Einzelbild herunterladen
 

M 221.

Donnerstag, den 26. September.

1889

I

"* ’8,,bn"

xvnfejj^e. Die em>paltige Zeile oder deren Raum Io bet Wiederholungen entsprechender Rabatt.

jekt, welche« er auf die eine oder andere mei­stens höchst einfache Weise in dm Zustand der Hypnose versetzt hat. Er kann dm Hypnotifirten sehm, hören, riechen, schmecken und fühlen laffm, war er für gut findet, ii sagt ihm, daß es kalt ist, daß es schneit, und sieht man den Hyp­notifirten vor Kälte erzittern, feinen Kragen em» porziehm und alle Anstalten treffen, um fich gegen die niederfallenden (nur für sein Auge stchtbaren) Schneeflocken zu schützen. Der Hypnottseur sagt, daß ein Löwe oder ein andere» gefährliches Thier anwesend ist, und der Hypnotifirte sieht dm Löwm und wird mit allm Zeichen schrecklicher Angst zu fltehm trachten. Es wird ihm einge­geben, daß er König, Btttler oder Priester sei, und sofort werden sich seine Haltung und Mienen vollständig verändern und er durch Geberden, Worte und Handlungen in der Rolle auftreten, welche ihm, ohne daß er davon irgend welches Bewußtsein hat und ohne daß er sich später daran zu erinnern ver­mag, aufgetragen wurde. Man sagt ihm, daß er ein Thier, ein Hund oder eine Katze sei, und er wirst sich zur Erde und beginnt alle Beweg- ungen und Laute eines Hunde» oder einer Katze

und da« christliche und politische Pflichtgefühl an­dauernd dem Haffe Platz machen müffm? Wir wollen es trotz der bisherigen trüben Erfahrungen nicht glauben; denn die Thümmelei und was mit ihr zusammenhängt, hat sich schließlich zu einer solchen Schärfe entwickelt, daß die Scharte, der Rückschlag kaum ausbleibm kann. Das versöhn­liche Wort der Bischöfe wird gewiß dazu beitragen, die Ernüchterung zu beschleunigm.

fessionen ein auf Gleichheit vor dem Gesetze und auf christlicher Liebe be- ruhendes friedliches Zusammenleben erreichm können. Man hätte erwarten sollen, daß die ersten Regungen der Mißgunst und der Furcht, welche gewisse protestantische Kreise bei der Locke­rung der maigesetzlichen Fesseln ergriff, allmählich zurücktreten und ruhigeren Erwägungen Platz machen würden. Leider dauert aber, wie die jüngsten Versammlungen in Berlin und Danzig bewei- sm, die Erregung auf protestantischer Seite noch

* Ueber den jüngste« Hirtenbrief der preußische« Bischöfe,

schrieben wird, befand sich die Peters'sche Expe­dition in den letzten Tagm des August in Engatana, sechs Tagereisen von der Küste. Da die Vorräthe der Expedition aufgezehrt, wurden die Gebrüder Denhardt in Witu gebeten, der Expedition Getreide und Vieh nachzuschicken. Die Kameele und Esel der Expedition haben stark unter dem Hunger gelitten, die Expedition zählt nur noch wenig über 100 Köpfe. An ein weiteres Vordringen ist nicht zu denken.

* Der Dampfer „National" mit der deutschen Expedition zur Erforschung derMeere, unter Leitung des Professors Dr. Hmfen-Kiel ist am Dienstag in Para eingetroffen. An Bord be­findet stch Alles wohl.

* Die 40. deutsche Philologen-Versamm­lung findet vom 1. bi» 5. Oktober d». I«. in Görlitz statt.

'Hamburg, 24. Sept. Der deutsche Tischler­tag trat heute den auf dem letzten Handwerkertag gefaßten Resolutionen bei betr. Submisfionswesen, Gefängnißarbeit, Abzahlungsgeschäften. Die Ver­sammlung beschloß eine Resolution de« Inhalt», daß die Forderungen der Bauhandwerker für Neubauten gesetzliche Vorzugsrechte erheischen. Ferner wnrde die Gründung von Unterstützung«, kaffen für Kreise und größere Städte empfohlen, ebenso die Errichtung von Fachschulm. Als nächster Ort der Tischlerkonferenz wurde Magdeburg er­wählt.

