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(Centr.) angenommen, wonach der Beschluß des Bundesrath«, Beamte, welche mit Penstonsberech- tigung angestellt stnd, sowie Mitglieder anderer nichtstaatlicher Alters- und Jnvalidenkasien vom Berstcherunzszwange zu befreien, nur „auf An­trag" erfolgen kann. Bei § 9 wurde die Weiter- berathung auf morgen vertagt. — An offizieller Stelle hat man, wie verlautet, für den Schluß der Reichstagssession den 28. d. M. in Ausficht genommen. Dennoch scheint es sehr zwei­felhaft zu sein, ob die Vorlage betreffend Abände- rung des § 4 de« Reichs-Strafgesetzbuches zur Berathung gelangen wird. Wenigstens ist offiziell noch keine Bestimmung getroffen worden, diese Vorlage auf die Tagesordnung einer bestimmten Sitzung zu setzen.

♦ Die Beilegung des Waldenburger Sinke« wird für morgen oder übermorgen erhofft.

• Münster, 20. Mai. Zu der bevorstehend den Wahl eine« Bischof« von Münster hat der Kaiser durch allerhöchste Ordre vom 12. d». den Oberpräfidenten der Provinz Westfalen, Hrn. v. Hagemeistcr, zum königl. Kommiffar ernannt. Hier­von ist dem Domkapitel offizielle Anzeige zuge­gangen. Die Thätigkeit de« königl. Kommiffar« beginnt erst beim eigentlichen Wahl-Akt.

* München, 21. Mai. Die Beisetzung der Königin Mane vollzog fich bei prächtigem Wetter unter großem Andrang de« Publikums. Zum Ab­sperren der Straßen war die ganze Garnison auf­geboten. Der Zug, an dem der Prinzregent, die Prinzen, die fremden Fürsten und Vertreter, die hier beglaubigten Gesandten, die Minister, die Hofchargen, die Geistlichkeit, Beamte, Offiziere, Gemeindebehörden u. s. w. theilnahmen, währte dreiviertel Stunden. Die Einsegnung in der prachtvoll geschmückten Kirche verrichtete der Erz­bischof. (Fr. Z )

* Regensburg, 21. Mai. Das ,Reg. Mor­genblatt' veröffentlicht das päpstliche Schreiben an die Bischöfe Bayerns über das Memorandum der bayerischen Bischöfe und die Antwort des Mini- sters v. Lutz. Der Papst bedauert, wie wir schon gestern nach der .Köln. Volkrztg.' erwähnten, daß die Antwort seinen Wünschen nicht entspreche und der Minister gerade den wichtigsten Bitten und Anträgen die Zusage versagte, ja sogar einen gegensätzlichen Standpunkt einnahm. Das mini­sterielle Schreiben enthalte Stellen, welche fich mit der Ehre der Katholiken nicht vertrügen oder gegen die Grundsätze verstießen, welche die Kirche über die wechselseitigen Pflichten der kirchlichen und weltlichen Macht stet« festgehalten habe. Die Ent­scheidung des heiligen Stuhles erleide keine Ein­buße, weil das Placst nicht ertheilt sei. Der hei- lige Stuhl sei dem Konkordat stet« treu geblieben; dasselbe könne unmöglich von einem Kontrahenten ganz oder theilweise geändert werden. Der Papst sei schmerzlich berührt, daß den Ordensgenoffen- schäften die Möglichkeit der Wiederkehr abgeschnit­ten sei und hoffe, daß die Zukunft beffere Zeiten bringe und daß, wenn die Oberhirten und die Gläubigen dafür sich bemühten, Wahrheit und Recht die kirchenfeindlichen Jrrthümer überwinden.

Ausland.

* Prag, 21. Mai. Dis Kohlenarbeiter der Erlanger'fchen Gruben in Schatzlar striken. Der Bezirkshauptmann aus Trautenau fuhr nach Schatz­lar behufs Intervention.

• In Belgien nimmt der Anarchistenprozeß gegen die Letter der vorjährigen Bewegung fort­gesetzt das allgemeine Jntereffe in Anspruch. Die Thatsachen, welche dabei an'« Licht kommen, sind für die belgische Regierung geradezu beschämend. Er ergibt sich, daß bte belgische Polizei von dem sauberen Institut der Lockspitzel einen Gebrauch gemacht hat, wie kaum — ein anderer Staat.

• Rom, 21. Mat. Im Obermailändischen fan­den gestern in Folge des Agrarstrikes auf's Reue Unruhen statt. In B-rSggio begannen die Strikenden zu plündern, worauf zahlreiche Ver­haftungen vorgenommen wurden. Bei den ver­

ein wenig aus unserer Abgeschiedenhett heraustreten willst, denn ich weiß, da» ist ein Opfer für Dich. Oder ist es dies nicht?" fragte fie ihn schelmisch anblickend.

„aber eines, das ich recht gerne bringe", war die Antwort. Die ernsten Augen blickten fie so itmig an, und ein herzlicher Kuß beschloß diesen an freudigen Nachrichten reichen Tag. (F. f.)

hafteten Anarchisten wurden Papiere vorgefunden, welche beweifen, daß 200 bereit standen, Ruhe- störungen zu begehen. Di- Regierung ergriff ener- gische Maßregeln zur raschen Unterdrückun.

