Die Anleihe beträgt 50 Millionen Franks, wird mit 85 emittirt, mit 6 Prozent verzinst und ist nach 33 Jahren rückzahlbar. Als Garantie dienen die Eisenbahnlinien Zaribrod-Sofia-Vakarel und Jamboli'Burgas. , , , Ä „
* In Frankreich ertönt i tzt in kath. Kreisen immer lauter der Ruf nach Bildung und Organisation einer kath. Partei nach dem Muster des deutschen Centrums. Graf de Mrm hat di« Bild- uung einer solchen angeregt und vielfach Zustimmung erhalten. Mehrere kath. Blätter Haden mit Begeisterung die Idee aufgegriffm und verfolgt. Freilich regen sich auch Stimmen, welche abrathen. Er find dar ßeute, welche die Politik über die Religion stellen und denen die Fahne der Prätendenten wichtiger ist, al» die Einigung der Katholiken.
Aus Stadt, Provinz und Nachbargebiet.
Fulda, 29. Oktober.
• I« der gestrigen Versammlung de» großen Bürgeraurschusie» wurden al» Stadtrathsmitglieder für die nächsten 5 Jahre fofort im ersten Wahlgange gewählt die Herren: Eisenhändler Theodor Arnd, Fabrikant Joseph Hohmann, Kaufm. Robert Kircher, ZimmermetsterHeinrich Jofiph Mahr, Gastwirth August Müller, Mühlenbefitzer Konstantin Reinhardt, Bäckermeister Damian Rüb.sam und Weinhändler Joseph Schmitt. Die Wahl wurde von den sämmtlichen Gewählten angenommen mit Ausnahme des Mühlsnbefitzers Konstantin Reinhardt, welcher nicht anwesend war. Zum Ausschußvor- steher wurde wiederum Herr Häfnermeister Dionys Reuß und al« Stellvertreter Herr Rechtsanwalt I. Rang gewählt. Die Ausschuß-Ergänzungrwahl wird demnächst an einem noch zu bestimmenden Tage stad finden.
Ö) Dem Radfahrer Carl R. von hier wurde dieser Tage für hervorragende Leistung im Tourenfahren vom Gauverband IX in Frankfurt a. M. die silberne Medaille zuerkannt. R. fuhr s. Z. in 12 Stunden nach Frankfurt a.M. und zurück.
• Für die Abhaltung der diesjährigen.H erbst- I Konti olversammlun gen im Kreise Fulda find die Tage vom 18. bis 20. November bestimmt worden. Zu den Kontrolversammlungen haben zu erscheinen: 1) Sämmtltche Reservisten einschließlich Jägerklasie A vom Jahrgang 1877 aufwärts, 2) diejenigen Wehrleute I. Aufgebots, welche zur Landwehr H. Aufgebots üöerzuführen find, da» find: a) diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit vom 1. April bi» 30. September 1877 in den Militärdienst eingetreten find, b) die in der Zeit vom 1. April bis 30. Sept. 1879 in Militärdienst eingestellten Mannschaften der Kavallerie, welche fich freiwillig zu einer vierjährigen aktiven Dienstzeit verpflichtet haben und dieser Verpflichtung nachgekommen sind, 3) die zur Disposition der Truppentheile Beurlaubten, 4) die vor beendeter Dienstzeit wegen Dienstuntauglichkeit oder auf Reklamation und anderer j. Gründe zur Disposition der Ersatz-B-Hörden ent- laffenen Mannschaften, 5) die al» Halb-Invalide anerkannten Mannschaften.
* In der Stadt Fulda mit 1311 Wohnstätten und den 114 Landgemeinden der Kreises Fulda mit 5832 Wohnstätten werden insgesammt 1824 Hunde gehalten und zwar 9 Bleicher-, 111 Schäfer-, 117 Jagd- und 1587 Haus- und Luxus- Hunds. Von dieser Anzahl entfallen auf die ©tobt Fulda 411 und zwar 4 Bleicher-, 19 Jagd- und 388 Haus- und Luxushunde. Es kommt sonach in hiesiger Stadt fast auf jeder dritte Hau« ein Hund. Die den Kommunen zufließende Hundesteuer beträgt insgesammt 4504 Mk. 85 Pfg. und entfällt davon auf die Stadt Fulda 2017 Mark 50 Pfennig.
• Laut einer im .Reichranz? veröffentlichten Bekanntmachung der Reichskanzlers wird vom 1. November ab die Gebühr für die Bestellung 1 der Telegramme nach Landorten ohne Post- . anstatt von 60 Pfg. auf 40 Pfg. ermäßigt.
* Bei bett preußischen Staatseisenbahnen besteht bekanntlich feit mehreren Jahren bie Ein- "ÄiWg, daß kleinere Frachtstücke zur Beförde- |®uta '• Expreßgut ohne Lösung von Fahrkarten ®ebeimifr’6tSen Gepäckfracht auf Gepäckscheine schäft in sei. Sdn können. Hierauf betrug bis-
>sr der Mindestsbetrag der zu zahlenden Fracht Mark für jede Sendung. Vom 1. November
>. I. ist derselbe indeß für gewöhnliche Züge auf 50 Pfg. herabgesetzt morden, während e« für Schnellzüge bei dem Mindestbetrag von 1 Mark ür jede Sendung verbleibt.
