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jg 188. Montag, den 19. August. 1^89

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muß dem andern helfen auch in Dingen, welche privat­rechtlicher Natur sind. Wenn wir dies thun, werden wir nicht unterliegen, wenn wir auch in der Minderheit sind. Ich habe bereits in Trier hervorgehoben, daß eine Min­derheit nur dann auf den Sieg ihrer Sache rechnen darf, wenn sie fest und einig zusammensteht. Dies muß auch der Kaufmannsstand, der sicherlich einer der wichtigsten ist. Der Kaufmann vermittelt dem Landwirth die Produkte der Industrie und umgekehrt dem Industriellen die der Landwirthschaft. Ohne den Kaufmann könnten diese beiden Gruppen nicht bestehen. Deßhalb ist der Kaufmannistand einer der wichtigsten Faktoren in unserer modernen Ge­sellschaft und darum ist es überaus wichtig, daß dieser Stand eine christliche, eine katholisch- Organisation besitzt.

Unsere ganze Civilisation muß zu Grunde gehen, so­bald das christliche Prinzip aus ihr verdrängt wird, und das christliche Prinzip, auf dem das Wohlergehen unserer ganzen Gesellschaft beruht, ist das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe. Sobald wir dieses Hauptprinzip der christ­lichen Civilisation aufgeben, kommt der Kampf Aller gegen Alle, wie er ja schon in neuester Zeit versucht wird, und ich muß mit Bedauern sagen, nicht ohne Erfolg. Wenn nicht alle Berufsstände sich organisiren, wenn sie sich nrcht auf christlicher Grundlage wieder diejenigen Fähigkeiten zu erwerben suchen, die sie bedürfen, um das auszuführen, was Gott in der Menschheit gewollt hat, dann gehen wir partiell einer Barbarei entgegen, gegen welche die große französische Revolution des vorigen Jahrhunderts nur tm Kinderspiel war. (Sehr richtig.) Bei der Reaktion gegen diese antichristlichen Bestrebungen ist gerade dem Kauf­mannsstande eine Hauptaufgabe gestellt. Der Kaufmanns­stand ist leider Gottes am meisten verflacht, besonders rn seinen jüngeren Mitgliedern. Wenn Sie sich Ihre Kollegen betrachten, welch- Europa bereisen und von ihren Prrnzi- palen beauftragt sind, die verschiedenen Gegenstände des Handels in den Verkehr zu bringen, dann werden Sie finden, daß diese Herren im Allgemeinen, vom gewöhn­lichen menschlichen Standpunkte aus betrachtet, sehr liebens­würdig sind; wenn Sie aber tiefer auf den Grund gehen und die Herren -in Ma: fragen, wie es in Bezug aus den Glauben und die übernatürlichen Offenbarungen mit ihnen steht, dann werden Sie eine absolute Null finden. Das ist unbedingt sehr traurig; denn diese Herren üoen einen großen Einfluß aus. Sie sind, in allen großen und kleinen Städten und Gasthöfen zu finden, sie haben eine gewiffe Bildung und sie vertheidigen ihre Prinzipien. Aus diesem Grunde ist ihre Wirksamkeit eine ungemein verwerfliche, und deßhalb ist es von besonderer Wichtigkeit, daß gerade unter den sogen. Reisenden ein jüngerer Stand herangebildet wird, welcher den Glauben lebendig bekennt. Und solche Männer finden wir in erster Reihe unter uns Katholiken. Das ist keine Frage, wir müssen mit einet Regeneration dieses Standes beginnen; wir müssen darauf bringen, daß unter dem jüngeren Kaufsmannsstande Leute sich finden, die den Muth besitzen-, ihren Glauben frei und offen zu bekennen. , ,

