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bienen zu können, nicht als Wohlthätigkeitsanstalten ge­dacht werden, sondern müffen auf finanziellen Erfolg hin- »ielen, wobei die Verwendung des den normalen Zinsfuß etwa überschreitenden Betrages des Ueberschuffes zu ge­meinnützigen Zwecken, insbesondere zur Erweiterung des Umfangs der Baugesellschaft von vornherein ins Auge zu fasten ist. In Rücksicht der großen Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse, sowie der Vielseitigkeit der in Frage kommenden landwirthschaftlichen und industriellen Betriebe, sowie im Jntereffe einer leichteren und rascheren Verwirk­lichung der angeführten positiven Maßnahmen ist zunächst der Erfolg der in die Wege geleiteten P riv atthätig- keit abzuwarten, ehe dem Erlasse genereller gesetzlicher Bestimmungen näher getreten werden kann." £3 "M

• Der Herr Landesdirektor macht im .Amtsblatt' Mnigl. Regierung zu Kassel unterm 31. v. Mts. folgendes bekannt: Die Interessenten der H ssifchen Brandverficherungs-Anstalt setze ich andurch in Kenntniß, daß die Brandsteuer für das Jahr 1890 durch Beschluß de« Lander-Ausschusses vom 17. Oktober 1889 auf 18 Pfennige für je 100 Mark des Umlagekapital» festgesetzt worden ist.^

» Zur Warnung für Arbeiter. Betriebs» Unfälle zu stmuliren, um die Berufsgenossn- schäften auszubeuten, möge folgende Mittheilung dienen, um deren Weiterverbreitung gebeten wird. Ein Arbeiter, welcher bereits seit längerer Zeit an rheumatischen Schmerzen in den Beinen litt, be- hauptete, am 5. März 1889 durch einen Betriebs­unfall einen Beinbruch erlitten zu haben, während er nachgewiesenermaßen sich das Sein] erst am 6. desselben Monats, al« er fich in da« Krankenhaus zur Heilung seines rheumatischen Leidens begeben wollte, gebrochen hatte. Obgleich diese Thatsachs von Seiten des Unternehmer» und eines Mitge­sellen des Verletzten bestätigt wurde, andererseits auch ärztlich konstatirt wurde, daß der Beinbruch unbedingt erst am 6. März erfolgt fein müsse, da der Kranke fonst Wege, wie er ste noch am 6. März zurückgelegt hat, nicht hätte machen kämen, ließ der Verletzte von seiner Behauptung nicht ab. Er stellte vielmehr Ansprüche! auf Entschädigung an die zuständige Berufsgenossenschast und rief, nachdem er dort abgewiesen, die Entscheidung de« Schiedsgericht« an. Während der ganzen Erheb­ungen verwickelte sich der Verletzte vielfach in Widersprüche. Bei der Klarheit der seine Aussage widerlegenden Gegenbeweise wurde seine Berufung selbstverständlich unter Verurtheilung in die der Genossenschaft durch da« Erscheinen ihre« Vertre- ter« vor dem Schiedsgerichte erwachsenen Kosten verworfen, auch nahm da« Schiedsgericht Veran­lassung, die Gefinnungslostgkeit, welche in dem Verhalten de» Verletzte« erblickt werden mußte, in gebührender Weise zu beleuchten. Die Berufsge- »offenschaft aber beantragte, da« Verfahren wegen versuchten Betrug» gegen den Simulanten einzu­leiten, der auch thatsächlich wegen diese» Vergehens zu einer neunmonatlichen Gefängnißstrafe verur- thellt wurde.

* Au« der großen Stiftung der Gräfin Louise Bose find wieder eine Reihe von Stipendien ver- ßigbar, und zwar 3 bi» 4 zu je 600 Mk. jähr­lich für bedürftige und würdige Studenten der Medizin, ferner Reise-Stipendien an Dozenten und Merzte im Betrage von 4818 Mark und endlich fflt wissenschaftliche Arbeiten eine Summe von 4618 Mark. Die schriftlichen Bewerbungs-Gesuche find an Professor Bardeleben, den Dekan der medizini­schen Fakultät in Berlin, »u richten.

