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Samstag, den 31. August

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Katholiken, welcke dort um Glauben und gute Sitte kommen, mit Rücksicht endlich darauf, daß der größte Theil der Berliner Katholiken erst dorthin gezogen ist: Werden die Katholiken gebeten, eine vermehrte Aufmerksamkeit auf die Lage der Ber« Utter Katholiken zu richten und dem kirchlichen Nothstande derselben durch Zuwendung von mit- den Gaben, Gebete u. s. w., soweit thunlich, Ab- jilfe zu schaffen." Des Weiteren wurden zwei Rc- olutionen zur Schulfrage angenommen, welche die Wahrung der confessionellen Charakters und ent- sprechende Lchrbücher verlangen. Zu den Resolu­tionen über römische und Schulfrage sprach Asg. Dr. Windthorst unter stürmischem Beifall; er bezeichnete nächst der römischen Frage die Schul- frage als die wichtigste. Die Resolution zur rö­mischen Frage wurde dem ff. Vater telegraphisch mitgetheilt. Auch die übrigen Resolutionen wurden

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einmüthtg angenommen.

Gründung des Verbandes katholischer 2 c § t c t* *

Da sich alljährlich an den Katholiken-Versamm- lungert eine größere oder geringere Anzahl Lehrer betheiligen, so tauchte bei den katholischen Lehrern Bochum'» schon früh der Gedanke auf, den hier­her kommenden Kollegen bei Gelegenheit der Katho« liken-Versammlung einen gemüthlichen Abend zu veranstalten. Man ahnte damals durchaus nicht, daß dieser Gedanke vielleicht die Anregung und Verwirklichung einer großen, begeistert öu^enom- menen Idee, sein sollte. Al» man in Bochum mitten in der Vorbereitung zu der Abendunter­haltung stand, erließ der katholische Lehrerverem von Elberfeld in der ,Rheinisch.-Westf. Schulztg. an alle kath. Lehrer, namentlich die Vertreter der Lehrervereine, eine Einladung zu einer wichtigen Besprechung während der Katholikenversammlung in Bochum. Gleichzeitig Ute sich der Vorstand de» Elberfelder Lehrerverein« mit den Bochumer Lehrern in Verbindung, um die Vorbereitungen gemeinsam zu treffen. E» wurde denn auch bald da« Programm für die Verhandlungen festgesetzt. Al« k» in der politischen Presse bekannt wurde, daß e» sich um ein Kartell katholischer Lehrer handelte, da liefen au» allen Thülen Preußen», namentlich au» den westlichen Provinzen, Aner- kennung»- und Ecmunterungsschreiben ein, ein Be­weis, daß der Gedanke ein glücklicher war, daß die Sache reif ist. Ein Statut wurde inzwischen entworfen und in den vorbereitenden Versamm­lungen am 26. und 27. August berathen und angenommen. Der Zweck de» Verein» soll sein: Hebung der Volksschule und Förderung der In- tereffen de« Lehrerstande« im Geiste der katho- Mchen Kirche. Politische Bestrebungen sind au«- geschloffen. Zu der konstituirenden 93 er- sammlung, welche heute Nachmittag im großen Saale de« Stadttheater« stattfand, hatten sich über 400 katholische Lehrer eingefunden. Dieselbe wurde um 2l/, Uhr von Herrn Rektor Brück -Bochum eröffnet. Derselbe legte einleitend den Zweck der Versammlung dar, sowie die Schritte, die in der Angelegenheit bereit« geschehen sind, bezw. wie weit die Sache gediehen ist. Derselbe wurde auch zum Vorsitzenden der Versammlung gewählt. Al« Excellenz Dr. Windthorst, der e« sich nicht wollte nehmen lasten, an der Versamm- hing theilzunchmen, in den Saal trat, wurde der- "" -----emahniffi. K-rsitzMsm-

