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Samstag, den 1. März 1890
17. Jahrgang
uldaer Zeituna
' bi£ Redaction verantwortlich: Ludwig Deibel in Fulda. » c.- ; Druck » h., °u..^ ... ™ .. WLF
Für
Fulda.
Druck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei (PH. Reuß).
Deutsches Keich
189Ö
— 147,175
diese Worte aber er ver- wäre er an
wäre schwer unermeßliche
1,420,438
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gegen 1887 — 206,657 — 274,858 — 235,259 — 489,046 --202,561 -- 22,066 -- 33,226 --567,405
Die letzten Worte des Greisen hatten begreiflicherweise im ganzen Salon eine Art Schrecken verbreitet.
Charles glaubte zu träumen, als er vernahm — gern hätte er reden mögen, mochte es nicht, und es war ihm, als seinem Platze wie festgebannt.
Die ,Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen.
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Centrum
Konservative Reichspartei Nationalliberale Deutschfreisinnige ....
Volkspartei Polen Sozialdemokraten .... Elsaß-Lothringer (ausschl. der 4 deutschfreundl. Abgeordn.) „Wilde"
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Daniels Geheimnis
Nach dem Französischen von I. Rüttgers.
(42. Fortsetzung.)
Ohne Zögern gehorchte der junge Mann dem stummen Befehle, eine solche Autorität lag in dem Blicke des Fremden.
Der Greis, welcher sich in schwarzem Gehrocke und weißer Kravatte befand und Bart und Haupthaar sorgfältig frisirt trug, machte einen edlen, ehrwürdigen Eindruck.
Die Gäste betrachteten ihn selbstverständlich mit der größten Neugier und dem höchsten Erstaunen.
. Sie begriffen von dem ganzen Vorgänge natürlich nichts, da ihnen die Geschichte des Hauses Serves kaum bekannt war.
Woher mochte nur dieser Fremde kommen? Wie kam es, daß er nicht zu dieser Heirath eingeladen war, wenn es ein Verwandter des jungen Mädchens war, der Anspruch darauf machen konnte, eingeladen zu werden?
Daniel de Serves — wir nennen ihn von jetzt ab so — hatte sich inzwischen, ohne sich weiter um das Erstaunen zu bekümmern, welches sein unerwartetes Erscheinen offenbar hervorrief, mitten im Salon vor den Notar hm aufgepflanzt und sagte dann:
„Ja, ich bin Daniel de Serves, der Vater Charles und Klara, und ich habe mich entschlossen, heute aus
41,485,570 Mk. zusammen 79,751,024 Mark, im ganzen also für Heer und Marine 694,228 677 Mk
große Summe! Dazu kommt aber noch, was die Mehrzahl der bei den Fahnen stehenden Personen zusetzt, und der Verlust, den die Einzelnen dadurch er- lewen, daß ste einer erwerbenden Thätigkeit entzogen smd. Könnte man auch dieses Alles nach Mark' und Pfennigen berechnen, welche Summe, in Verbindung mit vorstehender Zahl, würde sich ergeben, die uns
Ochste ^ahr und im Allgemeinen wohl Jahr für ^ahr — kosten wird! Daß man im Lande viel- fach tiefen Unmuth über die Opfer empfindet, welche durch die ewig gesteigerten Lasten den Bürgern aufge- legt werden, laßt sich nur zu gut denken. Bei allem Klagen vergesse man aber nicht, was es uns kosten
.roenn ejn feindliches Heer unsere Grenzen überschritte, unsere Städte und Dörfer brandschatzte und auf unseren Fluren siegreiche Schlachten lieferte.
Was in der Seele Klara's vorging, zu beschreiben: jedenfalls war es Freude, Freude darüber, daß sie sich befreit sah von der ihr so verhaßten Verbindung, daß sie wie vom Himmel gesandt den Retter vor sich sah, um welchen sie so inbrünstig gefleht hatte. Zu gleicher Zeit freilich konnte sie sich auch einer fast abergläubischen Furcht nicht erwehren — es bäuchte ihr, als wäre alles dies ein Traum, als wäre sie das Spielzeug einer durch ihre ieberhaft erregte Phantasie hervorgerufenen Hallu- cination.
* Die deutsche Wehrkraft.
