JE 218.
Montag, den 23. September.
1889
Fuldaer W 3titni.
_ 3nfernte: Die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 M., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. '
gischer Kritik ließ bei einer großen Anzahl der mitgetheilten, höchst wunderbaren Begebenheiten sehr zu wünschen übrig: au» zum Theile sehr unvollkommenen, bewiesenen Begebnissen wurden geist» reiche, aber äußerst gewagte Hypothesen gezogen. M die» aber that den großen Verdiensten diese« Werkes nur wenig Abbruch, dessen Zweck e» war, ! vor den Augen einer im Materialismus versunkenen Welt die Macht des Geistigen in all' seinen Offenbarungen, die absonderlichsten und erschreckendsten nicht ausgeschlossen, in einer Weise klarzulegen, die jeden Widerspruch verstummen machte.
Daß das Werk von Görre» diesen Zweck erreicht hat, braucht wohl nicht erst bestätigt zu werden. Inzwischen aber hat fich bei den Männern der Wissenschaft selbst, zumal in der Arzneikunde und ihren Schwester-Wissenschaften, eine merkwürdige Erscheinung kundgegeben: — es hat fich in der Wissenschaft eine Strömung Bahn gebrochen, welche vielleicht in späterer Zeit zu. den Hauptmerkmalen de» Endes unsere» Jahrhundert- ge- rechnet werden wird. Währeno nämlich früher Alle», was an'» Wunderbare grenzte oder im Widerspruch zu stehen schien mit den Eigenschaften der Stoffe und den Naturgesktzen, die man zu kennen und für alle Zukunft festgestellt und erklärt zu haben glaubte, kurzweg für „unmöglich" er-
dMJahre» 1887 826.937,000 Mark betrug, ist Ende 1888 auf 838,904,500 M. festgestelltfwor- öenjunb hat fich also vermehrt um 12 967,500 1W. Bon der im Anfang de« Jahre« 1888 nen Versicherungssumme im Betrage von
£26,937 000 Mark kommen auf die Städte I 326,615,300 Mark, auf die Landgemeinden 479,183,300 Mark und' auf die Gut-bezfike 21 138,400 M. In Prozenten ausgedrückt kamen
?kädte 39.50, auf die Landgemeinden 57.9o und auf die Gutsbczirke 2 55 Prozent. _ Die Zahl der Verficherung« - Objekte betrug Ende 1888 305,087. 8
An Brandsteuern wurden für da» Jahr 1888 ausgeschrieben: 15 Pfg. Beitrag von je 100 M.
cmkapliak. Nach dem im Reglement vom 19. Mlärz 1880 vorgeschriebenen Vertheilungrfuß beträgt die Brandsteuer pro Mille der Vrrstche- rungssumme: in Bauartklasse I — 0,75 Mk„ n = 1,05 M., HI. = 1,35 M>, IV = 1,35 2k., V — 2,10 M. Die Gesammt-Brandsteuer pro 1888 beträgt 1,299,196 M. 83 Pfg.-.Hiervon kommen auf die Städte 459 591M. 17 Pf., auf die Landgemeinden 813 009 M. 63 Pf. und auf-die Guttbezirke 26,596 M. 3 Pf. In Pro- Mten ausgedrückt kommen von der Gelammt« Brandsteuer^auf die Städte 35 38, au? die Landgemeinden 62,58 und auf die Gutsbezirke 2 04
! Prozent.
Die Zahl der Brände und Blitzschäden betrug im Jahre 1888 342 und die hierfür verwilltgte Gesammt-Entschädigung einschließlich 11,386 M.
