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ba« Fundbureau abrusenden, insofern sich nicht der verlorene Gegenstand noch auf der Station selbst befindet. Ebenso find derartige Briefe der Reisenden wegen verlorener Gegenstände, wenn sie station-seitig nicht sogleich erledigt werden können, an das Fundbureau abzugeben. Die Fundbureavx setzen je nach Umständen die Recherchen auch auf die benachbarten Bahnm fort. Auf Wunsch der Reisenden wird nach verlorenen Gegenständen auch eine Dienst-Depesche abgegeben, wofür 50 Pfg. zu vergüten find. Die Fasiung der Depesche ist Sache der Stationsbeamtm. Für Fmdsachen, welche auf Wunsch per Bahn nachgesandt werden, ist ohne Rücksicht auf Entfernung, Gewicht und Zahl der Gegenstände 50 Pfg. zu enrichten. x <

* Ein für alle Krankenkassen wichtiges Erkenntniß hat die Civilkammer der Görlitzer Landgericht» gefällt. Nach dem behördlicherfeit» empfohlenm Nonnalstatut für Krankenkassen wird da« Krankengeld gegen Vorzeigung de« vom Kassen- arzte ausgestellten Krankenscheines aurgezahlt. Eine Verkäuferin, welche Mitglied einer Krankenkasse war, hatte sich von einem andern als dem Kassen­ärzte einen Krankenschein ausstellen lassen, die Krankenkasse verweigerte aber auf Anordnung des Magistrats die Zahlung. Die Verkäuferin wurde deshalb klagbar, verlor in erster Instanz, obsiegte aber in zweiter Instanz. Im Erkenntniß wird ausgeführt, es könne Niemano^gezwungen werden, einen Arzt zu nehmen,Mu dem er kein Vertrauen habe. Einem Kranken müsse gegen Ueberreichung eines Krankenscheins, auch wenn dieser nicht vom Kassenärzte ausgestellt ist, das Krankengeld aurge- zahlt werden, nur dürfe der Kaffe durch Heran­ziehung einer 'anderen Arzte« Kosten nicht entstehen.

* Kassel, 29. Okt. Der Verein sür hessische Geschichte und Länderkunde hielt gestern Abend In der Aula der Realschule seine Monatsversamm­lung ab, welche sehr zahlreich, namentlich auch von einer großen Anzahl Damen, besucht war. Der Vorsitzende de« Verein«, H-rr Major von Stamford, eröffnete die Versammlung und machte zunächst einige Vereinsmittheilungen. Redner be- merkte, daß der Verein durch den Tod 5 Mit­glieder verloren habe, unter welchen sich Profeffor Dr. Weber, Prof. Gegenbaur in Fulda und Konsul a. D. Schmitt befinden, daß außer­dem ein Zuwachs von 11 Mitglieds und der Austritt von ebenfalls 11 Mitgliedern zu berichten fei, somit der Gesammtbestand der Mitglieder sich um 5 verringert habe. Hierauf dankte der Vorsitzende noch für zwei dem Vereine gemachten Geschenke, und hob schließlich den Bücheraurtausch mit anderen Vereinen hervor. Hierauf hielt Herr Dr. phil. Seelig den angekündigten Vortrag über den Namen „Hrffen und dar Chattenland", sowie die Gebietsentwickelung der Landgrafschaft, welcher mit Spannung ausgenommen wurde.

* Fritzlar, 26. Okt. In dem Garten des Herrn Baron von Buttlar wurden gestern mehrere Schoppen reife Himbeeren gepflückt, auch haben sich noch blühende Erdbeerrflanzen und viele Märzveil­chen vorgefunden. Herr Gärtner Hölting pflückte in seinem Garten reife Erdbeeren.

• Frankfurt a. M., 29. Okt. Dem vor einigen Tagen gemeldeten Preisabschlag einiger Metzger für Kuh- und Rindfleisch dürften nun auch die anderen Kuhmctzger folgen, denn der gestrige Markt brachte eine so bedeutende Zufuhr von Kühen und Rindern, wie seit Jahren nicht, ja vielleicht noch nie der Fall gewesen und die Preise dieser Viehsorten erfuhren einen sehr erheb- lichen Abschlag. Geht aber Kuh- und Rindfleisch erheblich im Preise herunter, dann läßt sich das Ochsenfleisch auch nicht mehr lange hoch halten.

