^stattet, den Gedanken nahe, wie unangenehm die Fahrt wäre, wenn nicht der Wagen geschloffen wäre. Nun, an einem Luftballon dielte es schwer, einen geschloffenen Raum für die Reisenden anzubringen, weil er das Gswichr, damit die Größe des Ballons, mit dieser den Widerstand seitens der Luft erhöhen würde und somit eine stärkere Maschine verlangte, wodurch der ganze Wettlauf abermals beginnen würde.
Und nun, nachdem ich dem Luftschiff in Friedens« «iten allen Werth abgesprochen, wie steht's im Kriege? Solange der Feind nicht auch lenkbare Luftschiffe besitzt, können wir vielleicht Nutzen davon haben, wenn nämlich der Feind so höflich ist und ruhig zusteht, wie unsere Luftschiffe Truppen befördern, Festungen von oben beschießen und aus- spioniren, getrennte Heerestheile verbinden, und was sie sonst noch leisten sollen; wenn es dem Feind aber einfällt, zu versuchen, ob die Geschoffe seiner kleinen Revolverkanonen kräftig genug sind, um die Wachstaffrthülle des durch feine Größe leicht zu treffenden Fahrzeugs zu durchlöchern, dann ändert sich das Bild. Das Gas hat ja die unangenehme Eigenschaft, flugs zu entweichen, wenn sein Gefängniß irgendwo ein Loch bekommt, und wenn das Gas nach oben durchgeht, beeilt sich das Luftschiff, sicheren Erdboden unter sich zu bekommen. Das soll oft so geschwind gehen, daß es nicht einmal mehr ganz bleibt, wenn es das Ende feiner Bahn erreicht hat. Es braucht noch nicht einmal eine Kanone fein, ein- Gewehrkugel thut's auch, es wird nur das Loch kleiner.
Ein Trost hab' ich noch bei all' dem bevorstehenden Unglück: Es kann erst dann eintreten, wenn einmal ein wirklich lenkbares Luftschiff da ist. Und bis wir dieses bekommen, dauert's wohl noch ein kleines Weilchen!
AuS Stadt, ProvMz mt& Nschbsrgebiet
Fulda, 25. April.
X Der vor längerer Zeit ans der Provinz Posen an die hiesige dompfanliche Knabenschule versetzte Lehrer L. Äntoniewicz, ein bejihrter, kranker Mann, ist nunmehr wieder nach Chrnal- kowo bei Schrimm zmückoersetzt. Die Stadt Fulda wird dadurch der unangenehmen Aufgabe enthoben, einem Manne Pension zahlen zu müssen, der auch nicht eine Stunde Unterricht hier zu ertheilen in der Lage gewesen ist.
5 Auch die gestrige Plenarversammlung des Bürgervereins war nicht beschlußfähig, da noch 8 Herren an der erforderlichen Anzahl fehlten. Es soll demnach zur schriftlichen Beschlußfassung über den neuen Statutenentwurf behufs Erlangung der Korporationsrechte geschritten werden. Es wurden gestern die Bedenken gegen den vom Vorstand ausgearbeiteten Entwurf geltend gemacht, und soll diesen Rechnung getragen werden. Wenn dies in ausreichendem Maße geschieht — besonders was die Beschlußfähigkeit und nothwendige Mehrheit der Generalversammlung bei aufzunehmenden Schulden und bei Festsetzung der Beiträge anlangt — dürfte der Annahme der neuen Statuten von keiner Seite etwas entgegenstehen. — Große Bestürzung und lebhaftes Bedauern rief die Nachricht hervor, daß ein Vorstandsmitglied des Bürgervereins, H-rr Hugo Urh, der, im Begriff- stehend, zur Plenarversammlung zu gehen, fich plötzlich unwohl fühlte, am Schlagfluß gestorben sei.
