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* Aus Bulgarien kommt die Mittheilung, daß

auf nächsten Freitag

* Die Nachricht,

Sa," antwortete er mechanisch.

Sein Vater vielleicht!" rief die Frau aus.

setzte er rasch hinzu, „ich bin nicht

Nein, nein,

Ausland.

daß der Herzog von Orleans

„Ja, ich habe sie so nahe gesehen, als ich bei Ihnen stehe, eine stolze Frau, noch ganz jung. Das erste Mal, wo sie hier war, hat sie mich bezüglich Herrn de Fresnieres und seiner Praxis um Auskunft gebeten. Sie komme, so sagte sie, wegen eines Pro­zesses . . . indeß drückte sie mir einen Louis in die Hand, als sie ging, — dies kommt nur bei Herren, «jum. «.

und Damen, welche verliebt sind vor, wir kennen das | allmächtiger Gott! , - - Uebrigens däuchte es mir sogleich sonderbar, daß sie wegen eines Prozesses käme!"

„Ich kenne die Frau, mit welcher Herr de Fres­nieres abgereist ist, ich habe sie gesehen und mit ihr gesprochen.

„Ah! murmelte der Greis.

* Ein Angriff des deutschen Reichskommissars in Ostafrika, Major Wißmann, auf Banaheri und seine Bande wird in Meldungen, welche in London eingegangen sind, als unmittelbar bevorstehend ange­kündigt. — Der Vertreter der Britisch-East-Afrika- Company, Mackenzie, und der Reichskommissar, Major Wißmann, haben sich, wie ein Telegramm aus Sansi­bar berichtet, über die Frage betreffend die Einfuhr von Waffen und Munition geeinigt.

* Münster, 24. Februar. Die Konsekration des hochw. Herrn Bischofs Dr. Dingelstad wurde heute unter Assistenz des Herrn Bischofs Dr. Korum und des Weihbischofs Cramer vollzogen. Der hl. Akt, welchem der Oberpräsident v. Studt beiwohnte, dauerte von 8 bis 12 Uhr.

Kaiserslautern, 23. Febr. Aus vielen Orten laufen Nachrichten über großartige Wahlbeeinflusiungen ein. Die Wahl Miquels wird angefochten werden.

Ludwigshafen, 24. Febr. Das amtliche Wahl- ergebniß für Ludwigshafen ist: Clemm (Kartell) 10379 Siben (Centr.) 6088, Ehrhart (Soz.) 5993, Eisele (Freisinn) 1088 Stimmen. Also Stichwahl zwischen Clemm und Siben.

Mann, gegen diesen Elenden, der seiner Tochter die erste beste Dirne von der Straße vorgezogen hatte.

Der Greis war einer Ohnmacht nahe, und seine Züge entfärbten sich so heftig, daß es der Frau auf­siel und sie sagte:

I nahmegesetz gestellt werden wegen der jüngsten Ver­schwörung. — Einer Mittheilung aus Sofia zufolge I hat der bulgarische Ministerrath die Auszahlung der rückständigen Kosten der russischen Okkupation Bul­gariens beschlossen.

* Die Italiener sind in Afrika einer großen Gefahr entgangen. Der in italienischen Diensten stehende Kontlbm-Häuptling Habatripus hatte die Auslieferung Massauahs an Ras Alulas und die Ermordung aller Italiener geplant. Zu dem Zweck sollte, während das Gros der italienischen Truppen in Adua stand, ein Dorf bei Massauah angezündet werden, um die in der- Stadt gebliebenen italienischen Truppen dadurch aus der Stadt zu locken, in welche dann Habatripus mit seinen Leuten einbrechen und Alles niedermetzeln wollte. Mit Osman Digma und dem Emir von Kassala hatte der Kontibai-Häuptling ein Abkommen getroffen, wo­nach die Derwische auf Massauah losmarschiren sollten.

* Der König von Portugal hat anläßlich seines Regierungsantritts eine Amnestie für Personen, welche wegen politischer Vergehen und wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt verurtheilt worden sind er­lassen.

„Und hat diese Frau Ihnen ihren Namen ange­geben?" frug der Greis weiter.

„Ich wagte es nicht, sie darnach zu fragen.“

„Sie war jung und schön?" sagten Sie.

„Oh, gewiß, außerordentlich schön! Und diese Toilette hätten Sie sehen sollen!"

Jede Einzelheit, welche dem Greise die Portiers­frau angab, waren für ihn ebenso viele Dolchstiche.