Das deutsche Heer, soweit es unter der preußischen Militär-Verwaltung steht, d. i. ohne die bayerische, sächsische und württembergische Armee, ist in den Jah- ren 1881 und 1887 in seinem Friedens-Prüfe imstande um 51,045 Mann, in seinen Friedens-Formationen — abgesehen von den Spezialwaffen — um 52 Bataillone Infanterie und 49 Batterien Artillerie vermehrt worden, ohne daß dementsprechend auch die organische Gliederung eine Aenderung erfahren hat. Es ist letztere — aus Sparsamkeits-Rücksichten — umgan- gangen worden, indem man 15 vierte Bataillone mit je 4 Kompagnien bildete. Nachdem die Erfahrung gezeigt, daß ein Regiments-Kommandeur die Ausbildung eines Regiments von 4 Bataillonen bezw. 16 Kompagnien wohl nicht gut überwachen und leiten kann, soll jetzt das Versäumte nachgeholt und die der Vermehrung der Mannschaften entsprechende organische Gliederung geschaffen werden.
Ein vom Reichstage angenommener Gesetzentwurf ordnet für die unter der preußischen Verwaltung stehenden Heerestheile die Bildung von zwei neuen Ar- meekorps aus^2—3 Divisionen mit den entsprechenden Artillerie-, Pionier- und Train-Formationen an, eines (das 16.) für Lothringen, und eines anderen (das 17.) für die Provinz Westpreußen.
Es wird demnach in Zukunft die deutsche Heeres- macht aus 2 0. Armeekorps bestehen, von denen 2 von Bayern, 1 von Sclchjon, 1 ox.'g, 18
von Preußen und den übrigen Staaten aufgestellt werden.
Nach einer dem Etat beigegebenen Uebersicht über die Etatsstärke des deutschen Heeres wird dieses demnächst umfassen 171 Infanterie-Regimenter — außerdem 1 Lehr - Infanterie - Bataillon, 6 Unteroffizierschulen und 1 Militär-Schießschule in Preußen, 1 Unteroffizierschule in Sachsen und 1 Militär-Schieß- schule in Bayern — 21 Bataillone Jäger, 277 Be- zirks-Kommando's, 93 Kavallerie-Regimenter — außerdem 1 Militär-Reit-Jnstitut in Preußen, 1 Militär-Reitanstalt in Sachsen und 1 Equitations-Anstalt in Bayern — 42Regimenter Feld-Artillerie — außerdem 1 Schießschule der Feld-Artillerie in Preußen — 15 Regimenter, und 2 Bataillone Fuß-Artillerie — außerdem eine Schießschule der Fuß-Artillerie und 1 Versuchs-Kompagnie der Artillerie-Prüsungs- Kommission in Preußen — 19Bataillone Pioniere — außerdem 2 Eisenbahn-Regimenter einschließlich Luftschiffer- Abtheilung in Preußen, 1 Eisenbahn-Kompagnie in Sachsen, 1 Eisenbahn-Kompagnie in Württemberg, 1 Eisenbahn-Bataillon in Bayern — 18 Bataillone und 1 (hessische) Kompagnie Train.
Berlin, 27. Februar.
.. m Witter Vorsitz des Kaisers "haben am Mitwoch die Berathungen der Abtheilungen des S t a a t s r a t h s ihren Anfang genommen. Das Ergebniß der Berathungen soll dem Bundesrathe sowie den die Berliner Konferenz beschickenden Regierungen mitgetheilt werden.
Bei der Reichstagsw a h^ vom 20. ds. Mts.
Die Zahl der Offiziere beträgt 17,234, mit den Offizieren besonderer Formationen, z. B. in den Militär-Erziehungs- und Bildungs-Anstalten u. s. w. und den mchtreglmentirten Offizieren, z.B. in den Kriegs- mmisterien, Adjutanturen u. s. w. 19,737, die Zahl der Unteroffiziere im Ganzen 55,727. derZahl- meister-Aspiranten898, der Spielleute 19 540 der Gefierten und Gemeinen 379,438, der Lazareth- Gehilfen 3678, der Oekonomie-Handwerker 9218, der Mannschaften überhaupt (ohne Offiziere) 468,409, der Mi litär-Aerzte 1799, der Zahlmeister, Musik-Jn- spizienten und Luftschiffer 856, der Roß-Aerzte 534, der Büchsenmacher ünd Waffenmeister 818, der Sattler 93 der Dienstpferde 88,302.
