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katholischen Glauben ausrotten wollten. Ehren, mit be**en man den Papst »u umgeben behauptete, verwandelten sich in Beleidigungen, man wolle Rom zur Hauptstadt der Gottlosigkeit machen und ganz besonder« die italie­nische Regierung fördere den Krieg gegen dasPontifikat durchdie Erregung feindlicher L eidenschaften und eS sei zu besorgen, daß die Lei­denschaften nicht immer in gewisse Schranken eingedSmmt werden könnten. Trotz seines hohen Alters werde er den Kampf fortsetzen und ermahne vor Allem bett italienischen Episkopat, in bet Vertheidigung des Glaubens fortzufah­ren, daS Volk über diese Thatsachen aufzuklären. Die Römer mögen der Große Roms während seiner kirchlichen Xera gedenken und in der Anhänglichkeit an den päpst­lichen Stuhl beharren.

Wie die ,Frkf. Ztg/ weiter meldet, soll die Nachricht, der Papst beabsichtige, eventuell seine Residenz in S p a n i e n zu nehmen, vom spanischen Botschafter beim Vatikan offiziell nach Madrid gemeldet und von der gesammten Presie Spanien- sympathisch ausgenommen worden sein. Oi indeflen vorstehende Meldungen in allen Thetlen auf Wahr- hett beruhen, muß vorläufig noch dahin gestellt bleiben. Diese ernstenWortedürften von den mo­narchischen Regierungen, soweit diese noch mit konservativem Bewußtsein regieren und ihre Freunde von ihren Feinden zu unterscheiden wiflm, wohl zu erwägen sein.

• Aus der Mitte der in Berlin studirenden Russen geht der ,Vosi. Ztg.' die Meldung zu, am Sonntag den 23. Juni seien bei 8 russischen Studirenden der technischen Hochschule Haus­suchungen vorgenommen, gleichzeitig sei einer der­selben verhaftet worden. Vor etwa einem Monat sei ein ähnlicher Fall vorgekommen und zwei russische Studirende an der Universität nach statt­gehabten Haussuchungen in Haft genommen worden.

* Eine Anzahl von Zeitungen hatte in den letzten Tagen über die Haltung eines russischen Stabsrittmeisters vom Dragoner-Regiment Rischni-Nowgorod bei den Festlichkeiten in Stutt­gart gelettartikelt: Der junge Offizier sollte er abgelehnt haben in ein auf die deutsche Armee ausgebrachte« Hoch einzustimmen, und zwar mit der Mottvirung, er kenne keine deutsche, sondern nur eine württembergische Armee. Das König!, württembergische Generalkommando erklärt jetzt in aller Form, daß der erwähnte Vorfall überhaupt nicht statlgefunsen habe und daß sich die russischen Offiziere bet Trtnksprüchen aller Art gleich allen Anwesenden betheiligt hätten.

* In dem Prozeß gegen die Armeelieferanten Wollank und Hagemann ist heute da» Ur« theil gefällt worden. Hagemann wurde in 19 und Wollank in 12 Fällen der Beamtenbestechung für überführt erachtet und demgemäß ersterer mit fünf Jahren Gefängniß und fünf Jahren Ehrver­lust, letzterer mit 1^/z Jahren Gefängniß bestraft. Jedem Angeklagten find neun Monate durch die erlittene Untersuchungshaft abzurechnen. Hage- mann wurde wegen der Höhe der Strafe sofort in das Gefängniß abgeführt.

Ausland-

* In den Ausschüssen der österreichisch- ungarischen Delegationen wurden sowohl seitens des Ministers der Auswärtigen, wie seitens des

Stunde sein Liebeswerk und pflegte den Armen mtt einer so hingebenden Liebe und Sorgfalt, daß erschien, als sei Alles, war ihm auf Erden theuer, in diesem stillen Krankenzimmer vereinigt.

Mit großer Ueberraschung vernahm die Familie Bornstedt die Erkrankung des Professors und noch so manches Andere. Die Frau Justizräthtn fand es ganz natürlich, daß der junge Arzt bei dem leidenden Freunde blieb und schickte seine Sachen mtt erstaunlicher Bereitwilligkeit.

Am Lager de« Kranken fitzend, durchlebte Joseph Lehrbach folgenschwere Tage und Nächte. Manch­mal fand- er eine freie Stunde, um einige Zeilen an seine Pflegemutter und an Ertta zu senden. E« fiel ihm überaus schwer, das gegebene Ver­sprechen zu halten, aber er brach e« trotzdem nicht und thettte Elma nur mit, daß all' seine Zeit durch die Pflege einer theuerm Freunde« in An­spruch genommen werde. Von Rudenz ließ er sich einige Alpenveilchen und Edelweiß au« dem Ge­wächshause geben, band sie zusammen und legte sie aus das Kiffen des bewußtlosen Mannes. Dann fügte er das halbwelke Sträußchen dem Briefe an die theuere Mutter bei. Ihm war e«, als müßten die leblosen Blümchen ihr, statt seiner, er­zählen und sie an das Lager de« sterbenden Gat«

