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247, Samstag, den 26. Oktober.

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1889

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Inserate: Die einspaltige Zeile, oder deren Raum Id Pfg-, bei Wiederholungen entsprechender Rabatts

Erste« Blatt

visions- und Brigadebezirke und diese, ie nach

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näher kam, erkannte er, daß er sich in dieser An» «ahme getäuscht, denn soweit es sich in dem Zwie­licht des Monde» unterscheiden ließ, war die Kleidung des einsamen Wanderers immerhin die» jenige eines Manner au» de« besseren Ständen, obwohl sie von Wind und Wetter und vom Alter arg mitgenommen schien. Von dem Gesichte des Mannes war nichts zu erkennen, wohl aber sah Bernhard, daß ihm lange«, schneeweiße» Haar weit in den Nacken herabfiel, und da er mit seinem langsamen, müden Gange ganz den Eindruck großer Schwäche und Hinfälligkeit machte, so sühlte der junge Mann ein lebhaftes Mitleid mit ihm und wandte sich zu Kirsanoff mit der Frage, ob er den BedauernSwerthen nicht emladen follte, aufzusteigen und wenigstens soweit mit ihnen zu fahren, als ihr Weg ein gemeinsamer war.

Kirsanoff, der ven Wanderer brr dahrn nicht wahrgenommen hatte, willigte nicht nur sofort ein, sondern stand selbst auf, um für den Alten einen Platz im Wagen frei zu machen. Bernhard hielt die Pferde an und rief dem Manne zu, daß er einsteigcn möge. M>t einer Bewegung des Kopfes, die jedenfalls feine freudige Ueberraschuag und

haben würde, wenn fich Bernhard zu ihnen in den Wagen gefetzt hätte. Da er aber sah, mit welchem Eifer der junge Mann wieder nach den Zügeln griff, fügte er fich in das Unabänderliche und gab mit einem heiteren Worte das Zeichen zur Ab- fahrt. u , .

Es war ein prächtiger, warmer und windstiller Sommerabend. Das Licht des Vollmondes über« goß die ganze Landschaft mit einer milden Hellig« leit, welche alle Gegenstände, selbst auf eine be- trächtliche Entfernung hin, fast so deutlich erkennen ließ, wie am Tage, und er war ringsum so stm, daß da» Bellen eine» Hunde» au» einem wert ent- legenen Dorfe die Fahrenden wohl eine halbe Stunde lang begleitete.

Schon tauchten die Umriffe de» bewaldeten Hügels, auf welchem ihr Heim lag, deutlich er» kennbar vor ihnen auf, al» Bern^rd vor sich auf der breiten Landstraße die Gestalt eines Mannes bemerkte, der fich langsam, und wie es schien, nicht ohne eine gewisse Anstrengung, vor« wärt- bewegte. Er hielt ihnWr einen der um« wohnenden Landleute, der fich auf feinem Heim­wege verspätet haben mochte; aber als er ihm

Meldeämter oder Melde-Aemter) emgetheilt. Art. 2. Dieses Gesetz tritt mit dem 1. April 1890 in Kraft. Urkundlich u. s. w. Gegeben u. s. w.

In der Begründung wird hervorgehoben, daß mit den 1881 und 1887 erfolgten Hrererverstär- kungen die organische Gliederung nicht Schritt ge- halten habe. Die Anhäufung von Truppen bei den Armeekorps an der Grenze haben diesen die Erfüllung ihrer Aufgaben übermäßig erschwert. E» sei daher nothwendig, den Umfang der höheren Truppenoerbände durch Vermehrung ihrer Anzahl