• Au« Barmen wirdruns'/von einem Fuldaer Herrn, der sich gegenwärtig auf einer Geschäftsreise befindet, unter'« 28. d». Folgende« mitge- theilt: „Ich komme soeben */42 Uhr Mittag« von Hagen. In Schwelm steht^üie«Pianofortefabrik von R. Ibach Sohn in Brand. Soviel ich vom Zuge au« bemerken konnte, wird nicht viel zu retten sein, da der eine Flügel in hellen Flammen steht und da« Feuer durch den Wind immer weiter ;reist, sowie auch namentlich durch die Holzvor- räthe reichliche Nahrung findet.
* Frankfurt a. M., 28. Okt. Zum Raubmorde Elsner schreibt der ,Gm.-Anz.': Ein hiesiger Blatt brachte bie Sensations-Notiz, baß bet m städtischen Jrrenhause zur Beobachtung feine» Geisteszustandes z. Z. internirte Gattinmörder Tbun da» Grständniß gemacht habe, den Mord an Elsner, welcher in seinem Hause gewohnt hatte und bamt plötzlich aus Beweggründen, welche mit ber ermordeten Frau des Thun in Zusammenhang iänden, ausgezogm fei, begangen zu haben. Die- elbe Notiz ist auch uns zugegangen, jedoch unsrerseits unterdrückt worden, weil fis, wie wir wsttiv versichern können, auf die Reden eines in '«selben Anstalt untergebrachten Irren zurückzu- ührsn ist, dem angeblich Thun ein solches Gc> iändniß gemacht habe. — Dieser Tage verstarb ein hiesiger Bürger, welcher vor vielen Jahren fast 9 Monate unschuldig im Gefängniß gesessen hatte. In ihmvermuthete man s.Z. denVerfassrr anonymer Schmutzbriefe und fitzte ihn in's Ge- ängniß. Er mußte jedoch wegen Mangels an Beweisen entlaffen werden und später gelang es auch, den wahren Thäter zu ermitteln. Der nunmehr Verstorbene hat jedoch die ihm angethane Unbill nie ganz verwinden können.
* Aus Oberhessen, 27. Okt. Mit Rück- ficht auf den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Gießen und einigen anderen Gemeinden wurde die Abhaltung des bevorstehenden Gießener Rindviebmarktes amtlich untersagt.
* Marburg, 28. Okt. Betreffs des lieber- falles des Gensbarmen Kottwitz, schreibt bie ,Oberh. Ztg.' find wir heute in der Lage mit- thellen zu können, daß bie Untersuchung einen erfreulichen Fortgang nimmt und die Ermittelung der Thäter bereits jetzt außer Zweifel steht. Von weiteren Mittheilungen find wir im Jntereffs der Untersuchung genöthigt vorläufig Abstand zu nehmen. In dem Befinden der Verletzten ist in den fitzten Tagen eine Wendung zum Besseren eingetreten.
• Eisenach, 27. Okt. Ein Mordanfall wurde gestern Morgen auf der Straße von Dippach nach Berka a. b. Werra verübt. Von der Kirchweih in Dippach heimkehrend, paffirten bet Lehrer Schneiber aus Hserda und der Arzt Dr. Hoyer aus Berka die erwähnte Straße, als sie plötzlich von einem Menschen, bet aus bent Versteck hervor- brach, überfallen imb mit Dolchstichen berart be» arhßitet wurden, daß sie alsbald bewußtlos zusammenbrachen. Zur Erklärung des gräßlichen Verbrechen« wird berichtet, daß der Thäker, ein polnischer Knecht, seinem Dienstherrn, einem Gutsbesitzer der Gegend, auf jener Straße aufgelauert und den des Weges kommenden Arzt für den Dienstherr» angesehen habe. Als der den Arzt begleitende Lehrer dem Verbrecher die Waffe, einen Dolch, entwinden wollte, richtete der Wülh- erich seine Stiche gegen den Lehrer, der so schwer verwundet darniederliegt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Ec erhielt nicht weniger als sieben Verwundungen. Der Arzt hatte einen Dolchstoß unterhalb eines Augc» erhalten, da« er wohl verlieren wird, außerdem eine schwere Wunde im Rücken. Der Thäter, der noch mit einem geladenen Revolver versehen war, ist verhaftet und dem Amtsgericht Gerstungen eingeliefert worden.
* Die neulich verbreitete Nachricht, ein Wetzlarer habe seit 1871 in Algier schmachten müffm, soll nach dem »Wetzlarer Anzeiger' auf^Schwindel beruhen.
Vermischtes.
Mille Cigarren bis zu 10 3Ä.
Dazu
»etter
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Windstill!
10,7
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neblig
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Schock Eier Liter Petroleum „ Bier
allerdings mit dem Zoll nicht« zu tbun hat.
