsmäßigen Mitwirkung der zuständigen Vertretungskörper Vorbehalten. In­dem Ich aber schon jetzt für Mich und Meine Nachfolger feier­lich und für alle Zeiten von Helgoland und dessen Zubehörigen Besitz ergreife, vertraue Ich dem bewährten Sinne aller Helgo­länder, die Dort jetzt an Deutsche sein wollen, daß sie Mir und dem Baterlande in unverbrüchlicher Treue zugethan bleiben werden. Dagegen sichere Ich Euch, sowie Euren Rechten Meinen Schutz und Meine Fürsorge zu.

Fch werde Sorge dafür tragen, daß Recht und Gerechtigkeit unter Euch unparteiisch gepflegt werden und Eure heimischen Gesetze und Gewohnheiten, soweit möglich, unverändert fortbe­stehen. Eine wohlwollende und umsichtige Verwaltung wird auch in Zukunft bestrebt sein, Eure Wohlfahrt zu fördern und das wirthschaftliche Gedeihen der Insel zu heben. Um Euch den Uebergang in die neuen Verhältnisse zu erleichtern, iou das letzt lebende Geschlecht von der Erfüllung der allgemeinen Wehrpflicht im Heer und in der Flotte befreit bleiben. Auf eine Reihe von Fahren wird an dem auf der Insel geltenden Zolltarif nichts geändert werden. Alle Vermögensrechte, welche Privatpersonen oder bestehende Korporationen der Königlich britischen Regierung gegenüber in Helgoland erworben haben, bleiben in Geltung. Die diesen Rechten entsprechenden Verpflichtungen werden hin­fort von Mir und Meiner Regierung erfüllt werden.

Der Bewahrung Eures väterlichen Glaubens, der Pflege Eurer Kirche und Schule wird Meine besondere Aufmerksamkeit gewidmet sein. c .

Mit Genugthuung nehme Ich Helgoland in den Kranz der deutschen Inseln wieder auf, welcher die vaterländische Küste umsäumt. Möge die Rückkehr zu Deutschland, die Theilnahme an seinem Ruhme, seiner Unabhängigkeit und Freiheit Euch und Euren Nachkommen zu stetem Segen gereichen! Das walte Gott!

Gegeben Helgoland, den 10. August 1890.

Wilhelm J. K. von Caprivi.

* In den protestantischen Blättern, welchen die ungünstigen Urtheile des Majors v. Wißmann über die protestantischen Missionen natürlich ein Dorn im Auge sind, wird ein Herr Dr. Warneck als der größte „Missionsmethodiker" der Jetztzeit gepriesen. Sollte dieser „Methodiker" mit Herrn Dr. G. Warueck in Rothenschirmbach identisch sein, so möchten wir den Lesern dieser Zeitung Nr. 3 der im Verlage der Ber-

liner ,Germania' erschienenen katholischen Flugschriften I Parole desLand-Ä das allgemeine Stimmrecht verlangt empfehlen Der Titel ist: „Das Christuskiud im St. wird; alsdann beschloß man die Einberufung eines Ärsdom. Herrn Dr G. Warneck und Herrn Th. Kongreffes vom 10. bis lo. September, wobei der Trede in Neapel gewidmet." In dieser Broschüre wird Antrag auf einen allgemeine n Strike erfolgen der Herr köstttch abgefertigt. Er hatte behauptet, daß wird. Mehrere Redner erklärten der gesetzmäßige Weg sicb in der Peterskirche zu Rom nur eine Dar- müsse ungesetzmaßigen Maßregeln Platz machen, das stellung der Erlösers Jesus Christus befinde, nämlich Volk sei souverän und müsse gehört werden.

das Bild des todien Christus auf dem Schooße * Paris, 12. Aug. Der französische Knegs-

seiuer Mutter. „Unter hunderten von Bildern und Minister de Freycinet soll an die kommandirenden