Sie werden denken, das ist leicht gesagt. Ich bin mir dessen auch voll bewußt, denn ich habe häufig Gelegenheit gehabt, mit solchen Herren zu verkehren. Hier läßt sich nur etwas erreichen, wenn diese Herren wissen, daß wieder eine geschloffene Phalanx selbstständiger Kaufleute hinter der entgegengesetzten Sette der Kassette war ein ähnlicher Bogen, der sich nach mehrfachen Versuchen wegschieben ließ und einem Loche Platz machte, in welchem das Schlüsselchen paßte. Ein Ruck, eine Umdrehung, und langsam stieg eine der schmalen Seiten der Kassette in die Höhe. Nach so langer Zeit wirkte da« Spiel der Federn zwar nicht mehr so prompt, wie dies wohl Anfangs der F«ll ge­wesen war, aber immer noch genügend. Dann konnte man die Kassette auseinanderziehen und so zum Inhalte kommen.

Der Kaiser war hoch erfreut und nahm eigen­händig den Inhalt der Kassette heraus. Es war ein zusammengefaltetcs Stück Pergament mit aller­lei seltsamen Z.ichnungen auf der Außenseite und im Innern mit lateinischen Versen beschrieben.

„Die Kassette ist mehr werth al« da«, was darin ist," sagte Napoleon lachend, nachdem er die Schrift flüchtig durchgesehen hatte. 6» ist die be­kannte Prophezeiung des Nostradamus, die er also auch in die Fundamente der Tuillerien hineingelegt hat. Richtig. 1564 wurden die Fundamente ge­baut, zwri Jahre darauf starb der erste alteAstro- log. Nun, einstweilen besten Dank, Mester Felix. Richten Sie die Kassette wieder vollständig her und schicken Sie mir dieselbe durch Ihren Gchülsen.

ihnen steht, welche gute Katholiken find und 'treu kund unentwegt unter allen Umständen ihren Glauben bekennen. (Srfjr wahr! Bravo!) Ich gebe 'zu, daß dies sehr schwer, ja für Manche eine fast übermenschliche Leistung ist; aber dann ist eben unser Herrgott da und gibt uns im rechten Augenblicke das rechte Wort ein, und der gute Erfolg wird nicht ausbleiben. Wenn aber hinter den jungen Kaufleuten keine eng geschlossene Phalanx steht, dann ist der Mann allerdings tm hohen Grade ehrenwerth, wenn er gegebenen Falles muthig auftritt, und ein Märtyrer der Sache, aber er wird keine Resultate erzielen. Ich möchte also darauf Hinweisen, daß die katholischen kauf­männischen Kongregationen und Vereine immer mehr sich auszubreiten suchen und daß besonders die Prinzipale mit Wärme der Sache sich annehmen.

Dies ist ein wichtiges Glied in dir Kette unserer Or­ganisation, von welcher ich seiner Zeit in Trier sprach. Die gesetzlichen Garantien, welche uns geboten waren, um unfern katholischen Glauben frei bekennen zu können, sind durch eine »katholische Mehrheit gegen unfern Willen ab- geschafft worden. Wir haben nicht die Absicht, so wie dies einst die Protestanten nach dem westfälischen Frieden mach­ten, uns unser Bekmntniß durch auswärtige Mächte gar an« tiren zu lassen. Den Weg betreten wir Katholiken nicht, denn wir sind Deutsche, und wir wollen von Fremden nichts wissen, weder von Franzosen noch von Schweden. (Bravo!) Wir haben deutsche Köpfe und deutsche Herzen und werden selbst zu behaupten wissen, was uns gehört. Um das aber zu können, müssen wir zusammen­halten und uns in geschloffenen Vereinigungen organisiren. Unser Klerus braucht keine Organisation, denn dieser unser erster und wichtigster Stand ist immer „organisirt", da­gegen müssen wir uns mit den verschiedenen Laienständen etwas beschäftigen. ,