M. für Lüschbeschädigungen: 1,486,958 M.
29 Pfg. Hiervon kamen auf die Städte 118 Vrände, auf die Landgemeinden 219 Brände und auf di- Gutsbezirke 5 Brände. Die Zabl der beschädigten Hofraithen betrug in den Städten 245, in den Landgemeinden 265 und in den Gutsbezirken 5. Die Zahl der beschädigten Gebäude betrug in den Städten 518, in den Landgemeinden 437 und in den Gutsbezirken 5. Die Entschädigungen vertheilen fich wie folgt: auf die Städte 914,803 M. 26 Pf., auf die Landgemeinden 533 530 Mark 90 Pf. und auf die Gutrbezirke 27,237 Mark 34 Pf. In Prozenten ansgedrückt kamen von der Gssammt-Brandent« schädigung ixcl. der Vergütung der Löschdeschädi- gungen au^die Städte 62,00, auf die Land«
Die verehrttchen Pvstabonnenten bitten wir dringen-, mit -er Worte- stell««« der imk-,Fuldaer Zeitung' -M« für da« kommende 4. Quartal d. I. (Oktober, Novem- der, Dezember) nicht länger säumen «nd, soweit dies noch nicht geschehen ist, den der letzten Frei- tagS-Wr. betgelegten BC Veste lisch ein -W« dar» benützen z« wollen. Wenn »ie Neubestellung erst am Schlüsse des ablanfende« oder zn Beginn -es neuen Vierteljahrs erfolgt, f» ist eine Unterbrechung in der Zustellung des Blattes unvermeidlich. ' T,r- r'rr' '
Deutsches Reich.
Berlin, 21. September.
• Die Vorbereitungen für die vierte Wander- »urstkllung der Deutschen Landwirthschaft«- Gesellschaft, welche unter dem Präsidium de« Kais. Statthalter« von Elsaß-Lothringen im Juni nächsten Jahres zu Straß bürg stattfinden soll, find im vollsten Gang. Ein vortrefflich gelegener Ausstellungrplatz ist gestchert. Ehe noch die definitiven Preislisten veröffentlicht werden konnten, treffen zahlreiche Anfragen bezüglich der Betheilig, ung bei der Geschäftsstelle der Gesellschaft ein. In den Oktoberversammlungen derselben werden die Programme und Prämienlisten endgiltig festge- stellt, für welch' letztere wie alljährlich eine Summe von 50-60,000 Mark zur Verfügung steht. Nächst den üblichen, Hauptgruppen der Ausstellung: Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, landw. Erzeugnisse und Hilfsmittel und Geräthe, soll in Straßburg auch die Geflügelzucht, die Bienenzucht, die Fischzucht, der Gartenbau und das Forstwesen vertretln sein. Besonderen Nachdruck legt die Gesellschaft diesmal auf landw. Produkte im Gc« mete der Samenzucht, auf Hopfen, Hanf und Tabak und wird schon Mitte November zu Frankfurt a. M. die Vorprüfung der für Straßburg bestimmten Hcpfcnproben abhalten, da dieselben im Juni nächsten Jahres nicht mehr in frischem Zustande geprüft werden können. Er ist zu er« warten, daß der glänzende Erfolg welchen die Aurstellung der Deutschen Landwirthschaftr-Gesell« schäft im laufenden Jahre zu Magdeburg er« Mlte, fich in eigenartiger und charakteristischer Form auch im Südwesten Deutschlands wieder- holen wird.
’ Der Reichskanzler Fürst von Bismarck
scheinbar im Widerspruche stand, dennoch al- wirklich geschehen betrachten. Wie äußerst Wenige gibt es doch, die in Gesellschaft von sogen. Aufgeklärten die Mözlichkett des Erscheinens Verstör- bener zugestehen? Und wie äußerst gering ist in Wirklichkeit die Anzahl Derjeniger, welche in ihres Herzens Innerstem von der Unmöglichkeit solcher Vorkommnisse vollkommen überzeugt find?
Es war vor beinahe einem halben Jahrhundert, in den Tagen wissenschaftlicher Pedanterie und Wahnweisheit, als der große Görre- den Gelehr« ten seiner Zeit, die Alle« zu wissen und Alles erklären zu können glaubten, die drei Theile seiner christlichen Mystik an's Haupt schleuderte — ein Werk, in welchem Abschnitte Vorkommen, deren Lcsung Personen mit schwachen Nerven, zumal in stiller Abendstunde, durchaus nicht anzurathen ist-. Die Herausgabe dieses Werkes mochte damals für einen wissenschaftlichen Mann — Görre« war Pro- essor an der Unioerfikät zu München — eine ver« vvssene That bedeuten, denn indem er dergleichen Dinge schrieb, stellte et fich selbst in den Bann d« gesammten Wissenschaft. Dabei, e« kann nicht verkannt werden, gab da« Buch von Görre« in vieler Hinstcht Anlaß, um a priori die darin mit- ; etheilken Thatsachen wegzutcugnen. Die so äußerst nothwendige Anwendung historischer und psycholo- •
Der Hypnotismus im Lichte der Wissenschaft «nd Religion.
