Für den Kirchenbau in Steinhaus.
Bei der Expedition der ,Fulb. Ztg/ gingen ferner ein: X. 1 M. Neuenberg 1 Mk. Großenlüder 5 M.
Vermischtes.
* lieber die Äonlurrenj im Buchdruck äußerte M der Jahresbericht der Pariser Handelskammer folgender- waßen: „Unsere Kunden haben es gar nicht mehr nöthig, mit uns die Preise zu diSkutiren, wir sorgen mehr für Wen Vortheil als sie selbst. Wir scheinen nur damit beschäftigt, unS gegenseitig aufzureiben und uns die Aufträge durch Herabsetzung der Preise abzujagen. In diesem unglaublich dummen und brudermörderischen Kampfe stellen Unr Preise, die nicht einmal die Selbstkosten decken. Kol- «9«t, die so handeln, sagen sich: Wir bringen bei dem «tuen Geschäfte ein Opfer, um die Verbindung anzuknüpfen, ’V®er sollen dann schon die Preise erhöht werden. Ein Stündlicher Jrrthum I Die herabgesetzten Preise sind nie-
«enige. Die Nachfrage wird größer werden, sobald die Herverlegung eines Kavallerie-Regiments, für welches die Kaserne gebaut und ein ca. 100 ha großer Exerzierplatz bereit gehalten wird, wirklich stattfindet. — Die in dm letzten Jahrm hier zur Blüthe gelangte Diamantschleiferei scheint nicht mehr die zuerst erzieltm hohen Erträge abwerfen zu wollen. Zwar läßt eine hiestge Firma an der Kinzig bet der Stadt Steinau eine neue Fabrikanlage für den gedachtm Betrieb herstellm, weil dort die Arbeits- und andere Verhältnisse günstiger find als hier in Hanau, indeß soll die Konkurrmz mit dm in Amsterdam bestehendm älteren Werkm sich in neuerer Zeit schwieriger gestaltet habm. Die strebsamen hiefigm Unternehmer werden es jetzt verstehen, dieser Konkurrenz durch geeignete Vorkehrungm zu begegnm. — Eine gesteigerte THLtigknt sieht man in der be- nachbarten Pulverfabrik sich entfallen. Immerfort werden hier neue Baulichkeitm und neue Anlagen hergestellt und ein zahlreiches Personal von Arbeitern, das von Frankfurtern und anderm Untemehmem gestellt wird, ist gegenwärtig bet der Erweiterung der Anlagen dieser großen Fabrik beschäftigt, die sich immer mehr über dieangrenz- enben Waldflächen aus dehnt. Man scheint die
Anfertigung des neuen rauchlosen Pulvers mit großer Eile und in großem Umfange betreiben zu wollen. Hoffentlich liegt trotz der schwirrenden Kriegsgerüchte die Zeit seiner Verwendung im wirklichen Kriege noch fern. (H.M.)
* Für den Bezirk des Stadtkreise« Hanau ist eine neue Radfahrerverordnung erschienen. Nach derselben hat sich jeder Radfahrer bei der Polizeibehörde anzumeldm; diese bestimmt die Nummer, welche er in rothm Zahlm auf einer schwarzen Platte zu führm hat. Bei Tag muß da« zwei- rädrige Veloziped mit der Rummerplatte vorn am Kopf versehm fein, derart, daß die Nummer nach beidm Seiten sichtbar. Drei« oder mehrräderige Velozipede find mit der Nummerplatte in der Weise zu versehen, daß die Nummer von hinten sichtbar ist. Die für die Nachtzeit vorgeschriebene Laterne muß dieselbe Nummer wie die Platte in rothm Ziffern führm. Die letzteren müssen eine Höhe von 3,3 Cmtimeter habm. Das zweirädrige Veloziped hat die Laterne vom am Kopf zu führen, das drei- oder mehrrädrige ist mit derselben so zu versehm, daß die Nummer von hinten sichtbar ist. Das F ihren mit Velozipedm ist nur auf Fahrwegen gestattet. Trottoir«, Bankette, Fußwege, sowie die öffentlichen Plätze in Hanau, büifen nicht befahren werden, auch ist der Radfahrer zur gehörigen Vorsicht in der Leitung seines Fahrzmge« verpflichtet. Diese Verordnung tritt am 1. Nov. in Kraft.
* Eisenach, 8. Okt. Herr Eugm d'Albert, unser bisheriger Mitbürger, wird Eisenach demnächst auf immer verlassen. In Meran in Tyrol hat er sich jetzt eine Besitzung erworben und gedenkt dorthin, sobald er von Amerika zurückgekehrt ist, feine« dauernden Wohnsitz zu verlegm. Seine Villa hier hat er bereit» veräußert.
