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auch Alles geschieht, um die Sicherheit aufrecht- zuerhatten. In den letzten 3*/i Monaten kamen in der Anßenstadt von Frankfurt und in der utt« I mittelbaren Umgebung folgende Verbrechen bezw.

Verbrechenrversüche vor:

2. August. Ein Schiffer von Hochheim von Zuhältern überfallen.

12, „ Auf freiem Felde bei Sachsenhausen wird

ein schwere« Sittlichkeitsverbrechen verübt.

12. * In der Escherlheimer Anlage wird ein auf

einer Bank Schlafender bestohlen.

16. „ Einbruch im Mrth'schen Geschäft (Sachsen­

hausen).

25. „ Ermordung Elsner's.

2. Septbr. Diebstahl in der Uferstraße.

4, „ Einbruch in der Friedberger Landstraße und

Verwundung des intervmirendm Gärtners.

9. „ Blutige Schlägerei zwischen Bornheim und

Seckbach.

16. „ Raubanfall an der Musterschule.

2. Oktober. Ein Mann, der in der Gutleutstraße über­fallen war, wird bewußtlos aufgefunden.

6. „ Mefferaffaire in der Bergerstraße.

9. „ Einbruch in der Mühlbruchstraße.

10. „ Drei Pferdeknechte traktiren sich an der

Landw. Hall« mit Messerstichen.

15. „ Raubanfall im Oberweg auf offener Straße.

28. „ Ermordung Sauer's im Musikantenweg.

8. Rovbr. Der Mörder Bender bricht bei Herrn Andreae (Lessingstraße) ein.

10. , Ein junger Mann, in der Mainanlage über­

fallen, wird bewußtlos aufgefunden.

Diese Liste, von welcher die ,Frkf. Ztg.' be­hauptet, daß fie in allen Einzelheiten vollkommen genau ist, die noch weniger aber auf Vollständig­keit Anspruch macht (oetspielsweise ist des Trei­bens de- Vitrioleur- gar nicht gedacht; manches Borkommniß ist natürlich auch nicht zur allge­meinen Kenntniß gekommen), zeigt unsere Zustände in nicht sehr rosigem Lichte. Natürlich hat es auch in der Innenstadt an Verbrechen in dieser Zeit nicht gefehlt, in der Außenstadt ist aber die Zahl derselben weitaus größer und in Folge dkffrn ist in weiten Kreisen rin starkes Gefühl der Un­sicherheit vorhanden. Jeder, der in später Stunde in der Außenstadt Frankfurts zu thun hat, wird diese« Gefühl schon gehabt haben. Zu­mal dort, wo die Beleuchtung der Straß n nicht über allen Zweifel erhaben und weit und breit der tröstliche Anblick einer Nachtwächters nicht zu haben ist. Auch der Kräftige und Beherzte kann durch einen plötzlichen Urbcrfall zu Schaden kom­men. Wir sind natürlich nicht der Meinung, daß die Polizei jedem Spätau-gehenden eine Bewach­ung mitgebea kann, daß aber der gegenwärtige Zustand dringend der Abhilfe erheischt, erscheint «ns ganz selbstverständlich im Interests jsdss Ein­zelnen, wie in demjenigen der ganzen Stadt.

* Limburg, 16. Nov. Die Nachricht, der Hr. Minister v. Goßler habe die geplante Nieder- laffung von Kapuzinern im ehemaligen Redemp- toristen-Kloster zu Bornhofen gegenüber Boppard nicht genehmigt, wird jetzt bestätigt, da dem Hrn. Bischof Karl nunmehr der betreffende Endscheid ^gegangen ist. Wenn der Herr Bischof, so heißt e«, nach Bornhofen Franziskaner berufen wolle, hrbe der Herr Minister nichts dagegen einzu- »enden. Die bärtigen Leute mit bloßen Füßen «nd rauhem Habite, die Paters Kapuziner näm- Üch, scheinen dem Herrn Minister nicht zu gefallen.

'Darmstadt, 18. Nov. Nach einer heute hierher gelangten offiziellen Nachricht trifft Kaiser Wilhelm am 6. Dezember zum Besuch am hiesigen böse ein.

Ein Wort über gesellschaftliche Rangklasse«.

