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1889

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Der Achtfturrden-Arbeitstag

ist eine Forderung, die gegenwärtig von den Ar­beitern aller Branchen gestellt wird, auch find die Arbeiter gewillt, dieser Forderung dadurch Nach­druck zu geben, daß Strtks inscenirt werden sollen. Al» Termin für eine internationale Kundgebung ist der 1. Mai 1890 «gesetzt und wenn jüngst in einem Thüle der Presse behauptet wurde, daß der von Wien au» in die Welt gegangene Vor­schlag, an diesem 1. Mai einen allgemeinen Welt- strike in Scene zu setzen, auf dem Pariser Sozia- listen-Kongreß keinen Beifall gefunden habe, so ist die» eine Behauptung, die stch gegenüber der Vor­bereitung, die allenthalben getroffen wird, wohl al» eine irrige erweisen dürfte. Die Bewegung zu Gunsten einer verkürzten Arbeitszeit ist nicht neu, wenn fie auch jetzt erst in Fluß gerathen. Schon vor nunmehr 13 Jahren stellten die Sozialisten die Forderung, die vielfach 14-, ja 15- und 16- stündige Arbeit auf 10 Stunden festzusetzen. In­zwischen find aber die Anfichten andere geworden und man erklärt, daß eine achtstündige Arbeit nicht nur im Interesse der Gesundheit, deren längeren Erhaltung der physischen und geistigen Kräfte der Arbeiter, sondern auch im Hinblick auf die Er­nährung der großen Mafien nothwendig sei. Man weist auf die geradezu gesundheitsschädliche Thätig- leit jener Arbeiter hin, welche in chemischen Fabriken, Spiegelmanufakturen, Bleibergwerken rc. beschäftigt find und sagt, daß nur dann eine Lebcnrverlänaerung dieser Arbeiter möglich sei. wenn fie sich eine größere Erholung und Nutze nach der Anstrengung in den mit oft geradezu giftiger Atmosphäre erfüllten Etabliffement« gönnen könnten. Besonders sei die» auch in Bezug der in Bleiweißfabriken thätigen Arbeiter der Fall. Die dort herrschenden Dämpfe seien derart mit Blei- staub geschwängert, daß nicht allein die Arbeiter in hohem Maße darunter zu leiden hätten, fort- dern daß selbst die, welche in der Umgebung von Bleiweißfabriken wohnten, häufig in Folge der Bleistaubmenge, welche durch die Schloten in die Lust drängen, an ihrer Gesundheit geschädigt wür­den. Diese Behauptung ist durch angcstellte Be­obachtungen bestätigt worden und Thierärzte haben sogar konstatirt, daß auch da« Vieh, da« in der Nähe jener Fabriken weidete, in Folge der Blei- Niederschläge vielfach von Kollik befallen werde. Diese Tatsachen dürften genügen, um zu erkennen,

± A« Ma^SlWWihkit.

(Fortsetzung.)

Ich kann mir nicht versagen, dem Leser noch Weitert» au» den „Denkwürdigkeiten zur vater­ländischen Geschichte" mitzutheilen. Die Aufzeich. nungen beziehen sich hauptsächlich aus Heinrich von Bibra'» zahlreiche Hochbauten und dürsten nament­lich die Einzelheiten überden Bau unserer Stadt­pfarrkirche gerade jetzt nach der prächtigen Restauration derselben für alle Fuldaer von be­sonderem Inten fie sein.

„Den 2. September 1770 wurde die alte Kirche abgebrochen.

„Den 9. April 1771 fing man an, die Fun- damenter zu graben und mit der Sockelhöhe her» auszumauern. Den 26. Juni nämlichen Jahre» wurde der erste Stein rechter Hand in dem Ecke de» neuen Kirchthurms gelegt.

„Im Jahre 1772 wurde von den äußeren Schastgefimser, die Mauer mit den ersten Fenster­bänken 13 Schuh hoch aufgeführt.

