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der .Germania' ein parlamentarischer Berichterstatter schreibt, gänzlich unbegründet. Die Vorarbeiten für diese Vorlage sind noch nicht abgeschlossen und die Fertigstellung vor dem Monat März schwerlich zu erwarten.

-TT Das Fest des Begründers der ersten Fuldaer Schule, des hl. RhabanusMaurus, wurde gestern in der hiesigen theologischen Lehranstalt durch solennes Hochamt und Festakt in Gegenwart des hochwürdigsten Herrn Bischofs gefeiert. Alumnen des 2. und 3. Jah­res veranstalteten nach kurzer Darlegung des Gegen­standes je eine Disputation über das Objekt der Herz- Jesu-Andacht und die Unsterblichkeit der menschlichen Seele, beide unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Gut- berlet. Der akademische Cäcilienverein verherrlichte die Festfeier durch ausgewählte Gesangvorträge. Neben der Freude über die Fortschritte seiner Alumnen in den Studien gaben Se. Bischöfl. Gnaden am Schlüsse ganz besonders ihrer hohen Befriedigung darüber Ausdruck, daß Prof. Dr. Gutberlet der Lehranstalt erhalten blieb. — Bei dieser Gelegenheit wollen wir den Lesern ver- rathen, daß vor kurzer Zeit energische Anstrengungen gemacht wurden, Dr. Gutberlet als Leiter für das an der katholischen Universität Löwen neubegründete philosophische Institut zu gewinnen. So ehrenvoll dieser Ruf auch für Fulda sein mag, größer noch ist sicher die Freude von Gutberlet's zahlreichen Verehrern und Schülern in der Diözese Fulda über dessen Ablehnung. — Zugleich sind wir in der angenehmen Lage, mit­theilen zu können, daß die 2. Auflage von Gutberlet's Theodicee im Druck bereits vollendet ist und demnächst im Buchhandel erscheint. Auch eine 2. Auflage der Psychologie befindet sich in Vorbereitung. Mit Recht dürfen wir darin ein erfreuliches Zeichen erblicken, daß die ernste Geistesarbeit des berühmten Philosophen, speziell auch seine Art und Weise, die christliche Philo­sophie für die Bedürfnisse unserer Zeit zu bearbeiten, in immer weitere Kreise Eingang findet. Wir können zugleich konstatiren, daß gerade die kompetentesten Beurtheiler, die Philosophen selbst, nicht bloß in Deutschland, auch in Belgien und Frankreich, Gutber­let's philosophischen Arbeiten in immer höherem Grade ihre Aufmerksamkeit zuwenden.

* Die Steuern für die Monate Januar, Februar und März sind bis zum 16. d. M. zu berichtigen.

* Am Sonnabend ist die Ziehung der 4. Klasse der 181. Preußischen Lotterie zu Ende gegangen. Die Erneuerung der Loose zu der 1. Klasse der 182. Lotterie, welche am 8. April beginnt, hat 14 Tage nach Be­endigung der 4. Klasse 181. Lotterie zu erfolgen.

Q) Morgen (Donnerstag) spielt Frl. Erna Kühne zu ihrem Benefiz das „Lorle in Dorf und Stadt". Eine Rolle, die sie bei der berühmten Antonie Bau­meister studirt und in der sie später in Leipzig gastiren wird.

* Am Mittwoch den 26. Februar d. I., Nach­mittags 3 Uhr, findet zu Kassel im Kleinen Stadt­bausaale an der Fulda eine Generalversammlung des Vereins gegen Wucher im Regierungsbezirk Kassel statt. Tagesordnung: 1. Jahresbericht für 1889. 2. Vorlegung der Rechnung für 1889. 3. Wahl von 4 Vorstandsmitgliedern an Stelle der ausgeschiedenen. 4. Abänderung des §. 7. der Statuten, betreffend die Höhe der Mitgliederbeiträge."

