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den seitherigen Schutz und ferneren für die Zukunft zu erbitten. Nachdem dann an den Gräbern der bereits verstorbenen Pfleglinge ein kurze» Gebet verrichtet worden war, wurde da» S-echenhau» und seine Bewohner besucht. Mit jedem der Kranken wurde ein freundliches Wort gewechselt und kleine Geschenke an fie vertheilt. Welche Freude leuchtete da von ihren Gestchtern beim Anblick der Theil- nähme, die alle ihnen entgegcnbrachten und wie gaben fie ihr Glück zu erkennen, in ihrem Leiden ein solches Asyl gefunden zu haben. Und diese Freude und Zufriedenheit war auch zugleich für die Besucher der beste Dank und der sicherste Beweis, welch' schöne», dem Bedürfniß entsprechende» Werk hier gegründet worden ist; e» war aber auch zugleich da» sprechendste Zeugniß für die opfervolle und gewissenhafte Thättgkeit der gute« barmherzigen Schwestern, mit der fie ihren Pfleg, lingen dienen. Nur schwer konnte man fich von diesen so viel Jammer einschließenden und doch wieder so friedevollen Räumen trennen. Kaum
ein Jahr ist verfloflen, da der schöne Entschluß zu diesem Unternehmen gefaßt wurde, und sckon ist da» kleine Senfkörnlein, da» damals im Vertrauen auf Gott und die Fürbitte der hl. Lioba zur Aussaat kam, herrlich erblüht und gediehen. Elf Leidenden schon hat das Lwbahaus im Laufe diese» neuen Jahre« Aufnahme gewährt; 3 der- selben find nach bester Vorbereitung voll Dank gegen Gott und ihre Wohlthäter für diese letzte glückliche Heimstätte bereit» selig im Herrn entschlafen und heute beherbergt c» 8 Pfleglinge in seinen freundlichen und gesunden Räumen. Wie find fie so glücklich die Armen, die hier eine Zuflucht fanden und welch' eine Wohlthat ist für fie diese» Haus! Obdach, Nahrung, Pflege, wie sehr würde ihnen diese» Alle» zu Hause feh- len, da» fie doch gerade in ihrem Elende so nöthig haben und hier durch die uneigennützige Hingabe ihrer Pflegerinnen finden. Noch fehlt aber diesem Unternehmen bi» j tzt jede Unterstützung au» öffentlichen WohlthätigkitSfonds. Außer dem Wenigen, was einige Gemeinden für ihre im Liodahause aufgenommene Kranken leisten, muß die ganze Unterhaltung aus milden Bei- trägen von Seiten der Mitglieder der Konferenz bestritten werden. Trotzdem hat es bis j tzt nicht gemangelt, denn Gott wußte für die elendesten feiner Kinder stets edle Herzen zu finden und zu hochherzigen Opfern zu rühre,r. Möge er es fügen, daß der Stiftung bald feste, fichere Einnahmen zufließen, damit ste ihre Aufgabe erfüllen könne, noch mehrere der Aermsten und Hülfsbe- dürftigsten des Landkreises Fulda aufzunehmen ynd zu pflegen. Mit welchem Bangen wird jetzt beim Herrannahen de» Winters so mancher dieser Verlaffenen seinem doppelten Elende entgegensetzen 1 Anfragen sowohl von Privaten, wie auch von Gemeinden wegen Aufnahme rine» Stechen find an
* Hanau, 30. Sept. Gestern besuchte der auf einer Reise durch Deutschland Begriffene Erzbischof Ephrem Aloysius Rhimant von Edessa in Syrien auch unsere Stadt, um in der katholische« Kirche dahier für seine arme Diözese eine Kollekte zu halten. Vor dem Nachmittagsgottesdienste hielt derselbe eine begeisterte lateinische Rede, welche Pfarrer Wiegand ihrem Inhalte nach in deutscher
die Frau Mutter der barmherzigen Schwestern oder an die Prästdentin des Schutzvorstande» Frau Rechtsanwalt Rang dahier zu richten von denen auch die Bedingungen der Aufnahme mit- getheilt werden.
□ Am 30. v. Mts. fand eine gemeinschaftliche Sitzung de« Stadtrath» und des Bürger- Ausschusses statt, in der die Rechnungen für 1888 der Spar-, Waisenhaus- und Vorschußkaffe abgehört und den betreffenden Rechnungsfüyrern Decharge ertheilt wurde. Im Weiteren wurden zu Mitgliedern der Klaflensteuer-Einschätzungs-Kom« misston pro 1890/91 gewählt die Herren 1) Bäcker- meister Aüxander Wiegand, 2) Schlossermeister Fra"! Wilhelm Fleischmann, 3) Schuhmachermeister Magnus Klüber, 4) Kaufmann und Wirth Konstantin Knips, 5) Lackirer Philipp Neidhardt, 6) Schreinermeister Martin Hohmann, 7) Kauf- mann Heinrich Andrä, 8) Maurermeister Johan« Hugo Stock, 9) Kaufmann Franz Anton Neuß, 10) Rentner Joseph Hillenbrand, 11) Hofbäcker, meister Peter ©immer, und als deren Stellver
der Fürst, der die Kriegserfahrung feines „lieben Lindenau" sehr zu schätzen wußte. „Er muß fest gemacht werden und sei es auch nur, um unseres Herrn Bruders Liebden in Würzburg zu zeigen, daß Wir Uns solche freche Spionage nicht gefcll- len lassen. Wir wollen ein Exempel statuiren und damit dokumentiren, daß auf unferem Gebiete nur unser souveräner Wille güt."