* München, 24. Sept. CSchluß de» Bericht» Uhr fand die zweite Versammlung statt, bei demselben gewaltigen Zudrange wie am Vormittag. E» sprachen dieselben Redner, welche in der Mor­genversammlung gesprochen hatten; fie ernteten mit ihren glänzenden Darstellungen begeistertm, ja stürmischen Beifall. Die Versammlung bot ein gewaltige» Bild dar. Um 7 Uhr wurde sie ge­schloffen. Von hervorragenden Persönlichkeiten, welche der Versammlung beiwohnten, seien er­wähnt: Freiherr zu Franckmstein, Graf Kaspar Preysing, die Freiherren von Sägern, v. ©oben, v. Imhof, Graf Srydsdorff und Gmeralvikar Dr. v. Kampf. Die Abendunterhaltungen wurden gleichzeitig im Münchener Kindlsaal und im katholischen Kasino abgehalten. Beide, nament­lich letztere waren stark besucht. Im Münchener Kindl drückte Verleger Fischer seine hohe Freude au» über bett großartigen Verlauf. Der Segen

Deutsches Reich.

Berlin, 25. September.

* Die ersten Schießübungen der Gardejüger mit dem kleinkalibrigen Gewehr, wobei rauchloser Pulver verwandt wurde, haben am Montag vor dem Kaiser stattgefunden. Die »Post' will wissen, daß bereit» für die jetzige Gewehr» und Geschütz- Ausrüstung die volle Krieg» - Munition in jenem ÜCrfiCTfOtten tpnlvev Berott r»-6r .

nicht da« einzig Neue, dessen Erscheinen die großen Manöver g^eitigt haben: am letzten Tage über­raschten in der Vertheidigungsstellung des X. Ar­meekorps die schnellfeuernden Kanonen der Schn- mann'schen Panzerlafetten, die bewiesen, °daß die veraltete Scheidung de« Feld- und Festungskriege» in ihre« Mitteln irn Schwinden begriffen ist. Nimmt man dazu die Bewaffnung der Reiterei, die Brief­tauben und die Wachthunde der Jägerbataillone, so mehren sich die Anzeichen gründlicher Neuge­staltungen auf dem Gebiete be« Heerwesen«.

• Der Bunbesrath hat in seiner heutigen Plenarsitzung den Anträge« Preußen«, Hamburg« und Hessen« wegen erneuter Anordnungen auf Grund des Sozialistengesetzes für Berlin, Frank- furt a.M., Hamburg-Altona, sowie für den Kreis Offenbach zugestimmt.

* Wie dem ,Berl. Tagebl.' au« Wttu ge­

Auch von einem mehr allgemeinen, nicht speziell christlichen oder katholischen Standpunkte au« ist es alle« Ernste» zu mißrathen, ohne zwingende Gründe sich zu hypnotischen Versuchen herzugeben oder stch damit zu beschäftigen. Vor Allem ner­vöse Personen laufen Gefahr, dabei physischen Störungen ausgesetzt zu sein, d. h. auf längere oder kürzere Zeit geisteskrank zu werden. Deshalb haben auch die schädlichen Folgen der Versuche von Donato und anderer herumziehender Theater- Magnettseure an vielen Orten berechtigten Anlaß geboten die öffentlichen Vorstellungen derselben vollständig zu verbieten.

Wir halten er nicht für nothwendig, bei diesem letzten Punkte, der für jedermann deullich genug für stch selbst sprecht, länger zu verweilen, glauben etwa« ausführlicher über dasjenige spreche« zu müsse«, was in nnseren Augen die bei weitem größte Gefahr der Hypnose bildet eine so große Gefahr, daß die bürgerliche Gesellschaft früher oder später Maßregeln treffe« muß, um sich da­gegen zu schützen. Wir meinenbie Suggestion.