„In den Jahren 1773 und 1774 wurde die Mauerarbeit 18 Schuh hoch mit den Kapitälern

daß eine Herabminderung der Arbeitszeit in der­artigen Etabliffement» eine berechtigte Forderung der Arbeiter ist. Auch für Hochofenarbeiter, Ar­beiter in Eisengießereien und ähnlichen Anstalten, in denen eine übermäßige Hitze vorherrscht, wäre eine geringere Arbeitszeit al« die jetzt übliche wünschenswerth.

Außer den Gesundheittrückfichten wird aber auch zu Gunsten de« Achlstunden-ArbeUstage« angeführt, daß durch ihn die Möglichkeit gegeben werde, vielen jetzt beschästigungslosm Arbeitern Verdienst und somit Brod zuzuwenden. Man sagt, wo jetzt zwei Arbeiter vierundzwanzig Stunden thätig sein müssen, wird man, um da» nämliche produziren zu können, drei Arbeiter nothwendig haben und also dem dritten, der heute vielleicht beschäftigungs­los umherirrt und fich mit seiner Familie in bit­terem Elend befindet, die Möglichkeit einer an­ständigen Ernährung geben. Ja, optimistische Vertheidiger des Achtstunden-Arbeitstages gehen so weit, zu behaupten, daß die öffentliche Armen­pflege durch Einführung desselben erheblich ent­lastet und sogar die Steuersätze in den Industrie- Gegenden, soweit fie die kommunalen Abgaben bekiffen, herabgemindert werden könnten. De» Weiteren tritt man dem Bedenken, daß die Kon­kurrenzfähigkeit der Fabriken rc. durch Achtstunden- Tag vermindert werde, mit der Erklärung ent­gegen, daß die« nicht der Fall sei, wenn der Acht­stundentag international werde. Zwar gibt man zu, daß der Gewinn für die Besitzer etwas ge>

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und es auch absolut unnöthig sei, daß sich das Betriebskapital auf Kosten der Gesundheit der Arbeiter mit dem denkbar höchsten Prozentsatz verzinse; die Kapitalisten müßten eben mit weniger Dividenden zuftieden sein. Wese Ansichten find in der Arbeiterbevölkerung fast allgemein, und es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß die immer größer werdende Bewegung zu Gunsten der Ar­beiter enden wird. Gegner des Achtstundentages nennen die gestellte Forderung eine maßlose, fie sagen, hat man fich ftüher sür eine zwölf,- dann mit einer zehnstündigen Arbeitszeit zuftieden ge­geben, so will man jetzt nur noch von achtstündiger Thätigkeit etwa» wissen, und Hal man dieses Ziel erreicht, so will man bald die Arbeit auf sechs oder gar vier Stunden beschränken und zuletzt wird man vielleicht verlangen, daß die Engel vom

der beiden Nebensetten gefertiget. Im Jahre 1773 am Feste Maria Empfängniß ist die Kreuzkapelle mit dem Orgelgewölbe durch den damaligen Stadt- prästdenten und Domkapitularn von Gebsattel zum wirklichen Gebrauch benedizirt worden.

„Im Jahre 1775 und 1776 wurde die Stein- Hauerarbeit deren Architraben und Hauptgefimser mit fortgesetzter Mauer von 4»/, Schuh gefertigt.

„Im Jahr 1777 war Stillstand.

1778 den 1. Juli ist die Fsciata «gefangen und mit der Steinhauerarbeit zum Langhause kontinuirt worden. n , oo

„Im Jahre 1779 ist das ganze Langhaus 33 Schuh hoch aufgemauert und da» Dach auf dis Kirche gebracht worden, die Ziegel wurden in 3 Tagen aufgelegt und diese Arbeit drei Tage vor 6$17809 ^^De^Psarkirchenbau dieß Jahr nicht weniger, wie vorm Jahr fortbearbeitet worden. Dann in diesem 1780. Jahr wurde nicht allein dis ganze Kirche fortgedeckt und mit Schrefersteinen eingefsfiet und auf den gefertigten Chorthurm Kreuz und Hahn den 2. September aufgesteckt, sondern auch die äußere Faciata 6 Schuh hoch mit dem neuen Thurwe au« Quader und Mauer