ttat. In 25 Jahren hat sich die Ausfuhr Por­tugals verdreifacht, es wurden Eisenbahnen und Telegraphen hergestellt und der Kredft de« Landes erhöht. Eine Berwaltungsreform, mit der Ein- theilung de» Landes in Departements, wurde durchgesührt, das Metermaß angenommen, die Majorate, der Paßzwang und die Todesstrafe ab­geschafft. Auch die Aufhebung der Sklaverei in den Kolonien, im Jahrs 1868, war vorzugsweise ein Werk des Königs, und ebenso find die inter­nationalen Ausstellungen in Liffabon und Oporto auf ihn zurückzuführen. Erwähnenswerth ist ferner, daß er der sogen, iberischen Idee, nämlich der Absicht, Portugal und Spanien unter einer Krone, und zwar der portugiesischen, zu vereinigen, stets Widerstand geleistet hat. Zweimal trat die Versuchung an ihn heran: in den Jahren 1868 und 1869, nach der Vertreibung Isabella'», und im Jahre 1874, al» e» offenbar wurde, daß die spanische Republik fich nicht halten konnte. Dom Luiz hat durch diese kluge Zurückhaltung ohne Zweifel nicht Mo» seinem Lande, sondern auch dem benachbarten Spanien schwere Verwicklungen und Kämpfe erspart, denn Spanier und Portugiesen stehen nicht so zusammen, daß die iberische Idee fich glatt und friedlich verwirklichen ließe.

Thronfolger ist Kronprinz Carl — j-tzt Carlos I. — am 28. September 1863 geboren und mit der Prinzessin Amalie, Tochter des Grafen von Paris, verheirathet. Das portugiesische Königshaus ist also durch seinen neuen Vertreter sowohl mit dem italienischen Königshaus- wie mit den Orleans und durch diese mit dem gegenwärtig regierenden spa- Nische« Königshause verwandt. Der neue König hat alsbald eine Proklamation erlassen, worin er verspricht, die römisch-katholische Religion zu schir­men und die Integrität des Königreiches aufrecht vie ......

z« erhalten. In Deutschland hat der lange Fürst Heeresergänzung werden die Armeekorpsbezirke m D i - bei seinem Besuche im Jahre 1886 dadurch UN- visions- und Brigadebezirke und diese ie na liebsames Aufsehen erregt, daß er im Kölner K^trolb^ez^rke (Konwagniebezirke.B^irkeder Haupt- Dom einem Geistlichen gegenüber eineunehrerbie- > — -> —

tige Aeußerung über da« A ll e r h ei l.i g st e machte — ganz wie er erzogen wurde. Auch in Portugal, wie in Belgien, Oesterreich, Bayern rc. suchte fich die Dynastie nach der Anweisung de« König« Lepold von Belgien vor Allem mit der liberalen Partei zu halten, well ste weiß, daß die kirchentreuen Katholiken keine Revolution machen, wohl aber der Liberalismus, wenn er unzufrieden ist, für die Throne gefährlich werden kann, wie die Geschichte beweist. _________

|a< Waldhais.

Novelle von R. O.

(16. Fortsetzung.)

cyfcte weiche, bebende Stimme schnitt ihm ins Herz. Er Alt fich für den erbärmlichsten Men- schen, daß er noch länger mit dieser schmählichen Lüge neben dem geliebten Mädchen einhergehen sollte, aber er gedachte der Versprechens, welches er Lori» von Kirsanoff gegeben, und erwiderte:

Fragen Sie mich nicht darnach, Arrna! Früher oder später wird die Stunde kommen, in welcher Sie darüber Aufklärung erhalten müssen, aber es wird eine traurige Stunde sein, und ich bitte Sie darum, jetzt nicht weiter in mich zu dringen.

Und fie fragte nicht weiter; aber fie war noch stiller und ernster geworden, al« während der letzten Tage, und fie vermochte nur mit einem recht gezwungenen Lächeln zu antworten, als 2oris von Kirsanoff, der in dem Wnthshause auf sie wartete, sie nach den Einzelheiten des eben ge- «offenen Schauspiels befragte. Die Heimkehr follte in der nämlichen Weife erfolgen, wie die Hinfahrt, obwohl Kirsanoff es ohne Zweifel lieber gesehen

* Neben dem Centrum hat auch die dentssch'- freisinnige Fraktion eine Reihe Anträge ge­stellt. Die deutschfreifinnigen Anträge erstreben: 1. Untersuchung der Kohlenvertheuerung durch die Reichsbehörde; 2. Aufhebung des obligatorischen Arbeitsbuches für Bergleute; 3.Aufhebung des Schweineeinfuhrverbotes an der dänischen Grenze; 4. Aufhebung der Schweinezölle; 5. Einschränkung der Militär- Gerichtsbarkeit für verabschiedete Osfiziere; 6. Schadenersatzpflicht des Staates bei gesetzlich un» begründeter Beschlagnahme von Druckschriften; 7. Strenge Einhaltung der gesetzlichen Schranken des Sozialistengesttzes, des Wahlgesetzes und der gesetzlichen Bestimmungen über die ungehinderte Vertheilung von Stimmzetteln und Wahlflug­blättern; 8. Bei den Reichstagswahlen sollen zum Schutz der geheimen Abstimmung dis Stimm­zettel in verschlossenen Couverts ab- gegeben werden.