Kriegsministers mancherlei Aufschlüsse ertheilt. Danach ist da« Sicherheitrverhältniß Bosniens und der Herzegowina ein bessere« al« vielfach an­genommen, die Belastung der Bevölkerung geringer al« in den Nachbarländern de« Balkan« und der Handel und ebenso die Landwitthschaft im Fort­schreiten. Für die bosnischen Truppen mürben 1890 mehr als eine Million (11 Prozent der gesammten Einnahmen des Lande») verausgabt. Da« neu eingeführte Manlicher-G-wehr befriedigt, dasselbe ist nicht theurer als da» deutsche Gewehr und von demselben auch nicht wesentlich verschieden. Im Jahre 1890 sollen sämmtliche Reprtirgewehre für 13 Armeekorps beschafft werden.

* Hofrath Weilen, Redakteur des von dem Kronprinzen Rudolph herausgegebenen Werkes „Oesterreich-Ungarn in Wort und B Ib" ist am Mittwoch in Wien gestorben.

* In Ostenbe ist ein beutfcher Postinspektor mit 14 beutschen Postbeamten eingetroffen um fortan ständig mit 16 belgischen Postbeamten zu­sammen die deutsch-englische Post zwischen Köln und Ostende zu befördern.

* Brüssel, 2. Juli. Die Liberalen und Radikalen hatten vorgestern ihren großen Tag, sie feierten ein „Verbrüdemngrsest", gewiß ein rührendes Eceigniß. Die Logen und lib. Vereine hatten zahlreich ihre Vertreter entsandt, so daß mit den Theilnehmern von hier der Manifestations­zug wohl 10 000 Mann aufwies. Janson, Bara, Granx und Andere flössen in ihren Ansprachen über vom Honig der Bruderliebe und von der Galle de« Antiklerikalismu«. Weiter passirte kein Unglück dabei. Die Katholiken hielten sich wohl­weislich zurück, da sie die Todtschläger der „libe­ralen" Menschenfreunde und ihres süßen Pöbels bei früheren Gelegenheiten ausreichend kennen ge­lernt haben.

* In Kraljewo ist am Dienstag der Knabe Alexander als König von Serbien unter großen Feierlichkeiten gesalbt worden. Der serbische Mi­nisterpräsident Ruitsch zeigte dem König Milan, der Königin Natalie sowie den Kaisern von Oester­reich und Rußland bie Salbung telegraphisch an, worauf diese mit telegraphischen Glückwünschen erwiderten. Der Regent Ristitsch, der in Belgrad zurückgeblieben war, angeblich aus Gesundheits­rücksichten, hat einen Brief an König Alexander gerichtet, worin er die Nothwendigkeit aurführt, um jeden Preis für die Schaltung des Friedens wirken zu müss m, wenn er da» Land dereinst dem großjährig gewordenen Könige al» ein geordnetes und fortschrittliches übergeben solle.

* In Kopenhagen ist ein großer Tischler- strike ausgebrochen, der von den Sozialdemokraten angestiftet sein soll. Die Ausdehnung der Aus­standsbewegung auf andere Gewerke wird befürchtet.

* Zufolge telegraphischer Nachricht von Colonel Woodhouse hat zu Aval bei Wady Haifa ein Kampf stattgefunden, in welchem die Aegypter 70, die Derwische 500 Tobte gehabt haben; die Zahl bet Verwundeten ist noch unbekannt. Zwei Ge­schütze sollen ben Derwischen abgenommen, biefe selbst auf betn Rückzüge begriffen sein.

ten rufen. Glaubte er doch selbst kaum an eine mögliche Rettung, beim Tage unb Wochen ver­gingen, ohne baß bie Gewalt be« Fiebers sich ge­legt unb ein Schimmer ber B.ff-rung sich gezeigt hätte. Es war wie ein Licht, bas lange trübe gebrannt unb jetzt gänzlich verlöschen wollte.

13. Kapitel.

Ein Gast in ber Weihnachtsnacht.

Es ist, als müßtest leise

Du klopfen an bie Thür, — Du hält st Dich nur verirret Und käm'st zurück zu mir!

Eichenborff.

XXIX.

An einem schönen, heitern Wintertage ging Ertta Heimbach imrch bie Frankfurter Anlagen bem Ostende zu.

Sie war jetzt 20 Jahre alt unb ein so schönes, graziöses Mädchen, baß mancher bewnnbernbe Blick sie streifte, als sie so leicht unb anmnthig über ben festgefrorenen Boden bahinschritt. Ein bnnkel- grünes Tuchkleib nebst einem schwarzen, mtt Pelz besetzten Sammtjäckchen umschloß ihre schlanke Ge­statt; auf bem dunklen, welligen Haar saß ein elegantes Hütchen mtt feinem Spitzenschleier. Ihr

Au- Stadt, Vroviuz unb Rachdargebiet.

