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den Glauben seiner Kindheit, den er al« einen kostbaren Talisman einst mitgenommen hat in die weite, fremde, kalte Welt, der diesen Glauben an Gott und Seine heilige Kirche unverletzt heimbnngt. Frei und offen kann er den Seinen in die »«gen sehen, und in ihrer Mitte wird er ein Weihnacht«- fest begehen, wie e« ihm al« Kind beschieden war. Mögen in diesem Sinne alle Leser feiern ein glückliches frohe« Weihnachtrfest!

Deutsches Reich.

Berlin, 23. Dezember.

• Die Weihnachtszeit erhält eine polittsche Fär­bung insofern, al« mtt.Bestimmtheit du schon vor einigen Tagen erwähnte Gerücht aufttttt, e« werde Crispi im Laufe dieser Woche nach Friedrtchrruh kommen uud mtt Fürst Bismarck verhandeln. Man kann wirklich begierig sein, was den italienischen Minister zu dieser Reise zu so ungewöhnlicher Zeit, mitten im Winter, voran- laßt. Vielsach glaubt man, daß die finanziellen Schwierigkeiten Neuttalien« den Minister nach Deutschland treiben und daß er beim Kanzler um Rath sucht, wie denselben zu begegnen sei. Mein da Deutschland selbst nicht die MUtel besitzt, um das dreiviertels bankerotte Italien au» dem Sumpfe zu ziehen, so wird die Reise wohl in der Hauptsache fruchtlos bleiben.

• Der Kaiser soll, wie ausländische Blätter berichten, al« Schiedsrichter in dem englisch- portugiesischen Konflckte ausersehen sei«. Bisher hieß es, England weigere sich, die Frage einem schiedsrichterlichen Spruche zu unterwerfen.

• Der letzte „Skaatspfarrer" in der Pro­vinz Posen, Sic. Woda, welcher zur Zett des Kul­turkampfes die Stelle eines Anstalts-Geistlichen an dem Zuchthause zu Fordon übernommen hatte, ohne hierzu die Genehmigung seiner vorgesetzten geistlichen Behörde erhalten zu haben hat diese Stelle aufgegeben und sich jetzt der erzbischöflichen Behörde zur Disposition gestellt. Von den ehe- maligen 10 Staatsgeistlichen der Erzdiözese Gne- sen-Posen sind 4 zum Gehorsam gegen die geist­liche Behörde zurückgekehrt: Czerwinrki, Kolany, Gutzmer und Woda; 2 find im Ungehorsam gegen AMIS cniiagt haben, find noch nicht zum Gehor­sam zur Kirche zurückgekehst: Kubeczak (früher in Nonr, jetzt in Berlin, hat geheiratet), Lizak, Nymarowiez, Brenk (früher iu Kosten, jetzt in Berlin).

• Die am Sonntag im Schnappacher Walde bei Saarbrücken stattgehabte Versammlung von Bergwerks-Arbeitern de«Saar-Reviers be­schloß, die Arbeit wieder aufzunehmen und bis zum 1. Februar n. I. die Erledigung der Wünsche der Arbeiter abzuwarten.

Ausland.

* Der österreichische Ministerpräsident Grc f Taaffe ist an der Influenza erkrankt.

er, vor drei Monden, so festlich bewifllommt, ein­gezogen uud wo noch einzelne löse, dürre Ranken jener Kränze im Winde hin- und herschwanktev, die hier von der alten Herrlichkett wohl nur zurück­geblieben waren, um ihn zu verhöhnen. „Wo ist Dein Traum vom beständigen Glück! Du Thor!" Und mit voller Wucht legt fich der Schmerz um um sein verlorenes Glück wieder auf feine Seele. Sein Fuß stockt, der Zweifel, ob er erringen wird, was er fich vorgenommen hat, überfällt ihn, wie ein hinterlistiger Feind, und er zaudert und fragt fich: ob er nicht Heimkehren und fich seinem Weib zu Füßen werfen soll?

Wie kann er fortan leben ohne fie? Rur in ihrer Räbe, nur durch ihr erhabenes Beispiel war er geworden, was er längst hätte fein sollen; ein ganzer Mann. Und wenn nun der Tod kam und fie fortraffte, während er wett von ihr entfernt war, o Gott! Der Angstschweiß perlte auf feiner Stirn, während solche Gedanken m seinem Hirne kreisten und er mußte fich an einem der massiven Pfosten lehnen, um nicht umzusinken. Denn der Boden unter seinen Füßen schien ihn mit Gewalt sesthallen zu wollen. Siegreich hatte er die Ver­suchung, sich eine Kugel vor den Kopf zu schießen, äberwunben; denn jene entsetzen-volle Abwehr Evelinen'r bei Hllseveg'» Selbstmord stand ihm

• Mtt welcher Leidenschaft der Liöeralismu« in i Belgien gegen dar kath. Kabinet arbeitet, da» eiat jeder Tag der Kammeroerhandlungen, indem >ie Linke in den letzte« Wochen systematisch eine Hetze und Anklage «ach der anderen gegen da« katholische Kabinet Bernaert vorbrachte, freilich aber damit nicht« erreichte, al» daß die liberalen Anklage« in der Kammer gründlich widerlegt und chließlich abgelehnt wurden.

