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Samstag, Den 14. Dezember.

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Zweites Blatt.

* Der Jesuitenorden, der vielgeschmähte, stellt zu den zettgenöj fischen deutschen Schriftstellern «in stattlich«« Kon­tingent, rooooi die »Köln. Volkszeitung' die bk- deutendern Vertretern der verschiedenen wflenschaft- lichen Zweige unter Angabe ihrer Werke in einem besonderen Artikel namhaft macht. Er ist interes­sant genug, von diesem Artikel kurz Notiz zu nehmen.

Auf ästhetischem und literaturgeschichtlichem Ge­biete stehen obenan die Patres Alexander Baum- gärtner und Wilhelm Kreiten; beide treten auch als Dichter hervor. Der vor einigen Jahren ver­storbene P. Jungmann hat sich durch sein Lehr- buch der Aesthetik einen sehr geachteten Namen er­worben. P. Gerhard Gtetmann hat die Heroen der Weltliteratur in kritisch-erläuternden Werken unserm Verständniß näher geführt. Auf dem Gebiete der Geschichte der Mustk hat fich P. Theodor Schmidt durch sein Werk: „Das Kunstwerk der Zukunft" bekannt gemacht; auf dem Gebiete der kirchlichen Mufik bewegt fich P. Guido Maria Breve«. Das Feld der Kunst- und Kulturge­schichte bebaut P. Stephan Beissel. Dichterisch thätig find noch die PP. Ambrosius Schupp aus Montabaur und Joseph Spillmann. Auf dem Gebiete der Philosophie und Naturwissenschaft muß in erster Linie P. Pesch genannt werden, dem fich mehrere seiner Oroensgenossm „SEch

die PP. Ludwig Dr> fiel, Joseph Epping, Erich Warmann, Karl Braun und Johann Hagen, die beiden letzteren widmen fich der Astronomie und Phyfik. In Länder- und Völkerkunde zeichnen fich aus die PP. A. Baumgartner, Jos. Kolberg und I. Spillmann; auf dem Gebiete der Geschichte die PP. Robert von Nostiz-Rieneck, Spillmann, Kodier, Hartmann Grisar (geboren am 22. Sept. 1845 zu Koblenz), Bernhard Duhr (geboren 2. Aug. 1852 zu Köln), Franz Ehrle, Emil Michael, WUH. Schmitz, Athanastu« Znnmermann, Otto Pfülf, Paul von Hoensbroich und Orkar Werner. P. Ludwig Freiherr v. Hammerstein bewegt fich auf den Grenzgebieten der Theologie, Geschichte, Philosophie, Rechtswissenschaft und National-O-ko- nomie. Der Philosophie im engeren Sinne des Wortes haben fich zugewandt die PP. Hermann Aruber, Viktor Cathrein, Knabenbauer und Chri­stian Pesch. Der Pädagogik widmet fich P. Rud- gern» von Acken und der Rhetorik P. Karl Racke. Dis Hauptvertreter auf dem Gebiete der wissenschaft­lichen Theologie find die PP. Hugo Adalbert von Hurter, Augustin Lehmkuhl, Wilhelm Wilmer», Ferdinand Stentrupp, Nck. Rille», Aug. Lang­horst und Th. Granderath. Der Liturgck widmet uch P. Franz Bsringer. Auf dem Gebiete der Ascese find bekannt dies PP. Franz Hattler, Joh. Bapt. Lohmann, Georg Patch, Julius Müllen- dorf, Mauritius Mechler, Karl Platzweg und gerb. H°kver. Viele der Genannten find Mitarbeiter an den „Stimmen von Maria Laach." Die Rhein- p^vinz darf stolz darauf fein, von allen Lander- L^en bk «eisten der angeführten Patres zu ihren rechnen zu dürfen, es find dreizehn: Acken, ««Bei, Duhr, Gietmann, Ganderath, Grisar, Hoensbroech, Hoever, Kreiten, Chr. Pesch, T. Pesch, Platzweg und Schmitz. Aus Westfalen stammen »pprng, Langhorst, Lehmkuhl, Lohmann und Sten- aus Westpreußen Kolberg; au» Hannover WUmers i aus Nassau Schupp; au» Kurheffen «raun; aus Schlefien Michael und Werner; au« fr*»18 ^eves> au« dem Großherzogthum Hef- irn«eringer und Racke; aus Baden Zimmermann; «aysrn Kobler, Pfülf und Schmidt; au« Würt- «mderg Dresssl und Ehrle; au« Luxemburg Mül-

