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V 176,

Samstag, den^August.

1889

Fuliiaer

Zitmig

Welche Mühen, welche Anstrengungen hat es dem hochwürdigstcn Herrn gekostet! Wir haben ihn thätig gesehen, wie es beispielsweise in Egeln der Fall war, von 8 Uhr Vormittag« bi« 3'/« Uhr Nachmittag«, aber er schien immer noch uner­müdet. Ec hat es gern gethan. Ein inniges Band der Liebe und der Verehrung ist geschlungen wor­den um die Herzen. D-r hochwürdigste Herr war ganz erstaunt, so große katholische Schaaren zu sehen, und er war stchtlich erfteut über den Elfer, mit welchem fie fich herzudrängten zum h. Sakra­ment der Firmung. Die Katholiken haben cs aber auch verstanden, den Stellvertreter ihres greisen Dlözesanbischof« zu ehren. Es kam einem auf ein- mal in dem protestantischen Sachsen ganz sonder- m>r vor, es wehte eine ganz katholische Luft. Die Begeisterung der Katholiken war eine allgemeine, wohin der Bischof nur kam; und Männern selbst nandcn oft Thränen der Rührung in den Augen, ff ein katholischer Bischof segnend in der Kirche «tnzug hielt nach langen stebenzehn JahrlN. Ja, „°hUuh, ste haben Bischof Joseph liebgewonnen »nd ste werden das in Jugendfrische strahlende »«ge des von Liebe für fie erfüllten 64jährigen "^erhirten nie vergessen.

Mit dem Bischof zusammen haben gearbeitet

Von Erfurt bi« Stendal, durch die drei Re« gierungrbezirke Sachsens und durch'- Anhaltische erstreckte fich die bischöfliche Reise. Rur dar katho- lische Eichsseld, wo im vorigen Jahre der Hildes­heimer Oberhirt gefirmt hatte, wurde nicht be­rührt. Diese« ganze vorhin genannte Gebiet ist im eigentlichen Sinne Diarpora, wenn auch von Klosterzeiten her manche alte Pfarreien herrühren und im Erfurt'schen die Stadt theilweise und einige Dörfer ganz katholisch find. Da« Gebiet enthielt nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 im Magdeburger Bezirke 42,000, im Merse- burger Bezirke 21,000, im Erfurter Bezirke (dar katholische Eichrfeld abgerechnet) 12,000 Katho­liken, also im Ganzen etwa 75,000.

Zu bemerken ist hierbei, daß am 1. Dezember die im Sommer zur Arbeit hierhin eilenden Polen swon wieder in die Heimath zurückgekehlt find. Man hat fich also im Allgemeinen unter den 75,000 Seelen eine seßhafte Bevölkerung zu denken. Run find in der Provinz vom 24. Juni bi» zum 7. Juli und vom 14. bis 31. Juli 18,000 Katholiken gefirmt worden. Ferner sind mehrere Kirchen und eine erhebliche Anzahl von Altären konsekrirt worden. Mit Dank gegen Gott, aber auch mit Dank gegen Bischof Joseph sind die sächsischen Katholiken erfüllt, daß 18,000 Seelen unter dar Banner Jesu Christi neu ge- schaart sind.

P^d'gt, 11 Uhr hl. Messe, 11 und 1'/, Uhr Christen, lehre, 3 Uhr Todesangstbruderschaft, -/z8 Uhr Rosenkran,- andacht. — RichaelSberg. 10 Uhr Gottesdienst. — HoSpitalSkrrche. 8U.Gottesdienst, 5 U.Abendandacht. ^Ir-uenberg. 5, 6 v. 6V, Uhr hl. Messen, 8 Uhr Hochamt. Nachm. 1 Uhr Stationen, darauf Predigt und Ordensversammlung.

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lin Absatz fanden. Die schweizerischen Produzenten suchen srch mtt der Annahme zu trösten, daß dem deutschen Pro­dukte stets das feine Aroma fehlen wird, das die Schwei, zer Alpenkräuter dem echten verleihen. Fetter Käse wurde mrt Frs. 1.40-2.10, magerer mit 90 bis Fcs. 1.20 per kg gezahlt.

ro.* ®'e --derl. Milchzeitung" schreibt von einer neuen -n?r^^?"l"vrrungsmethode, die ermöglichen soll, Milch auf größere Entfernungen zu transportiren, so daß also auch die von den Großstädten entfernter gelegenen M'lchwrrthschaften m Stand gesetzt sind, ihre Milch in snschem Zustande zur Stadt zu bringm. Das Verfahren Ingenieur Namens Guerin erfunden und besteht dann, die Milch bei einem gewissen Kältegrad zum Gefrieren zu bringen und soll di- Milch durch dieses Berfahren eine unbegränzte Konservirung und Transport- fahigkeit erhalten." Die Erfindung ist seitens der franzö­sischen Agnkulturgesellschaft geprüft und für gut befunden worden, die genannte Gesellschaft zeichnete den Erfinder mit der goldenen Medaille aus.