Da ist zunächst der Adel, welcher ja heutzutage von manchen Leuten eigentlich als kein Stand mehr betrachtet wird, sondern nur noch als eine „Dekoration". Aber selbst dieser „zweifelhafte" Stand hat sich organisirt und wir haben einen Verein katholischer Edelleute in Münster und ebenso zwei solcher Vereine in Schiessen. Dann hat sich der bäuerliche Grundbesitz organisirt. Seine Vereine nennen sich zwar nicht katholisch, aber die ein­zigen lebensfähigen Bauern - Vereine sind doch nur die katholischen. Der westfälische Bauern-Verein, unter der Leitung meines Freundes und Kollegen v. Schorlemer und der von dem Freiherrn v. LoS geleitete rheinische Verein zählen gegen 40,000 Mitglieder. Auch in Schlesien sind wir bekanntlich in dieser Hinsicht nicht übel dran. Sie kennen ja den von meinem Freunde Baron v. Huene be­gründeten Bauern-Berein. Wenn wir auf die Industrie übergehen, so finden wir die herrlichen Bereinigungen, welche Kolping in’8 Leben gerufen hat: ich meine, das über ganz Deutschland verbreitete Netz der kath-lischen Meister», Gesellen- und Lehrlings-Vereine, die von unberechenbarem Segen sind. Die katholische Kirche braucht aber alle ihre Glieder, und so haben sich in neuester Zeit, wo die große Bedeutung »es industriellen Arbeiters sich zeigte, die katholischen Arbeiter- Vereine gebildet. Obgleich hier seit etwa 3 Jahren erst der Anfang gemacht wurde, so haben wir doch schon jetzt die herrlichsten Resultate zu verzeichnen, und ich glaube,

Ich will bet bei Gelegenheit noch ein wenig mit ihm plaudern." Freundlich grüßend verließ der Kaiser mit seinen Begleitern die Werkstätte.

„Was war das, was auf dem Pergamente stand?" frug Peter seinen Meister, als ste allein waren.

„Im 16. Jahrhundert," belehrte ihn dieser freundlich, „hatten wir eine Königin, au» Italien stammend, Katharina von Medici» genannt. E« ist dieselbe Frau, w.lche da» Paris« Blutbad in der Bartholomäusnacht 1572 anrichtete. Dieselbe war äußerst abergläubig, meinte, daß man die Zukunft in den Sternen lesen könnte, und hielt Alles auf Wahrster und dergleichen Leute. Emer der bekanntesten Männer jener Zett, di, fich damit abgaben, die Künste der St«mnles«ei zu betrei­ben und deßhalb Astrologen geuaaat wurden, war Nostradamu». Er wird also auf Bef-Hl der Köni­gin die Kass-tte mit der Prophitzsiwig in di« Fun- damente der Trällerten gelegt Haden. E» ist übrigen», wie der Kaiser sagte, ein, bereit« ander- weitig bekannte Prophezeiung. Ich selbst habe ste nicht gelesen — aber schon davon gehört."

„Was steht denn darin?" frug Peter neugierig.

„Es sollen die Schicksale Frankreich» darin vor- ausgesagt sein."

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* Auf dem 13. Kongreß der kaufmänni­schen Kongregation und der katholischen kanfmännische« Verein- Deutschlands z«

Breslau

hat Graf Ballcstrem bei der Festversammlung im neuen Saale der St. Vmzenzhauser eine sehr bc merkenrwerthe Rede gehalten, die wir in ihrem wesentlichen Theile hier folgen (öff n:

Als ich vor zwei Jahren die Ehre hatte, der General- Versammlung der Katholiken Deutschlands in Trier zu iräftbiren, da sagte ich in meiner Eröffnungsrede, daß bie Garantien, welche in frühem Zeiten den Katholiken Deutschlands geboten waren, in Bezug auf freie Aus­übung ihrer Religion und in Bezug auf ihr katholisches Bekenntniß, gegenwärtig auf Null reduziit seien, und daß eine weitere Einschränkung derselben nur dadurch ihre Be­grenzung finde, daß die Katholiken sich auf allen Gebieten oraaniftrt hätten. Die Organisation böte gewiffermaßen die Garantie, welche früher durch gesetzliche Bestimmungen gegeben waren. In dieser katholischen Organisation nimmt bie des katholischen Kaufmannsstandes eine hervorragende Stelle ein. „