Durch bie Suggestion oder Einflüsterung erhält bet Hypnotiseur eine, man kann sagen voll- ständig nnbegrenzte Macht überda»Sub­

der mit apostolischer Würde und Kraft die in Deutschland entbrannte Hetze gegen die katholische Kirche jzurückweist, schreibt da» ,Wests. Volksbl.' überaus treffend: Daß der Protest unserer Bi­schöfe gegen die konfessionelle Hetze auf der geg­nerischen Seite einen großen Eindruck macht, bestätigen uns schon jetzt die Bemerkungen aesteben^"daß .w^rrvillig zu- . v« uuj yiuitpannjcger eette noch

^MEche« Klage über die „organifirte und plan- mäßige Polemik", welche den religiösen Frieden gefährdet, findet ihre Bestätigung auch in den haltlosen Verlegenhetts-Ausreden der Kulturkämpfer. Der beliebteste Kunstgriff der Friedensstörer ist es bekanntlich, die nothgedrungene Abwehr feiten» de« Gegners al» Friedensbruch hinzustellen. Aber in diesem Falle sprechen doch die Thatsachen gar zu laut und zu eindringlich zu unseren Gun- sten. Es ist den Katholiken nie eingefallen, dem an Zahl und Einfluß überlegenen Protestantismus in Deutschland etwas von seinen paritätischen Rechte n und seiner F r e i h e i t zu nehmen; im Gegentheil, wir find bereit, bett Protestanten zu «ner größeren Unabhängigkett vorn Staate zu ver- helfen. Wir forbern für uns kein Vorrecht, keine bie paritätifche Gerechtigkeit verletzende Un­terstützung vorn Staate, nichts Andere», al« die nöthtge Freiheit. Der Kampf be« „Evan­gelischen Bunde»", und aller anderen Thümmel- Genossen ist aber gerade in dem Augenblicke ent­brannt, al« die katholische Kirche einen Theil ihrer nothwendigen Freiheit dnrch die Revision der Maigesctze zurückerhtelt, gerade so viel, um vor­läufig ihr Leben in Preußen fristen zu können. Die Hetze, welche von der Mißg'unst wegen diese« Bischen Freiheit au-ging, hat stch schließlich zu der offenen Forderung der Aufhebung der Parität zugespitzt, während fie durch und durch von dem maskirten Verlangen nach Zurück­setzung be« Katholizismus seitens be« „protestan­tischen" Staates getragen ist. Die schönen unb ttgreisenben Worte der Bischöfe werden hoffenllich auch bei allen besonnenen Andersgläubigen wieder die Wahrheit zum Bewußtsein bringen, daß da» konfessionell gemischte Reich nicht be­stehen kann, wenn nicht die beidenKon-

Der Hypnotismus im Lichte der XSifienfäaft und Religion.

(Fortsetzung.)

III.

Durch die vorhergehenden Ausführungen wird die Warnung zur Genüge gerechtfertigt, daß der Katholck sich von Versuchen auf dem geheimniß- vollen Gebiet der Hypnose und der damit in Ver­ödung stehenden, noch viel ftemdarttgeren Er­scheinungen enthalt,« soll, soferne dadurch nicht ein wissenschaftliche» Ziel erreicht oder eine ®a$e von großem Nutzen gefördert «erden kann.

famt darum auch nicht verwundern, daß die Kirche darin bie größte Vorsicht gebietet unb daß ”• A. im Laufe be» vergangenen Jahre» bet Erz- Kos ven Mabrib e» für nöthig erachtete, bie Gläubigen seiner Diözese von betgleichen Versuchen ru warnen.

Wer bie Gefahren im einzelnen kennen lernen bie vom kirchlichen Standpunkte au» mit «teser Sache verbunden finb, bett verweisen wir da» Werk be» gelehrten Jesuit« P, I. Bon» «tot: Le miracle et see contrefagons, welche» tm vorigen Jahre erschienen ist.