lendorff;! au« Oesterreich Gruber, Hagen, Nostiz- Rieneck, Patiß und Warmann; aus der Schweiz Baumgartner, Calhrein, Hurler, Mefchler und Spillmann. Nach ihrem j-tzigen Aufenthaltrort befindet fich von den aufgeführten Patr«» nur an einem Orte eine größere Anzahl zusammen, zu Exaeten in Holland, wo auch iie Redaktion der „Stimmen von Maria Laach" ihren Wohnsitz auf- geschlagen hat. E« find: Acken, Baumgartner, Beißel, Cathrein, Dreflel, Dreve», Epping, Grande- rath, Gruber, Langhorst, Lehmkuhl, Pfülf, Platz­weg, Spillmann, Warmann und Werner. Ferner befinden fich in Holland: T. Pesch und Mefchler in Blyenbcck, Gietmann und Racke in Wynandr- rade, Kreiten in Kirchraethi In England leben und zwar in der Grafschaft Larcrshüe: Hoenr- broech, Hower, Nostiz-Rieneck, Chr. Pesch, Wil- mer« und Zimmermann; in Rom Beringer und Ehrle; in Dänemark Lohmann und Schmitz; in O-sterreich Braun, Duhr, Grisar, Hurter, Kohler, Kolberg, Michael, Müllendorff, Nilles, Schmid und Stentrup; in Amerika Hagen; in Brastlien Schupp.

Erste deutsche Patent-Linoleum- Fabrik Coepenick bei Berlin.

Seitdem unsere aufstrebende Deutsche Industrie die englischen Krücken abgeworfen und auf eigenen Füßen stehen und laufen lernte, hat sie ihre englische Lehr- Meisterin auf manchen Gebieten nicht nur erreicht, son­dern überflügelt und ihr auf dem großen Weltmarkt den Rang abgelaufen; das bezieht sich nicht nur auf die Her- neum>8 UUU w«9»-

noch auf andere Gebiete der modernen Technik, deren

eigentliches Ursprungsland England ist, nämlich die Linoleum-Fabrikation. Bor 20 Jahren kannte man Linoleum gar nicht, als indeß diese wichtige Erfin­dung bekannt zn werden anfing, da wurden auch bald die ausgezeichneten Eigenschaften derselben erkannt, und heute zählt Linoleum zu den Gegenständen des täglichen Bedarfs, man findet es in Palast und Hütte, bei Arm und Reich. Diesen starken und vielseitigen Bedarf ver­dankt das Produkt allein seiner Unverwüstlichkeit, seiner praktischen Verwendbarkeit und der Anpassungsfähigkeit an die Vorschriften der Eleganz wie der unverhältniß- mäßigen Preismäßigkeit des Materials. Bei dem reichen Manne ersetzt es den Teppich, indem es den Schritt ge­räuschlos macht, ohne wie dieser Staubfänger und somit ein Ablagerungsplatz für jene kleinen unsichtbaren Feinde der Gesundheit, die Mikroorganismen zu sein, welche das Vorhandensein schwerer Teppiche so sehr gefährlich machen. Ein Strich mit dem feuchten Scheuertuch und die Fläche ist rein und sauber wie zuvor. So ist das Linoleum der Asphalt unserer Wohnungen geworden, so schließt es den Fußboden dicht ab gegen die aus demselben aufsteigenden Miasmen und Dünste, gegen die Schädlichkeit des Grund- waffers und des Hausschwammes, so schützt es den Fuß im Winter vor der aufsteigenden Kälte, schützt es ver­möge seiner gummiartigen Elastizität das'gefallene Kind vor Beulen und Verletzungen.