* Für den Dienstbotenwechsel, der am häufigsten um diese Zeit zu geschehen pflegt, bringen wir zur Vermeidung von Bestrafungen den Betreffen­den insbesondere folgende Vorschriften in Erinnerung! 1) Jeder Dienstbote muß beim Eintritt in den Dienst mit einem von der Ortspolizei-Behörde ausgefertigten Dienstbuche versehen sein; er hat beim Ausscheiden aus dem Dienste das mit dem Zeugniß der letzten Dienst­herrschaft versehene Dienstbuch der Ortspolizei-Behörde zur Beglaubigung rc. vorzulegen und dann der neuen Herrschaft zur Aufbewahrung zu übergeben. 2) Keine Dienstherrschaft darf einen Dienstboten ohne Dienstbuch in den Dienst nehmen und jede Dienstherrschaft hat in dem von ihr aufzubewahrenden Dienstbuche bei Lösung des Dienstverträges die Kolonnen 5 und 6 wahrheits­getreu auszufüllen; die wissentlich unrichtige Ausfüllung ist strafbar.

* Die ärztliche Staatsprüfung bestanden im deutschen Reiche während des Prüfungsjahres 1889/90 1206 Kandidaten und Doktoren der Heilkunde. Von diesen wurden in Preußen geprüft 506, in Bayern 373, in Sachsen 135, in Württemberg 29, in Baden 61, in Hessen 13, in Mecklenburg-Schwerin 24, in

den sächsischen Kleinstaaten 36 und in Elsaß 31. Einer der sieben Ausländer war Massage-Arzt Mezger aus i Amsterdam, der in Wiesbaden seine Praxis ausübt.

Die Prüfung als Zahnarzt bestanden 104 Kandidaten, diejenige als Thierarzt 185 und die Apotheker­prüfung 544.

* Hersfeld, 3. Febr. In der gestrigen zweiten Wählerversammlung in Bebra, welche auch von Hers­feld wieder sehr zahlreich besucht war, machte Herr Landrath von Altenbockum aus Rotenburg die Mit­theilung, daß Herr Freiherr von Schleinitz von einer Kandidatur zurücktrete. Der seitherige Abgeordnete, Herr Seyffarth, hat demnach auf seine Kandidatur nicht, wie vielfach mit Rücksicht auf das Resultat der ersten Versammlung gehofft wurde, Verzicht geleistet. Ob trotzdem von hier aus ein neuer Kandidat auf­gestellt wird, ist bis jetzt noch unbestimmt. (H. Ztg.)

* Eisenach, 4. Febr. In einem hiesigen Hotel stieg kürzlich während der Mittagszeit ein Reisender ab und bestellte sich beim Kellner Mittagsessen. Der letztere blickt den Gast von unten bis oben groß an und erklärt: „Haben wir nicht!" Der Reisende zeigt auf einen der Tische, wo mehrere Herren ihr Mittags­mahl einnahmeu, mit der Bemerkung: Die Herren essen ja doch auch, wie ich sehe!" — Dem Kellner geht ein Licht auf: „Ah, — Sie wünschen ein Diner! Sehr wohl!" — Tableau!

* Rotenburg, 31. Jan. Gestern wollten der Kommis und der Lehrling des Kaufmanns K. hier ein Faß Petroleum in den Keller schaffen, als der Strick, an dem das Faß gehalten wurde, gleich oben zerriß. Das schwere Faß stürzte nun mit ganzer Wucht auf den unten im Keller stehenden Lehrling und zerquetschte dem Unglücklichen den Schädel derart, daß der Tod sofort eintrat.

* Dem Vernehmen nach hat Geheimrath Oetker in Berlin auf die ihm wieder angetragene Kandidatur in seinem bisherigen Wahlkreise Hofgeis mar-Wolf - hagen-Rinteln zu Gunsten des Kammergerichts­rath Kersting, welcher sich gleichfalls zur national­liberalen Partei bekennt, verzichtet. Kammergerichtsrath Kersting ist also jetzt alleiniger Kandidat der Kartell­parteien im fraglichen Wahlkreise.

* Frankfurt, 4. Febr. Einen gräßlichen Tod fand am Samstag Abend auf dem der Hessischen Lud- wigsbahn zustehenden Theile des Hauptbahnhofs der Rangirer Kugelmann, welcher beim Rangiren eines Personenzuges überfahren und von den Rädern mitten durchgeschnitten wurde. Man vermuthet, — es hat Niemand etwas von dem Vorfall bemerkt — daß der Mann von einem Wagen auf den anderen springen wollte, dabei stürzte und so unter den Zug gerieth. Der Verunglückte war 28 Jahre alt und noch ledig. — Der Hilfsheizer Schroth von Darmstadt, der Sams­tag Vormittag von der Maschine stürzte und schwere Verletzungen am Kopfe davontrug, ist nach wenigen Stunden gestorben.

