Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

1889

Freitag, den 2. August,

JV 175

Zeitnnz

fiilhntr

Klein-Wiesche«.

Novelle von I. v. Dirkink.

(15. Fortsetzung.)

Luzie hatte Mühe, sich aufrecht zu erhalten, also kein Jcrthum, grausame Wahrheit wir es.' Gestorben war er? Wann? Vielleicht j tzt, oder - ein Blitzstrahl jähen Argwohn« zuckte durch ihren Gust — wenn er von Wieschen — erstickt wäre? — O, Gott! — Nein, nein! c« konnte, durste nicht wahr sein.

„Erzähle, war weißt Du?!" heischte sie tonlos, ihre Glieder flogen. Karl sah e»; Luzien'» v-r> störte« Wesen flößte ihm Mitleid ein.

„Ich komme soebm von der Frau Klewe«. Mein Weg führte mich auf der Heimkehr von Dütting'« da vorbei, und dort habe ich Wieschen in einem erschrecklichen Zustande, der an Wahnsinn arevzt, angetroffen. Am Christurlnld vo: dem Opfer- flock har man sie halb erstarrt und leblos gefun- den. Der Anblick bi« Kruzifixe« tot dar arme Kmd noch rechtzeitig zur Besinnung gebracht und sie von einer entfitzlichen That, dem Selbstmord, zurückgehatten. Sofort hat der junge Klewer, der

der

Hivi. General-Versammlung

der

Katholiken Deutschlands

zu

Bochum i. Wests.

vom 25. bi« 29. August 1889.

Sonntag, den 25. August: Empfang der Aäfte bei «ukunst der vahnzSge. Abends 8'/, Uhr: Begrüßungsfeier auf dem Schutztuhofe.

Montag, de« 26. August, Morgm8 8 Uhr . Feier- liches Hochamt in der Propsteikirche. Morgens 91/, Uhr: I. Geschloffene Geueral-Versammluug im Stadttheatersaale. Morgens 11 Uhr: Gene- ralversammlung einzelner kathol. Vereine. Nachmittags 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse. 5 Uhr: I Oeffentliche Generalversammlung aus dem Schützenhose. Abends 8 Uhr: Kestver- sammlung der katholischen Arbeitervereine.

Dienstag, de« 27. August, Morgen» 8 Uhr: Feier­liches Requiem für die verstorbenen Mitglieder der bisherigen General«Versammlungen in der St. Marienkirche. 9 Uhr: Sitzungen der Aus­schüsse. 11 Uhr: II. Geschlossene Generalver­sammlung im Stadttheatersaale. Nachmittags 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse. 5 Uhr: II. Oeffentliche Generalversammlung auf dem Schützenhofe. Abends 9 Uhr: Festkommerse der kathol. Studenten-Verbindunge« und -vereine in ihren Kestlokale«.

Mittwoch, den 28. August, Morgen- 8 Uhr: Feier­liches Hochamt nach der Meinung des hl. Vaters in der Klosterkirche. 9>/,U»r: SitzUNgeu der Ausschüsse. 11 Uhr: III. Geschlossene General­versammlung im Stadttheatersaale. Nachmit- tags 2'/, Uhr: Sitzungen der Ausschüsse. 4 Uhr: III, Oeffentliche Generalversammlung ans dem .Schützenhofe. Nach derselben: Gartenfest im Stadtpark. ____________

Donnerstag, den 29. August, Morgens 7 Uhr: Heilt,- Meffe« in der Intention de« BomfatnlS-Berems. 8 Uhr: IV. Geschloffene Generalversammlung auf dem Schützeuhofe. 10*/» Ubr: lV. Oeffent­liche Generalversammlnng anf de« Schützen- Hofe. Nachmittags 2 Uhr: Festmahl.

Während der General-Versammlung tagen: Der .Palästina-Verein", der „Katholische Juristenverein*, di« „Vinzenz-Vereine", der „Akademische Bomfatms-Vernn , der „Afrika-Verein", der Verband „Arbeiterwohl, der .Kartellverband der kathol. deutschen Studentenverbind­ungen und die Unitascötm", der „Raphael-Verein" und die „Kaufmännischen Vereine". Zeit und Ort dieser Ver-

DeutscheS Reich.

Ser lin , 1. August.

