5 Tage« in Rom eintreffen. Wie dem ,Observ. ft.' mitgetheilt wird, wird der Papst 1300 Arbeitern von jeder dieser Gruppen Gastfreundschaft gewäbren.
• Newyork, 5 Okt. Meldungen aus Veracruz zufolge ist die Insel Carmen im Golf von Mexiko durch einen furchtbaren Cyclon heimgesucht worden. Die Zahl der gescheiterten Schiffs wird auf 27, diejenige der zerstörten Häuser auf 125 angegeben. Man befürchtet, daß zahlreiche Men- scheu umaekommen sind.________________________
Aus Stadt, Provinz und Nachbargebiet.
Fulda, 7. Oktober.
—* Das Wettrennen des Fuldaer Radfahrer- Vereins „Ueber Berg und Thal", welches ein Vorrenncn zu dem bereit» proj-ktirten großen Wettrennen im kommenden Frühjahr bildete, fand gestern auf der Strecke Fulda-Kohlhaus statt. Am mittägigen Festesten im Hotel Wolff betheilig- len fich ca. 30 Herren. Den ersten Toast brachte der Präsident der Fuldaer Vereins, Herr Adam Echöppner au», mdem er vie anwefenoen Gäste Namens des Vereins in einer sehr herzlich gehaltenen Ansprache willkommen hieß. Den Gegentoast brachte Herr Huhn, Präsident des Gießener Velo- ziped-Vereins aus, mit einem kräftigen „All Heil" auf den hiesigen Verein. Die bekannte Wolff'fche Küche leistete auch diesmal Vorzügliches. Um 2 Uhr zog der „Corso" vom Bahnhof aus, durch vie Hauptstraßen der Stabt nach dem Badegartsn, wo um 3 Uhr die Rennen ihren Anfang nahmen. Es starteten im Ganzen zehn Herren. Beim ersten Vorrennen gelangten an's Ziel: 1) W. Hamel-Güßen in 3 Minuten 40 Sek.; 2) C. Hamel-Gießen in 3 Mir. 45 Sek.; 3) August Siebert-Fulda in 3 Min. 56 Sek. W. Hamel fetzte gleich mit scharfem Tempo ein und behielt die Führung bis an's Ziel; C. Hamel befand sich dicht neben ersterem, welchem Siebert folgte. Beim zweiten Vorrennen gelangten an's Ziel: 1) Robert Bäumler-Fulda in 4 Mm. 4 Sek.; 2) O Vogt- Hünfeld in 4 Min. 19 Sek.; 3) Adam Schöppner- Fulda in 4 Minu'en 22 Sekunden. Bäuml.r begann sofort mit starkem Tempo den Lauf und behielt die Führung bi» an's Ziel. Derselbe blieb Erster mit ca. 30 Meter Vorsprung. Schöppner und Vogt hielten sich zu Anfang dicht geschloffen und kamen fast gleichzeitig ans Ziel. Beim Entscheidungs-Lauf gelangten ans Ziel 1) C. Hamel-Gießen 4 Min. 46 Sek., 2) Robert Bäumler-Fulda 4 Min. 53 Sek., 3) W. Hamel-Gießen 4 Min. 55 Sek. B»: dem Entscheidungslauf hatten die Renner mit starkem Gegenwind zu kämpfen; Bäumler blieb anfangs Führer, dann übernahm W. Hamel die Führung, C. Hamel dicht hinter ihm. In dieser Reihenfolge fuhren die Renner bis Kohlhaur. Rach t-nem plötzlichen Spurte übernahm C. Hamel die Führung; alle drei blieben dicht beisammen. Bei dem Brückenkopf setzte C. Hamel, sowie Bäumler mit mächtigem Spurte ein, so daß sich der heftigste Kampf entfaltete, und gelangten die Renner nach obiger Reihenfolge dicht auf einander an's Ziel. Ein kräftiges Hoch begrüßte die Sieger. Die Strecke war genau 2000 Meter, und wurden die Zeiten im Allgemein« vorzüglich gefahren. Es