* Am nächsten Sonntage werden in hiesiger Stadt 243 Kinder zur ersten hl. Kommunion zugelassen, und zwar 106 Knaben und 137 Mädchen. Davon kommen auf die Dompfarrei llOEcstkommunikanten (49 Knaben, 61 Mädchen), und auf die Stadtpfarrei 133 (57 Knaben, 76 Mädchen).
+ Ja Frankfurt a. M. starb am 9. April der in loen wertesten Kreisen bekannte Zahnarzt Dr. Anton Joseph Frey im Alter von 84 Jahren. Als er vor 3 Wochen wie alltäglich seinen Gang zur 9 Uhr-Messe im Dome machte, wurde er von einem Wagen auf das Trottoir geworfen, er achtete die Verletzungen nicht, ging zur Kirche, doch nach 3 Wochen führten sie den Tod herbei. Erbauend und schön wie sein Leben, war auch sein Tod. Er war ein Freund der Armen und Gründer des St. Vincenz-Vereins zu Frankfurt. Mit vielen älteren Geistlichen der Diözese Fulda war ■er befreundet und Mitglied des Marianifchen aktums der Diözese Fulda. R. I. P.
P
Den Freunden der Billardspielkunst ist es ebenfalls angenehm, zu erfahren, daß der berühmte Billardkünstler Herr Moritz Fleischer, z. Z. int Crss Brandl in Frankfurt a. M, auf seiner dem- nächstigen großen Tournee durch Deutschland auch Fulda mit einigen Vorstellungen bedenken will. Vor seiner Abreise von Frankfurt will er noch einen großen Match ausfechten, und zwar fordert er dis besten dortigen Billardfpieler zum Wettkampf heraus. D.rselbe wird heute, Freitag und Saa.stag Abend im Caso Brandl stattfinden, und zwar wird Herr Fleischer 500 auf 1500 Pomts vorgeben. Hier in Fulda wird Herr Fleischer seine Kunst am nächsten Dienstag, den 30. d. M. im Restaurant „Zur alten Post" sehen lassen.
* Zum heutigen Viehmarkt waren 407 Stück Rindvieh angetrieben. Bei der geringen Zahl der anwesenden Käufer gestaltete sich der Handel sehr lau. Die in Unterfranken und Aschaffenburg, sowie in einigen Gegenden unseres Regierungsbezirks herrschende Maul- und Klauenseuche scheint remnach auf die Frcqrenz der Viehmärkte nachtheilig zu wirken. Der nächste hiesige Viehmarkt wird am 23. Mai abgehalten.
* Vor hiesigem Schöffengericht kam vorgestern die s. Z. gemeldete Hazardspiel-Affaire zum Abschluß. Nachdem die Staatsanwaltschaft tm Laufe der Zeit schon gegen die sämnNlichen beteiligten Gäste die Untersuchung eingestellt ha.te, wurde vorgestern auch der betreffende Gastwirth kostenlos freigesprochen. Das Dreikartspiel „Grundehrlich" ist demzufolge nicht strafbar.
* Die Durchschnittspreise für die im Monat April d. I. gelieferte Fourage stellen sich im Kreise Fulda wie folgt: Hafer 7 M. 12 Pfg., Heu 3 M. 93 Pfg., Stroh 3 M. 52 Pfg. pro Cenlner.
• Die zum Nachlaß I. K. H. der Landgräfin Marie von H ssen, geborenen Herzogin von Württemberg, gehörigen Kunstgegenstände und Alterthümer werden im Auftrag der hohen Erben am 21. Mai dieses Jahres und den folgenden Tagen, jedesmal von Vormittags 9 Uhr ab, im Stadtschloß zu Hanau gegen Baar- zahlung öffentlich versteigert. Die gegen 1200 Nummern umfassende Sammlung zeichnet sich durch Reichthum an dekorativen Gegenständen, z. B. große Delfter und chinesische Vasen, Platten und Tellern, Nassauer, Nürnberger und anderen Krügen, worunter seltene Stücke, eingelegte Radschloß- und schöne Feuersteingewehre, ferner durch seltene Stücke in Elfenbein, Silber, Email und Uhren aus. Die einzelnen Gegenstände werden in Abtheilungen in folgender Reihenfolge zum Verkauf gelangen. 1. Abteilung: Broncegegenstände, Schnitzereien, Oel- gemälde und Miniaturen. 2. Abtheilung: Delfter, Fay nc-n, chinesische, japanische, Meißener unb andere Porzellane und Figuren. 3. Abtheilung: Krüge, Gläser und Waff-n. 4. Abtheilung: Elfen- bein, Silber, Schmuckfachen und Uhren. 5. Abtheilung : Möbel und Verschiedenes. Kataloge werden nicht ausgegeben, doch steht die Sammlung am Sonntag den 19. und Montag den 20. Mai d. I., von früh 9 Uhr ab zur Besichtigung offen.