• Da» Spezialgesetz gegen staatsgefähr- ltche Umtriebe, welches dem Bundesrathe im Frühjahr vorgelegen hat und streng geheim ge­halten wurde, foll vollständig preisgegeben werden. Begründet wird dieser Entschluß damit, daß die Verfertiger de« Entwürfe« fich überzeugt hätten, eine weitgehende Vollmacht zur Beschränkung der Preßfreiheit wäre nur gegen sehr erheblichen Widerspruch im Bundesrathe durchzusetzen. Danach würde auch die Versammlungsfreiheit wieder eine größere sein. Nur bei Gefahr äußerer Ruheüörungen dürfte der Behörde eine Eingriffs- befugniß zustehen, und diese Fälle könnten fest de- stimmt werden. Sicher sei, daß im Reichstage nicht auf eine Mehrheit für neue und dauernde Formen der Abwchrgesetzgebung zu rechnen wäre, wenn nicht die starken Rechtsbeschränkungen des s. Z. dem Bundesrath vorgelegten Entwurfes er­heblich gemildert würden. Bei der Anwesenheit de« Reichskanzler« im August zu Berlin dürfte die Sache geregelt werden. Auch die Steuer­reform-Frage, so wird vermuthet, würde dann ihre Entscheidung finden.

• Der Reichskanzler Fürst v. Bismarck wird Freitag oder Samstag nächster Woche von Varzin in Berlin erwartet.

• Der Afcikareisende Lieutenant Tappenbeck ist in Kamerun am Fieber gestorben. Hauptmann Kund hat daher seine Kur in Gastein unterbrochen und null bereit« heute mit dem fälligen Woermann- Dampfer nach Kamerun abreise».

• Nach amtlicher Mittheilung ist in Paisern (Polen) an der preußisch-polnischen Grenze die Rinderpest aurgebrochen. Die Posener R.gier- ungrbehörden haben Vorstchtsmaßregeln getroffen.

• Nach Mittheilung des .Bayreuther Tagebl? triffen der Kaiser und die Kaiserin, sowie der Prinzregent Luitpold von Bayern am 15. August in Bayreuth ein. Der Aufenthalt dc» Kaiser­paare« dortselbst soll 4 Tage dauern. Am 17. August findet Parade über die in Bayreuth gar- nisonirenden Regimenter statt.

• Die Rede, mit welcher der Ehrenpräsident de« 7. deutschen Turnfeste«, Prinz Ludwig von Bayern, da« Fest eröffnete, hat, wie au« München gemeldet wird, die volle Billigung de« Prinz­regenten gefunden.

• Neuburg, a. d. Donau, 1. Aug. Heute

— da trat ein Mann au» dem Gebüsche, wo der Weg nach Dütting'» Hof abzweigte — e« war der junge Klewe«.

„Siehe da, die Beiden im geheimen Zwiege­spräch!" rief er spötttfch, den Kopf wiegend. „Wie schnell doch die Meinung der Leute «mschlägt! berichtete er mtt offenbarer G-nugthuung. „Jetzt glault man, e« wäre der Prinzessin Luzie ganz recht, daß ihr der Thronerbe Platz gemacht hat; und sie wäre wohl nicht umsonst bei Nacht und Nebel au» dem Hause geflohen."

„Am Ende heißt man mich gar eine Mörderin? ränge« sich heiser au« der Kehle de« unglückseligen Mädchen»; wie mtt Blut üdergoffen schnellte fie emRlewee zog erst die eine, dann die andere Schul- ter in die Höhe, schnippte auf den geringschätzigen Blick der jungen Dame mit den Fingern in die Luft und schritt laut pfeifend von Dannen.

Karl starrte düster vor fich hin. Worüber mochte er wohl nachfinnen? Luzie fchauderte in dem Gr- danken, daß er sie der geringsten Schuld an dem Tode des Bruders bezichtigen könnte. Und doch, wenn sie es recht bedachte, trug sie nicht wirklich

Di, .w* je*

sammlungen werden durch das .Tageblatt' und in den Generalversammlungen bekannt gegeben.

Bei Gelegenheit der General-Versammlung findet in der „Tonhalle" (Bongardfiraße) eine

Allsstrüllllg =253

für christliche Knust nutz KousthautzwerK statt.. Dieselbe wird am Sonntag, den 18. August, eröffnet. Die Ausstellung ist während der Dauer der Versammlung geöffnet von Morgens 9 Uhr bis Abend 6 Uhr; in der Woche vom 18. bis 25. August von Morgens 10V« Uhr bis Abends 5 Uhr. Karten ,um einmaligen Besuch L 50 Pfennig werden im Ausstellungsgebäude ausgegeben.