Ein Hauptübel unserer gesellschaftlichen Za- stände ist neben der Ueberfülle in allen Berufs- arten die Titelsucht und der Klastenstreit, welcher °en Unterschied unter den Menschen fast größer M machen bestrebt ist al» geistiger und materieller ^ichthum oder vornehme Geburt ihn gemacht wen. Dieser Hochmuth und Rangstreit ist leider m Grundübrl von Adam her und erstreckt sich v°n den höchsten Spitz m unserer gesellschaftlichen bi» in die unteren Schichten, die so gern vie Manieren der oberen Welt copiren wollen, und doch ist die Sachlage so einfach. Sie etwa» |« beleuchten, ist deshalb vielleicht ein gutes Werk °amit jeder weiß, wo er d'ran ist und — Demuth

bet Mensch I

Die Grundlage für die heutigen Rangverhält- Ms der Civilbeamten blldet die Verordnung vöm ^Februar 1817, welche indiffsn durch spätere ^arordnungen modifizirt, folgende Gestattung an­

genommen hat. Wir unterscheiden danach zunächst Standerpersoncn und Subalternbeamte.

Die höchste Klaffe der ersteren bilden die Wirk­lich n Geheimen Räthe mit dem Prädikate Exzsl- lenz. In diese Klaffe gehören auch hie Staats- Minister während der Dauer ihres Amtes und nach ihrer Verabschiedung nur dann, wenn ihnen der entsprechende Charakter ausdrücklich verliehen wird. Abgesehen davon bestchen für die höheren Beamten fünf Rangklaflen, auf welche sich die einzelnen Beamtenkategorien in folgender W-ise verthsilen:

I. Klaffe. — Unterstaatssekretäre, Mnisterialdirektoren und Wirkliche Geheime Ober-Regierungs- bezw. Justiz-, Finanz-, Kriegs- und Bergräthe, die Oberprästdenten, die Chefpräsidenten der Ober-Rechnungskammer und des Ober- Verwaltungsgerichts.

II. Klaffe. — Vortragende Räthe der Ministerien mit dem Titel Geheimer Ober-Regierungs- bezw. Justiz rc. Rath, Regierungspräsidenten, Berghauptleute, Oberver- waltungsgerichtsräthe. Oberrechnungsräthe, Ooerlavdes- gerichtspräsidenten, Universitätsrektoren und der Polizei­präsident von Berlin.

HL Klaffe. — Die Vortragenden Räthe mit dem Titel Geheimer Regierungs-, Justiz- rc. Rath, Direktoren der Generalkommissionen und der Seehandlung, Provinzial- Steuerdirektoren, Senatsprästdenten der Oberlandesgerichte und Präsidenten der Landesgerichte, Oberstaatsanwälte, Räthe des General-Auditoriats. — Rach diesen Beamten kommen in derselben Klasse die Oberregierungsräthe, die Oberpräfidialräthe und Verwalungsgerichtsdirektoren, die Oberforstmeister und Polizeipräsidenten außerhalb Berlins, die Bevollmächtigten zur Kontrolle der Reichssteuern, die Korpsauditeure und der Gouoernementsauditeur von Berlin.

IV. Klaffe. — Regierungs-, Oberberg- und Landräthe, Kreisdirektoren, Polizeidirektoren, Forstmeister, Landge­richtsdirektoren, Oberlandesgerichts-, Landgerichts- und Amtsgerichtsräthe, Erste Staatsanwälte, Division«-, Gou­vernements- und Garnisonauditeure, ordentliche Professoren Direktoren der Gymnasien und gleichstehenden Anstalten.

V. Klaffe. — Rechnungs-, Steuer- und Polizeiräthe, Landrentmeister, Gewerberäthe, Justizhauptkaffenrendanten Oberförster, Land- und Amtsrichter, Staatsanwälte, Ge­richts- und RegierungS-Affefforen, außerordentliche Pro­fessoren und Seminardirektoren, die Oberlehrer an den höheren staatlichen Unterrichtsanstalten, die ordentlichen Gymnasiallehrer mit akademischer Bildung, Provinzial- Archivare, Bauinspektoren, Regierungsbaumeister und Strafanstaltsdirektoren und Postdirektoren.

Geistliche Personen bilden einen Stand für sich nach eigener Hierarchie, rangiren jidenfall» aber als Standespersonen.