Die Marine gliedert sich in 2 See-Bataillone zu ,e 4 Kompagnien, 2 Matrosen-Divisionen zu je 2 Ab- theilungen, 2 Werft-Divisionen zu je 5 Kompagnien, 3 Matrofen-Artlllerie-Abtheilungen, 2 Torpedo-Abthei- lnngen, 1 Schiffsjungen-Abtheilung, Artillerie-, Torpedo- und Minen-Depots. Die Zahl der Offiziere beträgt 799 (darunter 1 Admiral, 5 Vize-Admirale und 9 Kontre-Admirale), der Deck-Offiziere 547, der See- Kadetten 150, der Unteroffiziere 2200, der Hoboisten los', der Gefreiten und Gemeinen 11,424, der Laza- i ^th-Gehilfen 116, der Oekonomie-Handwerker 142, der ^uchsenmacher 11, der Schiffsjungen-Unteroffiziere und Schrffsiungen 500, der Zahlmeister 69. Die Zahl der « ch l f f e beträgt gegenwärtig 83, und zwar haben wir 12 Panzerschiffe, 15 Panzer-Fahrzeuge, 8 Kreuzer- nenboote, 13 Avisos, 1 Artillerie-Schiff, 1 Torpedo- Schulschiff, 4 Schulschiffe, 2 Tender, 1 „Fahrzeug", 1 Minen-Schulschiff. Im Bau begriffen sind gegenwärtig 4 Panzerschiffe, 2 Panzer-Fahrzeuge, 1 Kreuzer- Korvette, 1 Kreuzer, 2 Torpedo-Divisionsboote, 1 Minen-Dampfer, neu bewilligt 1 Panzer-Fahrzeug, 2 Kreuzer-Korvetten, 2 Kreuzer, 3 Avisos, so daß wir demnächst 102 Schiffe haben werden, darunter 16 Panzerschiffe, 18 Panzer-Fahrzeuge, 8 Kreuzer-Fregatten, 19 Kreuzer-Korvetten, 11 Kreuzer, 3 Kanonenboote, 2 Torpedo-Divisionsboote, 16 Avisos.
Heer und Marine haben die Aufgabe, das Vaterland zu schützen gegen die Angriffe von Feinden. Wie theuer uns dieser Schutz zu stehen kommt — und ob derselbe ein wirksamer sein wird, wissen wir trotz alledem nicht — zeigen folgende Zahlen: Der Reichshaushalt für das Jahr 1890—91 setzt, wenn wir die bayerischen Aufwendungen für militärische Zwecke hinzurechnen, für das Heer zu dauernden Ausgaben aus 379,357,984 Mk., zu einmaligen 235,119,699 Mk., zusammen 614,477,653 Mk., für die Marine zu dauernden Ausgaben 38,267,454 Mk., zu einmaligen meiner Verborgenheit hervorzutreteu und mich zu erkennen zu geben, um meine Tochter zu erretten und sie vor einer Verbindung zu bewahren, die für sie nur unheilvoll sein kann." I
Ronstau war bleich geworden — unruhig saß er auf seinem Stuhle und wollte aufspriugen.
„Bleiben Sie sitzen, mein Herr," sagte Daniel. „In meinen Worten liegt nichts, was Sie persönlich betrifft. Jndeß ruht zwischen unseren beiden Familien I ein blutiger Flecken, der zwischen ihnen eine immerwährende Kluft eröffnet."
Zusammen 7,031,460 —456,531
Es sind also beinahe zwei Millionen Stimmen mehr gegen das Kartell als für dasselbe abgegeben worden. Im Vergleich mit den Wahlen von 1887 ergibt sich Folgendes: Die Gesammtzahl der abgegebenen Stimmen ist von 7,487,991 trotz vermehrter Bevölkerungszahl aus 7,031,460, also um 456,351 Stimmen zurückgegangen. Dieser Rückgang erklärt sich u.A. daraus, daß in denjenigen Centrums-Wahlkreisen, die dem Centrum absolut sicher sind — und das Centrum
Die Worte „blutiger Flecken" riefen mit einem Male vor den Augen Andree's und seiner Familienangehörigen und Verwandten, welche seine Geschichte kannten, das Gespenst seines ermordeten Vaters hervor.
Mit Mühe brachte endlich Charles mitten in der allgemeinen Erregung die Worte heraus:
„Aber weßhalb hast Du Dich denn nicht eher zu erkennen gegeben, mein Vater?"
Der Greis antwortete:
„Ich will es Dir sagen."
Dann wandte er sich zu Andree, welcher unbeweglich wie versteinert dasaß und sagte:
„Ich bin es, welcher Ihren Vater gelobtet hat!" - Ein Schrei des Entsetzens entfuhr wie auf Verabredung den Lippen der Anwesenden.
Ohne auf den Schrecken zu achten, welche seine Worte hervorgebracht hatten, erzählte Daniel de Serves von dem Tode seines Freundes, des Banquiers Ronstau, dessen nähere Umstände der Leser bereits kennt, und fuhr alsdann fort:
„Nach diesem unfieiwilligen Morde stürzte ich wie wahnsinnig und außer mir vor Schrecken auf die Straße, fortwährend vor mir die ganze schreckliche Szene, deren Hauptbetheiligter ich war. Auf's Geradewohl floh ich weiter ohne zu wissen wohin — mußte ich doch mit Recht befürchten, daß die Polizei, ja ganz Paris hinter mir her sein würde. Als ich mich verhaftet fah, da standen lebhaft vor meinem Auge meine