* Den Katholiken de« Vogelsberger diene zur Nachricht, daß von jetzt an zu Lauterbach mo­natlich einmal und zwar jedesmal am zweiten Sonntag de» Monats, in einem Saal be« Rath­hause« katholischer Gottesdienst gehalten wird. 3" Alsfeld wird am vierten Sonntag int Monat Gottesdienst in der katholischen Kapelle abgehalten.

* Kassel, 7. Novbr. Die aus der Provinz Hessen-Nassau für die Garde ausgehobenen Mann­schaften trafen gestern hier ein und wurden nach Berlin weiterbeförbert.

'Lohne bei Fritzlar, 7. Nov. In unmittel­barer Nähe unseres Orte« wird jetzt ein Eisen- °"gwerk in Betrieb gefetzt, nachdem schon im norigen Jahre Nachgrabungen in hiefiger Gemark- Dg geschehen und gute Eisensteine gefunden war­ne« find.

, * Hofgeismar, 6. Nov. Wie man hört, «steht die Abficht, auf dem Mühlenfelde Hierselbst E” da« hiesige Dragoner-Regiment ein Fourage- ^iagazin zu erbauen, welche« 16 000 Zentner Hn>er und 10000 Ztr, Heu und Stroh fassen soll.

* Au« dem Kreise Marburg, 6. Nov. Unter den Schulkindern in Warzenbach find die Röcheln und ein krampfartiger Keuchhusten ausgedrochen, an denen bereits 34 Kinder erkrankt find. In Sichertshausen wurden 4 Kinder von der Diphte- ritis befallen.

* Volkmarsen, 6. Nov. Wie leicht man Schwindlern in die Finger gerathen kann, davon ist wieder einmal ein warnender Beispiel zu be­richten. Da kommt eines schönen Tages schweiß­triefend ein Bursche und präsentirt mit der ehr­lichsten Miene einen Brief, der vorgeblich von seinem Auftraggeber, der durch wirthschaftliche Ver­luste zu Schaden gekommen sei, ihm übergeben und fordert für diesen auf ein größere« Guthaben abschläglich 80 Mark, die dem Burschen auch an­standslos behändigt worden find, mit welchen er alsdann auf Nimmerwiedersehen nach Amerika ab­gekämpft ist. Bei der kürzlich mit dem vermeint­lichen Auftraggeber abgehaltenen Abrechnung stellte fich zum Erstaunen des Geprellten der Schwindel heraus.

• Aus Thüringen, 6. Nov. Die Vogel- Händler im Thüringer Walde betreiben wieder eifrigst ihr „Geschäft", was auf einen Massmfang unserer lieben Waldvögel schließen läßt. Ein Sonneberger Bürger scheut sich nicht, in einer Leipziger Zeitung Thüringer Waldvögel zu fabel­haft billigen Preisen anzubieten; ein Vogelfänger O'serweißbachs übertrifft ihn aber noch, denn er verlangt für ein Dutzend Meisen mir 3 Mark.

BerruischteS.

* Die Deutschen Konstantinopels haben gelegentlich der Hochzeitsfeterlichkeiten in Athen an das hohe Brautpaar die beiben folgenden Tele­gramme gelangen lassen.

„Sr. königl. Hoheit dem Kronprinzen von Griechenland, Herzog von Sparta, Athen.

. . . ov pev Ya<* Tovye xgeiaoov xal a^eiov

% o■'?’ o/uotfQoveovTe vofffiaafv olxov ttvvfff yvvi]' troll’ aZyea

•jf,‘:ouaLa <T Rvufi ttTjüi' /ualutra 5e r’ I’xZvov avroZ. Ehrfurchtsvoll bitten wir mit diesen Worten Homers*), Ew. königlichen Hoheit unsere tiefgefühltm Segenswünsche unlerthänigst zu Füßen legen zu dürfen.

Die Deutschen Konstantinopels."

„Ihrer königlichen Hoheit der Prinzessin Sophie von Preußen, Athen. Unsere heißen Segenswünsche folgen Ew. königlichen Hoheit auf dem heutigen Kirchengange und werden Höchstdieselbe stets auf Ihrem Lebensgange begleiten. Die theuere Heimath scheint uns näher gerückt, indem wir wissen, daß eine erlauchte Tochter des preu­ßischen Königshauses in dem Nachbarreiche weilt.

Die Deutschen Konstantinopels."