I mals wieder zu erhöhen und j'ne Firmen, welche sie vor- geschlagen oder ang«no«wn, , affen dadurch ein Präze« denz, gegen das nicht mehr anzukämpfen ist. Es läßt sich gar nicht erklären, daß gerade jene, die vor einer gründlichen Berechnung zurückscheuen, di« Preise niedriger stellen, wie Kollegen, die sich dieser Arbeit gewiffenhaft unterzogen habm. Jeder Kunde bekrittelt die Buchdruckerrechnung in allm Einzelnheiten, vergleicht sie mit anderm Voranschlägen, und beweist unS, daß wir im Vergleich zu unserm Konkurrenten ganz horrmd viel verdienen Müssen und will es nicht glauben, daß diese nicht kalkulirm und demnach unter den Selbstkostm arbeiten. Es wäre die höchste Zeit, daß wir uns gegenseitig verständigten und an einer Gesundung der Preise arbeiten würden. Möge jeder bei feinen Berechnungen an das Interesse des ganzen Standes denken, es fallt ja schließlich doch zusammen mit seinem eigenen Interesse.- Ganz dasselbe gilt auch für unsere deutschen Verhältnisse und zwar nicht allein für den Buchdruck, sondern auch für Lithographie und Steindruck, sowie sämmtliche graphischen Fächer.
Die größte Tiefe des Meeres ist im Südatlan- tischm Ocean, zwischen der Insel Tristan d'Acunha und der Mündung des Rio de la Plata. Der Gmnd wurde dort in einer Tiefe von 40,236 Fuß oder 8»/« englische Meilen erreicht. Diese Tiefe übersteigt um über 17,000 Fuß die Höhe deS Berges Everest, des höchsten Berges in der Welt. Im Nordatlantsschen Ocean, südlich von Neufundland, erreichte das Senkblei eine Tiefe von 4580 Faden, oder 27,480 Fuß während Tiefen von 34,000 Fuß oder 61 /» Meilen südlich von den Vermuda-Jnseln ermittelt wurden. Die durchschnittliche Tief« deS Stillen Meeres zwsschm Japan und Kalifornien ist etwas über 2000 Faden, zwischen Chili und den Sandwichs-Jnseln 2500 Faden und zwischen Chili und Neuseeland 1500 Faden. Die Durchschnittstiefe särnrntlicher Meere ist zwischen 2000 und 2500 Faden.
[®aä schlaue Hänschen.) Kaufmann: Wat welkste, Männche? — Hänschen (liest von einem Zettel): E Pfund Kaffee för'n Mark zwanzig Pfmnig, e Pfund Zucker för fuffzig Pfennig, e Pund »etter för’n Mark dreißig, 2 Pund Ries von Penning et Pund un Pund Gälisch, och vun 20 Pennig et Pund. Wat kriegen ich noch an fünf Mark eruhs? — Kaufmann (den Zettel nehmmd): Daran kriegste 12 Grosche Widder. — Hänschen: Och, dann sit efu get und gitt mer der Zettel Widder! — Kaufmann: Woröm bat bann? Wo well« bo bann hin? — Hänschen: Na Huhs — bat war uns Schulausgab, bat gon ich mer jitzt obschriebe.
* Fritzchen (ber seit einiger Zeit ben Religionsunterricht besucht, geht in bie Kirche, um bas neue Briiberchen taufen zu sehen): Nicht wahr Tante, jetzt ist bas Brüderchen noch ein Heide, glaubt es noch an mehrere Götter.
Literarisches.
Der Geschäftsführer ober Unentwegt auf rechtem Pfabe! Ein Schauspiel in 3 Auszügen mit 8 männlichen Rollen für gesellige Vereine, von Ant. DinSpel. Preis 60 Pf.; franko gegen Brief- markm 70 Pf. Druck unb Verlag ber Paulinus- Druckerei in.Trier.
Das vorliegenbe Werkchen bes'in ben Kreisen ber geselligen Vereine schon belangten unb vielfach beliebten Verfassers entrollt in ernster, mitunter auch humoristischer Weise ein Bilb aus ben heutigen sozialen Verhältnissen. Die Entwickelung ist höchst spannenb, die Sprache an« muthig, bi« Aufführung leicht uub gar nicht kostspielig. Deklamationsbuch. Eine Sammlung von Ge- bichten ernsten unb heitern Inhalts für Gefellenvereine unb anbere Jünglings- oereine. HerauSgegeben'von Joh. Pet. Pcofittlich, ehemals Präses bei Gesellmvereins zu Saarburg. 3. Auflage. Preis drosch. 1 M.; geb. M. 1.40, franko gegen Briefmarken 10 Pf. mehr.
Es enthält eine Anzahl recht passender und zum Vortrage geeigneter Gedichte ernsten unb launigen Inhalts, in benen auch verschiedene deutsche Mundarten vertreten sind, und kann dasselbe nur Gutes stiften. Mancher Geselle wird sich dieses gut ausgestattete, handliche unb babei wohlfeile Vademecum anschaffen, unb es wirb ihn, so hoffen wir, vor schlechtem Lesefutter, welches sich in gar vielen Gedicht-Sammlungen aufgestapelt finbet, bewahren. Möge eS in ben Vereinen verbreitet werben.