licher Tugend erhalten, aber auch nicht mehr ; die wahre Richtschnur müssen die Gebote Gottes und seine göttliche Offenbarung sein, vor Allem für unsere Jugend. Das religiöse Bekenntniß muß zu seinem Rechte kommen und deßhalb ist es natürlich, daß wir einen Verband auf kon- essioneller Grundlage gründen. Da ohne Religion von einer Erziehung keine Rede sein kann, auf einer konfessionell zemischten Versammlung jedoch über die Religion nicht rebattirt werden kann, so können auf einer solchen auch alle Schulfragen, die die Erziehung zum Gegenstand haben, nicht zur Berathung kommen. Gründen wir deß­halb einen eigenen Verband, leben wir aber freundlich nebeneinander; halten wir Vorträge, die uns passen und lassen wir andere Leute das Gleiche thun. Lassen rott Andere einen Diesterweg und Dittes verherrlichen, wrr verehren einen Overberg, einen Fenelon, einen Sailer. Trotz mancher Verschiedenheiten haben wir Lehrer auch gemeinschaftliche Aufgaben, wir wollen getrennt marschiren, aber vereint schlagen. Bereinigen wir uns, dann werden die Beschlüsse unserer Versammlungen auch einen gewal- tigen Eindruck auf das katholische Volk machen; es wnd sich sagen, wenn echt katholische Lehrer in so großer Zahl Klage führen, Beschwerde erheben, dann muß Grund vor­handen sein. Ich rufe Ihnen zu: Gründen Sie den Ver­band und halten Sie denselben hoch.

Redner legt j tz: die Gesichtspunkte dar, welche die Kommission bet Ausarbeitung de» Statuts ge­leitet haben. Man hat sich gesagt: 1. der Ver­band muß auf katholischem Boden gehen, sich der katholischen Kirche anschließen. 2. Dessen unge­achtet muß er doch seine volle Unabhängigkeit be­wahren. Die Statuten werten nunmehr verlesen und, nachdem die Frage, ob der Verband in« Leben gerufen werden soll, bejaht war, einstimmig angenommen. Das Statut hat, wie wir dem Be­richt der .Germania' entnehmen, folgenden Wort­laut:

Satzungen für den katholischen Lehrer­verband.

1. Der Zweck des katholsschen LehrerverdandeS ist die Hebung der Schule nach den Grundsätzen der katholischen Kirch- und die Förderung der Interessen des Lehrer­standes. Politische Bestrebungen jeder Art sind ausge-

Z Mitglieder des Verbandes können alle Volksschul- und Seminarlehrer geistlichen und welrlichen Standes werden. „ .

3. Der Verband gliedert sich in Provinz- (Diözesan-) Vereine und in Kreis- bezw. Ortsvereine. ,

4. Jeder Provinzverein hält alljährlich erne Versamm­lung ab. Der für die nächst- Provinzversammlung ge­wählte Vorort hat für die Einberufung und Vorbereitung derselben zu sorgen, namentlich Vorschläge für die Tages­ordnung und die Zusammensetzung des Vorstandes zu machen. Alle Anträge für die nächste Proom,-Versamm- lung sind an den Vorort zu richten.

5. Jeder Kreisverein hat dre Pflicht und das Rechts einen stimmberechtigten Vertreter aus feiner Mute zur Provinzialversammlung zu entsenden. Die Vertreter be­schließen am Tage vor der Versammlung über die Vor- schlüge des Vorortes. Der durch die Vertreter gewählte Vorstand gilt bis zur nächsten Provinzversammlung al» Vorstand des Provinzvereins. - .

Die Fahikosten für die Vertreter der Krersvereme werden aus der Kaffe deS ProvinzvereinS ersetzt.

Der Lehreiverband hält ebenfalls alljährlich eine Ver­sammlung ab. Der für diese Versammlung gewählte Vor­ort gilt als Vorort des ganzen Verbandes. An diesen find deßhalb alle Anträge für die Verbandsversammlung zu richten. Zu letzterer entsendet jeder Provinzverem zwei stimmberechtigte Vertreter aus seiner Mitte. Diese be­schließen über die Vorschläge des VororteS; der durch sie gewählte Vorstand gilt bis zur nächsten Verbandsver- sammlung als Vorstand des ganzen Verband-^ Die Reisekosten werden den Vertretern aus der Kaff- des ProoinzialverbandeS ersetzt. _

7. Die Kreisvereine haben im Januar ledeS Jahre» einen Jahresbeitrag von 50 Pf. für jedes Mitglied und einen Bericht über das abgelaufene L-reinsiahr emzu- senden; ebenso senden die Vorstände des Provlnzlalsir- bands einen Jahresbericht vor dem 1. März jedes Jahr-S an den V-röandsvorstand. . . .