•) Diese Stelle au» her Anrede be« Odysseus an die Naufikaa, Odyss. VI. 183—185, lautet in der Übersetzung naS Voß:

. . . Denn nichts ist besser und wünschenSwerther auf Erden,

Als wenn Mann und Weib, in herzlicher Liebe vereinigt. Ruhig ihr Haus verwalten, den Feinden ein kränkender

Anblick,

Aber Wonne den Freunden, und mehr noch genießen sie selber.

* Köln» 6. Nov. Gestern hat Hierselbst im Eisen­bahndirektionsgebäude die vom Minister der öffentlichen Arbeiten anberaumte Konferenz in Sachen des in der Nähe des Domes im Bau begriffenen Schornsteins statt­gefunden. Die Stadt, die Eisenbahndirektion und der Minister hatten Vertreter gesandt; von Berlin warm die Herren Ministerialdirektor Schneider und die Geheimen Oberbauräthe Dieckhoff und Wichert anwesmd. Ueber Mangel an Entgegenkommen hattm sich die Vertreter der Stadt nicht zu beklagen; es wurdm eingehend alle Mög­lichkeiten erörtert, die geeignet sind, eine Verunzierung des Domes zu vermeiden. Die städtischen Vertreter be­standen auf Verlegung des Schornsteins, die Delegirtm des Mnisters und der Eismbahndirektion waren dafür, den Schomstein niedriger zu bauen und ihn mit einem architektonisch ausgebildeten Thurme zu umkleiden. Es wurden dabei die bestimmtestm Zusicherungen gegeßen, daß der Schornstein, der nicht nur der elektrischen Be­leuchtung, sondern auch der Centralheizung und der Maschinenanlage für die hydraulichm Hebevorrichtungen des neuen Bahnhofs dienen soll, weder Rauch noch Ruß ausstoßen werde. Zu einer direkten Entscheidung kam es nicht; die Delegirlen des Ministers werden diesem das gewonnene Material vorlegm, auch glaubtm sie zusichern zu können, daß dem Verlangen der Stadt, die Angelegm- heit der Akademie des Bauwesens zu unterbreitm, ent­sprochen werde.

* Die Kannibalen. Die .Kölnische Zeitung hatte blkanntlich kürlich geschriebm: „Der Menschenfraß ist nichts so besonders Schlimmes. Kannibalische Völker find gewöhnlich kräftig, schneidig und hochbegabt" Die »Lustigm Blätter' schreiben nun mit Bezug hierauf: Der Kannibale gehört einem Bolksstamme an, welcher Europas übertünchte Höflichkeit nicht tennt. Er macht keine cere- moniellen Redensartm, sondern spricht frei von der Leber seines Feindes, welche er verzehrt hat oder zu verzehren gedmkt. Bon Natur ist er rauh und schüch­

tern, aber wenn man ihm freundlich zuredet, ißt er ganz Ohr. Von seiner Mildthätigkeit wissen alle Reisende zu erzählen, die den Kongo besucht haben: wo er Arme st«ht, werden sie von ihm gespeist. Er befreundet fich niemals mit Menschen, die er nicht genau kennt, prüft vielmehr Herz und Nieren, desjenigen, dem er sein Inneres zu erschließen gedenkt. Der Kannibale kann, wenn er will, gegen fremde Gäste außerordentlich liebens­würdig sein; in diesem Falle nimmt er den Gast gänzlich für sich ein. Er ist außerdem sehr wißbegierig; da er aber nicht lesen kann, so vsrschlingt er statt der Forsch« ungsberichie die Forscher selbst. Hat der Kannibale einen Fehltritt begangen, so bereut er gern und willig; geduldig schluckt er die Strafpredigt hinunter und den Strafprediger dazu. Gleich jenem edlen Römer liebt der Kannibale die dicken Menschen; mageren kann er keinen Geschmack abgewinnen. Im Verkehr untereinander be­fleißigen sich die Kannibalen der größten Ehrlichkeit. Haben sie einen Sklaven eingefangen, so wird er redlich getheilt. Ein Kannibalenhäuptling soll neulich gesagt haben: „Ich will, daß jeder Bauer am Sonntag seinen Europäer im Topf habe." Ein kerniges, schneidiges, aber auch ebenso gutmüthiges Volk, diese Kannibalen!

