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JM 158.

Samstag, den' 13. Juli.

1888

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seine Zuhörer nicht

den Bildern" "Auwohnen; die Aufführung diestr

bringen

zu Würzburg wegen seiner hohen Verdienste auf bcm Gebiete der Kanzelberedsamkeit zum Ehren­doktor der Theologie ernannte Hochwürdigste Herr Bischof von Speyer, Georg Joseph von Ehrler. Obwohl wir bereit« vor beiläufig 25 —28 Jahren die Ehre hatten, den nunmehrigen Hochw. Herrn Bischof zu Speyer kennen zu lernen, indem wir b.ide zu jener Zeit, al« derselbe vor seiner Be­rufung auf die Domkanzel zu München die Pre­digerstelle zu Kitzingen bekleidete, Nachbargeistltche waren, so hatten wir doch bi» jetzt noch nie das Glück gehabt, denselben predigen zu hören und waren daher auf die Festpredigt der Hochwürdigsten Herrn selbstverständlich im hohen Grade gespannt. In der That ist sein großer Ruf al« Kanzel­redner wohl begründet. Mit einem äußerst ge­fälligem wohlklingendem Organe verbindet er im Kanzelvortrage die eine« Bischof« würdige Ruhe, so daß bei aller Lebhaftigkeit seine« Vortrages und der hohen Begeisterung, die aus ihm sprach, nicht die geringste Ueberstürzung stattgefunden hat; in seiner länger als ^stündigen Predigt ist ihm nicht auch ein einziger Satzbau mißlungen; ja es ist uns nicht einmal ein einzige» Wort erinnerlich, da» von ihm mehr oder weniger unverständlich und korrumpirt gesprochen worden wäre. Er glaube, sagte der hohe Redner, dem katholischen Frankenvolke zur Bewährung seine« Danke» für

der hl. Kilian im Frankenlande gewesen sei, der sündigen, in Sachen des ewigen Heile« unwiffenden, gnadebedürftigen Menschheit Licht und Leben gebracht habe, welche beide Gedanken sodann zur weiteren Ausführung gelangten. Dieses von Kllian erhaltene Erb- das Würzburg« Bischöfe mit unbe- fieglicher Standhaftigkeit und gewiffenhaftester Treue von Geschlecht zu Geschlecht übermittelt hätten, zu erhalten und ebenso unversehrt den Nachkommen zu überliefern, sei die Pflicht aller Stände des christlichen Frankenlander, hauptsächlich der Priester, der Eltern und auch aller jener, welche zum Unter­richte der Jugend an hohen und niederen Schulen berufen seien. Da lege fich nun Jedem die Frage nahe, ob er bi« jetzt gewiffenhaft und nach Kräften da« Erbe des hl. Kllian zu erhalten und unver­sehrt der Nachwelt zu überliefern bestrebt gewesen sei; diese Fragen hätten fich zu stellen die Geistlichen, die Väter und Mütter, hauptsächlich auch jene Männer der Wissenschaft, welche von den Katheder» der Hochschule herab die wissen-durstige Jugend in die verschiedenen Zweige des menschlichen Wissen« einzuführen hätten; letztere hätten fich vor Allem zu fragen, ob ste nicht vielleicht mit ihrer angeb­lichen Wissenschaft in Zwiespalt mit den Wahr­heiten de« Christenthum« gekommen seien. — Der Redner schloß mit einer herrlichen Apo­strophe an die im Chore der Domkirche in dem schon erwähnten vergoldeten Gehäuse ausgestellten Häupter der drei hl. Glaubensboten und Mär­tyrer und mit einer eindringlichen Mahnung an

Mit Recht hatte da« .Fränk. Volksbl.' alle aus- wärtigen Besucher de» Jubiläumsfestes aufzefor- dert es ja nicht zu versäumen, der im Stadt- oerr, e» i» e > ^»«^-nden Aus-

D1,,e „„„ ______ —. fortschreitenden

Verlauf der Wirksamkeit de» heil. Kllian und '_ — • r'w ____< (AHtmt inTPiTi

die anwesenden Gläubigen zum heißen Gebet- bischof und für Erhaltung de» ChrPenHüm« tm

insbesondere in der Führung eine» chrWtuym Bischöfe und Abgeordnete

Familienleben» bewähren da» fich auf Glaube durch ihre

tmb Religion aufbaue, und vorzugsweise in christ- au-> d n. Domkapttetn

sicher Kinderzucht sich äußern soll, wodurch dann in Würzbug 1 Begeisterung sich nicht Hill und Segen auf bie ganze menschliche Gesell- Redner vom Strome seiner W ba4

gießen Ä%T ÄS’ Ö«® BnTwürteVe P«d"t ^gewN--" «ach- ÄÄÄÄ iaeWr“ E

bem M d« hach-dttllch-n I ’"«• =»-*. da- .

