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Vermischtes.

* Rudolf Falb hielt dieser Tage in Berlin einen Vor­trag über kritische Tage, Sintfluth und Eiszeit. Bei dem In­teresse, welches man den sogen. Falb'schen Wetterprophezeihungen in neuester Zeit entgegenbringt, war die Aufmerksamkeit des Publikums erklärlich, mit welcher es den Worten des Vortragen­den von Anfang bis zu Ende folgte; namentlich waren es die fügen, „kritischen Tage", deren Vorheransage so viel Aus- - sehen erregt hat und jetzt von Herrn Falb auf ihre Bedeutung hin in mündlichem Vortrag gewürdigt wurde. Die Voraussage des Wetters wird von Herrn Falb begründet durch die Ansicht, welche er von dem Einfluß des Aequatorial-Polarluftstromes auf dasselbe hat. Der Aequatorialluslstrom ist ein feuchter, der Polarluftstrom ein trockener Strom; beide bestimmen im großen und ganzen das Wetter. Wie Herr Falb zum größten Theil aus eigener Erfahrung nachwies, weichen die beiden Zonen, die kalte und die heiße, insofern von der unserigen gemäßigten ab, als sie viel gleichmäßigeres und beständigeres Wetter haben, während bei uns dasselbe viel größeren Schwankungen ausgefetzt ist. Diese Beständigkeit des Wetters der heißen Zone hat seinen Grund in dem ruhig und langsam aufsteigenden Aequatorial- strom, in der kalten Zone in dem Polarstrom. Beide treffen nun in gewissen Gegenden zusammen, und wo dies geschieht, da entsteht Kondensation des Wasserdampfes sowie elektrische Span­nung und Wirbelwind. Herr Falb weist nach, daß von dem größten Einfluß auf solche Strömungen der Mond ist, dessen fluthbildende Kraft am stärksten in der heißen Zone ist und kurz vor einem kritischen Tage ein schnelleres Aufsteigen des Aequatorialstroms herbeiführt, als es sonst der Fall ist; in Folge dessen wird wieder ein schnelleres Abfließen des Polar­stroms bewirkt und dies veranlaßt ein Ueberschreiten der beiden Strömungen über ihre sonstigen Grenzen. Ferner trägt aus gleichem Anlaß der Aequatorialstrom seine Temperatur in höhere Breiten als sonst, während der Polarstrom mehr Kälte nach den tieferen Breiten bringt, so daß also, wie schon angedeutet, Ver­dichtungen (Kondensationen) des Wasserdampfes geschehen. Diese Erklärung steht nicht im Widerspruch zu der Erklärung des Wet­ters durch die Meteorologen, welche die Wetterveränderung nur aus Depressionsgebietcn ableiten, die über dem Kanal auftauchen. Falbs Theorie gibt nun die Erklärung, wie es kommt, daß diese Depressionen nur im Westen Europas auftauchen. Diese Depres- sionscentren, von denen an kritischen Tagen oft zwei auf einmal auftauchen und sehr geschwind von Westen nach Osten ziehen, sind die Folgen von aufsteigender Luft und ihr Erscheinen über dem Kanal erklärt sich aus dem Umstande, daß dort das Gebiet des Golfstroms ist, von welchem der Auftrieb der warmen Luft

kommt, welcher durch die fluthbildende Kraft des Mondes zu be­schleunigter Gangart gebracht wird. Wie die Untersuchungen nun nachgewiesen haben, ist der Golfstrom eine Doppelströmung wie die beschriebene Luftströmung; heißes Meerwasser steigt in der Aequatorzone auf und fließt nach Norden ab und hier strömt kaltes Waffer nach Süden. Geschieht an kritischen Tagen ihr Zusammenstößen außerordentlich schnell, so müssen die drei Folge- erscheinzrngen des Zusammenstoßens der Aequatorial- und Polar­strömung in verstärktem Maaße sich einstellen und stürmische Erscheinungen, sowie Gewitter und überhaupt heftige Beweg­ungen der Atmosphäre die Folge sein. Im weiteren Verlauf wies Redner, gestützt auf Telegramme der ,Köln. Ztg/ und auf Daten aus der Geschichte der Nilüberjchwemmungen nach, daß mit den kritischen Tagen starke Niederschläge zusammenfallen. Jedenfalls ist er fest davon überzeugt, daß der Mond Einfluß auf die Heftigkeit des Gewitters besitzt. Folgende sechs Fluth- faktoren sind bei der Berechnung der kritischen Tage zu berück­sichtigen. Die Nähe des Mondes an der Erde, seine Stellung im Aequator des Himmels, die Nähe der Sonne an der Erde, ihre Stellung im Aequator des Himmels, das Verhältniß beider zu einander und die Finsternisse. Unter kritischen Tagen 3. Ordnung versteht man solche, bei denen nur einer dieser Fak­toren in Frage kommt; treffen zwei bis drei Faktoren zusammen, ist ein Tag 2. Ordnung und bei Zusammenwirken von vier bis fünf Faktoren erhält man einen kritischen Tag 1. Ordnung.

