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JK 194.

Montag, den 26. August.

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1889

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vor zwei Tagen den Besuch als unmittelbar be vorstehend festhielt, bringt heute eine aus Peters­berg datirte Korrespondenz, in welcher es für wahrscheinlich gehalten wird, daß fich die Abstat- tung dieses Besuches bis in den Oktob er hinein verschiebt.

• Noch ehe der Kaiser Münster verlassen hat, veröffentlich der .Staatsanzeiger' die während seiner jeuttgen Anwesenheit daselbst verliehenen Aus­zeichnungen. 37 Personen erhielten Orden, rarunter Oberprästdent Studt, der Provinzialland- ags-Vorfitzende von Oheimb, der General-Super« mtendent D. Nebe rc. De« Oberbürgermeister von Münster, Windthorst, wurde die Befugniß zum Tragen der goldenen Amtskette ertheilt. 8 Personen wurden durch Standeserhöhungen aus-

> bezeichnet.

* Der Kaiser hat für die Armen der Stadt M e tz 2000 Mk. gespendet.

• Der Reichskommifsar für Ostafrika Haupt­mann Wißmann hat im Kampfe gegen d»e Aufständischen neue Erfolge errungen. Wie der Telegraph meldet, ist Herr Wißmann von Dar es Salaam nach Bagamoyo marschirt und hat die Aufständischen am Kingani mehrfach geschlagen. Der Führer derselbe« Buschiri befindet stch in Usagara. — Die im deutschen Schutzgebiete von Südwestafrika vorhandene Schutztruppe soll verdoppelt werden. Die Absicht, einen Osfizrer als Reichskommiffar dorthin zu senden, ist auf- gegeben, da es sich in Südwestafrika wesentlich um Rechtsfragen handelt. Wahrscheinlich wird zunächst der Kanzler des bisherigen Kommissar», Referendar Nel», die Geschäfte dort bis auf Weiteres weiterführen.

• Der Statthalter der Reichslands, Fürst Hohen­lohe, hat fich von Straßburg über Berlin nach Rußland begeben.

* Köln, 23. Aug. Die General-Versammlung der Görresgesellschaft wurde gestern Morgen durch ein feierliches Hochamt im Dome eingeleitet. Gegen i/oll Uhr eröffnete der Vorfitzende des Verwal- tungS-Au-schuffr» Herr Prof. Dr. Frhr. v. Hert- ling die Verhandlungen. Herr Rechtsanwalt und Landtagsabgeordneter Jul. Bachem begrüßte darauf die Theilnehmer der Versammlung, welche zum zweiten Male in Köln tage. Die Versammlung tage glücklicherweise in diesem Jahre unter gün- stigeren Verhältmffen al» im Jahr, 1878. Damals war inmitten des Kulturkampfes die Gesellschaft entfernt hatte, suchte Louis den Kassenschlüssel. Bald hatte er ihn gefunden, nahm ihn zu fich und steckte an denselben ein Zettchm mit dm Worten: „„Ich habe doch den ersten Plan ffür besser ge­halten. E» ging nicht and«»."" Daun kehrte er eilig mit dem Rachen nach Straßburg zurück.

„Zwischen den beiden Zimmern roti eine Ver- bindungSthüre, die auf der Seite, wo Eugen wohnte, mit einem großen Schrank zugeMt war. LomS öffnete die Thüre, schob den Schrank em wenig zur Seite und nahm aus der Kaff« 1000 Franken in Goldstücken. Dann schloß «r sie wieder zu, versteckte den Schlüff-l auf den Schreibtisch unter Papieren und Büchern und stellte vorsichtig den Schrank wieder auf seine Stelle. Wohl klapste ihm da» Herz, aber er beschwichtigte seine Gewissens- vorwürse mit dem Gedanken, es ging nicht anders; wenn Eugen sieht, daß die Sache nicht mehr zu ändern ist, wird er sich darin ergeben.

