1889
Dienstag, den 19. November.
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Verband katholischer Lehrer.
H. Bochum, 16. Noo. 1889.
Der im August dieser Jahre« hier gegründete Verband katholischer Lehrer hat stch in Folge be» vor Kurzem ergangenen Aufrufe« ganz erfreulich entwickelt. Obgleich feine Gegner in pädagogischen Zeitschriften und politischen Tagerblättern die Ziele de« Verbände« ganz entstellten, die Möglichkeit einer freien, selbstständigen Bewegung bestritten; obgleich fie ferner behaupteten, am Gründungsorte selbst sei kein warme« Jatereffe für den Verband, wohl aber eine große Abneigung gegen denselben wahrzunehmen, haben sich nunmehr außer einer großen Anzahl einzelner Kollegen einer Reihe von Vereinen bereit« angeschloffen, bezw. ihren Beitritt in Ausstcht gestellt. Wir nennen in erster Linie den Diözesanverband in Osnabrück mit 260 Mitgliedern, ferner die Vereine zu Aachen, Effen, Hörde, Altendorf, Elberfeld, Solingen, Düren, Werden, Alteneffeu, Kattowitz. In Ermland wird soeben ein Aufruf zur Gründung eines Diözesanverbandes crlaflen, war wir mit besonderer Freude begrüßen. Mit Genug- thuung konstattren wir ferner, daß der Bochumer Lehrerveretn in seiner letzten Sitzung 15 neue Mitglieder gewonnen hat, so daß jetzt 44 Lehrer von Bochum und fetter nächsten Umgebung demselben sngehören. Die meisten Anmeldungen sind aus Hannover und der Rheinprovinz erfolgt. Westfalen rührt' stch auch, bietoi aber hinter anderen Bezirken zurück. Durch diese Zeilen soll nun nochmals zum Anschluß an den Verband und namentlich zur Bildung von Ort« vereinen die Anregung gegeben werde». Die Ziele des Verbandes find wiederholt erörtert worden; unere fernere Thätigkett wird es beweisen, daß tatsächlich nur diese und nicht politische Bestrebungen die Gründung des Verbandes veranlaßt haben. Wir werden der modernen Pädagogik gegenüber, welche stch mehr und mehr vom pofitiv christlichen Standpunkte entfernt, betonen, was christliche, und vor allem, was katholische Pädagogik ist. Darin liegt unsere Aufgabe, darin liegt auch die Rothwendtg- leit der Gründung des Verbandes. Zu anderen Lehrervereinen wird derselbe niemals ohne Roth in eine Kampfstellung eintretev, sondern in allen gemeinsamen Fragen auch zu einem gemeinsamen Vorgeben bereit sein. Daß der Verband dann auch die materiellen Jntereffen der Lehrer nach
± Ars jilde's NlkMMhkit.
(Fortsetzung.)
Am 27. Okober der Jahre« 1813 sollte die Brücke gesprengt werden, um dadurch den Rückzug der Franzosen aufzuhalten. Schon war das Gewölbe über dem ersten Brückenbogen durchbrochen und bi« an die beiderseitige Brüstung heraurge- nommen, al« die nachrückende Avantgarde der französischen Armee die demolirenden Kosaken vertrieb. Marschall Mecdonald ließ sogleich durch zweihundert Sapeure den eingeschlagenen Brückenbogen mit einer Balkenlage wieder schließen — zum großen Glück für unsere Stadt, denn diese« Hemm- »iß der großen Armee hätte für fie unendlich ver- hängnißvoll werd!» können.
Der Landbaumeister Karl Arnd, der an dem Ver- suche dieser Sprengung stch bethetligen mußte, hat in seiner „Geschichte de« Hofstists Fulda" eine interrffante Schilderung davon gegeben.