fei noch erwähnt, daß die Herren Gebrüder Harml von Gießen bekannte, sehr tüchtige Renner sind; Herr Robert Bäumler startete zum ersten Male und find seine gefahrenen Zeiten dem ofrigen Frainung zu verdanken. Hierauf oer- fammelten fich sämmtliche Festtheilnehmer im'„gol- denen Anker". Des Abends wurden in der „Harmonie" dir Preise an die Siegern vertheilt. I. Preis ein Wettpokal, n. Preis ein Majolika- Aerkrug mit goldenem Deckel, III. Preis ein Enrglas mit filbernem Deckel. Diesem reihte fich
Kommers an, der die Fahrer bis zur späten Stunde zusammen hielt. Das gestrige Herbst- Revuen dürfte diesem gesunden Sporte neue Freuude und dem Verein wettere tüchtige Kräfte iüführen. De« heute von uns geschiedenen Gästen 6bet rufen wir zu „Auf Wiedersehen I"
Wir wir von befreundeter Seite erfahren, vÄaustaltet die hiefige T u r « g e m e i n b e gelegent- "ch ihres Sommer-Abturnen am Sonntag,^«27. ^ober d. I., Abends in der städüfcheu Tuttchalle etae größere Festlichkeit. Außer turnerischm Auf
führungen der verschiedensten Art, werden die so beliebten Pyramiden mit vielen Neuerungen, lebende Bilder, Gruppen rc. zur Vorführung gebracht, verbunden mit einem großen Konzert von unserer gesammtcn Stadtkapelle. Aehnliche Veranstaltungen in früheren Jahren hatten sich einer sehr zahlreichen Bethetligung und der günstigsten Aufnahme beim Publikum und bei den Freunden der Tutm- sache zu erfreuen. Wir glauben deßhalb auch diermal einen genußreichen, unterhaltenden Abend in Aussicht stellen zu können und hoffen, daß die Bemühungen der Turngemeinde für das Interesse an den Leibesübungen durch ein recht volles Hau« Belohnung finde« möge.
* Am letzte« Sonnabend wurde das siebenjährige Kind des P. L. von hier in der Nähe der Krätzwühle von einem fchwerbeladenen^ Wagen überfahren und al» Leiche von der Stelle'getrage«.
* Die Ziehung der 2. Klaffe der 181. königl. preuß. 'klasfenlotterie findet am 4., h. und 6. November statt. Am letzten Tage ist nur Vormittags Ziehung.
* Auf eine vor längerer Zett an den Minister ter öffentlichen Arbeiten gerichtete Petition, auf de« preußischen Staatsbahnen such für die vierte Wagenklaff.' sowohl Sonntagskarte« al» auch Rückfahrkarten einzuführeu, ist ein ablehnender Bescheid erfolgt. In demselben heißt e» u. A.: Die vierte Wagenflaffe soll ihrer Bestimmung nah der ärmeren Bevölkerung dienen und namentlich den Marktverkehr und den kleinen Lokalverkehr erleichtern, zur Verbilligung von Vergnügung»- fahrten ist dieselbe nicht geschaffen; seitens der preußischen Staatsbahnverwaltung ist es schon ein erhebliche« Zugeständniß, daß dieselbe überhaupt an Sonn- und Festtagen die vierte Wagenklaffe einstellt, was b-i andere« Bahne«, z. B. bei den sächstschen Staatsbahnen, nicht der Fall ist. Die Einführung von Rückfahrkarten verbieten finanzielle Rücksichten; der Fahrpreis von zwei Pfennigen für das Kilometer ist so niedrig, daß wettere Zugeständnisse nicht angängig erscheinen.