* Aus Kurhessen, 3. Febr. Am westlichen Ab­hange des Spessart, in der südlichsten Gegend Kur­hessens, hat am 28. vor. Mts. ein furchtbarer Wirbel­sturm gehaust, welcher in den Walddistrikten arge Ver­heerungen angerichtet hat. Die Walddistrikte Kleffelberg, Bremergrund, Kurzethal, Gipfelsberg u. s. w., welche mit Nadelholz bepflanzt sind, wurden am härtesten mitgenommen und ihr Bestand ist total vernichtet; im ganzen ist eine Fläche von 1200 Ar (12 Hektar) mit mehreren tausend Meter Nadelholz (Tannen) vom Wirbelsturm vernichtet worden. Auch im Stadtwalde von Orb hat der Sturm erheblichen Schaden ange­richtet. Wie Augenzeugen berichten, hat es sich nur um wenige Minuten gehandelt und die Verwüstungen waren geschehen. Der Wirbelsturm zog Nachmittags gegen 4 Uhr, von Westen nach Osten schreitend über die Wälder hin und unter weithin hörbarem Krachen stürzten die Bäume zusammen. Die dicksten Stämme sind wie Schwefelhölzer 1 bis 5 Meter über dem Erdboden geknickt, mehrere sind sogar zweimal ge­brochen, ein großer Theil der Tannen ist auch mit den Wurzeln aus der Erde gehoben, alles liegt kreuz und quer durcheinander, ein wüstes Chaos, das jeder Beschreibung spottet. Nicht nur in den Wäldern, auch in Gärten und Feldern sind arge Verheerungen an­gerichtet.

* Weimar, 4. Febr. Die verstorbene Kaiserin Augusta hat der Stadt Weimar 40,000 Mark als Legat überwiesen.

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Vermischtes.

* In der Geschichte des preußischen Staates hat der 4. sowie auch der 5. Februar seine besondere Bedeutung. Am 4. Februar 1806 gelangte in Preußen das Papiergeld zur Ein­führung. Am 5. Februar 1794 fand die Publikation des preu­ßischen allgemeinen Landrechts statt.

* Der Walzer der Lieblingstanz der deutschen Jugend, schwebt in Gefahr. Ein Meister hat herausgefunden, daß unsere Jugend das Walzen nicht mehr verträgt, daß letzteres sich auf die Nerven schlägt und daß die Jugend immer blasirter wird, indem sie im Ballsaal nicht zum Tanzen, sondern zum Plaudern sich einfindet, wobei die Damenwelt die Schaustellung der Toi­letten als höchsten Zweck anerkennt. Und dieser Meister, der dem Lchnellwalzer das Todesurtheil zu sprechen beabsichtigt ist Niemand anders als Johann Strauß. Der Walzerkönig will eigenhändig den Thron zertrümmern, den er von seinem Vater Johann Strauß dem Aelteren, ererbt. Die Popularität, die er durch seine Melodien sich erschmeichelt, gilt ihm nichts. Er ist kein Anhänger der eigenen Legitimität, er will eine Revolution auf dem Gebiet des Tanzes und dessen Musik hervorbringen Und was er bezweckt, ist nichts Gewöhnliches: er will den Kon­versationstanz mit dem Walzer unter dem Namen „Menuet- Walzer" verbinden^ Dieser neue Tanz soll sich auch im Drei­vierteltakt bewegen; derselbe beginnt im Stil des Menuets oder der Polonaise mit einem Andante gracioso und geht dann in einen wirklichen Walzer über. Die Damen sollen dabei den Vortheil haben, daß sie im ersten Theil mit einem schon etwas „bequemeren", tm zweiten Theil mit einem wirklichen und flotten Tänzer tanzen können. Ob diese Neuerung auch eine Ver­besserung bedeutet, mögen unsere tanzlustigen Damen entscheiden. Die Reform ist freilich noch nicht fertig, ja nicht einmal zu Papier gebracht; aber wie Strauß versichert, wird der „Reform- Walzer" kommen. Von der Bühne herab wird er seinen Einzug halten in den Ballsaal. Bis dahin wird man sich aber mit dem jetzigen Walzer schlecht und recht begnügen müssen