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mit der belletristischen Wochenbeilage ,Sterne und Blumen IN Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig.

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Die 36. G eneralversamurlung der Katholiken Deutschlands.

IV.

• Bochum, 28. August.

Die Uten Abendstunden des gestrigen Tages gehörten den Studenten, welche ihre Fest­komm er fe abhielten, und zwar die (farbentra- genden) katholischen Studenten-Berbindungen im großen Saale des Schützenhofe«. die katholischen Studenten-Bereine und die Coden der Unita« im Saals des Stadttheaters. Daß beide F.stkom- merss sich eines zahlreichen Besuches zu erfreuen hatten, ist um so erklärlicher, als studentisches Leben, das schon gestwn Nachmittag durch eine Fefifahrt der Studenten - Verbindungen in den Straßen Bochums zur äußeren Erscheinung kam und insbesondere ein Studenten - Kommers vielen Mitgliedern und Theilnehmsrn der General-Ver­sammlung aus eigener Anschauung noch nicht be­kannt war. Selbstverständlich fehlte auch Windt­horst nicht; nachdem er zuerst den Festkommers der Studenten-Verbindungen besucht, fuhr er zum Festkommers der Studenten-Vereine. Auf beiden Kommersen hielt er längere Ansprachen, die neben dem Humor aber auch ernstliche Mahnungen ent­hielten. Denn wie er in launiger Weise den an­wesenden Eltern der Studenten die bekannten Sor­gen des Musensohnes zur wohlwollenden Berück­sichtigung empfahl, so ermahnte er die Studenten in eindringlicher Weise daran, daß sie als Entgelt dafür treue Erfüllung ihrer Pflichten den Eltern und der katholischen Sache zu leisten hätten, um mit gediegenem W- ffen und als charakterfeste Män- ner die Universität zu verlaffen.

Heute fand ein feierliches Hochamt nach der Intention des hl. Vaters in der ehemaligen 9L- dewptoristenkirche statt. Um 9 Uhr begannen die Sitzungen für Sociale«, Presse und christliche Kunst. Um 11 Uhr nahm die äußerst zahlreich besuchte dritte geschlossene Sitzung ihren Anfang. E« wurde eine Resolution zur römischen Frage angenommen, in welcher iS heißt: 1. „Die 36. Generalversammlung der Kathol.ken Deutschland« spricht von neuem die Ueberzeugung au«, daß die Wiederherstellung der territorialen Souverainetät de» hl. Stuhle» für die Selbständigkeit deffelben unb für seine volle Freiheit und Unabhängigkeit in der Regierung der Kirche eine unabweisbare Nothwendigkeit ist, und daß jede von Gott gesetzte weltliche Gewalt im wohlverstandenen eigenen In­ter, ffe unb zur Wiederherstellung der erschütterten Gesellschaftsordnung handelt, wenn sie die vom hl. Stuhle deshalb erhobenen Rechttansprüche erfolg- reich unterstützt. 2. Die Generalversammlung drückt ferner ihre ernste Mißbilligung aus über die Verherrlichung des Giordano Bruno, jenes Manne«, besten ganje. Haltung einen bin den Ge- Ansatz zum christlichen Glauben und insbesondere zum Papstthum darstellt, unb besten Standbild gegenüber dem Batican eine stete Beleidigung be« Oberhaupte« der Christenheit enthält." Die Annahme der Resolution erfolgte unter großem Jubel unb Beifall. Ferner würbe folgenbe Resolutton be« Ausschusses für Charitas an­genommen: „Die 36. Generalversammlung ber

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