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lingen (Baden) der Verlegung der dortigen Unteroffi­zierschule nach Hersfeld entgegensieht.

* Kassel, 11. Februar. Beim Schornsteinreinigen stürzte gestern Nachmittag gegen 4 Uhr ein Schorn­steinfegermeister von dem Dache eines Hauses in der Müllergasse sammt dem auf dem Schornstein aufge­setzten Thonrohr herab, hatte aber die Geistesgegen­wart, sich am Dachsparren festzuhalten und sich so zu retten. Das Rohr fiel in Stücken auf das Straßen­pflaster.

* Aus dem Kreise Eschwege, 10. Februar, wird der ,Eis. Tagesp.^ geschrieben: Der Kandidat der Freisinnigen für den Wahlkreis Eschwege-Witzen- hausen-Schmalkalden, Herr Buchdruckereibesitzer F. Wilisch aus Schmalkalden, hat seit einer Woche die Kreise Eschwege-Witzenhausen besucht und speziell in Herleshausen, Frankenhausen, Waldkappel, Eltmanns- Hausen, Wanfrid und Bischhausen mit vielem Erfolg Vorträge gehalten, obwohl Alles aufgeboten wurde, um thunlichst sein Auftreten zu verhindern. So wurden Herrn F. Wilisch in Frankenhausen, Franken­hain und Abterode die Säle zu seinen Vorträgen trotz vorheriger Zusage verweigert, weil die Wirthe Maß­regelungen durch die Landräthe fürchteten. Die Flug­blätter wurden konfiszirt, das Ausklingeln der Ver­sammlungen untersagt u. A. mehr. — Ein Beweis dafür, daß Herr Wilisch seiner Aufgabe gewachsen ist, darf wohl darin gefunden werden, daß er ohne jede Assistenz eines Parlamentariers die freisinnige Sache in den Kreisen Eschwege und Witzenhausen so gefördert hat, daß eine Stichwahl zwischen Herrn v. Christen (Kartell) und Herrn Wilisch (Freisinn) sicher zu erwarten ist. Wie ein sozialdemokratischer Vertreter öffentlich darlegte, wird in der Stichwahl die sehr große Zahl der Sozialdemokraten für den Freisinn gegen das Kartell stimmen. In Eschwege war am Sonntag Nachmittag die Versammlung von 500 bis 600 Wählern besucht und obwohl auch bei diesem

Vortrag Herrn Wilisch kein Parlamentarier zur Seite stand, war sein Erfolg ein großer. Am Montag Abend sprach Herr Wilisch in Allendorf-Sooden und gelang es ihm vorzüglich, die Kartellisten abzuführen, . — Im Kreise Schmalkalden stehen die Aktion der freisinnigen Partei recht gut.

* Schlitz, 11. Febr. Der „Hessische Hof" wurde am Samstag von Herrn Gregor Kraus in Hünfeld zum Preise von 16,300 Mark gekauft. Dem Ver­nehmen nach findet die Uebernahme seitens des neuen Besitzers am 1. April statt.

* JnOberhessen entwickeln die Antisemiten eine fieberhafte Thätigkeit. In Alsfeld ist Pickenbach zwar von der Kandidatur wegen Krankheit zurückgetreten. In seine Stelle ist aber der Redakteur Zimmermann aus Dresden gerückt, der von Dorf zu Dorf zieht und allenthalben mit offenen Armen empfangen wird. In Gießen werden die Antisemiten das Zünglein an der Waage bilden, wenn es zur Stichwahl zwischen dem Freisinnigen Gutfleisch und dem Nationalliberalen Schlenke kommt. Mit einem massenhaft verbreiteten Flugblatte, das einen erbaulichen Auszug aus den Personalien Vöckel's bringt, wird das Kartell auch schwerlich den antisemitischen Ansturm abschlagen.

Vermischtes.

(Der Zar spart.) Einem Petersburger Briefe, welcher die Nachricht bestätigt, daß der Zar eine strenge Untersuchung der übermäßig großen Ausgaben des kaiserlichen Hofes ange­ordnet und beschlossen habe, die Ausgaben wesentlich einzuschrän­ken, entnimmt das ,Jllustr. Wien. Extrabl/ folgende interessante Mittheilungen: Seit einiger Zeit bemerkt man, daß der Zar alle unnützen Posten, welche auf dem Ausgabcetat der Zivilliste des kaiserlichen Hofes figuriren, unbarmherzig streicht und überhaupt bemüht ist, die Zivilliste so stark als möglich einzuschränken. Während beispielsweise früher der Kaiserin eine Jahresapanage von 600,000 Rubel zugewiesen wurde, erhält dieselbe jetzt nur die Hälfte. Auch in den Hofämtern und beim Hofhalte werden allerlei Ersparungs-Maßregeln eingeführt. Der militärische Stab wurde stark reduzirt. Bei dem Regierungsantritte des Zaren

bestand die kaiserliche Suite aus 450 Personen, gegenwärtig zählt sie einschließlich der 15 Mitglieder der kaiserlichen Familie nur 145 Personen. Der Grund dieser ökonomischen Maßregeln soll darin liegen, daß der Zar einige Fälle von beispielloser Ver­schwendung in der Hofverwaltung entdeckte. Zur Charakterisir- ung der Art, wie die russische Hofverwaltung bei der Abfassung von Rechnungen vorgeht, kursirt folgende bemerkenswerthe Anekdote: Unter den Ausgaben wurden u. A. alljährlich 250 Rubel für Lippensalbe verrechnet. Dem Zaren Nikolaus fiel dies auf, er forschte der Sache nach und man entdeckte schließlich den Ursprung dieser Rechnung: die Kaiserin Katharina II. hatte eines Tages aufgesprungene Lippen und verlangte einen kleinen Tiegel Lippensalbe für einige Kreuzer. Nach dieser kleinen Probe kann man sich wohl vorstellen, wie es mit den Rechnungen für Küche und Keller bestellt ist.

