bloß einen Sohn
Bank
einer genug Wenn
Gehorsams in das Volk tragen, sondern daß die Männer den Frieden und Glück des Staates und Gesellschaft mit begründen und fördern, welche die Religion als die Grundveste des Volkswohls betrachtet, und nach dieser Erkenutniß in ihrem Kreise gewirkt haben. Aus diesem Grunde kann man den katholischen Lehrerverband wahrhaft „staatserhaltend" nennen und den dringenden Wunsch hegen, daß sein Bestehen allseitig Unterstützung finden möge.
mir unangenehm Geschäfte machen meine Kinder ein-
„Sprich!" sagte Daniel neugierig.
Ronstau zog jetzt seinen Freund zu einer hin, auf welcher sie sich dann niederließen.
„In Finanzgeschäften", hob Ronstau nach kurzen Pause an, „kann man niemals Kapitalim haben. Je mehr Geld, desto mehr Gewinn.
sichten berühmter katholischer Pädagogen wieder mehr zur Geltung kommen und den Weg zur Reform im Schulwesen allmählich bahnen. Dies ist indessen nicht nur Wünschenswerth, sondern auch nothwendig. In der neuen Aera der Volksschule wurde die alte volkspäda- I gogische Erbweisheit, welche aus der christlichen Weltanschauung und der tiefen Kenntniß der menschlichen Natur und Volksart geschöpst war, bei Seite geschoben. Der Lehrer sollte nur noch Lehrer sein. Darauf wurde auch mehr und mehr die Vorbildung der Lehrer zugerichtet. Er sollte Alles wissen, d. h. von Allem, was in den höheren Schulen ein ganzes Lehrer - Kollegium weiß und lehrt, ein Bischen. So wurden die Volksschulen mehr und mehr Tretmühlen realistischer Experimente und Dressir- und Marter - Anstalten für die Jugend. Die Erziehung und mit ihr das erziehliche Moment in der Schule, die Religion, trat in den Hintergrund, nur die realistischen Unterrichts-Gegenstände hatten noch Geltung und Werth. Jetzt beginnt man halb und halb einzusehen, daß ein derartiges Verfahren üble Folgen haben muß. Selbst Schulmänner, denen man nicht den Vorwurf großer Religions-Freundlichkeit machen kann, sagen, die Pädagogik sei im Rückschritte begriffen, es darf in der Volksschule nicht so weiter gehen, Mittel und Wege müssen gefunden werden, die Sachlage zu ändern. Auch erblickt man in der Volksschule ein Mittel der Ausbreitung der Sozialdemokratie entgegenzuwirken, und wenn die Volksschule wieder echt christlich würde, dann wäre sie auch unstreitig dazu geschaffen, m.t >n Volksgeist wobltbätig einzuwirken. Wenn die Jugend erzogen wird zur wahren Gottesfurcht, zum Gehorsam, zur Arbeitsamkeit, Ordnung und Selbstverleugnung und diese Tugenden recht Wurzel gefaßt haben in dem Herzen der Jugend, dann ist damit ein starker Damm aufgerichtet, gegen die Umsturzideen, die jetzt immer mehr in das Volk eindringen. Deshalb also verdient das Bestreben der katholischen Lehrer, als eine geschlossene Phalanx, die Prinzipien des Christenthums einmüthig zu erkennen, sie soviel als irgend thunlich bei der Erziehung der Jugend praktisch anzuwenden, Anerkennung und Lob. Der katholische Lehrerverband muß als eine Stütze der christlichen Erziehung betrachtet werden und es ist nur zu wünschen, daß er immer mehr erstarkt, an Einfluß zunimmt. Früher oder später wird man dann auch in höheren Kreisen zu der Ueberzeugung gelangen, daß nicht die Anhänger des Rationalismus und Naturalismus unter den Volksschullehrern diejenigen sind, welche die Achtung vor göttlicher und weltlicher Autorität, den Geist der Ordnung und des
Zur Bewegung im katholischen Lehrerstande.
