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1889

Samstag, den 18. Mai.

jcitnii?

Zweites Blatt

1888.

Braunkohlen:

1874

1879

1886

33,306,418

42,025,687

58,056,598

3,819,789

6,012,033

8,655,240

2,267,849

1,893,747

2,560,291

finden.

1885

thums gehört hatte, jetzt nicht verarmt zu er« scheinen. Jene Wenigen aber, welche fie nicht durch ein mitleidige- Lächeln beleidigt hätten, fürchteten wohl, daß ihr Besuch al« neugierige Zudringlich­keit ausgenommen werden möchte, und ließen e« deßhalb mit einer Karte bewenden, welche auf dieselbe Weise erwidert wurde. Nur einige Freund? de« Doktors sprachen von Zeit zu Zeit vor, im Uebrigen sah die kleine Wohnung keine Gäste und ste wurden auch nicht vermißt. Ja dieser be­schränkten Häuslichkeit, in der alle Drei mit Fleiß und Sparsamkeit ringen mußten, um den Frieden und die Ruhe zu erhalten, hätte man kaum Z-it und Lust gehabt, fich denselben viel zu widmen.

Die kleine Famllie genoß eben ein bescheidene« Glück, aber er war ein gute» Glück.

@8 hätte können anders sein! Dai ist ein inhallschweres Wort, Und sprichst Du es nur einmal aus Tönt es im Herzen lange fort.

geändert.

Die Parterreräume in dem hübschen Hause in der Ostendstraße sahen noch immer wohnlich und nett au« und hatten fich da« Ansehen von Wohl­habenheit und einem gewlfien Glanze bewahrt. Wer aber die im Flur und in der kleinen Küche schaltende Dienerin genauer betrachtet hätte, würde da« unter der steifgestärkten Haubenrüsche schlicht gescheitelte Haar um einen Schatten bleicher, und ihren Rücken gebeugter gefunden haben, al« früher.

Drinnen im Wohnzimmer, aus ihrem Lieblings- platz: am Fenster, faß noch immer Elma von Wenden'» zierliche Gestalt. An ihr schien die Zit spurloser vorübergegangen und dennoch wer sie früher gekannt, mochte ihre Augen trüber, und ihre Wangen eingefallen finden.

Man war jetzt im Herbste; ein kalter Rebel ließ die Dämmerung heute früher eintreten al« sonst. Elma hatte ihre Arbeit, ein Röckchen von grobem Wollenstoffe, nun auch niedergelegt, stützte den Kopf in die Hand und ließ ihren Gedanken ™.un , freien Lauf. Ein Zug von Müdigkeit und liebet« (»ruckel' • druß lag auf ihrem einst so heitern Gefichte.

31,754,478 776 kg

37,907,401 860 „

51,961,649 1116 „

5. Kapitel. Ei» thörichter Wunsch.

diesem Zeitraum 5,677.397 Personen nach Nord- amerika ausgewandert. Deutschlands Antheil an dieser Gesammtauswanderung beträgt 283 auf

Jahre waren vergangen. Die Bsrhältniffe waren dieselben geblieben, aber die Menschen hatten fich

Bayern. . Württemberg Baden . .

18721 9,018,048 1,016,734

1879 11,445,029 2,859,326

1886(15,625,986 4,084,930

Der Verbrauch an Braunkohlen hat fich

also in diesem 14jährigen Zeitraum nahezu ver«

Elsaß-Lothringcn ...

Der Strom der Auswanderer ging nach den Ver­einigten Staaten von Nordamerika, insbesondere nach New-York, Wiskonstn, Nordkarolina, Illinois, Indiana, Iowa, M'fiouri, Ohio und Pennsplvanien. Dis Gssammtziffer der von 1871 bis 1888 aus

bmett- di! 6mf* bet|<16en ab« sich V«Ä«. I würben all« *4 20 000 SM-rmagm W, wählend bie An-Iudr nach einem Inhnen falls die «an,- Raff- bnrch bte Bahn bifö.b rt

Anlauf feit 1884 wieder kleiner geworden ist, al» werden sollte.___—

ste etwa 1872 war. Die gesteigerte Einfuhr dieser Deutsche Auswanderung im Jahre

Haurkohle fällt wohl fast ganz auf die böhmischen «veurfryk "

S Sraunkohlengruben, welche bi« über Berlin hinaus dm näher liegenden deutschen Grubm erfolgreich konkurrenz machen, — trotz der im Verhältniß zum Preise sehr hohen Eisenbahnsracht.

