• Der Schah von Persien trifft am 19 August in Miinchen ein und bleibt dort 3 Tage.
WH Ausland. • '
:■ * Ja Wien ist am Montag der Anthropologen- Kongreß zusammengetreten. Derselbe wurde vom Kultusminister Dr. v. Gautsch begrüßt. Das Präsidium übernahm Profeffor Dr. Virchow.
• In Prag ist der kommandirende General des 8. Korps, Feldzeugmeister Freiherr Philippovic von Philippsberg, in Folge eines Schlaganfall- gestorben. Der Verstorbene war der Eroberer Bosnien» und galt als einer der befähigsten Heerführer Oesterreichs. m ,
• Die Sklavenhandel«Konferenz in Brüssel tritt erst in der zweiten Hälfte de» Oktober zu- sammen. , t ,
• Wie aus Paris gemeldet wird, fand am Sonntag in London eine wichtige Berathung statt. Laguerre, Arthur Meyer und Derouläre forderten, da die Existenz des Boulangtsmu« auf dem Spiele stehe, die Rückkehr und persönliche Vertheidigung Boulangers vor dem Parlaments- gerichtshof. Laguerre drohte, andernfalls den Führer zu verlassen. Meyer stellte ein Ultimatam Namen» der Konservativen: entweder Rückkehr oder Verlust der bisherigen Fonds. Auch Turqnet, Raquet und Dillon erklärten, nach der jüngsten Wahlnied.'rlage sei ein außerordentlicher Genie, stretch nöthig. Dar Nichterscheinen sei ein zuge. ständniß der Schuld. Trotzalledem verbleibt Boulanger in London.
* Boulanger hat wieder eine Proklamation an das französische Volk erlaffen, wrl. che» er al« seinen einzigen Richter anerkennt. Die gegen ihn erhobenen Anklagen seien infame Verleumdungen. Bezüglich der Verwendung der Ge- Heimgelder verräth er, daß er die Papiere eines unschwer zu erkennenden Milttärattachär auf eine Nacht habe entwenden und abschreiben und vor Tagesanbruch an ihren gewohnten Platz beim Attaches zurücklegen taffen. So habe er die voll« ständige Liste der Spione diese» Attaches in Frankreich und seine Berichte an seine Regierung bekommen, und war er damals erfahren, habe ihn bestimmt, da« Spiongesetz zu schaffen, da« leider nicht entsprechend angewendet werde. Da« Blatt .Avenier national' habe er gegründet, um unter dem Vorwand, überall Zeitungsberichterstatter zu unterhalten unauffällig Geheimagenten im Auslände anzustellen. Er wollte besonders Leute an der Hand haben, die zu den Sozialisten eine« ge» wissen Landes Beziehungen hatten, deren er sich am Vorabend des Ausbruchs eines Kriege«, aber nur zu diesem Zeitpunkte, bedienen wollte.
• Die Marschälle Canrobert und Mac Mahon sowie General Gallifet haben die Thellnahme an „200 Muschkitirer und 100 pserdt" in da« Stift gekommen, mit ihrem Odristen Gortzemich, „halt ganz einen Bocke! Ruck gehabt, udt uffpar Krücken gehen muffen, man halt ihn müssen Vff pserdt auschrauben, ist so balt in einer Kutzen in« Schloff gehollet wurden, udt auf den abend wiederumb zum gülden Stern geführt wurden" u. s. w. Am Abend aber ist unter diesen wilden Kriegsleuten ein Tumult entstanden, wobei auch ein Korporal durch den Kopf vom Pferd geschaffen wurde, der in Folge dieser Wunde am 5. Juni, auf Bonifatius, gestorben und „den 6. Juni ist uff dem ltben Frauwenberg begraben worbten und die Heren Frantzlßganner ihm entgegen gangen unbt etliche Stifft Herrn und schullern, mit den Burgern zum grab gangen, unbt den 12 tregern ein Verchrung geben worbten."
Sm 10. Mai desselben Jahre« hat man den im Lager gestorbenen Obristen Martan mit etlichen dreißig Reitern in die Stabt gebracht unb ist ihm der gerade hier liegende Obrist Plahr mit allen seinen Offizieren und ungefähr 100 Murketieren entgegen geritten und gegangen, wie auch die Herren im Stift mit dem Fürstabt Johann Bernhard Schenk von Schwenirberg und die Schüler und die Musikanten. Denn e« ist dabei „stattlich" mufizirt und mit allen Glocken geläutet worden, al« sie ihn bi« in da» Jesuit en- flößet beleihet mit den Pferden in die Kirche geführt, woselbst eine Schildwache die Nacht gehalten, bi« man »hn den 12. Mai ^wieder weiter nach seiner Heimath überführt hat.
„Und den 25. Sept. 1631 ist Ihr. F. G.
rem Kriegsgericht, welches über die amtlichen Veruntreuungen Boulangerr urtheilen soll, abge- ehnt. Wahrscheinlich wird nun General Lebran )ett Vorsitz führen.