* Die Fabrikation von sogenanntem Emmen t Hal er Käse mmmt nach dem neuesten Bericht eines österreichi­schen Consuls eine große Ausdehnung in—Ostpreußen. Die Bauern bringen daselbst große Opfer, um diesen In­dustriezweig einzuführen; gute Schweizer Käser (Sennen)

I --krau«-» wir »Ich, nur Selb und auch rnr.««rfS™M-!.rb S*“ b e s«l. nicht nur da« andächtige Gebet, smb-rn vor Allem sorgsarbeiten viel zu wenige, zu wenig für die opferwillige Priester $ rieftet hie ml? her w ote Polen. Man macht sich in katholischen Gegen« E» ist darum die bockverhienftliisi- grnf^e her »"ää-äs ff»

?rt' ?6h p0nf9e ru Priestern geweiht, die Katholiken der Diaspora

Vermischtes.

Literarisches.

, deutscher Haus sch atz in Wort und Bild. Größtes katholisches Unterhaltungsblatt. 15. Jahrgang 1889. Wochennummerausgabe Quartal IM80 Pfg. Heftausgabe .Sad 151 Heft des „Deutschen Haus sch atz bringt eine ausgezeichnete Humoreske des berühmten.amerikanischen Schriftstellers William Ho- ®e.It: »®'"e wahrscheinliche Geschichte,- welche auf die Lachmuskeln der Leser einen unwiderstehlichen Reiz aus- üben wird. Karl May's Reiseroman: „Der Scout" stnd-t spannende Fortsetzung. An unterhaltenden und belehrenden Artikeln, die theilweise brillant illustrirt sind, "Heft so reich wie das vorliegende. Dr. O. Hein- nchS gibt in Fonquier-Tinville und Anton Saint - Just zwei wettere Porträts französischer Revolutionsmänner. Ausgezeichnet sind dii Schilderungen und Erlebnisse aus Constantmopel von Karl Kollbach. Der geistliche Rath Dr. Schenz bringt eine Charakteristik CalderonS und K. Th. Zmgeler eine höchst anziehende Plauderei über d,e mittelalterliche Rechtssttte des „Einlager". Wetter erwähnen wir die Artikel: „Musikalische Capriolen" von Morrtz Lilie, „Wieder mehr Licht" von Dr. M. Höhler, den Attikel über den Apostel der Aussätzigen P. Dam,en und A. Das Heft bietet über 20 ge« chmackvolle Jllustrattonen, worunter eine große Uebersicht der Pariser Weltausstellung. Besonders heben wir noch hervor, daß das Heft auch ein Gedicht von F. W. Weber als AutvMaph enthält. Abonnements nehmen alle Buch­handlungen, sammtliche Postanstalten und die Verlagshand- lung entgegen.__

in -re» Ster ziae- Aal werpe,.

Der Postdampfer „Noordland" der ,Red Star ,laut Telegramm am 31. Juli wohlbehalten in New.York angekommen.

Der Postdampfer „Nederland" der ,Red Star u"e„Antwerpen ist laut Telegramm am 31. Juli wohlbehalten in Philadelphia angekommen.

Gottesdienst-Ordunug i« gnlba.