* Eine schöne Sitte herrscht in der Bretagne. Wenn dort die Mutter eines Säuglings stirbt, so wird das Kind von allen anderen Müttern der Gemeinde oder des Dorfes als ihr eigenes Kind angenommen. Der Priester wählt eine Mutter aus, auf welche er ein besonderes Vertrauen setzt und sie empfängt den hl. Dienst, für das Kind zu sorgen, als ein Geschenk des Allmächtigen. Ist eine zu arm, als daß sie das Kind unter­halten könnte, so vereinigen sich mehrere für diesen Zweck. Eine der Mütter nimmt das Kind in ihre Wohnung auf und die andern warten und pflegen es stundenweise abwechselnd. Alles, was auf die Kindheit Bezug hat, wird in der Bretagne mit frommen Gebräuchen umgeben. Niemand geht an einer Frau, die ein Kind trägt, vorüber, ohne zu sagen: „Gott segne Dich!" Selbst der eingefleischteste Haß wird durch diese Sitte entwaffnet. Der unversöhnlichste Mensch wird seinem Feinde ein Segens­wort zurufen wenn derselbe ein Kind auf dem Arme hat.

* Wie viel wiegt eine Million Mark in Papier­geld? In Folge einer Wette ist festgestellt worden, daß eine Million wiegt: in Tausendmark-Scheinen 2 Kilogramm, in Fünf­hundertmark-Scheinen 3,5 Kilogramm, in Hundertmark-Scheinen 13 Kilogr., in Fünzigmark-Scheinen 25 Kilogr., in Zwanzig­mark-Scheinen 46,44 Kilogr., in Fünfmark-Scheinen 145 Kilogr.

Meteorologische Beobachtungen

der hiesigen Wetterwarte.

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Ein barometrisches Maximum von etwa 730 Millim. liegt westlich von Finnmarken, auf seiner Südseite stellenweise stür­mische westliche und südwestliche Winde verursachend. Am höch­sten, 744 Millim., ist der Luftdruck über Irland, In Deutschland ist das Wetter ruhig, kalt und vorwiegend heiter.

Letzte Beobachtung 10», Uhr Morgens.

Luftdruck — 732,0 mm. (fällt noch.) — Lufttemperatur = —5,0» C. — Luftfeuchtigkeit — 99»/ . — Wolkenzug aus W. — Windrichtung — SW3. — Himmelsansicbt — bedeckt.

Nur eine Mark kostet die Schachtel, enthaltend 50 Pillen, der ächten Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen in den Apotheken. Selbst bei täg­lichem Gebrauch reicht eine Schachtel für einen Monat, sodaß die Kosten nur wenige Pfennige pro Tag aus­machen. Hieraus geht hervor, daß Bitterwässer, Magen­tropfen, Salzpastillen, Ricinusöl und wie die vielen Mittel alle heißen, dem Publikum viel theurer als die ächten Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen zu stehen kommen, dabei werden sie von keinem an­deren Mittel in der angenehmen, unschädlichen und sicheren Wirkung bei Magen-, Leber-, Gallen-, Hämorr­hoidalleiden rc. rc. übertroffen. Man sei stets vor­sichtig, die ächten Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen zu erhalten, da täuschend ähnlich ver­packte sogenannte Schweizerpillen sich im Verkehr befinden. „Die auf jeder Schachtel auch quantitativ angegebenen Bestandtheile sind: Silge, Moschusqarbe, Aloe, Absynth, Bitterklee, Gentian."

Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Hairdels- manns Jakob Kupfer zu Schmalnau ist in Folge eines von dem Gemeinschuldner ge­machten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Vergleichster­min auf

den 28. März 1890,

Vormittags 9 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichte Hierselbst anberaumt. [467

Weyhers, den 3. März 1890.

Althaus, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

Für ein hiesiges Fabrikge- schäft wird ein

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mit guten Schulkenntnissen ge­sucht. Von wem? sagt die Exp. d. Bl.

Für ein hiesiges Engros-Ge- schäft wird Ostern c. ein

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Fulda, am 4. März 1890.

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Brief

Geld

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4» vPr. consol.Staats-

—

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31/» °/n Pr. consol.

—

106.70

Staats-Oblig. . . 40/ Bayrische Staats-

—

102.40

Oblig.....

3Vi°/< unkdb. Landes-

—

105.90

cred.-Oblig. . . . 4» r Hessische Staats-

—

101.25

Oblig.....

—

105.—

4O/o Oesterr. Goldrente 41/(,°/(, Oesterr. Silber-

—

94.40

Rente.....

—

75.40

4°/ Ungar.Gold-Rente 5'/« Italienische Rente

—

88.10

—

93.50

50/, Rumänische Rente

—

97.60

5'1/ Russ.Oblig.v.1862

—

104.80

4»/oRusi.Oblig.v.1880

31/8% Pr. Hypothek.-

—

94.—

Pfandbr.....

4o/o Pr. Hypothek.-

—

98.50

Pfandbr.....

3*/i°/o Südd. Bodcr.-

—

101.70

Pfandbr.....

3V»“/ Frkft. Hypothek-

—

99.—

Pfandbr.....

41/. Raab-Graz. 100

—

98.50

Thlr.-L.....

50/0 Erzh. Albrecht

—

105.90

Goldprtät. . . .

3“/, Oest.Frz.Staatsb.-

—

102.90

Prtät.....

—

82.80

30, Süd-Lombard. . 30/e Raab - Oedenb-

—

102.40

Goldprtät. . . . 50/0 Ung. Nordostb.

—

69.—

Goldprtät. . . . 3% Ruff. Staatsb.-

—

102.10

Prtät. . .

—

79.30

Kurhess. 40 Thlr.-L.

—

333.—

Meininger 7 Fl.-L.

—-

28.40

Bramischw.20 Thlr.-L.

tzold-u.Kapirr-Sortrn.

—

106.70

20 Frankenstücke . .

16.25

16.19

Engl. Souvereigns .

20.42

20.37

Ruff. Imperiales. .

16.70

16.68

Dukaten.....

9.63

9.59