— Ein neuer Mord, so frivol wie nur einer vorkommen kann, beschäftigt heute wieder die G-- müther unserer Stadt. In der vergangenen Nacht gegen 12 Uhr ließ sich der im Mustkantenweg Nr. 67 wohnende Spengler Sauer von seiner Frau den Hausschlüffel hemnterwerfen. Zwei in der Nähe Kindliche Leute riefen dem Sauer zu, „er mög! sich doch gleich die ganze Familie her- unterwerfen lassen!" worauf nach kurzem Wort­wechsel der eine der Burschm dem S. ohne Wckerss ein Messer in die Brust stieß, und da­durch die Lunge so verletzte, daß der Verletzte nur noch al« Leiche in seine Wohnung verbracht wer­den konnte. Ein Beweis, mit welcher Gewalt der Stoß geführt wurde, ist die Größe der Wunde, welche 7 Ctm. tief und 4 Ctm. breit ist. Das zur That verwendete Messer soll nach der Be- hauptung de« Tyäters ein sogenanntes Brodmeffer gewesen sein; sdoch wurde dasselbe nicht mehr in seinem B-sitze gefunden und will er es wegge- worfm haben. Nach den an amtlicher Stelle ein­gezogenen Erkundigungen sind die beiden an dieser Affaire Ketheiligten, dir Schloflergesellen Wilhelm Döll, 22 Jahre alt, und Heinrich Dotzert, 21 Jahre alt ; beide wohnen bei den Ellern Döll'« in der Wallstraße in Sachsenhausen. Döll ist bereits geständig, den Stich versetzt zu haben und wird deßhalb der Entlassung de« in dieser Be­ziehung ganz unbethriligten Dotzert au« der Haft nichts entgegenstehen. Der Vorfall wird von den Thätern in etwas anderer Wesse dargestellt, in­dem Döll durch Sauer provozirt worden fein will. Döll und Dotzert wollen zufällig in dem Momente an dem Haufe, in welchem Sauer wohnt, vorbeigekommen sein, al« dessen Frau den Hausschlüssel herunterwarf. S. konnte denselben nicht gleich finden, weßbalb ihn die jungen Leute verspotteten. In dem dadurch entstandenen Wort­wechsel gab Sauer dem Döll eine Ohrfeige, in Folge dessen zog der letztere das Messer uni ver- setzte dem Sauer den tödtlichen Stich.

Vermischtes.

♦ lieber die Undeutlichkeit der Namens­unterschriften derZ zur Vollziehung von amtlichen Schriftstücken befugten .Beamten ist schon häufig geklagt worden und trotzdem gehört eS noch immer zu den Seltenheiten, ^einmal eine deutliche Unterschrift zu Gesicht zu bekommen, obschon der Herr Justiz Minister seiner­seits die ihm untergebenen Beamten angewiesen hat, sich einer deutlichen Namensunterschrift zu befleißigen. Es heißt in dem betreffenden Erlaffe: „Täglich gehen Schrift­stücke ein, welche an Stelle einer leserlichen Unterschrift des Namens Schriftzeichen enthalten, die zwar einen Namenszug darstellen sollen, sich aber als durchaus un- lesbar erweisen, oder doch nur mit Mühe entziffert werden können. An einem ^gleichen Mißstande leiden vielfach amtliche Schriftstücke, die für das Publikum bestimmt sind. Ich nehme hieraus Veranlaffung, die alten Verfügungen von Neuem in Erinnerung zu bringen und dabei die zuversichtliche Erwartung auszusprechen, daß es mir werde erspart werden, die Nichtbeachtung derselben in einzelnen Fällen besonders rügen zu müssen."

* Von derVerfälschung der Nah run gsmittel hört man oft genug; wichtig ist es deßhalb, einige Kennzeichen zu wissen, um die eingekauften Waaren auf ihre Unverfälschtheit zu untersuchen. Vom Mehl preßt man eine Hand voll zusammen und legt es auf den Tisch; unverfälschtes Mehl hält zusammen, gefälschtes fällt auseinander. Gries darf beim Anrühren mit Wasser kei­nen Niederschlag bilden, sonst ist es mit Knochenmehl ver­setzt. Zucker soll reinweiß oder schwach gelblich kristallisch aussehen, bläulicher Zucker ist oft gefärbt oder mit Kalk versetzt. Kaffee darf beim Waschen dem Waffer keine grünliche Farbe geben, auch beim Reiben zwischen den Händen nicht abfärben, auch Thee darf kaltem Wasser keine Farbe mittheilen. Reine Chokolade ist im Bruch braun, nicht streifig. Esfig wird am häufigsten gefälscht ; man sollte ihn stets prüfen. Eine weiße Untertasse wird mit aufgelöstem Zucker bestrichen, welchen man auf der Untertasse trocknen läßt, worauf man sie auf ein Gefäß mit kochendem Waffer setzt; ein Tropfen verfälschten Essigs wird die Stelle, auf die er fällt, schwärzen, reiner Essig hinterläßt keine Farbe.