* Madrid, 21. Mai. Im Senat betonte Marcoartu in einer Rede da» Recht Spaniens auf den Besitz Gibraltars. Der Minister des Aeußern, Vega de Armijo, erwiderte, kein spanischer Diplomat habe seine Pflicht vergeffen, eine Lösung der Gibraltarfrage zu suchen; aber die Schwieng- keiten seien derartige, daß Spanien sich refigniren müffe. Die Rede des Ministers wurde mit großer Aufmerksamkeit und mit lebhaftem B.ffall aufge­nommen, besonders als derselbe von den diploma­tischen Beziehungen Spanien» zu den anderen Nationen sprach und konstattrte, daß die Königin- Regenttn bei ihrem Aufenthalte in Barcelona von Schiffen aller euroväischen Flotten bearüßt wurde.

Aus Stadt, Broviuz und Nachdargebret-

Fulda, 22. Mai.

• Al« Beilage zur heutigen Nummer unsere« Blattes erhalten die verehrten Leser den vom 1. Juni l. I. ab giltigen Fahrplan für die aus Station Fulda einlaufenden und abfahrenden Eisenbahnzüge. In großer deutlicher Schrift aus­geführt eignet fich derselbe besonders gut zum Aufkleben und dürfte somit einem vielseitigen Wunsche bestens entsprechen.

-r- Heute sind 25 Jahre verfloffen, seitdem der hochwürdige Herr Pfarrer Dr. Theodor Thiele- mann zu Margrethenhaun in Rom die heilige Priesterweihe empfing. Möge ihm noch eine recht lange Reihe von Jahren der priesterlichen Wirk- famkett beschieden sein!

* Die gestern gemeldete Ländung der Leiche des Metzgers Carl Henning von hier hatte eine gerichtliche Obduktton derselben nicht zur Folge, weil jede andere Vermuthung, als daß hier ledig­lich ein durch Au»gleiten oder auf ähnliche Weise herbeigeführter Unglücksfall vorliege, unter den vor­handenen Umständen als vollständig ausgeschloffen galt. Das traurige Ende de« jungen Mannes weckte in den Kreisen seiner Bekannten tiefes Be­dauern und allseitige Theilnahme.

* Nachdem die Belegschaften der Zechen des Oberbergamtsbezirkes Dortmund gestern mit weni­gen Ausnahmen wieder angefahren sind und auch im Bochumer sowie im Effener Revier und auf den Zechen des Kölner Bergwerkreviers die Arbeit wieder größtentheiks ausgenommen ist, sieht man der Rückkehr der am 12. ds. telegraphisch nach Dortmund beorderten 11. Gendarmerie-Brigade, (darunter auch die berittenen Gendarmen Hein- lin undBretthauer aus Fulda) für die näch- sten Tage entgegen.

4- Gersfeld, 21. Mai. Anläßlich der auf Wunsch seiner kranken Mutter schon heute statt­gefundenen Ueberführung der Leiche un­seres gestern verstorbenen hochwürdigen Herrn Pfarrers Hoffmann von hier nach,Fulda fand heute Morgen in hiestger katholischer Pfarrkirche, woselbst unter Mithilfe der barmherzigen Schwe- stern, von einem Blumenparke au« dem gräflichen Schlöffe umstellt und mit von Frauen und Jung­frauen der Gemeinde gewundenen Kränzen und Guirlanden geschmückt, die Leiche im priesterlichen Ornate schon in aller Frühe aufgebahrt war, unter großer Betheiligung von hier und auswärts feier­licher Trauergottesdienst statt. Herr Oberschul­inspektor Pfarrer Helferich von Poppenhausen hielt da« Seelenamt, darauf ein zweite« der in Ange- legenhett der, wie man glaubte, in Gersfeld statt­findenden Begräbniffe« von Herrn Dekan Hohmann in Batten abgeordneten Pfarrer Brettungvon HU- ders, welcher danach auch die feierliche Absolutton an der Bahre vornahm. Auf 101/« Uhr Mor­gens war der Leichenkoudukt zum Bahn­hofe angesagt. Nachdem daher die erste Nokturn und die Lauder des Tobten - Offiziums gebetet waren, trat als Offiziant, afststirt von den beiden genannten Geistlichen, Herr Dechant und Stadt­pfarrer Millemann von Bischofsheim, mit Albe und Chor - Mantel bekleidet, an die Bahre. Nachdem der Psalm Miserere gebetet und die Leiche eingesegnet war, erhoben Mitglieder der Kirchenverwaltung und Gemeinde den Sarg und trugen ihn vor da» Portal der Kirche, woselbst Herr Lehrer Allwein» mit seinen Schülern den Psalm De profundis 3 stimmig intonirte, und