Mit voller Herrscherwürde hatte Amandus diese Worte gesprochen, dann entließ er gnädig den Hauptmann, damit dieser Alles zur Ergreifung de» würzburgischen Spion» aufbiete.
Da» aber war eine prächtige Gelegenheit für den Hauptmann, sein Feldherrn-Genie in das hellste Licht zu stellen. Er zauderte denn auch nicht, sogleich einen kleinen fröhlichen Feldzug in Szene zu setzen. Die fürstlichen Lttbhusaren, die fich'« gerade in der Wachtstube bequem gemacht und ihre trockenen Retterkehlen mit einem kühlen Trunk aus dem Hofkeller anfeuchten wollten, wurden plötzlich alarmirt und erhielten die Ordre, das ganze Waldgebiet abzustreifen und den landesge- fährlichen Spion gefangen zu nehmen. Wer ihn ablieferte — todt oder lebendig — dem sollte eine i Belohnung von 10 Gulden werden I
wollte, kehrte am liebst« im „Schlößchen" ein, wohrn er sich aber meistens ein ansehnliches Gefolge von Prälaten und Hofleuten mitnahm.
Kaum war er heute angekommen, so ließ fich auch schon der Hauptmann Lindenau melden. Der Fürst empfing ihn in einem behaglichen kleinen Kabtnet mit schönen Gobelinstapeten, wo er immer seinen „Kriegsrath" mit ihm pflog.
Ganz aufgeregt berichtete der Hauptmann da» bedeutsame Ereigniß, daß vor ungefähr einer Stunde ein sehr verdächttges Subjekt in die Außen- werke der Festung geschlichen sei, aller Wahrschein- lichkeit nach von den Würzburgischen ausgesandt, ™ den Plan aurmkundschaften, und daß man deßhalb Alles aufbictm müsse, den gefährlichen Spion einzufangen.
„Warum echauffiren Sie fich so sehr, mein lie- ber Lindenau ?" staunte der Fürst. „Der Festung«, plan hat ja leider keine Bedeutung mehr; — war liegt daran, wenn ste ihn in Würzburg kennen?"
Aberder in Kriegssachen bestellte Rath sah doch w^er als sein Fürst und Herr. „Mit Verlaub, hochfürstliche Gnaden," versetzte er, „wenn die Würzburgischen, die uns ja stets feindlich gestnnt waren, den Stand unserer Operationen auskund-
Ebenste sofort nach Wim berichten, daß Ew. hochfürstliche Gnaden den Weiterbau der
l tretet die Herren 1) Kaufmann Gerhard Wie- 1 gand, 2) Schreinermeister Leopold Fleischer, 3) Instrumentenmacher Johann Gutgesell, 4) Kauf- mann Gustav Höfling, 5) M.tzger Georg Schwatz, Anions Sohn, 6) Korbmacher Konrad Gundlach, 7) Glasermeister Bonifazius Traut, 8) Bäcker- meister Philipp Odenwald, 9) Bäckermeister Johann Baptist Wiegand, 10) Kürschner Johann Christoph Endres, 11) Kaufmann Karl Kräh. Hieran schloß fich eine Sitzung des Bürger-Ausschusses, in welcher der Bestellung de« Bureaugehilfen Joseph Kalb als Sparkasse- und Verbrauchs- steuer-Kontroleur, sowie dem Bebauungsplan für den Hirirrain zugestimmt wurde. In der sodann abgehaltenen Versammlung des ordentlichen und außerordentlichen Ausschusses wurde die vom 19. bis 29. August er. stattgefundene Wahl der Gemeindevertretung für gültig erklärt.
-7- In der gestern Abend im Ballhaussaale abgehaltenen General-Versammlung de» Vorschuß-Vereins dahier wurden die nach de« neuen Genoflenfchafts-Gesetze vom 1. Mai 1889 umgeänderten Statuten vorgelesen und nach verschiedenen Erläuterungen über einzelne Paragraphen einstimmig Zustimmung zu denselben ertheilt.
* Herr Bautechniker Josiph Fritz von hier, welcher seiner militärischen Dienstpflicht als Einjährig-Freiwilliger bei dem Pionierbataillon Nr. 11 in Kastel genügte, erhielt gestern unter Ernennung zum Offiziersaspiranten das Befähigung»- zeugniß zum Referve-Osfizier.