öfter« sichtlichen Aufgebote aller v-r iigbaren K ast^ bxef jauffgunö J an lebenden

Der Redner knüpfte an pne zwei Mllth-ttunM bUfe Auf-

alter Chroniken an, daß der hl. Burkard, de ^welche über zwei Stunden dauerte, mit

Seiten Spa- I erste Bischof von Würzburg, al« er von seiner süh AL ®fte^eMebigUrtg verließen. E« bringen t. »dbUfer bofcen Ä eftn biefe Bllder den fortschreitenden

iden auch die Häupter der drei hl. Bischofsfiadt, mit dem Gedanken beschäftigt,^an M^ey^ Wirksamkeit de, heil. Kllian und *~.~VW„***-.ä* S’Ä'Ä. „yuAtante a-at. S

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Anblick ihm die Vermuthung nahegelegt habe, daß Mer ^ano-rmrora^ Auffindung

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heil. Frankenapostel ein Brünvchen entsprungen wesm seim Endliche

sei, heutzutage noch der Kllianrbrunuen gena , Beleuchtung am Sonntag, die zur außerkrrchlichen

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die Segnungen der Ehristenthums, welche ihm

.. . _ . _ , durch den hl. Kilian und seine Gefährten zu Theil

der Nähe befindlichen Gebäude im rot htz.?, Heuer; geworden seien, die Worte zurufen zu sollen, die in der zweiten Abt^^.dar.K^zle im grü- einst Josue dem Volke Israel zuaerufen habe: neu und , L e?,ßu7a rotben Du sollst dem Henn deinem Golf ordnen, uuu

f?«t: C/ÄÄ b«.■ tag alle eine Sebate hallen,- Dl-,--Dani falle sich bet ,Ä ‘b S fe,m3 Wbefonbere in bet gütang etaee «tiMch» SVirÄuÄ“ feg“ Mt-ich- -J— da- M auf «°"b- v Veten, dazu kamen Frösche, Schwärmer, Sterne | -Ä'nd Goldregen. Die auf der Brücke und dem lange fich hinstreckenden Mainquai zahlreich an­wesende Bevölkerung gab ihrem Beifall über bie gelungene Beleuchtung durch fortgesetzte Rufe der Bewunderung Ausdruck. , ....

Am Montag dem achten Juli, dem eigentlichen Gedächtnißtage des hl. Kilian, rasselten vom frü- hen Morgen an alle Straßen der Stadt von den zahlreichen Fuhrwerken, welche die Bevöckerung der um Würzburg im Umkreis von 3, 4, 5 bi» 6

Menschenmass.n, die während der vom Dome nach der Kiliansgruft und von dort nach ertheilten sakcamentalifchen Segen um den sogenannten siet, neu Stock gesührten, und hieraus in den Dom zurückziehenden Prozession auf beiden Serien Spa­lier bildeten, auf 25,000 Köpfe schätzt Prozession wurden auch die Häupter der drei HI Märtyrer in c»..»— —D--------. •. • •,

das Evangelienbuch des heil. Kllian auf rothem Sammetkissen mitgetragen. Der Predigt und dem i roain Gellana 'einen Pferdestall hatte bauen Ponl sikalamle am Manlag- °M<i»I S0M Li. auill ia-n i-hin. w<I4«t

Menschen beigewohnt haben; mehr vermag der i Dom nicht zu fassen; Tausende bemühten sich ver- geblich in denselben zu gelangen. Vor Beginn der Feierlichkeiten im Dom fand in allen Kirchen der Stadt zahlreicher Empfang der hl. Sakramente statt; in keiner Kirche vermochten die vorhandenen Beichtväter dem Andrange der Gläubigen zu gc- nüaen. Bei der erwähnten Proz sswn zur Kilian« 1 grust und um den kleinen Stock trug der Hoch- würdigste Bischof von Würzburg selbst da» Aller- betliaste, sowie er auch da«

Pontifikalamt feierte; die hohe Festpredigt am I Montane dem hauptsächlichsten Jubiläumstage, Chroniken »St ton St fetolagiW« Sa.uMl । ataebtn. I

Zweites Blatt.

ä Zur Kiliansfeier in Würzburg.

Das war eine Jubelfeier, wie sie dem Gedächt- niß des vor 1200 Jahren erfolgten Marlyrtodes des hl. Rhön- und Frankenapostels Kilian, sowie der eben so altehrwürdigen als prachtvollen Bi­schofsstadt Wümburg angemessen war. Wegen Abhaltung des sonntägigen Gottesdienstes gehindert, schon beim Beginn bet Feier am Sonntag Mor­gen in Würzburg gegenwärtig zu sein, trafen wir bei unserer Ankunft am Abend die ganze Stadt in festlichster Stimmung und im festlichsten Schmucke. Selbst in den entlegensten Gassen und Gäßchen waren die Häuser mit Guirlanden, Wimpeln und Fähnchen geschmückt; die wenigen Häuser, welche des Schmuckes entbehrten, hätte man leicht an den Fingern abzählen können. Der Korso der Radfahrer und das Fischerstechen auf dem Maine waren bereits vorüber; aber wir hatten noch das Glück, die wahrhaft zauberische Beleuch­tung der Festung, des Käpplle, der Mainbrücke und der anliegenden Gebäulichkeiten fammt um­gebenden Baumgruppen niitanzufehen. Die Be­leuchtung erfolgte in zwei Abtheilungen, deren jede mit drei Kanonenschlägen eingeleitet wurde. In der ersten Abtheilung erschien die Festung mit den Baumgruppen auf der Teraffe im grünen, da» Käppele, das Vorwerk der Festung und bie.-fo