Fulda, 4. Juli.

• Unser hoch«. Herr Bischof hat, wie bereit- bekannt, auf den Wunsch des hochbetagten Herrn Bischof», Dr. Franz Caspar Drobe zu Paderborn, sich bereit erklärt, bie hl. Firmung in der Säch­sischen Diaspora ber Pabetborner Diözese unb im Hsrzogthum Anhalt zu fpmben. Auch für den zweiten Theil ber bischöflichen Firmungs­reise ist nunmehr bas Programm folgender Maßen festgesetzt und im ,Wests. Vbl.' veröffentlicht wor­ben. Hiernach trifft ber hochwürbrgste Herr am 13. Juli Abends 6 Uhr in Halberstadt ein. Sonntag, ben 14. Juli wird in bet St. Anbreas- Kirche daselbst die hl. Firmung gespendet für die Firmlinge aus Halberstadt, Adersleben, Heders­leben und Quedlinburg. Montag, ben 15. Juli wirb die neue St. Josephskirche zu Osterwieck am Harze konsekrirt werden. Vom 16. bi» 18. verweilt ber Herr Bischof zu Huy »bürg unb Babersleben. Am 19. Juli werben zu Oschers­leben 2 Altäre konsekrirt unb bie Firmlinge baselbst gefirmt roerben. Am 20. Juli wird da­selbst da» hl. Sakrament der Firmung gespendet den Firmlingen au» Hamersleben, Hötensleben, Hadmersleben und Groß-Alsleben. Am Sonntag, den 21. Juli ist feierliches Pontifikal-Amt in bet St. Sebastianskitche zu Magbeburg, am 23. wird biefe Kirche nebst 3 Altären konsekrirt wer­ben. An beiben Tagen wirb bie hl. Firmung ge- sp endet ben Firmlingen aus Magdeburg, Suden­burg, Neustadt, Bukau, Ottersleben und Burg: Am 24. Juli firmt der hochw. Herr Bischof die Firmlinge von Groß-Ammensleben und Althaldensleben am ersteren Otte, am 25. die Firmlinge von Salz wedel zu Salzwedel, am 26. zu Stendal diejmigen von Stendal Gardelegen. Am 27. und 28. Juli verweilt der Herr Bischof zu Egeln und firmt hier Sonntag, den 28., die Firmlinge von Egeln, Wolmirsleben, Bahrendorf, Meyendorf und Wansleben. Am 29. Juli ist Firmung zu Staßfurt für die Firm­linge au» Staßfurt, Calbe a/S. unb Aschers­leben, am 30. Juli zu Bernburg, am 31. zu Cöthen für bie Firmlinge zu Cöthen, Dessau unb Zerbst, falls es nicht möglich werben wird, bie fämmtlichen Anhaltinischen Firmlinge an einem bisset Orte gemeinsam schon am 30. Juli zu firmen. Der hochw. Herr Armeebischof und Feld« p^opst Aß mann zu Berlin hat auf eine Anfrage fich damit einverstanden erklärt, daß auch den katholischen Mannschaften ber Garnisonen Halberstabt, Garbelegen, Salzwebel, Stendal, Dessau, Zerbst unb Bernburg bie hl. Firmung gespenbet werbe, unb ber Herr Bischof von Fulba hat bie ©penbung ber hl. Firmung auch für biefe zugesagt. In Magbeburg gebenkt der Herr Armeebischof bie hl. Firmung int Herbste den militärischen Mannschaften selbst zu spenbe«. Unter ben Katholiken des Regierungsbezirk« Magdeburg und de» Herzogthums Anhalt herrscht große Freude, daß ihnen die Gnade der hl. Firmung, welche

Teint wat sehr brünett, und die großen, blauen Augen mit dem heiter lachenden Ausdruck erinnerte fast an eine feurige Südländerin.

Er währte nicht lange, so war sie am Ziele ihrer Wandemng angekommen und ihre Rechte drückte auf das Thürfchloß an Frau von Wen­dens Wohnung.

„GutenMorgen, Tante Elma," rief sie fröhlich in da« Wohnzimmer tretend und zog die Hand der Dame an ihre Sippen! Dann ging es an ein Fragen und Erzählen von allen möglichen Dingen, al« ob sie feit Wochen nicht mehr bageroefen fei. „Hast Du nichts Neues von Joseph gehört?" fragte sie zuletzt.

Elma streichelte freundlich bie Wange bes er­glühenden Mädchens und sagte: „Doch, Kind; er schrieb vorgestern und legte ein Päckchen mit ein­liegendem Brief an Dich bei. Du möchtest es erst am Abend öffnen, nachher sollst Du es haben. Seine Zeilen an mich find kurz; heute will er noch einmal schreiben; er scheint müde und angegriffen. Ich möchte wissen, war sein Freund macht, von dem er in den letzten Wochen so viel schrieb? Er roiib wohl tobt sein, und Joseph ist deshalb trübe und traurig." —

(Fortsetzung folgt.)