Klara hatte man einfach sitzen lassen, dies war ihm klar — und keine Hoffnung schien mehr vorhanden, ihr Georges wieder zuzuführen.

Tiefer Haß kochte in seiner Brust gegen den jungen

Kapital durch Ueberschüsse, Amortisationen u. s. w. l vuv „„„ UU1

Millionen gedeckt. Abg. Bachem (Centr.) wünschte Panizza und Genossen Anfangs März vor ein Aus Seßhaftmachung der Arbeiter der großen Industrie- ----r"‘* - r‘ "

Centren durch Vermehrung von Arbeiterzügen, um auf diese Weise der Sozialdemokratie entgegenzuarbeiten. Minister v. Maybach erklärte sich mit der Tendenz des Vorschlages vollkommen einverstanden. Abg. Rickert (freis.) erkannte die erfolgreiche Thätigkeit des Mini­sters an. Wie in früheren Jahren, so auch diesmal, brachten viele Abgeordnete ihre Spezialwünsche vor. Schließlich wurden die Vorlage, betreff, die Erweite­rung und Vervollständigung des Staatseisenbahnnetzes, sowie die Verstaatlichungs-Vorlage an die Budgetkom­mission verwiesen. Morgen 11 Uhr: Etat des Mini­steriums des Innern und der Justiz.

Die Bestimmungen über die Stichwahlen lauten wie folgt:

8 12 des Reichswahlgesetzes: Stellt bei einer Wahl eine absolute Stimmenmehrheit sich nicht heraus, so ist nur unter den beiden Kandidaten zu wählen, welche die meisten Stimmen erhalten haben. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Loos.

8 28 des Reglements: Hat sich auf einen Kandidaten die absolute Mehrheit der in dem Wahlkreise abgegebenen gültigen Stimmen vereinigt, so wird derselbe als gewählt proklamirt.

Hat sich eine absolute Stimmenmehrheit nicht heraus­gestellt, so hat der Wahlkommissär die Vornahme einer engeren Wahl zu veranlassen (§ 12 des Gesetzes).

8 29. Der Termin für die engere Wahl ist von dem Wahl- kommissär festzusetzen und darf nicht länger hinaus geschoben werden, als höchstens 14 Tage nach der Ermittelung des Er­gebnisses der ersten Wahl (88 26 und 27 des Reglements.)

8 30. Auf die engere Wahl kommen nur diejenigen beiden Kandidaten, welche die meisten Stimmen erhalten haben (8 12 des Gesetzes). Sind auf mehrere Kandidaten gleich viele Stim­men gefallen, so entscheidet das Loos, welches durch die Hand des Wahlkommissars gezogen wird, darüber, welche beide Kan­didaten auf die engere Wahl zu bringen sind.

sein Vater."

von der französischen Regierung begnadigt worden sei, jat sich nicht bestätigt. Es scheint, daß die Begnadi- ;ung allerdings beabsichtigt war, daß diese Absicht wegen )er starken Opposition, welche dieselbe bei verschiedenen Parteien fand, aufgegeben werden mußte. Für den Fall der Begnadigung standen nämlich Anträge auf Arnne- stirung aller politischen Verurtheiltm, insbesondere auch aller wegen Strikevergehen Verurtheiltm, in Aussicht.

Deutsches Keich.

Berlin, 24. Februar.

* Der Papst ließ sich über den Ausfall der deut­schen Wahlen Bericht erstatten und äußerte sich er- fteut über die erfolgreiche Haltung des Centrums.

* Es scheint sich zu bestätigen, daß die von Kaiser Wilhelm angeregte internationale Konferenz für die Arbeiterfrage schon im Laufe des nächsten Monats ihren Anfang nehmen soll, und daß die schweizerische Regiemng vorläufig wenigstens auf die Berner Kon- fermz verzichtet. Die Beschickung der Konferenz er­folgt fettens der westeuropäischen Industriestaaten unter gewissen Vorbehalten.