Dieses Produkt wurde früher in ausgezeichneter Güte in England hergestellt. Die Deutsche Industrie hat indeß nicht unthätig die Hände in den Schooß gelegt. Kaum hatte sie di« Bedeutung dieses hochwichtigen Handels­artikels erkannt, als auch hier Linoleum-Fabriken ent­standen, welche an Leistungsfähigkeit den englischen Vor­bildern nicht nachgaben. Mit englischen Maschinen und Werkzeugen wurde das Material gearbeitet, englische Arbeiter und Werkführer stellten es her und unterwiesen ihre deutschen Kollegen in ihrer Kunst, dazu gesellte sich deutsche Intelligenz und Ausdauer, so daß heute das englische Fabrikat in seiner Vollkommenheit nicht nur er­reicht, sondern in vielfacher Hinsicht sogar übertroffen gilt. Hat das deutsche Fabrikat vermöge seiner besseren Herstellung und der durch billigere Arbeitskraft bedingten billigeren Erzeugung dem englischen Produkt auf dem Weltmarkt Schritt für Schritt an Terrain abgewonnen, so hat es dasselbe auf dem deutschen Markt fast gänzlich verdrängt, da es sich hier durch Ersparnrß von Fracht, Zoll und Spesen eines sicheren Vorsprunges erfreute.

Zur Zeit rxistiren in Deutschland drei Linoleumfabriken, von denen man als die anerkannt leistungsfähigste die „Erste deutsche Patent-Linoleum-Fabrik in Köpenick" be­zeichnet. Die Produkte dieser Fabrik sind durchweg von vorzüglichster Qualität. Das erwieS sich als unwiderleglich gelegentlich einer Probe, als Ltnoleumfabrikate verschie­dener Herkunft auf einem Schleifstein unter Druck der Reibung ausgesetzt wurden. Bei einem vorgenommenen Vergleich erwies sich da» „Köpenicker Fabrikat" thatsäch-

lich als dasjenige, welches die geringste Abnutzung er­litten hatte. Bor dem englischen Fabrikat hat das hier B zeichnete indeß noch den Vorzug, daß es in seinen prachtvollen Mustern dem deutschen^Geschmack vollkommen angepaßt ist.

Diese feine Vorzüge haben denn dem „Köpenicker Fabrikat" eine Verbreitung verschafft, auf welche die deutsche Industrie in Wahrheit stolz sein darf. So wurde der Köpenicker Fabrik der ehrende Auftrag, „6t. Maj. Yacht Hohenzollern" mit Linoleum zu belegen, ferner wurden viele Schlösser des königl. Hauses und öffentliche Gebäude mit diesem Belagstoff versehen, so das PalaiS in Berlin, die kgl. Schlöffer in Charlottenburg und Potsdam, Schloß Marienburg, das Ministerium für öffentliche Arbeiten, das Kriegsministerium und die Intendantur, die königl. Museen, die Nationalgallerie, Eisenbahndirektionen, Kranken- und Irrenanstalten und unzählige Privatgebäude, wie Concertsäle, Restaurants rc. :c.

Das Köpenicker Fabrikat wurde in diesem Jahre von den Preisgerichten der Internationalen Ausstellung zu Köln und der Hygienischen Ausstellung zu Gent (Belgien) mit der goldenen Medaille ausgezeichnet.

Vermischtes.