Wir finden im h. Evangelium eine Steve, wo es heißt: Das Himmelreich ist gleich einem Kaufmann, der eine kostbare Perle sucht, und bann heißt es weiter, baß dieser Kaufmann alles, was er besaß, verkaufte, um diese kostbare Perle zu erwerben und mit ihr dann Handel zu treiben. Natürlich muß der Kaufmann so beschaffen sein, wie ihn das Evangelium schildert. Der Kaufmann hat erfahren, es existire eine kostbare Perle, die alles an Werth weit überragt, was es auf der Welt gibt. Er ver­kauft dann alles, was er hat, um diese kostbare Perle erwerben zu können. Wir kennen diese kostbare Perle, es ist die heil, katholische Lehre, die h. katholische Kirche, zu welcher wir gehören. Was sollen Sie thun, um als Kauf­leute die kostbare Perle zu erwerben? Das Evangelium sagt, der Kaufmann solle alles verkaufen, was er hat, um diese Perle zu erwerben, d. h. alles das über Bord werfen, was den katholischen Wahrheiten entgegensteht. Das mag ja schwer fein in unferm Zeitalter, wo so viele dem Glauben und den Glaubenswahrheiten feindselig gegenüberstehen. Allein es wird Niemandem etwas zuge- muthet, was er nicht zu leisten vermöchte. Wenn wir bei jeder Gelegenheit unfern h. Glauben offen bekennen und denselben nie verleugnen, fei es in großer Versammlung, fei es im Parlament oder sonst wo, dann thun wir, was das Evangelium von uns verlangt. Dann wird man die katholischen Kaufleute hochachten in Deutschland, wo wir zur Zeit nicht in der Majorität sind, und in der ganzen Welt; man wird sagen: das sind Männer, welche Prin­zipien haben, für die sie einstehen und sie v-rtheidigen, vor diesen Männern Beugen wir uns. Der Titel unferer Vereinigungen ist in erster Reihe katholisch. Der Katho­lizismus ist das Erste, was wir besitzen muffen. Darum müssen wir als Katholiken zusammenstehen mit allen andern Ständen; wir müffen zusammenstehen in öffent­lichen und in privaten Interessen, bei den Wahlen, die ja in kommunaler wie in staatlicher Beziehung oft stattfinden, wir müssen zusammenstehen als Menschen; ein Katholik

L WrbMe eifiks drotschku Schloffrrsksrük«.

Don F. B.

(3. Fortsetzung.)

Der Kaiser trat neugierig hinzu und frug: „War haben ste gefunden?"

„Majestät mögen fich selbst überzeugen — auf der Abbildung f-hlt, wie zufällig, ein kleiner Bozen in der Verzierung — das ist die Stelle, wo ge­öffnet werden muß."

Napoleon schaute durch das Glas und sagte: „Merkwürdig I Da» wird e» sein. Also weiter!"

Herr Felix hatte lald den kleinen Bogen ge­funden und versuchte, ihn hin und her zu bewegen. Er ließ sich zwar etwa» rücken, aber nicht viel.

„Halt," rief der Kaiser, „sollte da» Stückchen nicht herausgezogen werden müssen? Er wäre ja möglich, daß das durch dar Fehlen derselben im Silbe angedeutet wäre.

In der Thal, nach einigen Anstrengungen ließ fich der Bogen ganz herausziehen, und an dem- felbtn war ein kleine» dreieckige», schlüssllartigc» Stück Eisen befestigt, welche» mit herauikam. Das war nun jedenfalls der Schlüssel, aber wo war da« Schlüsselloch dieser eigenthümlichen Ein­richtung? Auch hier fand fich endlich Rath. Auf