• Unter nichtigen unwahren Gründen h<tt die liberale italienische Regierung die Concettini mtt hrem Mauen Ordenskleid aus dem au« frommen Stiftungen herstammenden „Spital vom heil. Geist* in Rom vertrieben, um diefe liebe« barm- herzigen Brüder, von denen so viele al« Helden- müthige Opser der Krarckenpflege und christlicher Liebe fielen, durch welttiche Pfleger zu „echtzen. Der Hauptzweck dieser neuesten Heldenthat ist „Kulturkampf* und Annexion der Stiftung-Met diese» weltberühmten Spttal». Vom bösen Ge- wiffen ihrer Schandthaten angeklagt, suchte die italienische Regierung die Meinung zus verbreiten, die Concettini verließen da« Spttal freiwillig und zwang dadurch vor Kurzem den Obern derselben zu einem P r o t e st e, der mit den Worten Meßt: „Unser einziger Trost besteht darin, daß wir keine andere Schuld aus un« geladen haben, al« die Treue gegen unsere Religion, gegen unsere Orden«- aelübde." — Die Spitäler von London find die einzigen, die an Reichthum mit denen von Rom in Vergleich kommen können. Da» reiche Stift« ungsvermözen der Letzteren stammt au» einer Reihe von Schenkungen und deren weffer Verwal­tung durch mehrere Jahrhunderte her. Größten- theil» ist dasselbe au« städtischen Fonds «nd grö­ßeren Ländereien angelegt, mit deren Erträgniß die Verwaltungskosten bestrttten werden. In Folge beffen befinden sich die römischen Spitäler in bet glücklichen Lage, mit bem feit Jahrhunderten an­gesammelten Reichthume ben Bebürfnifien der Kranken auf die freigebigste und wirksamste Weise zu entsprechen. Wenn in Rom kein Armer auf der Straffe stirbt, keiner durch Elend gänzlich phystsch und moralisch zu Grunde geht, so ist das Verdienst hiervon nothwendig ben vielen Stiftungen bet christlichen Liebe und besonder» den Spitaler« in Rom zuzuschreiben, infolge deren der arme Thell Verhältnisse erfreut. In dem „päpstlichen Rom* betrugen die Einkünfte des hl. Geist-Spitals übet 1,133,000 Lite, von denen nie ein Cmtefimo Ab- gäbe gezahlt werden durfte. Die neue Regier­ung legte dem Spital sogleich die jährliche Steuer» summe von 300,000 Lite aus, ohne der Anstalt irgendwelche Unterstistzung zukommen zu lassen. Dieser barbarische Umschwung kann keinem Katho­liken bet Welt gleichgültig feilt.

* Der englisch-portugiesische Besitz- streit in Sübastika wirbelt viel Staub auf. Die Englänber, welche fich schon durch die deutsche Kolonisation beengt fühlen, wollen den Portugiesen Hindernifie bereiten, daß fie fich nicht in Süd­afrika festsetzen. E» srnd deßhalb in letzter Zett noch zu deutlich vor der Seele und er konnte den Gedanken nicht ertragen, daß fein Weib sich, bei bet Nachricht von seinem Tobe, ebenso entsetzen könne.

Jetzt aber galt er eine Trennung von ihr, und wer wußte auf wie lange? Wat es nicht besser an ihre Verzeihung, an ihre grenzenlose Güte und Nachsicht zu appelliren, al» diese Flucht, al» sich dieser Ausgabe unterziehen zu wollen, dieser Riesen­aufgabe, mit leerer Hand sich eine Existenz zu gründen? Doch nein, nein! sie soll mich nicht länger verachten: keinen Pfennig ihre» Vermögen« rühre ich .an! Zu büßen habe ich, zu sühnen! Nicht nur abzubitten, sonder« auch ihre Voruriheile zu zerstreuen. Sie auf« Neue zu erringen, da« bleibt mir; nie mehr vor ihrem Anttitze ertöthe« zu müssen, und da« müßte ich, wollte ich feige vor der Mannesausgabe zutückbeben, meine« Werth im Sturm und Drang der Wett zu er- ' ’ proben.

So wogte der Kamps hin und her in der von tausend Schmerzen gefolterten Seele de« Manne«, der bei jedem Schritt auf dieser Flur an sein ver­lorene« Glück, an die Segenssputen seines ge­liebten Weibe« erinnert wurde.

(Fortsetzung folgt.) j

ein geharnischter Notenwechsel zwischen London und Lissabon statt. , t .