Alle nicht genannten und doch einer hervorragen­den Stellung angehörenden Personen werden ge­wöhnlich nach ihrer Bildungrstnfs abgeschätzt.

Alle anderen Beamten weroen als Subaltern- beamts in folgende vier Klaffrn zusammengerechnet.

I. Klaffe. — Ministerialsekretäre.

II. Klass. — Referendare und Regierungsbauführer.

III. Klasse, — Ministerial-Kanzleisekretäre und Kanz­listen, Regierungssekretäre, Kreissekretäre Oberamts- und Gerichtssekretäre.

IV. Klaffe.—Regierungi-Kanzleisekretäre und Kanzlisten.

Jedem Beamten kann ausnahmsweise ein höh­erer Rang beigclegt werden, als ihm an und für sich nach feinem Amte zustehm würde. Solche Beamten rangiren dann in der betreffenden höh­eren Klaff;, aber erst nach den Beamten, welche schon von vornherein derselben kraft ihre» Amtes angebören.

raths-Amt die Herren Bürgermeister, Ortsvorsteher und sonst Beteiligten Beamten, nach Möglichkeit dahin zu wirken, daß alle öffentlichen Versteigerungen außerhalb der Wirthshäuser abgehalten werden. Wenn anderweitige Räume nicht zur Verfügung stehen, empfehlt es sich/- die Schulsäle zu den Versteigerungen zu benutzen.

§ Als Stadtverordneter empfiehlt sich ein Bürger von Duisb urg durch folgende Mittheilung in den Blättern: „Die bevorstehenden Stadtrathswahlen geben uns Gelegen­heit, Männer in den Stadtrath zu senden, welche te i|n Blatt vor den Mund nehmen, welche unabhängig sind und das Jntereffe der Bürger ganz vertreten. I ch 6tn solch' ein Mann!*

* In der bekannten Hagenbeck'schen Handelsmenagerie in Hamburg wird zur Zeit ein junget Löwe als Belo- cipedfahrer ausgebildet. Es ist das nicht ganz leicht und die Dressur nimmt Monate lang in Anspruch. Das verwendete Dreirad hat tellergroße Stützflächen, auf welchen die Pranken des „Reiter«" ruhen; das Fahrzeug hat eine vordere Radhöhe von 80 Zentimeter.

(Einfache Lebensweise. „Sehen Sie, ich lebe bloß von Kartoffeln. Es kommt nur darauf an, wie man sie zubereitet. Die Kartoffeln gebe ich zuerst meinen Schweinen und die Schweine esse hernach ich."

§ Ein Fabrikherr, durch karge Bezahlung seiner Arbeiter bekannt, bringt beim Jubiläumsfeste des ältesten Werkführers einen Toast aus mit dm Worten: „Hoch die Arbeit!" — Hierauf erscholl ein donnerndes: „Und höher der Lohn!"

sScherzfrage.j Warum hat der Hase keine Ohren, sondern Löff-l? Antwort: Um bei Annäherung des Feindes Verdacht schöpfen zu können.

19«/10-193/4

IS-2H/, 5.S

sA

17-171/4 171/4-174/1» 183/4-201/, 15-16 |

121/4

9 8'/,-8»/4

Getreide-CourS.

Frankfurt a. M., 18. Nov. 1889.

Weizen stramm gehalten, unsere Mühlen bleibm klein­laut, dagegen wurdm größere Posten Weizen nach Heil­bronn, Rastatt und Karlsruhe verkauft. Roggen behaup­tet, Gerste fest, Hafer gefragt, Mais (mixed) koulant ver­käuflich, Spelzspreu steigend, Kartoffeln vernachläisigt, Mehlmarkt unverändert.

Mais (mixed)

Mais Virginia

Raps

Roggenkleie Weizenkleie.......

Mal,

Malzkeim Spelzspreu.......

Chilisalpeter per Frühjahr .

Kartoffel.......

Aepfel (Kelterobst) . . . .

&7T

Hiesiger Weizen

Fremder „

Hiesiger Roggen

Russischer „

Wetterauer-, Ried- u. Frankm-Gerste Hafer je nach Qual.......

S "Ä 8=» f*

188

. 2.60

. 18.30

. 23/1-3

Marktbericht.