Der Aufschwung im katholischen Lehrerstande Preußen-Deutschlands, den die letzte Hälfte des verflossenen Jahres gezeitigt hat, ist ein sehr erfreulicher und für die katholische Volksschule von großer Bedeutung. Seit der „Aera Falk" „seligen" Angedenkens, hatte sich auch in die katholische Lehrerschaft das Uebel des Jndifferen- tismus mehr oder weniger eingeschlichen, sie folgte zum Theil den Wegen der Rationalisten und Naturalisten und daß dies der Erziehung der Jugend nicht zu besonderem Nutzen gereichte, läßt sich beim besten Willen nicht leugnen. Damit soll keineswegs gesagt sein, daß alle Lehrer die ihnen obliegenden Pflichten der ihnen auvertrauten Jugend gegenüber vernachlässigt hätten, aber die Erfahrung lehrt, daß der Geist, dem man selbst folgt, auch immerhin in etwas auf andere übertragen wird. Es wurde in der Schule mehr Gewicht auf den Unterricht, als auf die Erziehung gelegt und dies konnte für die Jugend nicht segenbringend sein. Unterricht und Erziehung lassen sich nicht von einander trennen: wer lehrt, erzieht, und umgekehrt. Treten aber gewisse Unterrichtsfächer mehr als andere in den Vordergrund, so ist es natürlich, daß die Erziehung durch jene beeinflußt wird und das ist ein Fehler, welcher der heutigen Volksschule anhaftet. Die christlichen Schüler sollen im Geiste des Christenthums erzogen, nicht aber zu Naturforschern und Verstandesmenschen herangebildet werben. Das letztere scheint indessen der Zweck der heutigen Lehrmethode zu sein, und deßhalb ist es von sehr weittragender Bedeutung, daß die katholischen Lehrer der ihnen auf der Katholikenversammlung zu Bochum gegebenen Anregung gefolgt sind und sich allerorten zusammenschaaren um die Fahne des Katholizismus. Das katholische Bewußtsein wird dadurch gestärkt und der Geist der Kirche neu in den Herzen der Lehrer belebt. Die Folge davon wird sein, daß sie aus sich selbst der christlichen Erziehung der Schüler größere Sorgfalt Menden und den Unterricht darnach einrichten. Höchst erfreulich ist es auch, dgß die katholische Lehrerfachpresse eine bedeutende Erweiterung erfahren hat durch die Neugründung verschiedener Organe, und daß bewährte Verlagshandlungen es sich angelegen sein lassen, durch die Herausgabe älterer katholischer Erziehungsschriften die Lehrer in den Stand zu setzen, sich über die Beständigkeit der katholischen Erziehungs- und Unterrichts- Grundsätze zu insormiren und sich diese zu eigen zu machen. So werden die trefflichen Grundsätze, die An
Daniel's Geheimnis.
Nach dem Französischen von I. Rüttgers.
(3. Fortsetzung.)
2.
Unterwegs begann Ronstau, seinem Freunde den Zweck seines Besuches auseinanderzusetzen. Er komme direkt von Paris, woselbst er seit der Zeit. wohnte, wo Daniel ihn nicht mehr gesehen hatte; beide sind nämlich Kameraden vom Kolleg her. Ronstau ist Finanzier und sehr reich geworden: die wenigm Kapitalien, welche ihm sein Vater hinterlassm hat, haben sich in kurzer Zeit verhunderffacht.
Mit der Hast eines Mannes, welcher „wmig Zeit" hat, setzte Ronstau seinem Freunde alles dies rasch auseinander.
„Du bist also jetzt schon Millionär", antwortet Daniel seinem Freunde langsam, während ihn so etwas wie Neid überkommt.
„Ja, ja", erwidert Ronstau lachend, „zwei oder drei Mal, ich weiß es nicht genau. Und doch stehe ich nur am Anfänge."
„Du Glücklicher!" seufzt Daniel.
„Bist Du etwa in Belegenheit? sagt Ronstau hastig.
„Du weißt ja, was ich besitze, ist auch Dein."
„Ich danke", erwidert Daniel, ich lebe glücklich und zufrieden von dem Wenigen, was ich besitze.
„Das heißt. Du vegetirst so dahin, wenn ich l sagen soll.
„3a, ja, ich vegetire freilich bloß so; aber diese *
Du es also wünschest, könnte ich Dich an meinem Gewinn, an meinem Glücke theilnehmen lassen."
„Wie so?"
„Du schießest irgend eine beliebige Summe in mein Geschäft ein und alsdann nimmst Du je nach dem Betrage mit einem Fünftel oder Sechstel an dem Gewinne theil. Heber wie viel Geld kannst Du verfügen? —"
„Ich habe kein Geld flüssig", bemerkte Daniel, mein ganzer Besitz besteht in Ländereien."
„Die Dir vielleicht drei Prozent bringen?"