* Rotenburg, 23. April. Von bett Mitgliedern des Kreistages unseres Kreises ist vor zwei Jahren zur Hebung der Obstbaumzucht eine recht anerketmenswertheEinrichtung getroffen worden. Der ganze Kreis ist nämlich in eine Anzahl Aussichtsbezirke eingeth.ilt und für jeden dieser Bezirke eine mit dem Obstbau bekannte Person bestellt. Diese hat nun jährlich sämmtliche Gemeinden des überwiesenen Bezirks einmal zu bereisen und sich von dem Stand der Obst'aumzucht zu Überzeugen, ferner Anordnungen Über neue Anpflanzungen zu treffen und am Schluffe jeden Jahres Über die gewonnenen Resultate Bericht zu erstatten. Infolgedessen ist bis jetzt schon in den einzelnen Gemeinden eine große Anzahl Bäume gepflanz worden, und ist es wünschenswerth, daß man auch fernerhin den Anordnungen der Visitatoren willig nachkommt, denn dadurch verschafft sich eine jede Gemeinde eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle.
» Frankfurt a. M., 24. April. Die Atlas- figur, welche das Mittelportal unseres Haupt- Personenbahnhofes krönen fall, ist eingetroffen und wird in den nächsten Tagen aufgestellt werden.
♦ Homburg v. d. Höhe, 23. April. Die Kaiserin Friedrich nebst den kaiserlichen Prinzessinnen
lesichtigten heute Vormittag zwischen 11 und 12 Ihr unter der Führung des Herrn Baumeister Jacobi das seiner Vollendung entgegengehende neue Kaiser Wilhelm-Bad, sowie die in Bau begriffenen Sielbauten und neuen Parkanlagen in ier Nähe des Neubaues. Nachmittags fuhr die itaiferin mit Waqcn nach Frankfurt, um der Landgröfia von H ssen einen Gegenbesuch abzu- iatten. Für nächste Woche wird der Besuch der Kaiserin Augusta Viktoria nebst den kaiserlichen Prinzen im hiesigen Schlosse erwartet.
* Halle, 23. April. Am zweiten Ostelfeier- tage ertranken zwei junge Leute bei einer Kahn- tarfie. Fünf saßen im Kahn, anscheinend sämmt- ich des Boolfahrens wenig kundig. Als das Fahr- ;eug auf ein Wehr zutrieb, sprangen angesichts >er dabei zu erwartenden Katastrophe der 21jäh- rige Malergehilfe Braun und der 20jährige Bür- tenmacher Götze in den Fluß und ertranken; die anderen drei Personen konnten gerettet werden.
Vermischtes.
* Außer Krauts ist in Preußen noch eine andere Person als Scharfrichter approbirt, und zwar Reindel in Magdeburg, der so lange die Hinrichtungen in bett alten Provinzen des preußischen Staates ausführte, bis Krauts ihn bei der Enthauptung Hödels abgelöst h rt. Daß Krauts eine etwa während seiner Haftzeit nöthig werdende Hinrichtung zu vollziehen hätte, ist deshalb ausgeschlossen.
sBestes Mitte I.s Vozelhändler: „Hier, gnädiger Herr, ist ein Gimpel, der sehr schön pfeift." — Herr von $■: „Er pfeift ja aber gar nicht." — Vogelhändler : „Er ist blos schüchtern; das beste Mittel, ihn dazu zu bringen, ist, daß Sie ihm etwas vorpfeifen; er denkt dann, es ist noch ein Gimpel da, und dann pfeift er auf der Stelle."