♦ Der dem Reichstage zugegangene Entwurf eines Gesetz.» betreffend Aendernngen de» Reichs­militärgesetzes vom 2. Mai 1874 lautet:

Art. 1. Der § 3, Absatz 2 und 3 und der SS, Ab­satz 1 und 3 des Reichsmilitärgesetzes vom 2. Mai 1874 (R-ichsgesetzblatt 1874, S. 45) erhalten nachstehende Fassung: § 3. Aus § 2 bi« 3 Divisionen mit den ent- sprechenden Artillerie-, Pionier- und Trainformattonen wird ein Armeekorps gebildet, derart, daß die gesammte Heeresmacht des deutschen Reiches im Frieden aus 20 Armeekorps besteht. Zwei Armeekorps werden von Bayern, fe eins von Sachsen und Württemberg aufge­stellt, während Preußen gemeinschaftlich mit den übrigen Staaten 16 Armeekochs formtet. $ 5. Das Gebiet des deutschen Reichs wird in militärischer Hinsicht m 19 Armeekorpsbezirke emgetheilt. Als Grundlage für I die Organisation der Landwehr sowie zum Zweck der

* König Ludwig von Portugal, geboren am 31. Oktober 1838, starb vor einigen Tagen in seinem 51. Lebensjahre. Er war der dritte Herrscher aus dem Hause Ko bürg, der die portugiesische Krone getragen hat. Seine Re- form-Pläne wurden oft gestört durch die Partei- kämpfe, denen Portugal durch den vielfachen Miß­brauch feiner Verfassung ausgesitzt ist. In der Nacht des 19. Mai 1870 mußte der König es erleben, daß der 79jährige Feldmarschall und Kriegsminister Herzog von Saldanha mit sechs Bataillonen in seinen Palast eindrang und ihn zwang, das bisherige Ministerium zu entlassen. Und wahrscheinlich wurde der Handstreich nur ausgeführt, um dem verschuldeten Saldanha die Staatskasse in die Hand zu geben. Doch gelang es dem König während der Bürgerkriege in Spanien unter Isabella, der Republik, wie den späteren Königen, für Portugal die Ruhe zu be­wahren und den Versuchen republikanischer Ele­mente erfolgreich zu begegnen, welche eine iberische Republik über die ganze Halbinsel hin erstrebten. Der Kampf gegen die katholische Kirche zog fich durch die ganze Regierung de» König» hindurch. Er folgte hier ganz den Spuren Pombals, des berüchtigten „Kul tur kämpf er»". Die En- cyclica des Papstes und den Syllabu» zu ver­kündigen, wurde 1864/65 den Geistlichen von der Regierung in Portugal untersagt, und zwanzig Jahre später erthellte sie dem Erzbischof von Goa und dem Bischof von Guarda einen strengen Ver­weis, weil sie ohne königliche Genehmigung die Encyclica „Humanum genus“ veröffentlicht hatten.

Ms König Ludwig (Dom Luiz) im Jahre 1861, al» Nachfolger feines Bruder» P-tto, der während einer Cholera-Epidemie feinem Muthe und Hilft- eifer zum Opfer fiel, die Regierung übernahm, befand fich Portugal in schwieriger Lage. Da» Bestreben des neuen Königs war es zunächst, Portugal eine Flotte und ein tüchtiges Heer zu geben; das Land verfügt heute über 500 Schiffe und ein Heer von 150,000 Mann. Für das ver- lorene Brasilien wurde in Ost- und Westafrika Ersatz gesucht und gefunden, und auf der Berliner Konao-Konferenz konnte Portugal eine wichtige Rolle spielen. Mit China schloß Dom Lm» den Vertrag von Tien-tfin, in welchem China den Portugiesen fast die ganze Halbinsel Macao ad-

DeutschesZReich.

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