* Stuttgart, 10. Dez. Angesichts des traurigen Unfalls, der Emin Pascha betroffen, erinnert das hiesige ,Neue Tagblatt' an einen anderen bekannten Afrikareisen­den, einen geborenen Württemberger, den ein ganz ähn­liches tragisches Schicksal ereilte. Karl Mauch, 1837 zu Stetten im Remsthal geboren, war gleichfalls unter tausend Gefahren in das Innere des schwarzen Erdtheils gedrungen; nach einer Reihe von Jahren von dort wohl­behalten zurückgekehrt, verlor er in der Heimath durch einen gleichen Unfall, wie ihn Emin jetzt betroffen, das Leben. In Blaubeuren, wo er sich als Geschäftsführer der Spohr'schen Cementfabrik, niedergelassen hatte, zog er sich 1875 durch einen Sturz aus dem Fenster des dortigen Bahnhofgebäudes so schwere Verletzunüen zu, daß er AehanÄun'g ‘tfeÄ^ÄVu MhN.er „zur ärztlichen April 1875).

sWindthorst und die Schwiegermütter.) Bei dem Festmahl, das die Katholiken-Bersammlung in § et» lig enstadt abschloß, brachte Exzellenz Wndthorst selbst verständlich einen Toast auf die Damen des EichSfeldes aus, und zwar auf die „Frauen und Bräute, Mütter und Töchter". Auf die Frage eines der Anwesenden, ob Ex­zellenz auch die Schwiegermütter mit eingeschloffen wiffen wolle, erhob sich Se. Exzellenz zu folgenden Worten: „Meine Herren, mir ist soeben eine sehr ernste Frage vor­gelegt worden, nämlich: ob ich in meinen Toast auch die Schwiegermütter einbegriffen habe. Ich gestehe, das hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Aber wenn ich eS genau überlege, dann sind sie allerdings mitgemeint. Denn was in der Regel an ihnen mißfällt, das ist ihre Sparsam- keit und ihr gesunder Hausverstand. Also, meine Herren, auch die Schwiegermütter, sie leben hoch I" Unter großer Heiterkeit stimmten die Tischgenoffen in das Hoch ein.

* lieber die Stellung der Kaufmannsgehilfen in den neuen deutschen Kolonien theilt ein Kauf­mann, der lange auf bett Kolonien gelebt hat, folgende Nachrichten mit. Das Gehalt eines Buchhalters beträgt monatlich 200 bis 450 Mk., wobei er noch in den meisten Seit freies Quartier und Effen hat. Ein gewöhnlicher

fmannsgehilfe bekommt von 180 bis 300 Mk. Ein Lagerhausausseher 250 bis 350 Mk. Ein Lastträger 150 bis 200 Mk. Ein Schiffsknecht und sonstiger Knecht 100 bis 140 Mk. Die Gehälter erscheinen im ersten Augen­blick ziemlich hoch, doch muß man berücksichtigen, daß alle Speisen und Getränke, mit Ausnahme des Fleisches wesent­lich theurer find als in Deutschland, und daß die Gesund­heit der Angestellten shr leidet. Unter solchen Umständen wird man wohl die Gehälter nicht mehr hoch finden.

* Das reichste Volk der Erde ist anscheinend der Stamm der Osage-Jndianer. Ihre Anzahl beträgt weni­ger als 1500, trotzdem haben sie 1,470,000 Acker Land, also etwa 1000 Acker auf jeden Kopf, ferner liegen ihnen 7,758.604 Dollars, verzinslich zu 5pCt, im Bundesschatze der Vereinigten Staaten. Jedes Mtglied des Stammes bezieht demnach etwa 260 Dollars » 4,25 Mk. oder mehr jährliche Zinsen außer den Einkünften, die ihnen ihre Ländereien noch einbringen. Da die Osages jedoch von Jahr zu Jahr immer mehr aussterben, so wird wohl schließlich das Grundkapital den Vereinigten Staaten zu­fallen.

sSchneidig) Lieutenant A (zu seinem von der Nordsee zurückgekehrten Kameraden): „Was — Kamerad — Nordsee — großartig; — Wellenschlag — schneidig; — Ostsee jar nicht —" Lieutenant B.: „Ach — einfach Civil dajejen I"

sWmk mit dem Zaunpfahl) Studiosus Bummel schließt einen Brief an seinen Vater mit den Worten: „Mir wäre es sehr lieb, wenn Du mir umgehend Ant­wort per Postanweisung zukommen ließest!"