Marktbericht.
♦ Frankfurt, 24. April. Der heutige Viehmarkt war mit 210 Ochsen, 12 Bullen, 190 Kühen, Rindern und Stieren, 285 Kälbern, 19 Hammeln, 412 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen L Qual. M. 64-66, II. Qual. M. 54—58, Bullen I. Qual. Mk> 40-42, II. Qual. Mk. 36-38, Kühe, Rinder und Stiere I. Qual. M. 53-55, II. Mk. 44—48, Alle, per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Kälber I. Qual. 60—62 Pfg., II. Qual. 50-54 Pfg., Hämmel I. Qual. 58—60 Pfg., II. Qual. 40—45 Pfg., inländische Schweine I. Qual. 57—58 Pfg., II. Qual. 55-56. Alles per Pfd. Schlacht- gewicht._________________________________
Meteorologische Beobachtungen
der hiesi en Wetterwarte.
Barom.
Wetter
17,2
8,0
732,9
732,7
732,7
tenweratur» extreme.
Mar. I Mi».
Thenn, «elfiu,.
16,0
8,0
7,6
24 2
9
25 7
| z. heiter heiter | bedeckt
«outum.
= ä Millim.
& ®
Windrichtung n. Stärke.
SW4
SW1 S1
Gestern 4*/g Uhr Nachm. ein Ferngewitter in NW, welches in Nord vorüberzoz. Luftdruck wieder bis 4 Mill, unter feinen normalen Stand
gefallen.
Das gestern bei den Hebriden erschienene Minrmum tst südostwärts fortgeschritten. Das hohe Luftdruckgebiet hat sich überOsteuropa ausgedehnt. Dem zufolge herrscht eine schwache südliche Luftströmung über Deutschland bei veränderter Bewölkung. Vielfach siel gestern Regen, im östlichen Deutschland stellenweise unter Gewitter-Erscheinungen. [Seewärts)
Letzte Beobachtung 10'/z Uhr Morgens.
Luftdruck — 733,6 mm. — Lufttemperatur — 8,8o C. — Luftfeuchtigkeit — 96°/». — Wolkenzug (Nimb.) au, SSW. — Windrichtung = <51. — Himmelsansicht — bedeckt.
Seiden-Greuadines, schwarz und farbig, (auch alle Lichtfarben) Mk. 1.55 p Met bis Mk. 14.80 (in 12 versch. Qual.) — versendet robenweise porto- und loHfret dai Fabrik-Depot G. Henneberg (R. u. S. Hofl.) Zürich. Muster umgehend Briese kosten 2o Pf. Porto.
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Mens sana in corpore sano. Wer den Spruch, daß nur in einem gesunden Körper ein gesunder G.ist Ihätig fein kann, an sich selbst erfüllt sehen will, muß vor allem dafür sorgen, daß durch regelmäßige Verdauung reichlicher Mengen von Nährstoffen, im Organismus womöglich etwas mehr Nährstoff- abgelagert werden, al, solche durch die Thätigkeit de, Lebens zum Verbrauch gelangen. Wem aber aus irgend welchen Gründen die Erfüllung dieser Bedingung nicht leicht wird, der versäume nicht durch den Genuß von Kemmerich's Fleisch- Pepton dasjenige zu thun, was er sich und seinen Angehörigen schuldig ist. Der Fleischbrühe, den Saucen, wie den meisten anderen Speisen zugesetzt, liefert es eine leicht verdauliche, angenehm schmeckende und dabei sehr ausgiebige Nahrung, die ein Gefühl der Behaglichkeit und erhöhte Arbeitskraft verschafft. [860