(Nachdruck verboten.)
M Er gab eine Zeit — und diese Zeit liegt »och gar nicht sehr weit hinter un« — wo es den Anschein hatte, als ob in den Wissenschaften, 6r- fonbers in den Naturwissenschaften und der Arzneikunde, die materialistische Lebensanschauung jede andere Richtung verdrängen sollte. Naturforscher «nd Aerzte erklärten fich in großer Anzahl öffent« üch als Materialisten. Andere blieben in ihrem Privatleben mehr oder minder gläubige Katholiken Mr Protestanten, sobald aber ihre Wissenschaft Ws Spiel kam, da wurde auch von ihnen Alles, den Anschein des Uebernatürlichen, des Wun« dttbaren hatte, einfach geleugnet ober mit mitlei- Ueni Achselzucken bet Sette geschoben. Unter den laubigen Christen gab e» nicht wenige sogenannte -aufgekläite" Geister, die fich über die Wunder
Bibel und der Kirche ihre „eigenen Anfichten" »urechtgelegt hatten, und denen es zum mindesten Angenehm war, in der Gesellschaft von „Geehrten" oder „Andersdenkenden" das Geständniß uulegen zu müssen, daß ste die eine oder andere Tatsache, welche mit den bekannten Naturgesetzen
1 kommt am 25. b». Mir. auf einige Tage nach ! Berlin. Die Anwesenheit des Fürsten in Berlin i würde somit mit der Anwesenheit des Zaren zu- ; sammenfallen. — GrafHerbert Bismarck wird ; den Kaiser auf seiner Reise nach Athen begleiten.
* Der Berliner Magistrat hat beschlossen, beim Reichskanzler erneut um Aufhebung des Schweineeinfuhrverbot» vorstellig zu werden.
*DieReich«pharmakopöe-Kommiffion tritt zur Berathung des Entwurfs einer neuen Ausgabe der Pharmakopös in der zweiten Hälfte des Oktober in Berlin zusammen.
* Au» Hamburg wird berichtet, daß dort die Anlage eines neuen Kriegshafen» an der Elbmündung nunmehr al» sicher gilt.
* Breslau, 20. Sept. Großes Aufsehen erregt die Verhaftung de« hochbetaaten Chefs eine» hiesigen großen Handlung-Hause« wegen Majestät-beleidigung, deren fich der Kaufmann vor einiger Zelt schuldig gemacht haben soll. Wie die.Breslauer Morgenztg.' erfährt, hat die be- leidigende Aeußerung Kritik daran geübt, daß die Anschauung bt« jetzigen Kaisers mit betten seine, Vaters nicht in Allem übereinstimmen.
Ausland.
• Wien, 21. Sept. In dem ersten Hirten- chreiben des^hochw. Herrn Bischofs von Linz, Dr. Doppelbauer,wirbauchber katholischen Presse ehrenb gedacht, indem der Oberhirt seine Diözesanen zur Fernhaltuna kirchenfeindlicher und zur Unter« stützung katholischer Blätter ermahnt.
* In französischen Regierungskreisen wird auf eine republikanische Mehrheit von 40 Stimmen gerechnet. Für mehr als die Hälfte der Mandate werden vorausfichtlich Stichwahlen nöthig sein.
• Das große Mode-Magazin von Bocconi in Mailand ist von den Flammen verheert worden Der Schaden wird auf mehrere Millionen Lire. aelckätzt.___________________________
Hessische Brandverficherrrngs- Anstatt.
Der Bericht über der Geschäftsbetrieb derHesst- scheu Brandvrrstcherungs-Anstalt vom Jahre 1888 ij fertiggestellt und dürfte e« interessant sein, Einiges au« demselben hier mitzuthetlen: DieGe- sammtversicherungr-Summe, welche am Schlüsse