• Die Italiener haben am Sonntag Asmara, ohne auf Widerstand zu stoßen, besetzt. König Menelik will sich im September zum Negus von Abessynien krönen lassen. Da« ganze Land »efindet sich in seiner Hand.
• Al« am Montag Mittag der russische Kriegsminister Wannowrki den französischen Badeort Plompuiere« verließ, wurde ihm eine militärische Ovation durch da« in Remircmont iationtrte Jägerbataillon zu Theil. Die Offiziere »rächten ein Hoch auf Rußland au«, in welche« »ie versammelte Volksmenge begeistert einfiel. Der russische Minister antwortete mit einem Hoch auf >ie französische Armee und erregte damit natürlich großen Enthusiasmus.
• Die Fabrikstadt Spolane im Territorium Washington ist vollständig vom Feuer zerstört worden. Der Schaden wird auf 15 Mill. Dollars geschätzt. Ql ES
• Der Verlust der englisch-egyptischen Armee beträgt 17 Todte und 131 Verwundete. Die Derwische find vollständig aufgerieben; alle hre Emire bis auf einen find gefallen. Njumi« Leiche wurde in Toski beerdigt. In Toski be- finden sich rund 1000 Gefangene und Verwundete.
Aus Stadt, Provinz und Nachbargebiet.
Fujlda, 7. August.W
* Der Ruratu» zu Hersfeld, Herr Florentius Jüngst ist vom 16. August ab zum Pfarrer von Gersfeld ernannt ^worden. Der seitherige Kaplan in Blankenau Herr Ludwig Krämer ist für Hers selb in Ausficht genommen.
* Anläßlich unserer gestrigen Mittheilung, baß der hochw. Herr Bischof Dr. Klein von Limburg zur Nachkur in Hofheim a. Taunus eingetroffen sei, theilt man uns heute mit, daß der diesjährige Kurgebraüch zu S a l z s ch l i r f nicht ganz den gewünschten Erfolg gehabt habe, und deßhalb dem hohen Herrn noch eine entsprechende Nachkur dringend empfohlen worden sei. Da dieselbe auf 4 Wochen berechnet ist, so dürfte der Limburger Oberhirte verhindert sein, der am 20. ds. Mts. Hierselbst stattfindenden Bischofskonferenz persönlich beizuwohnen.
—* Der vom Bürgerverein angekauste „Non- nengarten" wird zum Aerger der Nachbarschaft und der Vorübergehenden als vollständig herrenloses Gut betrachtet. Man sollte doch den Obstertrag, wenn der Verein nicht auf die Ernte reflektirt, dem Diener schenken, unter der Bedingung, Compagnie Reiter, die er hat taffen werben und eine Compagnie Fußvolk in Vach gelegen und ihr Quartier drin gehabt; und den 25. Sept, morgen» find sie überfallen worden von dem Hessenvolk und find ihr viel darnieder geschossen worden. Der Lieutenant Badtberg ist tobt geschossen worden und sein Bruder der Cornet ist auch geschossen worden und der hat noch einen Tag oder etliche gelebt und ist dann auch gestorben und tobt nach Fulda geführt worden und den 29. auf den Frauenberg begraben worden. Unb ein Corpora!, der Quartiermeister und andere Reuter mehr tobt geblieben, viele Musketiere, uub die Compagnie ganz zertrennt, unb haben bie Hessen bas Cornet auch bekommen. Stab auf beiden Seiten bei 100 Todte geblieben."
Auch ist uns die Nachricht über des Chronisten eigene Bestattung geblieben; von der Hand feines Sohnes findet fich dieselbe als folgender Nachtrag der Chronik: „ m
„Anno 1667 Donnerstag den 4. August Morgens zwischen 6 und 7 Uhr ist mein Vater fei., Gangolf Hartung, Fürstlich Fuldaischer Futterschreiber und Rathsverwandter, auch zur Zett regierender Bürgermeister, seine« Alter» 70 Jahr, in Gott selig entschlafen und den 6. August in die Pfarrkirche allhier recht« vor dem Altar der hl. fünf Wunden, nächst dem Schöpfenstuhl, zur Erde bestattet wor- den. Ist die Sodalttät B. M. V. und St. Annae mit zum Grabe gegangen wie auch Patte« Fran- ciscani. Gott gebe ihm eine fröhliche Auferstehung."
(Schluß folgt.) 3
daß da» Obst, von dem der größte Theil bereit« geplündert ist, schon j tzt abgemacht wird, statt »en Garten tagsüber als Tummelplatz der Kinder und Abends den Strolchen preiszugeben.