• Folgende» Erkenntniß de» preußischen Ober- verwaltungsgericht», das gegenwärtig durch die Zeitungen läuft und über das Züchtigung»- recht der Lehrer handelt, dürste auch für andere Otte zum Hellsamen Muster dienen: „Der Leher ist zur Vornahme empfindlicher körperlicher Züchtigung berechtigt. Eine merkliche Verletzung ist eine solche, durch welche Gesundheit und Leben der Schüler gefährdtt erscheint. BluruVerlausungen, blaue Flecken, Striemen für fich allein gehören nicht hierzu; denn jede empfindliche Züchtigung, und zu einer solche« ist der Lehrer berechtigt, läßt derartige Erscheinungen zurück. So ist der Lehrer ebenfalls nicht straffällig, wen« er einen Schüler, der einer anderen Klaffe an- gehött, züchtigt, auch kann die Züchtigung außerhalb des Schullokals stattfinden. Das Verhalten de» Schülers außerhalb der Schule unterliegt ebenfalls der Schulzucht, was so oft von den Eltern gerade b-stritten wird. Daffelbe Züchtigungsrecht hat auch der Geistliche bei Ettheilung Les Konfirmanden-Ultterricht«. Die Schulzucht kann nur dann Gegenstand eine» gerichtlichen Verfahrm» werden, wenn eine wirkliche Verletzung des Schüler« stattgefunden hat."
* Dis ,Offb. Ztg.' schreibt: Neuerding« tauchen sehr häufig Gauner, welche in benachbarten Städte« ihre Betrügereim verübtm, auch in hiesiger Stadt auf, wo sie manchmal mit Glück operirm. Man erinnere fich nur de« angeblichen Postbeamten, der vor einigen Monaten mehrere Personen hier „hereinlegte", de« „falschmSteuer- beamten", der die Steuerreste einzog, und de« angeblich« Fege, der e« auf die Möbeltran«, porteure in der ganz« Umgegend mit Erfolg abgesehen hatte. Die sämmtlichm Gauner wurdm zwar von ben Polizeibehörden ermittelt und hinter Schloß und Riegel gebracht, allein e« ist schon wieder Ersatz gekommm und zwar in der Person eine« angeblich« Obstmakler« und Großhändler«, der fich Peter Schmidt au« Wild- sachsm L T. nennt. Der Bursche offeritt den Händlern, wie er c« auch hier machte, größere Quantität« Obst, verspricht baldige Lieferung um billigen Preis und verlangt dann al« Beweis für dm Vertragsabschluß ein sog«. Daraüfgeld, worauf er auf RimmerwiÄerschen verschwendet. Hoffentlich geht e» ihm wie seinen Vorgängern.
* Hanau, 5.Okt. Auf dem heutig«Wochen
markte waren bereits einige Wag« mit Kartoffeln angefahren und wurden 3 Mark per 200 Pfund verlangt. Vom Acker abgefahren wurden Kattof- fein gestern in’« Schiff zu Mk. 2.50 per 200 Pfö. verlad«.
* Frankfurt a. M., 6. Okt. Der Frankfurter Herlstpferdemarkt begann heute Vormtttag vom günstigst« SBetter begünstigt. In b« 22 Stallung« be« Landwirt hschaftlich« Verein» stehen heute zur Markt-Eröffnung 513 Pf-rde, davon schwere Arbeitspferde 180, Waseu-Pftrde leichten und mittleren Schlage« und leichtere Arbeitspferde ca. 240, der Rest sind Reitpferde.
* Neustadt a. d. S., 5. Ott. Heute Morgen« Va4 Uhr brach zu Ostheim v. Rh. ein großer Brand aus. E« find 10 gefüllte Scheunen und Nebengebäude, ein Tbeil der Streck'schen Dampfbrauerei und der Gasthof zum „Wetmarschen Hof" ein Opfer der Flammen geworden. Der Brand soll in der Malzkammer der Streck'sch« Brauerei ausgekommm sein.