„Allein es kam ander», als er fich es gedacht hatte. Am andern Tage bezahlte er seine Schuld — aber Eugen kam nicht zurück. Louis erlte gegen Abend nach Kehl, um nach ihm zu sehen, und hörte zu seinem Schrecken vom Wirthe, der Offizier sei in der Frühe ausgewacht, habe aber

Die 36. deutsche Katholiken- Versammlung.

• Am heutigen Tage tritt in Bochum die 36. e Generalversammlung der deutschen Katholiken zu­sammen. Um eine auserlesene Schaar hervor­ragender und hochverdienter katholischer Männer, die au» allen Theilen Deutschlands herbeigeeilt find, schart fich, nach Tausenden zählend, das katholische Volk. Die diesjährige Generalversamm­lung weist einen eigenartigen Typus auf, der ste wohl von allen vor hergegangenen unterscheidet, aber mit dem lokalen Typus zusammenfällt. E« ist eine Arbeiterstadt im eigentlichen Sinne des Wortes, welche heute die deutsche Katholiken­versammlung beherbergt, und katholische Arbeiter aus dem westfälischen Kohlenrevier stellen ein großes, wenn nicht da» größte Kontingent der Besucher. In einer Zeit, da die Arbeiterfrage geradezu die brennendste gewonden ist, kann man diesen Umstand gewiß nur freudig begrüßen und von der Bochumer Versammlung besonders frucht­bare und segenbringende Anregungen zur Lösung der Arbeiterflage erwarten. Unsere Gegner aber, denen wir es natürlich niemals recht machen können, erblicken in der Wahl Bochums als Tag­ungsort der Katholikenversammlung ein sehr un­heilvolles Zeichen; fie geben stch den Anschein, als befürchteten fie von der Generalversammlung im Mittelpunkte des großen Strike-Gebietes eine abermalige Erregung und Aufreizung der kaum beruhigten Gemüther. Wie man bisher die Cm- trumsblätter der dortigen Gegend für den Aus- bruch und die lange Dauer des Kohlenstrikr's — sehr mit Unrecht — verantwortlich zu machen suchte, so redet man jetzt dem liberalen und katho- likenfeindlichen Publikum vor, Windthorst und seine Mannen kämen nach Bochum, um den strikt- lustigen Arbeitern einen verstärkten Rückhalt gegen die Kohlenbarone und Fabrikpascha'r zu bieten, fie zu erneutem Kampfe anzufeuern. Die katholische Presse hat diese Zumuthungen schon mitjRachdruck zurückgewiesen, und dabei der korrekten, ruhigen und loyalen Haltung der katholischen Arbeiter im Bochumer Strckerevier die gebührende Anerkennung gezollt. Der Worte find darüber genug gewechselt, die kommenden Tage werden den thatsächlichen Beweis erbringen, ob die heuchlerische Besorgniß der Gegner begründet war. Wrr haben die feste Zuverstcht, daß die katholischen Arbeiter Westfalen,

L Erlebnisse eines drntschen Schlofferrrsrür«.

Von F. B.

(9. Fortsetzung.)

Der Graf fuhr zu erzählen fort:

„Eine» Tages kam er in größter Aufregung zu Eugen und bat ihn, ihm bis zum andern Abend 800 Frank«° zu verschaffen, da er sein Ehrenwort verpfändet hatte, mit diesem Gelbe «ine Spiel­schuld zu decken. Eugen erblaßte vor Schrecken, erklärte es aber für unmöglich, ihm diesmal zu helfen.

„„Du hast ja,"" sagte Louis, „„die Batterie- kaffe, gib mir einen Vorschuß daraus, ich garantirs Dir, daß diesmal mein Vorsatz, nicht mehr zu spielen, unerschütterlich ist.""

„„Ich meine,"" antwortete Eugen, „„Du sprichst im Fieber. Komm mit, wir wollen eine Wasser- partie auf dem Rhein machen, das wird Deine Nerven beruhigen» und wir werden wohl ein Mittel finden, Dir au» der Patsche zu helfen. Viel können Deine Sptelgläubtger Dir nicht an- haben, selbfi wenn Du fie nicht sofort bezahlst; sonst fitzen fie ja selbst darin.""