• Nach einer Depesche an« Rio de Janeiro ordnet da« gegen ben Kaiser Dom Pedro erlassene Verbannnngsdekret die Einziehung seiner Güter an und verbietet den Mitgliedern bet kaiserlichen Fa­milie, auf 2 Jahre den Boden Brasilien« zu be- treten«

• Der ganze Geschäststheil bet Oelstadt Petrolia in Pennsylvanien ist niedecgebrannt. Der Schaden wird auf 100,000 Dollars geschätzt.

Aus Stadt, Provinz uud Nachbargebiet.

F u l b a, 24. Dezember.

♦ Am zweiten Weihnachtstage feiert der Gesang­verein bet Matianische« Sodalität zu Hora» („Eintracht*) im Thiel',chen Saale fein dritte» Stiftungsfest. Die Feier, bestehend in Gesangsvor- trägen, Aufführung eine» Schwanke» und Dar- stellung lebender Bilder beginnt Abends */e7 W1 und verspricht, den eifrigen Bemühungen des Vor­standes «ach zu urteilen, wie in den beiden Vor« iahte« fo auch diesmal wieder eine recht genuß­reiche und zufriedenstellende zu werden.

• Wir machen hiermit nochmals auf die am zweiten Weihnachtsfeiertage in der „Harmonie" statt- findende Abendunterhaltung des kath. Gesellen« Vereins aufmerkfam. Näheres wolle man au» dem Programm und dem betreffenden Inserat bet heutigen Nummer d. Bl. ersehen. .

3E Die vierprocentigen Schuldurkunden be» Leihhauses zu Fulba unb zwar; a, jene mit 6 monatlicher Kündigungsfrist find per. 1. IM 1890, d, die mtt 12monatlicher Kündigungs­frist per 1. Januar 1891 zur Rückzahlung laut Bekanntmachung der Leihhaus-Direktion vom 19. November 1889 (confr. .Fuldaer Zeitung' Nr. 268) mit bet Maßgabe gekündigt worden, daß deren Convertirung in 3l/2°/o erfolgen soll, so­fern die betreff. Obligationenbte spätesten» den 1. März 1890 bet Leihhau» - Verwaltung zur Abstempelung oorgelegt werden. E» wirb fich die Abstempelung der fraglichen Urkunden auf bte 3'/-prozentize Verzinsung überall da empfehle«, wo nicht eine anderweite Verwendung de« Kapttal« zum Rückzahlungs-Termine in bestimmter Aus- ficht stoht. Da V.de kirchlichen Za.rd« (Kirchen- kafien, Psarrfond» und milde Stiftungen) fich im Besitze dergleichen 4 prozentiger Leihhaus-Obliga« tionen befinden werden, so seien hierdurch die katholischen Kirchen - Verwaltungen auf die oben erwähnte Kündigung bezw. Abstempelung besonder- aufmerksam gemacht. Die Leihhaus-Obligationen werden nach bewirktet Abstempelung den lieber- bringet« alsbald zurückgegeben.

Ö Die durch den Wegzug des Herrn Gyget entstandene Lücke wird alsbald wieder ausgesüllt werden, da Herr Musikdirektor Gottf. Lebet, seither al» Lehrer an der Musikschule in Wiesbaden thätig, dem vorzügliche Atteste zur Sette stehen, fich al» Lehret für Stalin-, Klavierspiel und Ge­sang hier niederläßt. Derselbe wird in dem näch­sten Konzerte de» Museum» am 3. J.nuat, wozu hervorragende Kräfte au» Weimar gewonnen find, mttwirken und fich dem mustkliebenden Publikum Fulda'« oorstellen.

* Da« Vermögen fämmtlicher Stadt-, Kirch- fpiel«», Flecken-, Gemeinde-, Kreta-, Amts-, Be­zirksamt«-, Vereins- und Privat-Sparkaffen de» Regierungsbezirks Kafftl betrug am Schluffe de» Rechnungsjahre« 67,966,347,95 M., welche fich auf 1,373,436 Spareinlagen vettheilen. Ver­zinslich angelegt waren hiervon hypothekarisch auf städtische Grundstücke 13 869,227 Mk., auf länd­liche Grundstücke 21.711,845,55 M., in Inhaber- papieren (Kutswerih) 20,228,283,93 Mk., auf Schuldscheine ohne Bürgschaft 272,509,19 Mark, gegen Bürgschaft 10.639,149,94 Mark, gegen Wechsel 455,628,46 Mark, gegen Faustpfand 935,447,26 Mk.; bei öffentlichen Instituten und Korporationen 3,292,258.22 Mark, intgeiammt 71,404,349,55 Mk. Verwallung»kosten 165,229,70 Mark. *

Die beamteten-®IjUtätjte unb Orts- Polizeibehörden Wb angewiesen worden, jeden ihnen bekannt gewordenen Ausbruch von de« unter bet Bezeichnung „Ins In en za" begriffenen Pferbektankhetten (Brustseuche, ansteckende Lunge«« entzünbung, Psetdestaupe: Rothlaufseuche, Skalma: I seuchenartiger Katarrh bet Luftwege) und vo«