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uns zwar in Verbindung mit der Erörterung der gleichfalls bei feiten Berathungen angeregten Frage der V rwaltuira de« Nachtwachwesens angcordnet worden. Auf Grund des vo.i den Prooinzial-Be- hörden beigebrachten thatfächliche?; Materials uni der von ihren ermatteten gutachtlichen Berichte findet zu; Zeit zwischen den beteiligten RHorts eine weitere Erörterung jener Fragen start. Ein abschließendes Uctheil über das Ergebniß der Ver­handlungen ist bei dieser Lage der Dinge nicht zu fällen. Wohl aber läßt sich aus dem ganzen Vor­gehen der Schluß auf Geneigtheit ziehen, auf solche Wünsche der Stadtgemeinden einzugehen, denen nicht überwiegende staatliche Interessen ent- gegenstehen.

* Nach den zusätzlichen Bestimmungen der preußischen Staats bahn en zum Betrieb!, reglement für die Eisenbahnen Deutschland« ist dem mit direkter Fahrkarte versehenen Reisenden, der in Folge einer Zugverspätung den Anschluß versäumt, gestattet, die Reise auf einer anderen, nach demselben Bestimmungsort führenden Staats- bahnstrccke auf Grund de« zuerst gelösten direkten Billet« sortzufetz.'n, wenn dadurch dis Ankunft am Bestimmungsorte beschleunigt werden kann. Eine Zuzahlung ist von dem Reisenden auch in dem Falle nicht zu leisten, wenn die Weiterbeförderung auf der Hilfslinie in einem Zuge mit höheren Fahrpreisen ober in einer höheren Wagerklaffe erfolgen muß. Diese Bestimmungen gelten auch dann, wenn die Gelegenheit zur Weiterreise sich nicht auf einer Hilfsstrecke, sondern auf dem Wege der dauernden Fahrkarte mit einem Zage bietet, für welchen höhere Preise gelten oder welcher eine beschränktere Anzahl von Wagenklaffen führt. Der Mmister der öffentlichen Arbeiten hat ange- ordnet, daß die Begünstigung auch solchen Reisen­den zu Theil wird, die nicht mit einem direkten Billet versehen, auf der Station, wo der Anschluß versäumt wird, eintreffen, sondern dort erst neue Mllet« für die Weiterreise lösen müssen.

* Am 1. Januar 1890 tritt im Lokal-Güter- Verkehr Frankfurt a. M. und Verkehr mit den preußischen Staats-Eisenbahnen ein ermäßigter Ausnahme-Tarif für folgende Artikel in Kraft: 1)Dünger(Mist- und Abtrittsdünger), Thomas- schlacke und andere mineralische Phorphate, roh oder gemahlen, rohe Kalksalze, als-. Kainit, Kar- nsllit, Kieserit, Kruzit, Schönst, Sylvinit, Gyps- asche, Kalkasche (Staubkalk), Kalksteinmehl, Gas­kalk. 2)Erde, gewöhnliche, Kies, Grand, Sand, Mergel, Lehm, Thon (nur lose ober in Säck.n verpackt), Porzellan-Erde (Chinoclay, Kaolin), Pfeifenerbe, Schlick, Schlamm au« Flüssen und Kanälen. 3) Kartoffelst. 4) Rüben des Spezial-Tarifs HI, sowie Schnitzel, auch gedörrte und getrocknete Schnitzel-Abfälle und Köpfe davon, auch Preßrückstände der Rübenzucker - Erzeugung. Nähere Auskunft, insbesondere auch Über die Höhe der eintretenden Ermäßigung ertheilt das Verkehrs- Bureau in Frankfurt a. M.

* lieber Deutschlands schwimmende Aus­stellung hat die Hamburger Handelskammer an da« betreffende Berliner Komitee ein ausführliche« Gutachten abgegeben, welches damit schließt, daß die schwimmende Ausstellung in keiner Weise eine Aussicht für einen wirthschastlichsn oder p-kuniären Erfolg bietet, vielmehr liegt die große Wahrschein­lichkeit des Verlustes der an das Unternehmen gewandten Summen vor.