„Sie müffen nämlich wiffen, mein Freund, daß

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nicht minder als die bewährten Führer des katho­lischen deutschen Volkes fich selbst und ihrer guten Sache ein glänzenzes Zeugniß ausstellen werden.

Nach Allem, was man hört, find die Vorbereit­ungen für die Generalversammlung — Dank dem unermüdlichen Eifer und der Umstcht der lokalen Comitö's und der bewährten Leitung und Führung des ständigen Kommiffar», des Fürsten Carl zu Löwenstein, — in einer geradezu musterhaften Weife »urchgeführt worden. Auch die Auswahl der Redner, über welche nach bestehender Sitte vor­her keine näheren Angaben in die Oeffentlichkeft treten, ist, wie man stch überzeugt halten darf, eine überaus glückliche. Und was die großenthells bereits vorliegenden Anträge und Anregungen be- betrifft, so ist ihre Zahl, entsprechenv der schwürt- gen Zeitlage, eine ungewöhnlich große, so daß namentlich in den einzelnen Fachausschüffen eine Riesenarbeit bewältigt werden muß. Daß die Generalversammlung unter dem besonderen Segen be» hl. Vaters tagt, welcher ein sehr warm ge- haltene» Schreiben an das Comitö gerichtet hat, daß ste sich auch be» aufmunternben Zuspruches be» gesammten Episkopate» erfreut, gibt ihr gleich ihren Vorgängerinnen bas rechte Gepräge. Mag bie Vsrkleinerungsfucht der Gegner noch so oft den Charakter der Generalversammlungen als Katholikentage anzweifeln und sie als „Partei- konventikel" verhöhnen, die Approbation be» höchsten kirchlichen Oberhauptes und der DiözesKn-Ober« Hirten gilt ben Katholiken unendlich mehr, als ba» anmaßlich« Urtheil der Papst- und Kirchenfeinde.

Die Katholcken Alldeutschlands weilen am heutigen Eröffnungstage im Geiste inmitten der bedeutungsvollen Versammlung und verfolgen ihre Arbeiten mit begeisterter Zustimmung, mit herz­licher Sympathie; sie vereinen sich mit ihnen im Gebet ^um einen segensreichen und ftuchtbringin- den Verlauf. Möge die Bochumer Versammlung in der 41jährigen Geschichte der katholischen Generalversammlungen sich einen Ehrenplatz er- rinaen.

Deutsches Reich.

Berlin, 24. August.

• Je näher der Zeitpunkt rückt, an welchem der Gegenbesuch de» Zaren an dem hiesigen Hofe erfolgen muß, desto verworrener werden die Nachrichten darüber. Die ,Nat.-Ztg.', die noch da» Glücksspiel den Osfizüren strengstens verboten war, unb auch in diesem Falle nur äußerst heim­lich betrieben wurde, Loui» ging in sein Zimmer um sich zu der Wafferfahrt umzukleiden, und während er dies that, reiste bei ihm ein teuflischer Plan. „«Das Geld bekomme ich doch!"" dachte er. Er nahm ein klein,» Fläschchen mit einer betäubenden Flüssigkeit zu fich und versteckte e» in feiner Tasche. Die beiden Vettern fuhren nun auf dem Rheine, und Eugen gab Loui» den Rath, er solle feinen Gläubigern erklären, die Schuld innerhalb 3 Monaten bezahlen zu wollen. Er würde felbst dafür sorgen, daß fie dann da» Geld zusammen hätten. Loui» ging scheinbar auf diesen verständigen Plan «in und veranlaßte Eugen, mit ihm in einen Gasthof in Kehl einzukehren. Sie tranken dort eine Flasche Wein, und Loui» goß unbemerkt in Eugen'» Glas den Schlaftrunk. Derselbe that sofort seine Wirkung; Eugen taumelte und siel bewußtlos auf das Sopha zmück. Nun- mehr tief Louis den Wirth, faßte ihm, feit Kamercü) fei vom Wein etwas angegriffen, er selbst müsse aber zurück mch Straßburg und bäte, jenen ruhig schlafen zu lassen. Der Wirth fand mcht» Auffallendes darin, und nachdem derselbe fich wieder