Obschon nun der häusliche Brennbedarf in steigendem Maße auf die Braunkohle rccurrirt, wächst doch der Verbrauch an Steinkohlen fort ] und fort, und zwar gemäß dem Riesenbedalf der Gar- und Krafterzeugsmafchinen, der in stetiger Zunahme begriffen ist. Dabei nimmt die Verwen« düng ausländifcher Steinkohlen nicht erheblich zu; )ie Ausfuhr von Steinkohlen ist dagegen feit 1872 auf das Dopp-lte gestiegen; jedoch ist siit 1883 ein Stillstand mit zeitweiligem kleinen Rückschlag in der Bewegung der Ausfuhrziffer eingetreten.

Rechnen wir den Stein- und den Braunkohlen- bedarf zusammen, so entfallen auf den Kopf der Bevölkerung im Jahre 1886 nicht weniger als 1539 Kilogramm, also nahezu 31 Crntner, gegen­über 1015 Kilogramm, also gut 20 Cmtner im Jahre 1872 Wahrscheinlich hat fich die Holz- feuerung, vielleicht auch die Torffeuerung in diesen 14 Jahren ein wenig vermindert, aber diese Zu­nahme des häuslichen Kohlenbedarf» wird kaum ins Gewicht fallen bei der Erklärung der That- fache, daß der Kohlenvdrbrauch auf den Kopf der Bevölkerung um mehr als die Hälfte gestiegen ist. Man nimmt an, daß von dem Steinkohlen­verbrauch ein Viertel auf den häuslichen, drei Viertel auf den industriellen Bedarf fallen. An« gefichts des wechselnden B r a u n kohlenverbrauch« wird man wohl für die letzten Jahre mehr al« drei Viertel de« Steinkohlenverbrauchs auf die Rechnung der industriellen Anlagen sitzen müffen. Darnach würde fich ergeben, daß die Industrie im Jahre 1886 an 40 Millionen Tonnen verbraucht gegenüber kaum 24 Millionen im Jahre 1872. Eine Steigerung von 3 auf 5!

Braunkohl“iT Dmtschlan^bttruz $86 nicht I Deutschland nach Nordamerika Ausgewanderten weniaer als rund 732/« Millionen Tonnen, das beträgt 1,962,900. Aus ganz Europa find in macht auf jeden Tag etwa» mehr als 200,000 1 -----™77 997 9rt“tni,ett naS 9ioibe

Tonnen = 4 Millionen Gentner. Da ein gewöhnlicher Eisenbahnwagen 10 Tonnen faßt, so

x furo; m Weudru.

Novelle von Marga »rechten.

(17. Fortsetzung.)

Am Nachmittage ließ sich die junge Frau über- reden, einen kleinen Spaziergang in bte schöne Umgebung Frankfurt'» zu machen. Sie hatte e» blrher ängstlich vermieden, die innere Stadt und noch mehr den westlichen Theil zu betreten. Auch heute noch suchten sie die entlegensten Promenaden auf ; aber Elma fühlte sich sehr glücklich, al» sie am Arme ihre» Franz dahinschritt, und ein Ge­fühl von verzeihlichem Stolze wallte in ihr auf, wenn die Blicke der Vorübergehenden auf seine hohe, stattliche G-stall Men.

So wechselten Stunden der Sorge und der Freude in dem kleinen Heimwesen, deffen Anfang so trübe begonnen hatte.