„Nicht ganz."
„Ein lächerlicher Ertrag, mein Bester! Heut kann man mit Geld zehn Prozent verdienen, mindestens. Du bist wirklich ein Thor, gestatte mir den Ausdruck daß Du so schönes Geld brach liegen läffest, wie so viele Deinesgleichen! Verkauf' die ganze Geschichte oder nimm Hypotheken."
„Aber meine Frau?" warf Daniel schüchtern ein.
„Immer und immer wieder die Frauen!" versetzte Ronstau zornig. Uebrigens glaube ich kaum, daß sie etwas von der ganzen Sache versteht; auch brauchen wir sie gar nicht in die Geschichte einzuweihen. Du ziehst mir beispielsweise fünshunderttausend Franks. Vielleicht besitzest Du diese Summen?"
„Ich könnte sechshundert realisiren."
„Etwas mußt Du zum Lebensunterhalt zurückbehalten. Du würdest mir also fünfhunderttausend Franks geben, welche ich in mein neues Geschäft, die Banque des deux mondes stecken würde, die ich mit einem
Existenz gefällt mir. Das heißt, ich will nicht sagen, daß ... . "—
„Nun?" warf der Banquier ein, welcher aufmerksam geworden war.
„Ich will nicht sagen, daß es sein würde, wenn ich noch einige könnte", versetzte Daniel. „Wenn mal heranwachsen ..."
„Du hast zwei Kinder?"
„Du wußtest dies nicht?"
„Nein, ich glaubte, daß Du hättest."
„Ich habe jetzt auch eine Tochter."
„Welche eines Tages einer Mitgift bedarf?"
„ Leider!
Schweigend schrittm beide Freunde eine Zeitlang dahin.
Sie waren inzwischen an der Hausthüre angelangt.
„Höre," sagte Ronstau endlich gedankenvoll, indem er stehen blieb. „Ich will Dir einen Vorschlag machen welchen ich sonst Niemanden machen würde, lediglich um Dir angenehm zu sein und Dir einen Dienst zu erweisen."
Deutsches Deich.
Berlin, 11. Januar.
* Zum Leichenbegängniß der Kaiserin Augusta trägt heute die Straße „Unter den Linden" ernsten Schmuck; die Häuser sind schwarz drapirt, die elektrischen Lampen umflort. Hoch auf dem Brandenburger Thor steigt es ans den brennenden Pechpfannen wie Opferrauch zum Himmel empor. Eine unüberfehbare Menschenmenge fluthet nach dem Schlosse, den Linden und der Charlottenburger Chaussee. Sie staut sich zu beiden Seiten des breiten Prospektes zu einer undurchdringlichen Mauer. Die Hochschule, die Innungen, Vereine und Korporationen aller Art bilden mit ihren umflorten Fahnen ein Spalier, welches vom Schlosse bis zur Siegesallee reicht, von wo ab Militär das Spalier fortsetzt durch den Thiergarten und durch das langgestreckte Charlottenburg bis zum dortigen Schlosse, der Leidensstätte Kaiser Friedrichs. Die vergangene Nacht war stürmisch und regnerisch und auch am Morgen deckte ein trüber Schleier den Himmel. Kurze Zeit vor Beginn der Feier hellte sich derselbe auf, die Wolken zerstreuten sich und die Sonne kuthete goldig nieder. Um 10 Uhr erklang das feierliche Geläute aus fämmtlichen Kirchenglocken Berlins und die vorgeschriebene Aufstellung in der Schloßkapelle begann. Der Gottesdienst machte auf die Trauerversammlung einen tiefergreifenden Eindruck. Gegen 123/4 Uhr Mittags setzte sich der imposante Trauer- Kondukt vom Schlosse aus in Bewegung. Abtheilungen der Garde-Dragoner und der Garde-Kürassiere eröffneten beide mit Trompeterkorps und Standarte den Zug. Daran schloß sich eine Schwadron des Pommer- schen Kürassier-Regiments „Königin" und das kom- bhiirte Bataillon des 4. Garde-Grenadier-Regiments „Königin" mit Regimentsmusik und Fahne, sowie eine Eskorte des Gardes du Korps-Regiments mit schwarzem Kürasse. Hierauf folgte sofort die Geistlichkeit aller Konfessionen, sodann die Dienerschaft u. s. w. Dem Sarge wurden die Insignien der auswärtigen Orden,
Dienstag, den 14. Januar 1890
17. Jahrgang
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