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17. Jahrgang

Samstag, den 26. Juli 1890.

TM 170.

uldaer Zeitung

Druck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei (A. Dillmann).

Zur dir Redaction verantwortlich: Ludwig Deibel in Fulda.

Fch-

I. Loenartz»

Weitzbrodt,

Ed. Müller,

Rechtsanwalt. Dechant u. Pfarrer zu St. Castor. Rechtsanwalt.

liken Deutschands ;u Toblenz vom 24. bis 28. August 1890.

Sonntag, den 24. August.

Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringer­lohn und Bestellgeld mit der belletristischen Wochenbeilage ,Sterne und Blumen' in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig.

einer Auflage von ca. 2000 Exemplaren gedruckt wird, werden Inserate ausgenommen. Inserate im Tageblatt (4° Im­perial-Format) kosten pro 4spaltige Petitzeile 20 Pfg., werden aber bei zweimaliger Aufnahme mit 25»/,, bei dreimaliger Wieder­holung mit 33* e° o und bei viermaliger mit 40 7o Rabatt be­rechnet. Der Preis für Inserate im stenographischen Be­richt beträgt pro »/> Seite (Groß-Oktav) 18, pro 1/2 Seite 9,50 und pro !/« Seite 5 Mk. Insertions-Aufträge nimmt Herr Buch­händler Joh. Schuth in Coblenz entgegen.

Indem wir obiges Programm der Oeffmtlichkeit übergeben, wiederholen wir nochmals die herzliche Ein­ladung an die deutschen Katholiken zu recht zahlreichem Besuche der General-Versammlung, welche zu einer besonders glanzvollen und imposanten Kundgebung zu gestalten, gerade diesmal eine Ehrensache für das katho­lische Deutschland ist. Der bisherige glückliche Verlauf der Vorbereitungsarbeiten, die vielen Beweise von regem Interesse und warmer Sympathie, welche uns von Nah' und Fern zugegangen sind, sowie das freund­liche Entgegenkommen, welches das Lokal-Comitö überall gefunden hat, berechtigen uns zu der freudigen Hoff­nung, daß die 37. General-Versammlung sich ihren Vorgängerinnen würdig anreihen und mit Gottes Hilfe reichen Segen verbreiten wird.

Wir bitten dringend, die Anmeldungen und Woh­nungsgesuche recht früh hierher gelangen zu lassen, damit das Comite in der Lage ist, allen lieben Gästen eine gute und ihren Wünschen entsprechende Aufnahme zu bereiten.

Coblenz, den 20. Juli 1890.

Das Präsidium des Lokal-Comits's zur Vorbereitung der 37. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands

Die ,Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen.

In fr rate kosten die einspaltige Zeile oder deren Raum

15 Pfg., bei Wiederholungen entfprechender Rabatt.

Programm

der

XXXVII. General-Versammlung derKatho-

RomanvonG. I.

(97. Fortsetzung.)

Ich habe die goldene Medaille, ich bin Mitglied der Akademie und Professor obendrem. Mein Bild ist soeben für die B.'sche Gemälde-Gallerie von einem königlichen Bevollmächtigten angekauft worden.

Leontine verstand sehr wohl die chr dadurch vom Prinzen Alexander dargebrachte Huldigung.

„Leontine", fuhr er, ihre Hand ergreifend, fort, den ersten Preis habe ich, darf ich nun auch auf den höchsten hoffen?" , _ .....

Muß ich noch antworten?" stagte sie, glückselig zu ihm aufsehend. . r. „

Mit einem Jubelruf schloß er sie m seine Arme und drückte sie fest an sich. , .....

„Nein, nein!" rief er. Ich habe Dich, ich halte Dich, Du herrliches Kleinod, das ich mir endlich er­rungen habe."

„Es bedurfte dessen nicht, ich gehörte Dir auch so, sagte sie unter Thränen. „Mußtest Du uns unser Glück so schwer machen?" , . u

„Jedes wahre Glück will erarbeitet sem, ant­wortete er; „und was wir durch redliche Anstrengung gewonnen, besitzen wir fest und unverlierbar. Wir haben es uns sauer werden lassen, darum gehören

des Görresbau.

Mittwoch, den 27. August.

Morgens 8 Uhr: Feierliches Hochamt nach der Mein- ung des hl. Vaters in der Jesuitenkirche 9Uhr: Sitzungen der Ausschüsse. - 11 Uhr: Geschlossene General-Versammlung.

Nachmittags 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse.

Abmds 5 Uhr: Oeffentliche General-Versammlung m der Festhalle. '/,9Uhr: Feuerwerk und Beleuch­tung von Ehrenbreifftein und den umliegenden Höhen; nach Schluß desselben: Fest-Vorstellung des hiesigen katholischen Gesellenverems im großen Saale des Görresbau.