'(Generalpräses Schäffer.)
(Druckfehler-Berichtigung). In Nr. 230bss. Bl. Sette 3, Sp. 1, Z. 18 von unten war statt „Frainung" zu lesen „Trat nin g".
Für die Ausschmückung der Gradeskirche des hl, Bonifatius.
Bei ber Expebition ber ,Fulb. Ztg/ gingen ferner ein: „ I-Sch., Fulda 3 M., Großauheim 1 M-, Rübsam Kpl. Großenlüder 10 M.
ts BarvM.
11 s.
M«. I »tta. n.6Wrf«.
8
9
10,6
2 735,5
9 733,1
7 728,1
temp tratet, «cirene.
Wind« richtung
13,1
9,0
trüb ». heiter
17—19 141/4-151/4 12
ts
Getreide-Cours.
Frankfurt a. M., 7. Okt. 1889.
8-" ® O
Hiesiger Weizen
Fremder „ .......
Hiesiger Roggen Russischer „
Wetterauer-, Ried- u. Franken-Gerste Hafer j- nach Qual.......
Mais (mixed)
Mais Virginia .......
Raps..........
Roggenkleie. ......'
Weizenkleie.........
Malz..........
Malzkeime Spelzspreu.........
Meteorologische GevbachNusne»
d«r hiesigen Wetterwarte.
191/«
181/.-2H/, 15,9 I6-I61/4 16i/8
I SW6
13,1 7,8 SSW3
I SSW6
„ ■ » . ---- bedeckt
Unter Zunahme der Temp. um 2° ist der Luftdruck in den letzten 24 Stunden um 7 Millirn. gefallen. Luftströmung wechselt zwischen SSW und SW mit lebhafter Windstärke.
Das Minimum, welches gestern über Schottland lag, ist nordwärts nach den Faroern fortgeschritten unb verursacht auf feiner Rorbsette bis nach ben Alpen hin starke westliche unb sübliche Luftströmungen mit Regenfall. Die Temperatur ist in Ceniraleuropa gestiegen, im Westen gesunken, in Deutschlanb liegt sie burchschnittlich über ber normalen. [Seeroarte.]
Letzte Beobachtung 10'/« Uhr Morgens.
Luftdrück — 731,6 mm. (steigt seit 2 Stunden wieder sehr rasch.) — Lufttemperatur — 11,00 C. — Luftfeuchtigkeit — 960/q. - Wolkenzug (Strati) aus SW. — Windrichtung = SSW6. — Hirnmelsansitzt = trüb.
33-34 80/10-9 73/4-8 91/2 . ... .......2.20
Chilisalpeter per Frühjahr ... 18 Kartoffel y/g Aepfel (Kelterobst p. 2. Hälfte Sept.) 14—141/2 /§■?
Weizen, Roggen und Gerste favorisirt auf hohe Ser« Imer Kourse. Hafer unverändert. Mais (mtneb) träge, Heizen- und Roggenkleie flau/ Spelzspreu behauptet. Aepfel(Ketterobst) unregelmäßig gethan, Kartoffeln weichend. Berlmer Roggenmehl stramm, ab Bahn Magdeburg No. 0 Mk. 24.35, No. 0/1 M. 23, No. I Mk. 21.85, "frei Ufer Frankfurt a. M., Mainz, Mannheim ea. M. 1.25 theurer.
Müßiggang ist aller Laster Anfang und die Trägheit ist ein Uebel, welches j des Glück unabänderlich zerstören muß. Sie lähmt die Wil- lenskc«ft, sie erzeugt üble Neigungen und führt Jeden, der stch ürem Banne nicht zu entziehen vermag, dem moralischen oder materiellen Ruin, oft genug auch beiden, entgegen. Wie soll sich aber derjenige zu energischer Tätigkeit aufraffen, >em alle Glieder bleischwer ar^Leibe hängen, der beständig gegen eine fast unüberwindliche Müdigkeit anzukäwpfen hat unb schließlich zu einer Trägheit verurthellt wird, die ursprünglich seinem Charakter völlig fremd war. Denn diese Schwere und Trägheit all seiner Glieder ist nichts anderes, als ein kör- lirliches Leiden, dessen Ursprung in Stockungen >es Bluts und damit des ganzen Stoffwechsels zu üchen ist. Man bringe mit Hilfe der echten Apothcker Richard Brandt'- Schweizerpillen (in >en Apotheken & Schachtel 1 M. erhältlich) das 8lut wieder in frische Bewegung und regulire die Verdauung, dann wird sich auch jene Trägheit der Glieder sehr rasch v-rlieren und der Genesene kann aufs Neue frisch und fröhlich an seine Arb-it gehen. Man achte auf das weiße Kreuz in rothem Felde und den Vornamm. Hauptdepöt: Frankfurt a. M. Adler-Apotheke.
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