* Kassel, 11. Dez. Die Regierungs-Referen­dare Freiherr v. Elmendoiff und Ruch au« Kassel haben am 7. d. M. die zweite Staatsprüfung für den höheren Verwaltungsdienst bestanden. — Dem Vernehmen nach sollen Unterhandlungen im Aange sein wegen Uebernahme des Rachtwach- Dienstes durch Schutzleute vom 1. April n. I. ab.

• Homberg, 10.Dez. In dem zum hiesigen Kreise gehörigen Dorfe Morheim wurde gestern Abend durch unvorsichtige Handhabung eines Re­volvers eine ganze Familie in Trauer versetzt. Der Dienstknecht Adam Umbach besuchte, wie dies öfter« geschah, die ihm befreundete Familie de« L-inweöerS Jakob Hain und zeigte dort einen Re­volver, den er in der Tasche bei sich trug. Wäh­renddem Umbach dann den Revolver im Laufe diS Gespräches noch in Der Hand hielt und dessen Konstruktion erklärte, entlud sich die Waffe und traf den dem Umbach gegenüber fitzenden Hain so unglücklich, daß derselbe sofort tobt zu Boden stürzte. (Obe h. Ztg.)

• Frankfurt, 12. Dez. Während der Ak- fahrt des Kaiser» von der Post, machte stch ein Mann an den Wagen de» Monarchen und über­reichte diesem grüßend einen geschloffenen Brief. Der Kaiser nahm den Brief an und übergab ihn seinem Adjutanten. Es war ein Bittsteller, ein Taglöhner von hier, welcher die beiden Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitgemacht, damals in guten Verhältnissen lebend, einen ihm zustehenden Cwilversorgungsschein ausgeschlagen hat und j tzt mit ferner 8 Köpfe zählenden Familie in Noch ist. — D:e Palmengarten-Gesellschaft soll durch die Kafferfeier eine finanzielle Einbuße von 5 bis 6000 Mark erleiden. Obwohl der Stabt sowohl seitens bet Prlmengarten-Gesellschast als auch sei­tens der Theater-Aktiengesellschaft großes Entgegen­kommen bewiesen würbe unb obwohl Private ihr reiche« Material für bie Ausschmückung zur Ver­fügung gestellt hatten, ist betn Vernehmen nach doch eine Nachsorderung für bie Deckung stimmt- licher Kosten zu erwarten.__________________

Vermischtes.

^Zwischen Altenburg^und Leipzigs „Nu, wo machen Sie denn hin?" — „Ich mache nach Leipzig." — „Warum mache Sie denn nach Leipzig?" — I, ich habe Sie so lange nicht nach Leipzig gemacht, da muß ich doch wieder mal nach Leipzig machen." „Nu Sven, dadrum mache ich Eie ja ooch nach Leipzig."

Anzug ans den Registern des Standesamts Faid«

vom k.bis 12. Dezember 1889.

Aufgebote.

10. Dez. Fabrikarbeiter Friedrich Wagner von Morns­hausen Kreis Biedenkopf und Katharina Auguste Klee von Kaltensundheim i. Großh. Sachs.-W.-Eisenach.

Geburten.

2. Dez. Johanna Eugenie, T. des Eisenbahn-Tele­graphisten Eugen Friedrich Hubert Meyer. 2. Sophie, T. deS Fabrikwebers Heinrich Thomas Simon Hautumm. 5. Johannes, S. des Fabrikarbeiters Alfred Hermann Richarz. 7. Amalie Theresia, T. des Fabrikarbeiters Wilhelm Bonderau. 7. Maria Katharina, T: des Mau­rers Rudolf Adam Schmitt zu Horas. 7. Karl Josef S. des Taglöhners Johann Chrysanthus Wehner. 7. Georg Anton, S. des Fabrikarbeiters Josef Neuland. 9. Anna Maria, T. des Leinwebers Josef Liebig zu Horas. 9. Maria Anna Wilhelmine, T. des Leihhauskaffierers Balthasar Wilhelm Krisch. 9. Johann Nikolaus, S. des Tuchbereiters Andreas Vinzenz Füller. 10. Maximilian Wilhelm Bonifazius, S. des Restaurateurs Bonifazius Freund. 10. Fran, Josef, S. des Hausburschen Franz Michael Balzer.

Sterbefälle.