Donnerstag, den 28. August.

Morgens 7 Uhr: Stillmessen nach der Intention des Bonisatius-Vereins in den hiesigen Pfarr- und Annexkirchen. — 8 Uhr: Geschlossene General- Versammlung. — 10 Uhr: Oeffentliche General- Versammlung in der Festhalle.

Nachmittags 3 Uhr: Festmahl; nach demselben Concert im Garten des katholischen Lesevereins.

Bemerkungen z« dem Programm:

1 Anfragen und Mittheilungen allgemeinen In­haltes sowie Anträge sind an den Vorsitzenden des Lokal- Comitö's, Herrn Rechtsanwalt Müller zu richten

2. Die Bureaus der Finanz- und Anmeldungs-, sowie der Wohnungs-Kommission, welche sich rm kath. Leseverein (Firmungstraße 28) befinden, sind am «amstag, den 23. August von Nachmittags 2 Uhr, am Sonntag, den 24. von Morgens 10 Uhr und an den folgenden 3 Tagen von Morgens 8 bis Abends 9 Uhr geöffnet. - Im Bureau der Finanz- und Anmeldungskommission findet die Ausgabe sämmtlicher Karten statt. „

3 a) Die Mitgliederkarte kostet 7,o0 Mk. und be­rechtigt zur Theilnahme an allen geschlossenen und öffentlichen General-Versammlungen, an sämmtlichen Sitzungen der Aus­schüsse, an allen geselligen Unterhaltungen, und zum Frankobezug eines Gratisexemplars des Berichtes über die Verhandlungen der General-Versammlung. Für einen reservirten Platz >m Parterre der Festhalle kostet die Mitgliederkarte 10 Mk. b) die T heilnehmerk arte kostet 5 Mk. und berechtigt zum Besuche der vier öffentlichen General-Versammlungen, sowie zur Theil­nahme an den in der Festhalle stattfindenden Festlichkeiten und dem Concert in den Rheinanlagen resp. dem Schutzenhofe. — Für einen reservirten Platz in den Gallerien betragt der Preis der Theilnehmerkarte 6M. — Theilnehmerkarten zu 0 M. und zu 6 M. werden auch an Damen verabfolgt. Der Zu­hörerraum für Damen ist aus den Gallerien, nicht im Parterre der Festhalle. 0) Die Tageskarte kostet IM. und berechngt zum Besuche der am Tage chrer Ausstellung stattfindenden öffentlichen General-Versammlung. Die Festmahlkarte kostet 4,50 M. und gibt das Recht aus em Gedeck und 1 Schoppen Wein bei dem Festmahle. Dieselbe muß spätestens bis Dienstag den 26. August, AbendsS UHr gelöst sem.

4 Auf besondern Wunsch werden die Mitglieder- und Theil­nehmerkarten gegen Einsendung des entsprechenden Pre.fes nebst Porto (also 7,75 bqzw. 10,25 bezw. 6,2o M.) oder gegen Post­nachnahme schon vorher franko zug es and t. Gesuche um Zu­sendung sind zu richten an Herrn C. Aug. Müller, Korn- o^h nu ngsgesuche werden möglichst früh erbeten. Diefelben sind zu richten an Herrn Müller-Graebe, Schloß- ftra66.3®ei allen schriftlichen Anmeldungen möge man Bor- und Zunamen, Stand und Wohnort recht deutlich schreiben und außerdem die entsprechende Visitenkarte beifügen, damit die Mitglieder-Liste korrekt angeferttgt und die postalischen Zu­sendungen prompt besorgt werden können. — Geschieht die An­meldung mündlich, wird ebenfalls um Ueberrerchung einer Visitenkarte gebeten, welche mit den zuvor gewünschten Notizen versehm^iist.bi^tt ber General-Versammlung, welches vier Mal in einer Auflage von ca. 5000 Exemplaren erscheint, sowie in den Anhang zum stenographischen Bericht über die Verhandlungen der General-Versammlung, welcher in wir aber jetzt zu einander ohne Frage, ohne Wahl, weil es fo sein muß, nicht anders fein kann."

„Der heutige Tag giebt mir unendlich viel , sagte Leontine. „Er giebt mir Dich, und auch meinen Vater giebt er mir zurück. Das Vaterhaus ist mir nicht länger verschlossen, was mich daraus fern hielt, ist beseitigt."

Sie hatte ihm diese Mittheilung etwas zaghaft gemacht, da sie fürchtete, es werde ihn verstimmen, daß sie nun wieder das Freifräulein von Rema sei. Zu ihrer freudigen Betroffenheit schien er kaum daran zu denken, sondern sprach nur seine aufrichtige Freude aus, daß auch dieser Schatten aus ihrem Leben ge­nommen sei. . m „

„Ich muß sehr bald zu meinem armen Vater , sagte sie, nachdem sie ihn mit dem bekannt gemacht, was sie durch Ulrich erfahren hatte, „er bedarf meiner.