Bemerkungen.

1. DaS Haupt-AnmeldungS-Wohnungs- und Auskunfts­bureau befindet fich im Haus« der Gesellschaft „Verein", Wilhelmstr. 9, tm Erdgeschoß rechts, und ist am Sams­tag, den 24. August, von Mittags 12 Uhr, am Sonntag und an den folgenden Tagen von 9 Uhr ab geöffnet. Ein Zweigbureau ist am Eingänge des Schützenhofes ein­gerichtet. Das WohnungSbureau befindet fich aus­schließlich im Hause der Gesellschaft „Verein".

2. Die Mitgliederkart« zu 7 Mark 50 Pfg., berechtigt junt freien Eintritt in sämmtliche Versammlun­gen, Sitzungen und Unterhaltungen, ,um beliebigen Be­such der Kunstausstellung, zur Lösung einer Festmahlskarte und zum kostenfreien Bezug de« stenographischen Berichts über die Generalversammlungen. — Ak ad e mi ker er­halten diese Karte bei Verzicht auf den stenographischen Bericht für den halben Preis.

3. Th-ilnehmerkarten ü 5 Mark — die auch für Damen ausgestellt werden — berechtigen zum Besuche der öffentlichen Generalversammlungen, der Abmdunter­haltungen in der Festhall-, deS Gartenfestes, sowie zum beliebigen Besuch der Kunstausstellung. Für bie Damen sind auf dem Schützenhofe Plätze auf der Tribüne über dem Haupteingange und im Saale rechts vom Hauptein­gange reservirt. "

4. Einzelkarten zum Besuch bet öffentlichen Gene­ralversammlungen werden zum Preis« von 1 Mark aus­gegeben, Karten zum Besuch deS Begrüßungsabends ä 1 Mark und zum Besuch deS Gartenfestes zu 50 Pfg. (Letztere Karten werdm auch am Eingänge des Stadt- varks verkauft.)

5. Die Fest mahl! arte (nur für Mitglieder) kostet 4 Mark und muß spätestens bis Dienstag, den 27. d. M., Mittags, gelöst werden.

6. Anmeldungen werden schon jetzt erbeten an dm Kaufmann Herrn Wilhelm Löchtermann hier, WohnungSgesuche an den Kaufmann Herrn Bernhard Laarmann hier. Bei allen Anmelvungm wolle man «in« Bisitekarte mit genauer Bezeichnung von Bor- und Zunamen, Stand und Wohnort abgeben.

7. Inserate für da» .Tageblatt' der Gmeralver- sammlung (Preis 20 Pfg. für die Sspaltige Kolonelzeile) werdm von der Märkischen Bereinsdmckerei hier mtgege n- genommen.

Bochum, 1. August 1889.

Das LokalkomitLr

I. ».: Köster«, Propst.

die Aermste auf einem Gange in’« Dorf entdeckte, in fein Hau« geschleppt. Rach und nach erst haben wir ihr da« Geständniß entlockt, daß man den kleinen Erben tobt bei ihr im Bette gefunden habe. E« ist ein wahrer Jammer, wie da» arme Mädchen aussieht." „ „ ,

Karl hatte das Alle» in einer fieberhaften Auf- regung hervorgesprudelt und Luzie nicht au» den Augen gelassen; ihre Verstörung rührte ihn. „Wo­her kommst Du in aller Gottesfrühe, Luzie?" fragte er fir scharf fixirend. Plötz ich sank fie auf den Boden nieder uno lehnte da wie ein Stein­bild. Sollte fie ihm Alle» offenbaren, ihr Herz vor ihm ausfchütten und e« von jedem Druck be­freien. Konnte sie ihn nicht um Schutz vor ihrem Vater ar flehen? Diente nicht ihr offenes Bekennt- niß dazu, Wieschen» Unschuld an den Tag zu bringen? Ja, ja, sie m ßte, wollte Alle«, All:« gestehen. Langsam ließ fie ihre Hände von ihrem Antlitz gleiten; e» erschien in diesem Momente rührend, fchöa vor R.ue und Demuth, während der Entschluß ihn« rechtschaffenen Herz°n» in ihren Augen auszuleuchten begann. Schon hatte Luzie das Wort zu ihrer Hrzmrbeichte auf dec Zunge