[„Unter die Haube kommen.") Nicht allen unseren Leserinnen mag die Bewandtniß dieses uralten deiktschen Sprich­wortes bekannt sein, das doch wohl eine Jede gar geläufig brauchen mag, wenn eine ihrer Freundinnen sich in die goldenen Fesseln der Ehe begiebt. Es war nämlich ein Vorrecht der deutschen Jungfrauen aus freiem Stande, das Haar wallend über deu Nacken hängen zu lassen, und auch bei der Hochzeit war ihnen noch dieser Gebrauch gestattet, — als Setd/en der makellosen Jugend. Waren sie jedoch ein „ehelich Weib" ge­worden, so mußten sie ihr Haar zu einem Knoten schürzen und das Haupt mit einem Schleier umwinden oder mit einer Haube bedecken, damit äußerlich hinweisend, daß sie ihre jungfräuliche Umgebung verloren hatten und der Vormundschaft des Mannes volles Recht einräumten.

[Im Theater.) Schauspieler (als Richard III.). „Ein Pferd! Em Königreich für ein Pferd!" — Stimme" von der Gallerte: „Darf's ein Esel auch sein?" — Schauspieler (nach oben): „Jawohl, kommen Sie nur herunter!"

Literarisches.

§ Von der Zeitschrift „Gott will es!" liegt bereits das 3. Heft des 2. Jahrganges vor. Aus diesem ersehen wir, daß der Afrika-Verein den Weißen Vätern Lavigeries, welche be­kanntlich einen Theil des deutschen Gebietes missioniren und in Folge der ostafrikanischen Kämpfe schwere Verluste erlitten haben 40,000 Mk. bewilligte. Veranlassung dazu war eine Denkschrift des Generals an den Centralausschuß, welche in dem 3 Hefte wörtlich mitgetheilt wird. Sehr interessant scheint die Arbeit' des Barons v. Bethune zu werden, „die kath. Missionen in Afrika" von welchen das vorliegende Heft die erste Fortsetzung bringt' Wie wir hören, hat sich die Zahl der Abonnenten erfreulicher Weise um etwa ein Drittel vermehrt, ein gutes Zeichen für das Interesse der deutschen Katholiken an dem großen Kulturwerk rn Afrika. Wer noch zu abonniren wünscht, thue es bald bei der nächsten Post und Buchhandlung. Die bereits erschienenen Hefte liefert jede Post oder Buchhandlung nach.

Der Postdampfer „Waesland" der „Red Star Linie", in Antwerpen, tft laut Telegramm am 2. Februar wohlbehalten in New-Aork angekommen.

S

Therm. j

Celsius |

Wetter.

Max.

Mm.

4

—1,1

—7,0

5

-11,0

Temperatur­extreme.

v. heiter bedeckt

—1,1 —7,0

Meteorologische Beobachtungen

der hiesigen Wetterwarte.

Barom.

Millim.

742,8

740,8

740,0

G 2 9

7

Wind­richtung ».Stärke.

NL1 NNW1

, Windst.! heiter

Luftdruck fällt noch langsam. Der Gehalt der Luft an relativer Feuchtigkeit hat um 4% zugenommen. Die niedrigste Temperatur der letzten 24 Stunden war = —H,9°C. Heute Morgen bei Windstille starker Rauhfrost, Reifbildung und leichter Nebel.

Das Barometer im Süden und Westen gefallen im Nord­osten gestiegen, am höchsten ist der Luftdruck über Ungarn wo strenge Kälte herrscht. In Centraleuropa ist das Wetter ruhig melfach nebelig. In Deutschland liegt die Temperatur an der Küste meist etwas über, im Binnenlande unter dem Gefrier­punkte. [Seewarte.l

o Letzte Beobachtung lOi/g Uhr Morgens.

Luftdruck — 740,6 mm. — Lufttemperatur — —7606 — Luttfeuchtigkeit = 970/.. - Wolkenzug (Strati) aus SSO.' - Windrichtung = Windstill. — Simmelsansicbt = z beiter

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Die Papiere werden, wie seither von der Fuldaer Aktien- druckerei, auch ferner von mir zu den „Original-Fabrikpreisen" geliefert und bitte ich die geehrten Abnehmer sich bei Bedarf an mich gefl. wenden zu wollen.

Gleichzeitig empfehle gute Normaltinte

.__ Hochachtungsvoll

VF; B. Schenck,

nächst der Windmühle.