„Ja, wir wollen zu ihm," bestätigte Wollenberg.

„Und Leontine von Reina wird Dir eben so lieb sein, wie Leontine Schmidt. ,

„Du bist jetzt meine Leontine," sagte er, „wie Du sonst noch heißest, was Du sonst noch bist, ist mir ganz gleichgültig. Sollte mir aber Dein Zuname wirklich nicht gefallen", fügte er übermüthig hinzu, so werde ich Dich bitten, daß Du ihn recht schnell mit einem anderen vertauschest, weißt Du auch wie er heißt?"

Deutsches Keich.

Berlin, 24. Juli.

* Das deutsch - englische Abkommen ist, soweit es Helgoland betrifft, vom englischen Unterhause in erster Lesung angenommen worden. Die übrigen Punkte des Abkommens bedürfen bekanntlich der par­lamentarischen Zustimmung nicht. Für die Erörterung des Abkommens ist nach der Zustimmung des englischen Parlaments zur Abtretung des der Elbemündung vor­gelagerten Felseneilands eine größere Freiheit gegeben, da jetzt durch solche Erörterungen die Verhandlungen und Entscheidungen nicht mehr beeinträchtigt werden können.

* Eine Reihe von deutschen Handwerker­tagen werden in nächster Zeit stattfinden. Am 28. und 29. Juli tritt in Magdeburg der deutsche Tischler­tag zusammen, am 4, und 5. August der Korbmacher­tag in Altona, am 18. und 19. August der deutsche

„Wollenberg," flüsterte sie ihm ins Ohr.

Mit den beiden verschlossenen, zurückhaltenden Menschen war eine wunderbare Veränderung vorge­gangen ; der heiße Liebesquell, der endlich seinen Aus­fluß gefunden, trieb Blüthen, wie sie nur völlig un­berührter Boden in solcher Pracht und Fülle hervor­zubringen vermag. Leontinen's ganzes Wesen schien getaucht in einen Schimmer von Anmuth und edelster Weiblichkeit; Wollenberg hatte alle Schüchternheit alles Linkische in seiner Haltung verloren; frei und unge­zwungen gab er sich, der kräftige, fertige, sich des eigenen Werthes bescheiden bewußte Mann.

So fand sie der Baron, der auf Ulrichs Bericht alle Bedenken von sich geworfen hatte und von dem Neffen begleitet zu Leontine kam; jede Minute längeren Verzuges schien ihm wie ein Raub an sich und der Tochter.

Es war eine Szene, die sich nur nachempfinden, nicht schildern läßt, als der Baron, ohne dem Mäd­chen, das ihn melden wollte, den Vortritt zu gestatten in Leontinen's Zimmer trat. Mit dem lauten Auf­schrei :

„Mein Vater! eilte sie ihm entgegen, sank ihm zu Füßen, bedeckte seine Hände mit Thränen und Küssen und ruhte bann, von ihm emporgezogen, in seinen Armen, an feinem Herzen.

Abends 8 Uhr : Begrüßung der Gaste m der halle. (Clernensplatz.)

Montag, den 25. August.

«nnrnpna Z Uhr: Pontifikal-Amt in der St. Castor- ^«rch.»u-Äm-I°»gd--hc Geistes. - 'MO*: Geschlossene General-Versammlung in der Fest- baüe — 11 Uhr: General-Versammlung ein­zelner katholischer Vereine.

Nachmittags 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüße.

Abmds 5 Uhr: Oeffentliche General-Versammlung m 4 der Festhalle. »/.9 Uhr: Fest-Versammlung der Marianischen Kongregation junger Kaufleute zur Feier ihres 25jährigen Stiftungsfestes tn der Festhalle.

Dienstag, den 26. August.

Moraens 8 Uhr: Requiem für die verstorbenen Mit­glieder der bisherigen General-Versammlungen m der Kirche zu U. L. Frauen. — 9 Uhr: Sitz­ungen der Ausschüsse; General-Versammlung des Verbandes Arbeiterwohl. — 11 Uhr: Geschlossene General-Versammlung in der Festhalle.

Nachmittags '/,3 Uhr: Spaziergang durch die Rhem- $ anlagen bis zum Schützenhofe nut Concert an der Trinkhalle und im Schützenhofe.

Abends 5 Uhr: Oeffentliche General-Versammlung m der Festhalle. V,9 Uhr: Kartellkommers der katholischen Studentm-Verbindungm tn der Fest- Halle und Festkornmers der katholischen Studenten- Vereine und der Unitas-Cöten im großen Saale