* In der MH« derjenigen Eisenbahnstrecke Bay« bingen-Stuttgart, wo jüngst der Eisenbahnunfall sich zugetragen, entgleiste am Montag Mittag die Lokomotive eines Personenzuges. Es wurde Niemand verletzt, dagegen erlitten das Wagenmaterial und der Bahnkörper Beschädigungen.
* Nicht oft kommt es vor, daß einem Kalk in Auge pritzt, aber gerade bei selteneren Fällen ist man rathloser, als bei gewöhnlichen Vorkommnissen. Es gibt für das Auge keinen heftigeren Schmerz, als wenn es mit Kalk in Berührung kommt, und Auswaschen mit warmem und kaltem Wasser vermehrt den Schmerz, statt ihn zu lindern. Ein bewährtes Mittel ist das Auswaschen mit Zuckerwaffer, welches von den Maurern angewandt wird.
Marktbericht.
♦ Frankfurt, 28. Okt. Der heutige Viehmarkt war mit 355 Ochsen, 26 Bullen, 724 Kühen, Rindern und Stieren, 306 Kälbern, 1134 Hammeln, 284 Schweine» befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen I. Qual. Mk. 68-70, II. Qual. Mk. 60-64, Bullen L Qual. Mk. 48—50, II. Qual. Mk. 44—46, Kühe, Rinder und Stier- I. Qual. Mk. 58-60, II. Mk. 44—50, Alle, per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Kälber I. Qual. 65—70 Pfg., II. Qual. 55-60 Pfg., Hammel I. Qual. 56—58 Pfg„ n. Qual. 40—46 Pfg., inländische Schweine I. Qual. 68—70 Pfg., II. Qual. 66-67. Alles per Pfd. Schlachtgewicht^
~ Meteorologische Geovachtnnge»
d er hiesigen Wetterwarte.
* Verschiedentlich find in letzter Zeit Klagen darüber gang«n, baß nicht selten Tauben gehalten werden von Luten, bie gar nicht dazu berechtigt sind. Nach dem j tzt noch in Geltung befindlichen Aus schreiben des Kurhessischen Ministerium« vom 20. Juli 1843 dürfen nämlich nur Laudwirthe, welche einen Grundbesitz von mindesten« 15 Acker haben, Tauben hatten und zwsr bei Vermeidung von 1—10 Thlr. durch bie Pofizeibehörbe zu verhängender Geldstrafe, neben Konfiskation der unbefugter Weise gehaltenen Tauben. Zugleich machen wir Taubenbesitzer in ihrem Interesse darauf aufmerksam, daß nach einem Ausschreiben de« großh. Ministerium« vom 12. S pt. 1826 im Frühjahr und Herbst während ber Saat- bezw. Erntezeit bie Taubenschläge geschloffen sein unb bie Taube bei M ibung einer Gelbstrafe neben dem Verlust aller bim tetr. Taubenhalter gehörigen Tauben, nicht aurfliegen sollen.
* Da» Kammergericht hat letzter Tage ent- schieben, baß Tellersammlungen, welche in Versammlungen zu Deckung der Unkosten veranstaltet werden, al» von ber polizeilichen Genehmigung abhängige Kollekten aufzufaffeu sind.
* Emen Maßstab dafür, wie jede H/»u»- haltung gegenwärtig in Folge ber Reichsgesetz- gebung in Deutschland belastet ist, ergibt nach- stehenbe Ueberficht. Es stnb durch Zölle und Steuern unter Anderem belastet:
28 2 738,9
9 740,6
29 7 742,3 6,6 j Windstills neblig
Die heutige Morgentemp. um 4° wärmer als die gestrige. Luftdruck um weitere 5 Millim. gestiegen. Sett gestern Abend Windstille. Heute Morgen mäßiger starker Rebel und starkes Thau.
Ein barometrisches Maximum über 775 Millim. liegt zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meere, eine Depression unter 755 Millim. vor'm Kanal. Dementsprechend wehen in Deutschland mäßige südöstliche Winde bei vorwiegend trüber Witterung. sSeewarte.s
Letzte Beobachtung 10'/» Uhr Morgens.
Luftdrück — 743,0 mm. (steigt noch.) — Lufttemperatur — 10,1 »6. — Luftfeuchtigkeit — 93% — Wolkenzug (Gino Strati) aus WSW. — Windrichtung — Windstill. — Him»e»ar.stcht — heiter.
„ Branntwein „ 26-25 Pfg.
kommt noch die Kohlenoertheuerung, die
Lherm. S-lftuL.
7,8
Mit 12 Pf. » 6 „ n 1 h
Jeder sparsamen Hausfrau empfehlen zur raschen Bereitung
guter "IF am Inari oh’c cond. Bouillon
Fleischbrühe nur SS»Ulli 111 CI lull ö za verwenden.
Kemmerichs Präparate stehen In Ihrer Güte unübertroffen del J
Z | Barem. 1 Z EV--
Kilo Mehl
mit
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Brod
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Hülsenfrüchte
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Kaffee
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Zucker
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Salz
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Gewürz
50
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Reis
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Schmalz
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10
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frisches Fleisch
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20
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ff
Tabak
w
50-100 Pf.