* Ein sehr komisches Inserat bringt die Nr. 257 des »Aach. Anz.': Ein 9jähriger Reisender in Spiriius sucht für seinen verstorbenen Chef einen neuen Prinzipal in big er Flüssigkeit. Pr. Referenzen. Gef. Offert, u. s. w.

Auszug aus den Registern des Standesamts Fulda

vom 1. bis 7. November 1889.

Aufgebote.

4. Schuhmacher Peter Georg Heil von hier und Kath­arina Bittorf von Sandberg, Kreis Gersfelb. 4. Maurer Witwer Johann Heinrich Wagner von Horas und Josefine Schneider von Istergiesel. 4. Blechschläger Johar.n Hein­rich Emil Hohmann von hier und Marie Pauline Diemer- ling von Salmünster. 5. Metzger Josef Koch von hier und Sophie von Keitz von Hainzell. 6. Kaufmann Max Oliven von Halle a. Saale und Rosa Tannenbaum von hier.

Eheschließungen.

2. Fabrikarbeiter Andreas Schlotthauer von Wetzlos, Kreis Hünfeld und Anna Maria Will von Rhina, Kreis Hünfeld. 4. Fabrikarbeiter Kilian Wehner von Rudolphs- han und Karoline Winzer von Pilgerzell. 4. Blechschläger Heinrich Konrad Hohmann und Wwe. Elisabeth Theresia Odenwald, geb. Bachmann von hier. 4. Fabrikarbeiter Josef Neuland von Horas und Maria Elgert von BellingS Kreis Schlüchtern.

Geburten.

Okt. 21. Elisabeth Augusta Karolina, Tochter des Schossers a. B. Heinrich Konrad Bräuning gen. Wolf­schlag. 28. T. des Eisenb.-Schaffners Ludwig Martin Grünn. 29. Emma, T. des Uhrmachers Johannes Heinz« mann. 29. Wilhelm Josef und Ferdinand, Zwillings­kinder einer Auswärtigen. Nov. 1. Ludwig Josef, S. des Taglöhners Wilhelm Scheel. 1. Josef Heinrich, S. des Schneiders Franz Josef Schmitt. 1. August, S. des Taglöhners Georg Roman Nüchter zu Neuenberg. 1. Karl Ignaz, S. des Maschinenheizers Heribert Munker. 5. Barbara Anna, T des Schreiners a. B. Nikolaus Josef Wolfschlag. 6. Margaretha Theresia, T. des Ziegeleibesitzers Ferdinand Wißler.

Sterbefälle.

2. Maria Katharina, T. des Kaufmanns Franz Bur­kard Kircher 5 Tg. 4. Therese geb. Hütsch, Ehefrau des Schuhmachers Wilhelm Bernhard, 32 I:, 3 M. 28 T. 4. todtgeb. S. des Fabrikarbeiters Isidor Hahner. 6. Martin Josef Peter, S. des Fabrikarbeiters Josef Waider 1 M. 11 T.

Für d'e N«s-chwück«»g derGrabeskirche pes hl, Bonifatius.

Bei der Expedition der »Fuld. Ztg.' gingen ferner ein: Wilh. Marschall Mk. 10,-. C. Reinhardt M. 5,—.

I. R. Mk. 1,—.

Für den Kirchenbau in Steinhaus.

Bei der Expedition der »Fuld. Ztg.' gingen fernerem:

Ungenannt M. —,50. V. R. Mk. 1,— . Pfr. O. in

Herholz M. 10,—. Dr. H. Mk. 5,—.

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Meteorologische Beobachtungen

der hiesigen Wetterwarte.

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Seit gestern keine wesentliche Veränderung über

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752,6

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heiter bedeckt

7,1

4,3

6,3

7 2

9

8 7

unserem Beodachtungrgebiet.

Ein Maximum über 775 Millim. liegt über der Nord- hälfte Frankreichs, ein Minimum unter 755 Millim. bei Wisby. In Centraleuropa ist das Wetter mild, trübe und vielfach nebelig, erhebliche Niederschläge werden nicht gemeldet. In Deutschland liegt die Temperatur bis zu 4 Grad über der normalen. [Seeroarte.]

Letzte Beobachtung IO* 1/» Uhr Morgens.

Lustdrück — 751,7 mm. — Lufttemperatur --- 7,80 0. — Luftfeuchtigkeit — 96<y0 — Wolkenzug aus SW. — Windrichtung — SW2. — HimmelSanfiHt — trüb.

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