* Eine eigenartige Kravatten-Nadel war in der letzten Sitzung des Erfurter Gewerbevereins ausgelegt. Diese Nadel stellt einen kleinen Vogel dar, der singt und dabei den Schnabel und den Schwanz bewegt. Mittelst eines kleinen Gummiballs, der in der Tasche getragen unb auf den gedrückt wird, wird die Bewegung und daS Zwitschern des Vogels bewerkstelligt. Die Damen werden dann künftig auf den Bällen nicht blos angesprochen, son­dern auch noch angezwitschert werden.

[Stus der Kinderstube.^ Der kleine Robert mit dem Nachthemdchen bekleidet, kniet in seinem Bett. Wäh­rend er sein Nachtgebet spricht, kann sein Schwesterchen der Versuchung nicht widerstehen, ihn an den Fußsohlen zu kitzeln. Eine Weile erträgt er's, als er es aber nicht länger aushalten kann, sagt er inmitten des Gebets: „Lieber Gott, entschuldige einen Augenblick, bis ich der Tilly Eine heruntergehauen habe!"

Literarisches.

Kinder-Kalender für das Jahr 1890. Jllustrirt von Joseph Kiener. 12. Jahrg. Donauwörth, L. Auer. 96 Seiten. Preis brosch. 20 Pfg.; einzeln franko in's Haus gesandt 23 Pfg.; elegant kart. 30 Pfg.; einzeln franko in's Haus gesandt 40 Pfg.

Der kleine drollige Knabe auf dem gar lieblichen Titel­bilde in Farbendruck sieht so munter und fröhlich darein, als wollte er uns von all' dem reichen und schönen In­halte erzählen, mit dem die berühmte Kinder-Schriftstellerin „Tante Emmy" die Kinder bedacht hat. 12 recht hübsche Monatsgedichte wechseln mit wahrhaft kindlichen Anekdoten, Erzählungen, Märchen, Räthseln und Reimen in angenehm­ster Weise. Allen Eltern, die ihren Kleinen eine recht freudige Ueberraschung zu bieten gedenken, empfehlen wir das mit zahlreichem und hübschen Bilderschmucke ausge- stattete Kalenderchen bestens.

Für die Rnslchmückrmg der Grabeskirche des hi- Bonifatius.

Bei der Expedition der ,Fuld.Ztg/ gingen ferner ein:

F. Hulley, Domvikar, Trier 5 Mk.__________________

Getreide-Cours

Frankfurt a. M Hiesiger Weizen s.......“

Fremder „

Hiesiger Roggen.......

Russischer- „ .....

Wetterauer-, Ried- u. Franken-Gerste Hafer je nach Qual.......

Mais (mixed)........

Mais Virginia Raps..........

Roggenkleie

Weizenkleie ...

Mal,..........

Malzkeime.........

Spelzspreu Chilisalpeter per Frühjahr . . . Kartoffel....... .

Aepfel (Kelterobst) ..... -

Weizen behauptet, Roggen stramm, Gerste unverän­dert, Hafer ruhig, Mais (mixed) träge, Spelzspreu ge­fragt, Kleie vernachlässigt, Mehlmarkt ruhig. Berliner Roggenmehl ab Bahn Magdeburg No. 0 Mk. 25.—, No. 0/1 M. 23,50, No. I Mk. 22.—, frei Ufer Frankfurt a. M., Mainz und Mannheim ca. 1.25 Mark theurer.

Meteorologische Beodachtunge« der hiesigen Wetterwarte.

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16'/« 168/10—17 171/2-191/« 141/2-15«/« IN/«

34-341/, 81/2-8»/« 71/2-8

., 21. Okt. 1889. ;i9'/u-i9«/« 19-211/2 ßt

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heiter trüb bedeckt

Luftdruck hält sich noch auf seiner Höhe (6 Mtllnn. über normal.) Luftströmung noch sehr schwach. Tewp. sitzt 3° Über der normalen.

Ein barometrisches Minimum unter 748 Millim. liegt nordwestlich von Schottland, ein Maximum, über 779 Millim., int südwestlichen Rußland. Bei schwacher, meist südlicher und südwestlicher Luftströmung ist das Wetter über Deutschland mild, theilweise heiter,; im Binnenlande vielfach nebelig. [Seewarte.j

Letzte Beobachtung lOVs Uhr Morgens.

Zuftdruck — 743,6 mm. (steigt noch.) — Lufttempera­tur — 11,O<>C. — Luftfeuchtigkeit — 96 o/g — Wolken- uq — 0. — Windrichtung — SSW. — Himmelsan- si« — bedeckt.

In der gestrigen Nummer muß es natürlich heißen mäßig starker Nebel und nicht mäßiger starker I!

Cm tücht. Mädchen, welches kochen kann, wird nach Eng­land gesucht. Näh. in d. Exp. d. Ztg.

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