Statuen von Päpsten und Heiligen auf dem Schooße Generäle ein vertrauliches Rundschreiben über das

der Maria — der todte Christus." So ruft Warueck Duell in der Arme, gerichtet haben. Dasselbe soll

seufzend aus. Der Verfafser aber weist dem Manne von nun an zwischen l '(baten nicht mehr obligatorisch mit dem gerühmten „protestantischen Wahrheits- jein, selbst in Folge von Thätlichkeiten.

sinne" nach, daß thatfächlich dort mehr denn 50 * Rom, 11. Aug. Gestern Abend um 10 Uhr

Bilder Christi, und zwar des lebendigen Christus versuchten Irredentisten auf der Piazza Colonna eine in verschiedener Darstellung vorhanden sind, so daß sie österreich-feindliche Kundgebung ins Werk zu setzen,

von Niemanden übersehen werden können. Ist das nicht Unter den Rufen: „Hoch Trient und Triest! Nieder

eine nette Methode — daher wohl der Name „Missions- mit Oesterreich!" drangen sie gegen den Palazzo

Methodiker" — den Katholicismus zu bekämpfen? Chigi, die Wohnung des österreichischen Botschafters,

* Bamberg, 12. Aug. Nach einer römischen vor. Zwei Kompagnien trieben mit Bajonnetten die

Depesche des Pariser „Temps" hat Professor Schön- Angreifer zurück, die in wilder Flucht sich zerstreuten,

felder dem Papste angezeigt, er verzichte auf das Erz- Vierzig Personen wurden verhaftet.

bisthum Bamberg, zu dessen Oberhirten er vom Prinz- * Madrid, 11. Aug. In Villajoyosa (Provinz rezenten ernannt worden sei. Das wäre unter den Miaute) kamen gestern 9 Cholera - Erkrankungen und gegebenen Umständen der beste Ausweg aus der 7 Todesfälle vor, in Llerena 6 Erkrankungen und 1 Klemme, in die die Regierung sammt ihrem Kandidaten Todesfall, in Arges 12 Erkrankungen und 7 Todes- gerathen war. fälle. In der Provinz Valencia ist eine leichte Ab-

* Amberg, 11. Aug. Am verflossenen Donners- na^me Epidemie eingetreten. Nach der offiziellen tag sprach Herr Oberlandesgerichtsrath Walter aus Statistik sind bisher 1600 Cholera-Erkrankungen und München in einer stark besuchten Versammlung in der 7gg Todesfälle vorgekommen.

Concordia dahier. Herr Walter verbreitete sich em- * Cardiff, 12. Aug. Der General des südwest- gehend über die gegenwärtige kirchenpolitische Lage tn li($en Militärdistrikts ist hier angelangt. Er verabredete Bayern. Großen Eindruck machte die Mittheilung, m|t j>en Magistraten das Herbeiziehen einer über­daß Minister v. Lutz vor Kurzem in die Hände des wältigenden Militärmacht, um einen etwaigen Aufstand Herrn Erzbischofs von München das Bekenntniß -- abgelegt, er glaube alles, was die kath. Kirche zu glauben vorstelle.

Ausland.

* Brüssel, 12. August. Die gestrige Brüsseler Arbeiter-Demonstration war unter der Maske einer Kundgebung für das allgemeine Stimmrecht in Wirklichkeit eine große republikani sche Demon­stration. Ueberall horte man die Marseillaise fingen und „Vive la republique“ (Es lebe die Republik!) und „A bas le roi“ (Nieder mit dem König!) rufen. Bei der gesummten Veranstaltung trat das Bündniß zwischen Republikanern und Revolutionären klar hervor, und diese sehr betonte Verbrüderung dürfte die Einführung des allgemeinen Stimmrechts gewiß verzögern, aber immerhin zur Folge haben, daß dem­nächst eine Reform der Wahlgesetze im Sinne einer Ausdehnung des Wahlrechts vorgenommen wird. Die Delegirten-Versammlung der Arbeiter beschloß gestern, dem Könige ein Telegramm zu senden, worin als

17. Jahrgang

Donnerstag, den 14. August 1890.

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