In den Jahren 1773 und 1774 wurde die Straße nach Salmünster, in dm Jahren 1774— 1779 die von Kohlhau» nach Brückenau und von 1779—1785 die von Brückenau nach Hammelburg führmde fertig gestellt.
jeder Richtung hin mit Ruhe, Entschiedenheit und Ausdauer vertreten wird, ist selbstverständlich. Die hohe Bedeutung de« Verbände« zeigt stch in den vielfachen Angriffen auf denselben. Eine Sache, welche den Gegner ruhig und gelaffen läßt, kann nicht viel Bedeutung haben. Dagegen liefern die großen Angriffe von gegnerischer Seite und ihr gewaltiges Rüstzeug den Beweis, daß wir un« auf dem richtigen Wege befinden. Rehmen wir einmal an, der Verband stehe da in seiner schönsten Blüthe; die katholische Lehrerwelt Alldeutschland« gehöre ihm an: wird da nicht die Schule, die katholische Schule, nach allen Seiten hin einen unberechenbaren Nutzen daraus ziehen! Und ferner: wird nicht die katholische Lehrerschaft als eine Macht dastehen, welche bet weiterer Ausgestaltung aller Verhältnisse, die ihre materielle Lage, ihre Stellung, ihre berufliche Thätigkeit betreffen, gehört werden müßte I Der einzelne Lehrer findet nicht die Beachtung wie die Gefammtheft, den ganzen Stand angehende Wünsche zu äußern. Freilich hat es schon früher Männer genug gegeben, welche die kathol. Pädagogik in Erziehung und Unterricht der akatholischen gegenüber betonten, aber solch' ein Bild katholischen Strebens auf dem Gebiete der Schule, solch' eine Manifestation katholischer Einheit, wie fie der Lehrerverband, fußend auf katholischen Prinzipien darbieten würde, wäre bewundernswerth I Wer sollte fich nicht dafür begeistern? Das ist unser Ideal, unsere Gegner nennen r« v^llsichd Illusion, «See batz sich dieses Ideal verwirkliche, das hängt zunächst von der Bereitwilligkeit der einzelnen Kollegen ab, fich in den Dienst deffelben zu stellen. Deßhalb, Kollegen, schließt Euch dem großen Ganzm an, helft mit arbeiten an dem großen, gemeinsamen Werk, da» da dienen soll zuerst unserer hl. Religion, dann unserer Schule und un« selbst und endlich der allgemeinen Wohlfahrt.
Deutsches'Reich.
Berlin, 18. November.
* Ueber da» politische Ergebniß der Kaiserreise erhält die ,Time»' au« Wien eine Mittheilung, welche allgemeine Beachtung findet. Danach handelte« fich um folgendesUebereinkom- mm: Rußland verzichtet auf jeden gewaltsamen Eingriff in die Entwickelung Bulgarien«, wogegen Oesterreich darauf verzichtet, die Aner-
Srhr genaue Angaben über die letzteren Straßen finden sich in alten Fuldaer Kalendern, die ich hier, foroeit mir dieselben vorliegen, folgen laffe:
„Im Jahre 1779 wurde die Chaussee nach Hammelburg von der Brunnenchaussee fast bi« gegen die Ziegelhütten angelegt.
1780. „Der Chausseebau erhielte nebst der eifrigsten fortgesetzten Ausbesserung an der Sächs. Route eine sehr beträchtliche Reparatur an der Hünfelder Brücke, und an der Fränkischen Route wurden zwischen Rothemann und Dölbach 270 Ruthen neu gebaut, desgleichen zwischen Kothen und Speichert« 1061/» Ruthe.
1781. „An der Chaussee nach Franken wurde von dem Buchrasen bi« Nederleuchterrbach ein neue« Stück ad 756 Ruthen lang und bei dem neuen Wirthshau« auch ein Stück, zu 719 Ruthen lang errichtet.