Immer aber suchten die beiden Gatten da» Leben einander leicht zu machen, indem ste manchen kleinen Kampf für fich allein durchkämpften; alle freudigen Erregungen aber wurden getreulich ge- thellt. Sie lebten ziemlich einsam ; die Beziehungen zu den frühem Bekannten waren abgebrochen; denn Elma vermochte in jenen Kreisen, zu denen ste einst im Glanze eine» fast ungezählten Reich-

„Ich kann den Blick nicht von Euch wenden . . . so heißt'» in dem bekannten Gedicht, in welchem Freiligrath die deutschen Auswanderer theilnahmsvoll apostrophirt, die schon zu seiner Zeit dem Vaterlande in Mafien den Rücken kehrten. Und heutzutage kann jeder ernste Wirthschoftr- Politiker der deutlichen Emigration noch weniger feine Aufmerksamkeit versagen, da ihr Umfang mit der Zeit noch gewaltiger geworden ist und der dadurch Deutschland erwachsende Verlust an Arbeitskraft von den Statistikern schon auf Mill! - arden berechnet worden ist. Während in den siebenziger Jahren die Auswanderung nur 1872 und 1873 die Zahl 100,000 überstiegen, 1874 bis 1879 aber kaum 35,000 Seelen erreicht hat, ist dieselbe feit 1880 nicht unter 100,000 Seelen binabgegangen. An der Auswanderung von 1888 sind, wie in den Vorjahren, die Provinzen West- preußen und Posen mit besonder» hohen Zfsirn, 10969 und 11,731 Seelen, betheiligt. Aus der Rheinprooinz sind 4300 Personen ausgewandert. Dabei beträgt die Bevölkerung WchpreußenS 1,409,000, diejenige Posen» 1,716 000, die der Rheinprovinz 4,345,000 Seelen. Spezielle Berück­sichtigung mag hier noch Süddeutschland Hierfür betrug die gesammte Emigration

au» im Jahre 1888 1887 1886 Hefien-Naffau . Hessen . . .

19,729 10,015,053 245 „

7,706 14,296,649 324 „

15,856 19,695,060 423 „

Es bitte können anders sein!

Zur Jugend blickst Du ernst zuruck.

ES hätte können anders sein, — Du denkst an ein verlorenes Glück.

Ferd. v.

D.- *-• ”*

Z Kohlen-Förderrrng «. -Verbrauch.

lieber den Kohlen verbrauch auf der ganzen Erde ging dieser Tage eine interessante Berech- nung durch die Peessi, wonach für jeden Tag mindesten» 25 Millionen Gentner als verbraucht und 30 und 33 Millionen Gentner als gefördert (pcoduzirt) sich ergeben. Mancher, der über die Mafie der tagtäglich in Rauch und Asche über­geführten Kohlen niemals nachgedacht hatte, wird über diese hohen Ziffern sehr erstaunt gewesen sein. Nicht minder über die Angabe, daß auf 90,000 Arbeiter eine t Sgliche Kohlenförderung von 93,000 Tonnen, also auf j'den Arbeiter durch­schnittlich etwa« mehr als 1 Tonne — 20 Gentner entfalle.

Die erwähnten Angaben über den Wellv.-r- brauch an Kohlen beruhen auf annähernder Schätz­ung. Genauere Angaben liegen über die Förde- rung und den Verbrauch von Kohlen in Deutsch­land vor. Da» .Statistische Jahrbuch für dar Deutsche Reich' vom letzten Jahr enthält die Auf­rechnung für die Jahre von 1872 bis 1886 einschließlich. D e Ziffern sind nicht neu, aber erregen vielleicht unter den gegenwärtigen Um­ständen ein besonderes Jntereffe.

Die Statistik unterscheidet zwischen Stein­kohlen undBraunkohlen; diel tzteren dienen bekanntlich zur häuslichen Feuerung, zur Kraft« erzeugung weiden fie nur ganz ausnahmsweise verwendet. Dis Förderung und der Bedarf hat sowohl für Steinkohlen als für Braunkohlen stetig und stark zugenommen, aber für die Braunkohlen in einem höheren Prozentsatz. Geben wir die Ziffern für die Jahre 1872, 1879 und 1886 in Tonnen zu 1000 Kilogr. = 20 Gentner.

Steinkohlen:

„ r «r t Verbrauch Jahr Förderung Einfuhr Ausfuhr im @an#en per Kopf

3202

3691

2963

3666

2220

2334

1725

2503

12248

13350

8068

9939

6445

6018

3717

5104

3860

3878

2833

3476

100

883

602

738