Sonntag, 4. August.

tvJfcnmT 5i-£' V» U®r Neffen, um 9 Uhr E Predigt und Umgang, um 4 Uhr Pfarrbruder- schast, um 7 Uhr Andacht in der Marienkapelle. — Stadt-

»ns°r°te: D.e einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pfg., bei Wiederholungen entsprecht Rabatt ^

deftm» 3000 (die Zahl ist noch zu gering ange« geben) polnische Beichtkinder in einem Monate ge­habt hat. Der Klerus Sachsens ist diesem Herrn zum größten Danke verpflichtet. Solche Berliner » ffZW, äftj । Polen ganz abgerechnet, kommen in der sächsischen Jahre bereits nahe an 50,000 Gentner, die meisNn B-r" Diaspora 1150-1200 Gläubige auf einen Priester, n" ------ ■ ' ' -

d. h. 100-200 mehr al« auf dem Eichsfelde und im westfälischen Antheil der Paderborner Diözese, nur einige Städte der westfälischen Mark ausge­nommen. Daß das aber für die Diaspora eine Seelenzahl ist, die die Einzelseelsorge fast unmög« lich macht, sieht Jeder ein. Zudem liegt die Leit- M der sozial-religiösen Vereine fast au«schließ- lich dem Klerus ob, weil geeignete Laien für diese schwierige Aufgabe an den meisten Orten fehlen. So haben wir denn noch dieser Tage in Staß- furt den tieftraurigen Fall erlebt, daß der dortige unermüdliche Pfarrer Ernst Krekeler nach lange l vorher gefühlter Ermattung, aber nach nur wenigen Krankheitstagen, an demselben Sonntag den 28. Juli starb, an welchem der hochwürdigste Herr Bischof Abend« seinen Einzug in die neu erbaute große Kirche zu halten gedachte. 2500 Seelen trauern in großer Betrüdniß, am Sarge ihre» Pfarrers, der vor vier Jahren erst zu ihnen ge- um 7,

der großen Arbeitslast diesen edlen erst 38jährigen m,t m " " 1 --- --- - ■-

Priester aufzureiben. Gott allein kann die Thränen zählen, welche Priester und Laien in Staßfur t vergossen haben, al» am anderen Tage, Montag Morgens, Bischof Joseph seinen stillen Einzug in die neue Kirche hielt und in einer ergreifenden Ansprache das arme versammelte Volk tröstete. Hier hat nicht nur die Freude über die heilige Firmung, sondern mehr noch der herbste Schmerz die Herzen fest aneinander geschlossen.

Mit dem 31. Juli wurde in Köchen der Schluß mit der Spendung der hl. Firmung gemacht. Von dort begibt stch der hochwürdigste Bischof wieder nach Fulda zurück. Wir sind überzeugt und er selbst hat cs mehr als einmal ausgesprochen, daß er der sächsischen Diaspora ein liebende», warmes Andenken bewahren wird. Die Katholiken Sachsens werden Zeit ihrer Leben» für die ihnen zu Theil gewordcnm Gnaden dankbar siin den hochwürdigssen Bischöfen Franz Kaspar von Puder- dorn und Joseph von Fulda.

Eine» aber ist durch die Firmung»reise der hochwürdigsten Henn Bischofs den Katholiken ganz Deutschland« gezeigt worden. Die Millionen, welche fie in mehr al« 40 Jahren für den Bonifatius-Verein geopfert haben, find nicht ver- loren gewesen. Was davon für die sächsische Diarpora verwandt worden ist, hat reiche Früchte getragen. Der Zweck der Bonifatiur-Vereinr, die in protestantischen Gegenden zerstreut wohnenden Katholiken zü kräftig aufblühenden Gemeinden zu sammeln, ist zum großen Theil in der Provinz Sachsen verwirklicht, er ist an vielen Punkten, z. B. in Eirleben, Helbra, Oschersleben, Staßfurt, glänzend erreicht worden. Um aber die Katholiken Sachsen- treu zur Kirche zu halten, Deutsche so gut wie

Zweites Blatt.

Bischof Dr. Joseph Weyland in der sächsischen Diaspora.

In der großen Welt ist die Firmungsreise des hochwürdtgsten Oberhirten von Fulda zuerst bekannt geworden durch unsere „guten Freunde" vom „Evangelischen Bunde", die in der ,Saale-Ztg.' ihrem bedrückten Herzen Luft machten. Dies, Art von Angriff fordert die katholischen Zeitungen ge- radezu heraus, nun erst recht über die oberhirt« liche Thätigkeit Bischof Joseph'« in der Provinz Sachsen zu berichten. Dabei liegt e« durchaus nicht in der Abficht, die einzelnen Pontifikalhand- lungen sowie die mehr oder minder sich wieder« holenden Festlichkciten an den jeweiligen Firmung«, stationen aufzuzählen, e« soll vielmehr den Lesern ein anschauliche« Bild gegeben werden über den jetzigen Stand der Entwickelung de« Katholizismus in der sächsischen Pro­vinz.