1782. „An der Chaussee wurden 928 Ruthen hinter Niederleichtersbach bei Geiersnest vorbei bi« in dortigen Grund neu gefertiget. 828 Ruthen wurden durch die Dörfer al» Rothemann 103 Ruthen, Motten 182 Ruthen, durch und hinter Kothen bi« an Eisenhammer 441, vor und durch Speigert» 160 Ruthen gebauet,
kennung de» Fürsten Ferdinand zu betreiben und von jeder Politik Abstand nimmt, welche die Bulgaren in der Hoffnung bestärken könnte, daß ihre jetzigen Verhältniffe schließlich von den Großmächten legalifirt würden. Eine Bestätigung dieser Meldung enthält auch eine rüsstsche offiziöse Auslassung, welche besagt: „Der Besuch des Zaren in Berlin unb die Reise de« deutschen Kaiser« nach Konstantinopel leiten ein» neue Phase in der Entwickelung der europäischen Lage ein; die Mächte sind Übereingekommen, den Prinzen Ferdinand von Koburg anzuerkennen, im Uebrigen aber Bulgarien stch selbst zu überlassen und abzuwarten, bis der Prinz Bulgarien verläßt, nachdem er sich Überzeugt hat, daß seine Bestrebungen keine Aussicht aus Erfolg haben. Damit ist die bulgarische Frage aus den Berechnungen der Diplomatie tatsächlich eliminirt und da» Haupthinder- niß beseitigt, welche» einer die Erhaltung de« Friedens verbürgenden Gestaltung der Beziehungen der Großmächte im Wege stand." Wenn es fich so verhält, so muß Oesterreich fich zu einer Art von diplomatischem Rückzug bequemen, um eine größere Beruhigung Rußlands und eine Erhöhung der Friedensficherheit herbeizuführen. Er ist zwar nichts in derOeffrutlichkeit bekannt geworden, war Oesterreich als betheiligt an einem Versuch der „Legalifirung" der Herrschaft Ferdinand'« hmstellte: aber seine Sympathien für Bulgarien und seine jetzige Regierung hat Oesterreich deutlich bekundet, sogar in efnor feierlichen Thronrede, die den Bulgaren viel Fpabr g«,»,ach, waV g.otza ßnffnmwn erweckt hat. Freilich darf man auf die durch Oesterreich« Entgegenkommen erkaufte Versicherung des Zaren, den Frieden im Südosten unbehelligt zu lassen, keinen Überschwenglichen Werth legen. Es steckt darin keinerlei „Lösung" der obwaltenden Schwierigkeiten, bloß eine Hinausschiebung gefährlicher Verwickelungen. Aber andererseits ist e« auch kein übergroßes Opfer, welches Ocherreich zngernuthet wird, indem e» sich gegenüber den bulgarischen Angelegenheiten einer größeren Zurückhaltung befleißigen soll.
* Der Reichstag erklärte da» Mandat de« Abgeordneten Dr.Bürklin al» durch seine Ernennung zum General-Intendanten de» Hostheater» zu Karlsruhe nicht erloschen und setzte dann die Be- rathung des Etats de» Innern fort. Abg. Richter regte den Fortfall der Reichspostdampferlinie Sydney-Samoa an. Staatssekretär v. Bötticher ton»
auch die Brücken zu Buttlar mit 6 steinernen Bögen neu aufgeführt.
1783 fehlt.
1784. „An der fränkischen Chaussee find aus der Löschenr öd er Höhe 333Ruthen, an der Höhe von Rode mann 257 Ruthen, ober dem Ridern er Brunnen noch dem Neuwirthr- Han» 381 Ruthen, und also 9711/, Ruthen gebaut worden.
1785. „507»/, Ruthe wurden an der fränkischen Chaussee hinter dem Neuenwirthshause durch die von Erthalisren Waldung und Felder bi» an die Fürst!. Waldung, dann 195»/, Ruthe vor und durch U n t e r e r t h a l neu errichtet, in Summa 703 Ruthen.
1786 fehlt.
1787. „An der fränkischen Landchauffee ist 1787 von Untererthal bis Thulba ein Stück von 1751 Ruthe lang neu verfertigt worden. Die Brücke über die Thulba ist nicht nur auf dem Fundament, sondern auch die Pfeiler find 5 Schuh hoch bi« zu den Bögen mit Quadern aufgeführt worden. Ueber die Thulba ist noch ein Stück zur Chaussee durch dafige Weinberg von 157 Ruthen lang planirt worben. Zu Unter-