* Frankfurt, 18. Nov. Der heutige Viehmarkt war mit 347 Ochsen, 18 Bullen, 401 Kühen, Rindern und Stieren, 215 Kälbern, 564 Hammeln, 398 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen L Qual. Mk. 68—70, II. Qual. M. 60-64, Ballen L Qual. Mk. 46 —48, II. Qual. Mk. 43—45, Kühe, Rinder und Stiere I. Qual. Ml. 58-60, II. Mk. 44—48, Alle» per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Kälber I. Qual. 63—68 Pfg., II. Qual. 53-58 Pfg., Hämmel L Qual. 56—58 Pfg-, II- Qual. 40—45 Pfg., inländische Schweine I. Quak. 68-70 Pfg., IL Qual. 66-67. Alles perPfd. Schlacht. gewicht.

Für den Kirchenbau in Steinhaus.

Bei der Expedition der ,Fuld. Zig.- gingen fernerem: Aus Zella 10 Mk.

Vermischtes.

* Alte N mtobe und sonstige glaubhafte Wetter- greise versichern übereinstimmend, daß di; un­trüglichen Merkmale vorhanden seien süc einen so milden Winter, wie er seit Jahrzehnten nicht dazewesen wäre. Die Ecika zeige j tzt noch neue Triebe, die Geschlechter der Lawp:, R-imcke und „Karnickel" trügen j tzt noch ihr Sommer­kleid, während erfahrung-mäßig die Angehörigen derselben sonst schon Anfang» Oktober ihr Winter« pffze angelegt hätten. Hoffen wir, daß diese Wetterpropheten Recht behalten.

* Singen, 14. Nov. Heute weilte Herr Bischof Haffner aus Mainz in unserer Stadt, um die Brandstätte und die Ruinen der Rochuskapelle zu besichtigen, sowie den Bericht des engeren (Ausschusses für den Wie­deraufbau entgegen zu nehmen. — Eine aus Abends 8 Uhr anberaumte Männer-Versammlung, wozu umfassende Einladungen an alle Interessenten ergangen waren, mußte 2 Stunden früher abgehalten roetben, da der Kirchenfürst eingetretener Verhältnisse wegen seine Rückreise beschleu­nigen mußte. Die bis jetzt für den Wiederaufbau der Kapelle eingegangenen Beträge belaufen sich auf ca. 60,000.

* Dann, 12. Nov. Auf Wunsch der Herren Notare unseres Kreises macht das Landraths-Amt bekannt, daß die kgl. Notare von ihren vorgesetzten Behörden ange­wiesen sind, 1. keine Versteigerung abzuhalten, wenn vorher geistige Getränke zur Steigerung der Kauf­lust unentgeldlich verabreicht wurden; 2. begonnene Ver­steigerungen abzubrechen, wenn während derselben geistige Getränke verabreicht werden. Außerdem ersucht das Land-

RKeteoro!ogifche Beobachtungen

der hiesigen Wetterwarte.

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heiter bedeckt

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Luftdruck in den letzten 24 Stunden di» auf geringe Oiclationen (tägliche Schwankungen) auf derselben Höbe. Temp. bi» auf die normale Höhe (3 3° C.) gesunken. Luftströmung von N durch NO nach O übergegangen. Die heutige Minimaltemp. — —1,1° C.

Ein barometrisches Maximum von 780 mm erstreckt sich von Böhmen nordwestwärts nach der südlichen Nord­see. In Deutschland liegt die Temp. fast überall über der normalen, am meisten tn den nordwestlichen Gebiets- theilen. [Seetnarte.J

Letzte Beobachtung 10'/, Uhr Morgens.

Luftdruck — 759,0 mm (steigt wied.) — Luf:temp:rutur — 0,40 0. — Luftfeuchtigkeit — 94»/». — Wolkenzug nicht festzustellen. — Windrichtung — O2. — Himmels- ar.fi Lt — völlig bed.ckt.

Schwarze Seidenstoffe v. 95 Pf. bis 18.65 p. Met. — glatt gestreift u. gemustert (ca. 180 versch. Qual.) — eerf. roden- u stückweise Porto- u. zollfrei das Fadrik-Dtpöt <x. Henneberg (R. u. ft. Hofltef.) Zürich. Master umgehend. Briese koste» 20 Pf. Porto. [2262