* lieber die am 4. d. zu Würzburg abge- jaltene Generalverlammlung des Rhönklubs »ringt die ,Rhön- und Saalpost' nachstehenden Bericht: Mittag» 12 Uhr trat im Saale de» Hutten'schen Garten» die Generalversammlung zu- ammen. Der Präsident des Centtalaurfchusses Herr Dr. Schneider-Fulda begrüßte die zahlreich erschienenen Delegirten, worauf Herr Bürgermeister Hofrath Dr. Steidle Namen» der Stadt die wärmsten Sympathien für den Rhön- lud aussprach. Alsdann erstattete der Präsident »en Jahresbericht, aus dem als besonders er- oähnenswerth die Eröffnung einer weiteren Eisen» »ahn-Theilstcecke in der Rhön hervorzuheben ist. Wegen Anlage einer Station sür die Milseburg bei der Strecke nach Tann haben fich Schwierigkeiten ergeben, indem der Kreis Gersfeld den benöthigten Zufahrtsweg nicht übernehmen will. Et wird beschlossen, eventuell für denselben Mittel de» Rjönklub» zur Verfügung iu stellen. Der Bericht verbreitet fich dann des Weiteren über die im Laufe des Jahres ausgeführten Wege und Touristenroutcn. Die Zahl der Sektionen hat sich um 1, durch den früheren Staatsanwalt Meixner von Schweinfurt, nunmehr in Neuburg a. D., in Neuburg errichtete Sektion vermehrt, so daß dieselbe nunmehr 30 Sektionen mit inrgesammt 2582 Mitgliedern gegen 2571 Mitgliedern im Vorjahre beträgt. Fast alle Sektionen haben auch noch ihrerseits durch Veranstaltung von Versammlungen, Concrrten, Vorträgen, Wegweiser-Aufstellungen eine rege Thätig- kett entwickelt. Vom Centralausfchuß wurden ca. 1700 M. den verschiedenen Sektionen meist zu Wegbauten, Schutzhäusern und Aussichtsthürmen als Zuschuß zur Verfügung gestellt. Die Rechnungsablage ergab ein überkommenes Vermögen von 1296 M.; dazu traten Mitgliederbetträge al« Antheil für die Centralkaffe 2548 M. Die Ausgaben betrugen 1729 Mk. Der Vermögensstand stellte sich Ende Juli 1889 auf 2138 M. Für die nächste Jahresversammlung wurde Mellri ch st a dt bestimmt, als Vorort wurde F u l d a und per Akklamation auf 3 weitere Jahre der bisherige Centralausfchuß wiedergewählt. Bezüglich der Be- sitzesverhältniffe an die Wasser kuppe wurde beschloffen, das Verhältniß des Rhönklub» zu dem Gasthofbesitzer Sorg zu einer definitiven Regelung zu bringen, eventuell das Besttzrecht an diesen gegen eine entsprechende Zahlung abzugeben und mit Durchführung der Sache der Centralausfchuß bevollmächtigt unter Zuziehung einiger Juristen der Vereinssektionen. Da ein Neudruck der Statuten nöthig wird, wird die dem jetzigen Verhältniß (insbesondere Einführung der Kalenderjahr-Rechnung) entsprechende Aenderung gutgeheißen und habet auf Antrag be» Herrn Rechtsanwalt» Dr. Mörschell-Würzburg die möglichste Beseitigung aller entbehrlichen Frembwörter durch deutsche Ausdrücke beschloffen. Nach einer Empfehlung der Zeitschrift für Touristen legt der Vorsitzende einen Plan vor für systematische Wegc-Zeichen-Legung in der hohen Rhön mittelst verschieden bestimmter Farben. Der Delegirte für Brückenau konsta- tirt, daß die Wegebezeichnung in den den Badeort umrahmenden Wäldern zunächst Sache der königl. Staatsbehörden fei;, die Sektion habe aber bie Bezeichnung be»Touristenweges nach dem Kreuzberg sich angelegen fein taffen. Nachbem durch Erheben von den Plätzen da» Gedächtniß de» verdienten verlebten Vorstandes der Sektion Hilders Herrn königl.Amtsfekretär Max Schmitt geehrt worden war, wurde bezüglich der Verwendung der in diesem Jahre den Sektionen zuzuweisenden Cen- tralzuschüfse in einer Gesammthöhe von ca. 1600 Mk. Beschluß gefaßt. Er erhallen danach Bischofsheim 300 Mk., Dermbach 150 Mk., Poppenhausen 200 Mk. (wettere 150 Mk. für da» nächste Jahr vorgesehen), Würzburg 192 Mk. (für bett Aussichtspunkt Reußenberg), Hersfeld Erlaß der Beiträge (für einen Aurstchtsthurm auf dem Höhenberg), Gersfeld Erlaß der Beiträge, Geifa 400 Mk. für einen Aurstchtsthurm auf dem Roggenstuhl Jmit Aussicht auf wettere Zuschüsse und Tann 100 Mk. Nach Bekanntgabe der mehrsach eingegangenen Begrüßungs-Briefe und Telegramme und Vorlage eines von der Sektion Kiffingen ge-