Himmel kommen und arbeiten sollen, damit di Herren Arbeiterein Schlaraffenleben führen können Wese Aeußerung wird namentlich von Freunden der Kapital« gethan, ein Körnchen Wahrheit mag darin liegen, aber im Ganzen dürste fie ebensosehr übertrieben sein, wie die Ausführung der optimi­stischen Vertheidiger de» Achtstundentage». Da« Wahre liegt hier, wie immer in der Mitte. Die zehnstündige Arbeit dünkt al» Grundsatz da» Richtige, Ausnahmen in Bezug auf die Arbeiter, welche in besonder» gesundheitsschädlichen Branchen thätig, sollen aber damit keineswegs ausgeschlossen sondern ernster Erwägung anheimgegeben sein. Im Allgemeinen läßt fich eine zehnstündige Ar­beitszeit gut aushalten, namentlich dann, wenn eine Erholungspause zur Mittagszeit eintritt, die wirklich als solche angesehen werden kann. In dieser Beziehung muß freilich eine Besserung ein- treten, denn wenn, wie es jetzt fast ausnahmslos der Fall, die Arbeiter um 12 Uhr die Fabrik verlassen und um 1 Uhr schon wiäer ihre Thä­tigkeit aufnehmen müssen, bann ist das keine Er­holung, sondern eine Hetzjagd, die de» Mittag­essens wegen veranstaltet wird. Auch muß dis Nachtarbeit, wo ste unbedingt nothwendig, nicht mehr dem Arbeiter übertragen werden, welcher während des Tage« angestrengt thätig gewesen ist, und endlich gilt es, die Einführung der Sonntags­ruhe gesetzlich zu bestimmen. Wenn die» erreicht, dürften die Arbeiter wohl zuftieden sein, denn für ihre Ruhe und Erholung wäre dann in an«- utfo M W K1r»Är- beiter von Uebel, die Lust am Nichtsthun und die Genußsucht werden dadurch gefördert und an Stelle der Erholung tritt nur Aufregung, welcher Erschlaffung folgt. Nach der Arbeit ist gut ruhen sagt ein alte« Sprüchwort, und e» hat Recht; der Ruhe fich wahrhaft erfreuen, kann nur der, welcher den Tag über thätig gewesen, niemals aber Jemand, der den größten Theil der Tage« müßig geht. Der Achtstundentag wird daher schon au« diesen und noch vielen anderen Gründen, die wir hier nicht de» Nähern erörtern wollen, nie­mals den Arbeitern noch der Gesammtheit zum Segen gereichen. Eine zehnstündige Arbeit bifür- roorten wir, aber der Achtstundentag ist eine Idee die man nach reiflicher Ueberlegung nicht al« nutzbringend ansehen und für die man daher auch nicht eintreten kann.

aufgeführt, einsckließig der Fensterbänken de» 3. Stockwerk» am Thurme.

1781. „An die dasige Pfarrkirch wurde den 2. Oktober die Statue de« hl. Blastu» aufgestellt, und ist die Frciata vom Schlußstein de« Orgel­fensters samt oetn ersten Haupigestm» und Fürst!. Wappstein sodann der ganze Aufsatz und Fronti«- p cum mit denen vier Urnen aufgemauert worden, im Betrag 46 Schuh hoch. Weiter wurde an dem neuen Thurm bas 3. und 4. Stockwerk 58 Schuh hoch aufgemauert.

1782. „An bet allhiesigen Pfarrkirch würben 5 Schuh hoch sammt bem Hauptgestm» «noch am neuen Thurm aufgemauert. Der alte Thurm wurde abgebrochen, und die beiden neuen vom Zimmermeister aufgesetzt, nicht weniger da« Dach zwischen beiden Tyürmen aufgeschlagen. We ganze Kirch wurde gewölbet und der neue Thurm auf« wendig verputzet.

„Im Jahr 1784 wurde in der Pfarkirche zu Fuld die Srockatoraibeit am Plafond, nebst Fresko­malerei mit zwölf Aposteln auf den beiden Seiten vollendet, die ganze Kirche innen verputzt, geweißt, auch da« meiste geplattet, sodann der Hochaltar gestellt, bi« auf die Marmoriearbeit.