(Schlagfertig.) Dame (zu einem Angler): „Sagen Sie, wird Ihnen denn die Zeit nicht lang, wenn nichts anbeißt?" — Herr; „Nee, die Damen müssen oft noch viel länger warten, bis Einer anbeißt."

Meteorologische Beobachtungen

der hiesigen Wetterwarte.

Datum

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Barom.

Millim.

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Das barometrische Maximum hat neuerdings an Raum und Intensität gewonnen. Unter seinem Einfluß herrscht in Zentral- Europa theils heiteres, theils nebliges Wetter mit Frost, der jedoch nur im Südosten Europas strenger auftritt. Frische süd­liche Winde über den britischen Inseln lassen eine Depression aus dem Ozean erkennen, die jedoch rasch nordwärts ziehen dürfte.

Letzte Beobachtung lOVz Uhr Morgens.

Luftdruck — 739,7 mm. — Lufttemperatur — 0,6» 0. — Luft­feuchtigkeit — 92»/t. — Wolkenzug — 0. — Windrichtung — O4. — Limmelsanflcht — v. heiter.

Nutz- und Drennhoh- Versteigerung

in der Oberförsterei Thier­garten.

Freitag, 21. Februar e , Vormittags 9^2 Uhr beginnend, kommen bei demGastwirth Kaspar Joseph Weber zu Schwarzbach nachstehende Hölzer unter den üblichen Bedingungen zur öffent­lichen Versteigerung und zwar: 1. Schutzbezirk Schwarzbach (Förster Ring).

Forstort Obernüsterrasen, Hotzel- berg, Sonnthal, Kermeserhardt, Buchholz und Schwarzbacherhute.

Eichen:

2 Stämme 3. Kl. — 2,13 Fm., 18 Stämme 4. Kl. = 13 Fm., 64 Stämme 5. Kl. = 18 Fm., 5 Rmtr. Nutzscheite in Rollen.

Buchen:

3 Rmtr. Felgenholz, 162 Rtr. Scheite, 41 Rmtr. Knüppel, 86 Schock Reiser 2. u. 3. Klasse.

B irfen:

2 Stämme 5. Kl. = 0,60 Fm., 2 Rmtr. Nutzscheite, 7 Rmtr. Scheite, Via Schock Reis.

Nadelholz: x

37 Stämme 2. u. 3. Kl. — 48 Fm., 109 Stämme 4. Kl. — 78Fm., 159 Stämme 5. Kl. =, 52 Fm., 10 Stangen 3. Kl., 100 Stang. 4., 5. u. 6. Kl., 6 Rmtr. Nutzscheite, 83 Scheite, 37 Knüppel, 5 Rmtr. Reis u. 401/» Schock Reiser.

Auf die vorzügliche Qualität der imForstort Hotzelberg lagernd. Kiefern-, Schneide- (Schreiner) Hölzer wird besonders aufmerk­sam gemacht.

2. Schutzbezirk Sandberg 2. (Förster Meyer).

Forstort Stammluck, Waldrasen und Rödergrundstannen.

Eichen:

1 Stamm 4. Kl. — 0,67 Fm. Buchen:

ca. 120 Rmtr. Scheite, 210 Rmtr. Knüppel, 180 Rmtr. Reis 1. Kl., 100 Schock Reis.

Kiefern u. Lärchen:

16 Stämme 4. Kl. — 11 Fm., 70 Stämme 5. Kl. = 26 Fm. und 17 Rmtr.

Nutzscheite in Rollen 3

Meter lang. [339

Die Förster sind angewiesen die Hölzer auf Verlangen am Lagerungsorte vorzuzeigen. Die Hölzer stehen gut zur Abfuhr.

Thiergarten, 10. Februar 1890. Der Oberförster

Schilling.

Aotzverkauftbekannt- machung.

Königliche Oberförsterei Gers­feld. (Schutzbezirk Dalherda).

Am 21, Februar 1890, von Nachmittags 1 Uhr ab soll in der Kolb'schen Gastwirth- schaft zu Schmalnau das in den Distrikten Nr. 3 Weiherseifig, 4 Löchelrain, 7 Zigeunerrain und 14 Zieglerslahn lagernde Nutz- und Brennholz und zwar:

17 Stück Buchen-Abschnitte mit 13,25 Fm., 4 Rmtr. Buchen- Nutzscheite, 344 Rmtr. Buchen- Scheit- und Knüppelholz, 1200 Rmtr. Buchen-Reiser 3. Kl., 18 Rmtr. Erlen rc.' Scheit- und Knüppelholz und 7 Rmtr. Nadel­holz Scheit- und Knüppelholz öffentlich meistbietend zum Ver­kaufe ausgeboten werden.

Der betreffende Förster, sowie der Forstaufseher Jäschke zu Gichenbach ertheilen über das zum Verkauf kommende Holz auf Ansuchen mündlich nähere Aus­kunft.

Die Herren Vorsteher werden um gefällige Bekanntmachung er­sucht.

Gersfeld, 11. Februar 1890. Der Oberförster

Rasch.

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