* In den nächsten Tagen arrangirt der vor- theilhaft bekannte Zauberkünstler Prof. Rudolph Meunier im Pult'fchen Saale eine Vorstellung Herr Meunier hatte noch vor kurzem die hohe Ehre, vor der Kaiserlich deutschen Familie in Bad Kisstngen eine Separat« Vorstellung aufzuführm, worüber der Kisstnger Bade-Anzeiger vom 23. Juli d. I. berichtete: „Gestern Nachmittag 5 Uhr hatte Prof. Rud. Meunier die hohe Ehre, auf der | oberen Saline vor I. M. der deutschen Kaiserin Augusta Viktoria, sowie dm kaiserlichen Prinz« auf Befehl eine Separatvorstellung zu geben, zu welcher auch Ihre Exzellenz Frau Gräfin Luxburg, Gräfin Dohna, sowie andere hohe Persönlichketten zugezogen warm. Die in einer feine« Weise vorgeführten Experimente fanden bei Ihrer Majestät vollste Zufriedenhett undssprachen Allerhöchstdieselbm am Schluß der Vorstellung wiederholt dem Künstler ihren Dank aus." Wir sehen somit einem genuß- reichen Abend entgegen. (Alles Nähere im An- noncentheil.)
* Zum Besten de« Fond» für den Nmbau einer evangelischen Mrche zu Fulda hat der Herr Oberprästdent die Gmehmigung zur Abhaltung einer einmaligen Sammlung freiwilliger Gab« bei bett evangelischen Einwohnern der Provinz Heffm-Naffau bi« Ende 1899 durch polizeilich legttimirte Kollektanten gestattet.
— In Gemünden find heute Morgen zwei Eisenbahnzüge zusammengestoßen. Nähere» ist darüber noch nicht bekannt.
haben, wie e» scheint, an dem Skandale de» Denk- mal» de» Unglauben», welche» einem sittenlos« Apostaten gesetzt wurde, noch nicht genug, ste planen jetzt eine neue Beleidigung de« Papstthum«. E« soll nämlich im kommenden Jahre, al« dem 20. Jahrestage des Raube» von Rom ein Denkmal enthüllt werdm, welches diese Gewaltthat ver- finnbildlichen und den Triumph Neuitaliens über die Kirche in Stein verewigen soll. Allein dieser Uebermuth, der eine offene Herausforderung der Katholiken des gongen Erdkreise« ist, wird wohl in Europa nicht gleichgiltig hingenommen werden. Die christlichen Mächte müssen dagegen Protest erheben.
* Das Gesammtergebniß der serbischen Skuptschinawahlm liegt jetzt vor. Die Radikalen haben wieder die erdrückende Mehrhett erlangt, es find deren 102 gewählt gegen 15 Liberale.
• König Milan hat am Montag Karlsbad i. Böhmen verlassen und fich zunächst nach der Schweiz zur Nachkur begeben. Von dort aus reist der König zu längerem Aufenthalte nach Paris.
* Athen, 30. Sept. Hier werden große Vorbereitungen für die bevorstehmde Hochzeit des Kronprinzen von Griechenland mit der Prinzessin Sophie von Preußen gettoff m. Die griechische Kammer tritt früher zusammen, um der Trauung beizuwohnen. Der Trauungstag soll als nationaler Feiertag gelten, alle Aemter und Märkte bleiben geschlossen, wogegen in den griechischen Kirchen Festgottesdienste stattfinden. Die Katserin-Wittwe Viktoria mit ihren Töchtern trifft am 25. Oktober in Athen ein, Kaiser Wilhelm am folgenden Tage. Auch mehrere fremde Fürstlichkeiten werden er« wartet.
Aus Stadt, Provinz und Nachbargebiet.
Fulda, 2. Oktober.
— In schöner, würdiger Weise feierte die Lioba- Konferenz des hiesigen Elisabethenvereins da» Fest ihrer Patronin, der HI. Lioba. Am Samstage, den 28. d. M., dem Festtage der Heiligen, wohnten die Mitglieder dem von Herrn Domkapitular Kleespies, dem Vorsteher des Elifadethenvereins, im Mutterhause der barmherzigm Schwestern celc- brirten Amte bei und empfingen aus seiner Hand die hl. Kommunion. Der Nachmittag des darauf- folgenden Sonntags wurde dann zu einem gemeinschaftlichen Ausflüge nach Maberzell, an dem auch eine Anzahl Mitglieder der Hedwigs-Konferenz theilnahmen, benützt, um dort das erste Stiftung«» fest des auf Veranlassung der Konferenz im vori- gen Jahre gegründeten Lioba-Siechenhauses zu begehen. Das Fest begann mit einer kirchlichen Feier, bestehend an« Predigt und Andacht mit sakramentalem Segen, um Gott zu danken für
A ” s-ä gemacht werden " $ -urückkehrm, er muß fest dröhnendes Echo weckte. — Auf diese Weise sollte -- mui fest gemacht we-d-m- miede,HM 1 X?““"8 ”” *“