* Es gewährt jetzt ein großes Interesse, die Urtheile der einzelnen Parteiblätter über das Wahlresultat zu durchmustern; es geht daraus hervor, daß mit Aus­nahme der den Sozialdemokraten nahestehenden Organe alle übrigen mehr oder weniger unzufrieden find; am meisten natürlich die Kartellblätter, da sowohl National­liberale wie Konservative schlechte Geschäfte gemacht und der Gewinn ausschließlich den Sozialisten zufiel. Hier in Berlin glaubte der Gouveruemeutalismus den Freisinn mit allen Mitteln bekämpfen zu müssen, und jetzt dürfen bei den Stichwahlen wohl selbst die Kartell­parteien für die Freisinnigen eintreten, wenn die Mandate nicht Sozialdemokraten zufallen sollen. Das riesige An­schwellen der letzteren wird in allen Blättern betont, wenn auch verschiedene Ursachen angenommen werden. Da bis jetzt 136 Stichwahlen stattzufinden haben, so läßt sich die Physiognomie des künftigen Parlaments noch immer nicht feststellen, zumal die Sozialisten auch bei den Stichwahlen Vortheile erwarten, allein so viel steht fest, daß sich die Kartellmehrheit des letzten Reichstages nicht mehr wiederholt, sondern daß sich Majoritäten von Fall zu Fall bilden werden.

* Noch bei keiner Reichstagswahl sind so viel Stichwahlen nothwendig gewesen als bei der jetzigen, In etwa einem Drittel aller Wahlkreise haben solche stattzufinden. Da die Stichwahlen am 1. März er­folgen sollen, so wird es noch eine Woche währen bevor wir ein, abgeschlossenes Bild der Zusammmsetzuiig des neuen Reichstags erhalten.

* Das Abgeordnetenhaus ehrte zunächst das Andenken des verstorbenen Mitgliedes Niemeyer (nat.- lib.) durch Erheben von den Plätzen. Alsdann wurde in die erste Berathung der Vorlage, betreff, die Er­weiterung des Staatsbahnnetzes, eingetreten. Minister v. Maybach lonftatirte, daß sich das Staatsbahnnetz seit 1880 um 27,000 Kilometer vermehrt habe. Auch die technischen und finanziellen Erfolge seien günftige. So seien heute bereits von 995 Millionen Anlage-

* Mannh ei m, 24. Febr. Die Stichwahl ist hier ~ ” 1 anberaumt.

Es war ihm unmöglich, das Gespräch noch weiter fortzusetzen, er grüßte die Frau und entfernte sich.

„Klara ist rettungs- und hoffnungslos verloren," dachte er unterwegs bei sich.

Und er konnte nichts für sie thun, nichts!

Wie sehr mußte sie nicht leiden — und ein böses Geschick wollte es, daß er Augenzeuge ihres Kummers sein mußte, und daß er ihr den letzten tödtlichen Streich versetzen sollte!

Weßhalb hatte er sich auch um diese Angelegenheit bekümmert?

Welch' thörichte Hoffnungen hatte er zu hegen ge­wagt?

* Die beiden Häuser der Legislatur des Staates New-Iork haben nach langen Debatten 10 Millionen Dollars für eine 1892 in der Stadt New-York abzu­haltende Weltausstellung bewilligt. Damit ist im deß das Unternehmen noch lange nicht gesichert/ vor Allem muß nun noch der Kongreß zu Washington seine Zustimmung geben.

„Aber was ist Ihnen eigentlich, lieber Herr?" „Oh nichts, nichts," antwortete er schnell.

„Sie sind vielleicht ein Verwandter des Herrn de Fresnieres?"

Daniels Geheimniß.

Nach dem Französischen von I. Rüttgers.

(39. Fortsetzung.)

„Ja, denken Sie sich, ein Advokat," ergänzte die Portiersfrau . . . Und dazu so sehr beschäftigt! All' seine Sachen liegen da, und selbst seinen Klienten hat er nichts mitgetheilt!"

„Und wenn ihm ein Unglück zugestoßen wäre?" meinte der Greis.

„Ein Unglück, sagen Sie? Ich glaube eher, was Zeitungen sagen! Er ist ja ein junger Mann, nicht „Freilich, aber was sagen denn die Zeitungen?" frug der Greis aufhorchend.

k-' fugen, daß eine Frau im Spiele sei!" Fran?“ wiederholte der Greis wankend. „Wetzhalb meinen Sie das?"

> "®^e fi"d mit Herrn de Fresnieres befreundet?" trug die Frau den Greis anblickend.

„Sie hegen Theilnahrne für ihn?"

„O ja, recht sehr.“

-fE. ich Ihnen sagen, was ich noch elrZ tT ""sche lt habe: Sie scheinen mir ein ehrenwerther, vernünftiger Mann zu s7in."

„Gut — sprechen Sie!"

JM 46.

Mittwoch, den 26. Februar 1890.

k7. Jahrgang

Fuldaer Zeitung

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