* Eisenach, 5. Dez. Dr. Martin Luther erhält in unserer Stadt ein Denkmal. Am Mttt- woch wurde der Grundstein dazu gelegt unter Anwesenheit viel wacfrer evangelischer Männer, der Ritter vom Evangelischen Bunde, sowie de« Erbgroßherzog« von Sachseu-Weimar un» uer Spitz« der Lande«- und Staotbehörden. Archi- diakonu« Kiefer feierte in seiner schwunghaften Festrede die „Reformation" al» „nationale That"; Stadtverordnetenvorsteher Dittenberger gedachte Luther« al« de« „Manne« der deutsch« Sprache, der deutschen Denken» und der deutsch« Einhett", und Geheimer Kachenrath Fricke-Leipzig prie« Luther al« „unverzagten Kämpfer gegen die Irr» thümer und Mißbräuche der päpstlich« Kirche, al« den echten brutschen Man«, drr da« Herz seine« Volke» vkrstand und diesem «ahestchen wird immerdar." Heute feiert man den deutiche« Luther und morgen fingt man dem schwedischen Feinde Deutschland», Gustav Adolf, Lobeshymnen, und die Hohenzolle« haben sich doch auch vom Be- kenntniß des deutschen Luther zu dem de« Romanen Calvin gewandt, dem sie noch heute angehören!
Vermischtes.
Wie man in München ftubirt.J Da« Dienstmädchen des Herrn Profeffors holt jeden Abend ein Gla« Bier beim Bräuwastl. Eines Tages erscheint sie wieder zur gewohnten Stunde und ruft. „Bier Maßt Bier!" — „„Was,"" sagt der Wasil, „„vier Maß?! Was ist denn heut' bei Euch los?"" — „Ja, wissen« 'S'", entgegnete die Kathi, „der Herr Professor geht heut' nicht aus, — er studirt!"
fJmmer gemüthlich.j In einer Stadt in Sachsen brennt ein dreistöckiges Haus. Schon ist fast Alles gerettet, da ertönt aus dem Fenster des dritten Stockes die Stimme eines Feuerwehrmannes: „EntschuldigenSe gietigst, nehmen Se de Beene und Köppe weg, jetzt kommt gleich e Fortepiano."
sWas für ein Landsmann der Storch ist.j Sachse: „Hären Se, mein kutestes Herrchen, wissen Se ooch, was der Storch für e Landsmann is?" Preuße: „Nee." Sachs«: „Nu säh'n Se, mein Kutester, der i» E« nämlich e Breis«, denn «r is schwarzweiß und halt'» großen Schnabel."
fBorsichtig.j Meyer (in Leipzig am Telephon zu Kohn in Berlin): „Herr Kohn, komme Se nich ßu dichte ran, ich hab' 'nen Ansatz von Dipheteritus k"
* Fulda, 7. Okt. Dem Schweinemarkt vom letzt« Samstag waren nur ca. 100 Läufer und ca. 300 Ferkel zugetrieben. Läufer 50 bis 80 Mk., Ferkel 15—30 Mk., Auflegschweine 140 Mk. Handel lebhaft.
Meteorologische Beobachtunge« der hiesigen Wetterwarte.
Wetter
heiter
-0,6
20,4
6
18,4
1,2
7
2
9
7
2
9
7
20,0
8,0
2,7
17,3
6,7
1,5
736,7
737,6
738,6
740,3
740,0
736,8
es tm» richvmg u. SütU
SSO4 NO1 Windst.
NW2 NW2
Windst.
neblig z. heller v. heller neblig
"g »atm«.
Z Milltm.
<0
temperatitt» extreme.
Via. | »is:.
K
5
Lustdruck seit Nacht rasch gefallen (4 Millttn.) um fällt noch. Die niedrigste Temp. der letzt« 24 Stund« war — —0,2 0 C. Heute Morgen
starker Nebel, starker Thau und stellenweise Reif-
bildung.
Letzte Beobachtung 10'/, Uhr Morgens.
Luftdruck — 734,9 mm. (fällt noch.) — Lufttemperatur = löjoc. -- Luftfeuchttgkeit — 92°/o. - Wolkenzug — 0. — Windrichtung — NW1. — Himmelsansicht — heiter.