7. Rosa Johanna, T. des Metalldrehers Johann Bonifazius Schleichert 5 M. 15 T. 12. Karolina Therese Juliane Spahn, Privatin, led. St. 62 I. 2 Monat 17 Tag.

Literarisches.

Die Verlagsbuchhandlung von Ferd. Schöningh in Paderborn bereichert den heurigen Weihnachtsmarkt wiederum wie alljährlich um einige recht werthvolle Gaben, welche inhaltlich ebenso gediegen wie äußerlich elegant und prächtig sind. Zwei gehören der Prosa an. Zunächst bietet die geschätzte Verfasserin von „Vergib und Vergiß" uns einen neuen Beweis ihres vorzüglichen Erzähler- talents in der äußerst spannenden, aus der Gegenwart gegriffenen Erzählung „Auf hoher See" (eleg. geb. M. 4,00). Eine ernstere Lektüre lieferte die rühmlichst bekannte Schriftstellerin Antonie Jüngst in dem neuen Büchlein „Gesucht und gefunden", Tagebuch­

blätter eines alten Fräuleins (fein gebd. M. 3,00). Der Inhalt ist bald erzählt: ein armes, sehnsüchtig nach Glück verlangend-^ Menschenkind verzeichnet auf den Seiten dieser Tagebuchblätter sein Irren und Kämpfen, schmerz­liches Suchen und seliges Finden. — Unter den 5 poeti- Jtfien Gaben nennen wir die von der Kritik äußerst bei- fälllg aufgenommenen Gedichte von dem bekannten Kultur- histonker Wilhelm Kreiten unter dem Titel „Den Weg entlang" (in hochelegantem Orig.-Band M. 6,00) bte z r den werthvollsten Gaben der Neuzeit auf dem Ge­biete der katholischen Dichtkunst gehören; ferner „Stim­mungen und Gestalten" von Franz Happe (gebd.

2.-50). L. A. Hoppensack schließt sich mit seinen „Epische Bilder" (gebunden M. 2,60) daran, ein

von 12 Balladen, welche den befferen Arbeiten d« Neuzeit beigezählt werden. Ein Sträaßlein poetischer Blumen aus dem gemüthlichen Schwabenlande bietet uns ore schon durch di- Gedicht-Sammlung „Wellen vom Boden- see bekannt gewordene Dichterin Thekle Schneider in den - .„"^dichte" (geb. M. 3,00). Brugier, der 6e- tufenbfte Kritiker schreibt: Man ehre die Sängerin vom schwäbischen Oberlands durch Anschaffung ihrer Lieder; es wird Niemand gereuen. Der Vierte, ein westfälischer Dichter, s-ndet Liedergrüß- aus dem fernen Pennsyl- vamen in ter Sammlung „Natur und Gnade" (geb. M. 4,00). Das ist lautere Poesie! Das alte und neue Vaterland, z-des mit feinen Eigenheiten, ist in o.igineller wie formvollendeter Weise besungen. So kann es nicht ^wer werden zu wählen, wenn man eine literarische Gab- unter den Weihnachtsbaum legen will. Die genannte Verlagsbuchhandlung hat in einem kleinen hübschen Kalalog «bre reiche Festgeschenk-Literatur zusammengestellt. Dort findet Jeder das, was er unter obigen Büchern noch nicht gefunden zu haben glaubt. Der Katalog ist von Ferdinand Gchonmgh in Paderborn gratis unb franko zu haben.

Meteorologische Deobachtmegen der hiesigen Wetterwarte.

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Lu ibrud noch steigend, steht j-tzt wieder 10 Millim. über stimm normalen Stand (I rhre«- rnittcl.) Timp.-MlNiwum der sttzien 24 Stunden — —5,4° C. Heute Morgen starker Nebel und RauLsrost.

Die Luftdruckvertheilung ist auf dem ganzen Gebiete gleichmäßiger und daher die Luftbewegung schwächer ge­worden. In Centraleuropa ist bei südlicher bis westlicher Luftströmung das Wetter vorwiegend trübe und ziemlich mild. Im Innern Frankreichs ist wieder Frostwetter mit Rufkiären eingetreten, deffen Ausbreitung ostwärts wahr­scheinlich ist, auch in England und Schottland herrscht vielfach Frostwetter. In Deutschland ist meistens Regen gefallen. [Seeroarte.]

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