Herr Pfarrer Helfrich, der Amtsvorgänger de« Verstorbenen unter vielen Thränen der Gemeinde eine treffliche Ansprache an die große Trauerver- sammlung hielt, ausgehend von den Worten de« Herrn Joh. 16, 5: „Ich gehe zu dem, der Mich gesandt hat, und Niemand von euch fragt mich: wo gehest Du hin?" Darauf setzte fich der statt- liche Leichenzug in Bewegung, an welchem nicht blo« die Katholiken von Gersfeld und zugehörigen 10 Ortschaften, sondern auch nebst Angehörigen der benachbarten kath. Pfarreien zu Ehren des allgemein beliebten Verstorbenen zahlreiche Andersgläubig« jeden Stander theilnahmm, darunter mit könig­lichen unv gräflichen Beamten Herr Stadtvorsteher Schüßler, der evangel. Herr Pfarrer Baumann und die Lehrer der evangelischen und israelitische» Schule. Den Sarg umgaben weißgekleidete Schüle­rinnen mit Guirlanden und Kränzen, sowie Knaben, welche Kerzen trugen. Unter fortwährendem Ge­bete langte der Zug am Bahnhofe an, woselbst Herr Stationsvorstand Krug in festlicher Uniform die Leiche für benzbereitstehenden Bahnzug empfing. Vor dem Einheben in den Ssparat-Waggon fand zur Ueberführung über die Pfarrgrenzs noch eine feierliche Aussegnung statt und ein allgemeines Gebet beschloß die ernste Feier. Die in einen Zink- und Holzsarg gebettete Leiche wurde nun mtt ver vorschriftsmäßigen Holzumkleidung versehen und unter Thränen und Schluchzen der des geliebten Seelsorgers so schnell beraubten Gemeinde fuhr der Zug ab nach Fulda, woselbst morgen Nach- mittag, 4 Uhr, die Beerdigung auf dem städtischen Friedhöfe vom Leichenhause au« stattfindet.

* Bad Salzschlirf, 20. Mai. Der 18- jährige Sohn de« hiesigen Bademeister« Brehler rettete gestern mit eigener Lebensgefahr zwei 10« jährige Mädchen hiesiger Einwohner, welche, über einen Steg gehend, in die durch die letzten starken Gewitterregen hoch angeschwollene Altefeld fielen. Dieselben waren durch die Strömung schon eine Strecke fortgetrieben und einige Male unter dem Waffer verschwunden, als auf das Hilferufen zu- sehender Kinder Karl Brehler in den Fluß sprang und die Kinder glücklich rettete. Für diese nmthtge und hochherzige That gebührt dem jungen Manne öffentliche» Lob.

• Bebra, 19. Mai. In der Nacht vom ver­gangenen Freitag auf Sonnabend wurde laut der ,C. A. Z.' bei dem Gastwirth H. dahier ein frecher Einbruchsdiebstahl verübt, wobei neben großer Raffinirtheit auch genaue Lokalkenntniß im Spiel gewesen sein muß. Dem Dieb hatte ein am Hause befindliche» Gerüst es erleichtert, die ziemlich hohen Fenster zu erreichen, und hier eine Scheibe auszuscheiden, wodurch er in da» Zimmer steigen konnte, in welchem au» einer erbrochenen Schublade zwei goldene und eine silberne Uhr, mehrere silberne Löffel, ein Zwei- und ein Zehn­markstück mit dem Bildniß Kaiser Friedrich» ent­wendet wurden. Es ist zu wünschen, daß bald der Dieb entdeckt wird. Vor Ankauf dieser Gegen­stände wird gewarnt.

* Cassel, 21. Mai. lieber den Stand der Saaten im diesseitigen Bezirk wird der ,H. M.' geschrieben: Die diesjährige Frühjahrsbestellung ist so ziemlich beendet. Der Has er ist theilweise schon aufgegangen und steht schon recht gut, sodaß bei der seuchten Witterung der Chilisalpeter gespart werden kann. Die Zuck err üben kerne sind gut ausgelaufen und ist mit der ersten Behackung schon begonnen worden. Die Winterfrucht hatte gut überwintert, der Roggen stand ganz besonder» gut, hat fich aber in Folge der starken Regengüffe von vergangener Nacht fast aller gelegt. Der Weizen verspricht eine sehr gute Ernte. Da» Wiesengras und die Futterstoffe stehen — nament­lich Klee — sehr üppig. Die Schwalm ist ver­gangene Nacht aus ihren Ufern ausgetreten und bat die Felder und Wiesen von Harle, Nieder­möllrich und Lohre theilweise überschwemmt.

* Hanau, 20. Mai. In der Angelegenheit betreffend Herstellung von gesunden und billigen Wohnungen für die roeniger _ bemittelten Klaffen der Hanauer Bevölkerung muß laut der ,H. Ztg. zunächst der Beschluß bee hohen Bundesrath« ab­gewartet werben, woburch bie Ausgabe von Aktten unter 1000 M., nämlich im Betrag von 200 M-, genehmigt wirb, ba ohnedies bie Konstttuirung bei beabsichtigten Aktiengesellschaft gesetzlich nicht zu« lässig wäre. Der Herr Oberbürgermeister Wester­burg hat bereit« unter bem 25. März b. I. unte Befürwortung Setten« br» Herrn Landrath« vo