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Religionrlehrer sowie je 1 Lehrer für Zeichen-, Turn- und Gesang-Unterricht. Die Schülerzahl betrug im Sommersemester 237, im Wintersemester 224. Hiervon find 149 ka> höfischer, 60 evan­gelischer, 15 israelitischer Konfession; 105 sind Einheimische, 95 Auswärtige und 24 Ausländer. Das Durchschnittsalter betrug am 1. Febr» 1839 in Oberprima 19,1, Unterprima 19,1, Obersekunda 18,3, Untersekunda 17,1, Obertertia 16, Unter­tertia 14,5, Quarta 14, Quinta 12,4, Sexta 11. Im Wintersemester ging 1 Schüler ab, die Fre­quenz am 1. Februar 1889 betrug 224. Das Zeugniß für den einjährigen Militärdienst erhielten 1888 Ostern 25, Michaelis 1 Schüler; davon sind zu einem praktischen Berufe abgegangen Ostern 2 und Michaelis 1 Schüler. Ueber die Abitu­rienten ist Bericht bereits vor Kurzem erstattet worden. Die vom Komitee der sog. Wohlthäter- stiftung, welche« gegenwärtig au« den Herren Prä­lat und Regen« Dr. Komp, L.ihhauskasfirer Krisch und Hofapotheker Rullmann besteht, veranstaltete Sammlung ergab in diesem Jahre den Betrag von 329 M. 84 Pfg. Der Kapitalfond« beläuft sich dermalen auf 5342 M. 47 Pfg. Davon find 3900 M. in Obligationen de« Kurh. Staatsan­lehen« vom Jahre 1863 zu 4 pCt., 1200 M. in Obligationen der Landeskredttkafle zu 3'/, pCt. und der Rest bei der städtischen Sparkasse ver­zinslich angelegt. Die Entlassung der Abiturienten erfolgt morgen (Samstag) Vormittag« 9 Uhr. Das neue Schuljahr beginnt am 29. April. — Den uns inzwischen ebenfalls zugegangene Jahre«- berichtdeshiefigen Realprogymnasium«, dem ein treffliche« „Wort an die Eltern" der Schüler beigefügt ist, besprechen wir morgen.

* Im Affentheater finden am Sonntage noch zwei Vorstellungen zu ermäßigten Eintritts­preisen statt, worauf wir empfehlend aufmerksam machen.

* Für Bieuenliebhaber wird die Nachricht sicher eine hochwillkommene sein, daß da» Reich«, postamt auf Wunsch der Königlich italienischen Postverwaltung da« Zugeständniß gemacht hat, Sendungen mit lebenden Bienenköniginnen al« Briefpostgegenstände zur Beförderung au» Italien nach Deutschland nunmehr gelangen zu lassen. Diese Sendungen werden in Form von kleinen Schachteln oder Holzkästchen, welche auf einer Sette mit einem dichten Drahtgitter versehen find, zur Einlieferung gelangen und sollen hin- sichtlich der sonstigen auf Gewicht und Umfang hinzielenden Vorschriften den für „Maaren- proben" berett» bestehenden Bestimmungen unter- liegen. Da» von' dem Absender im Vorau» zu entrichtende Porto beträgt 25 Ct«. gleich 20 Pfg. für je 15 Gramm de» Gesammt«gewicht» der Sendung.

* Bei der Hessen-Nassauischen Baugewerks- Berufsgenoffenschaft find im Monat Februar 46 Unfälle und 2 Todesfälle vngezeigt worden, gegen 52 Unfälle mit 1 Todesfall im gleichen Monat de« vorigen Jahres. Auf die einzelnen Gewerbe entfallen: Baugeschäfte 15, Maurergeschäfte 5, Eteinhauergeschäfte 4, Zimmergeschäfte 3, Glaser­geschäfte 1, Weißbindergeschäfte 1, Brunnenmacher 1, Spengler 1, Dachdecker 1 und Steinbrüche (al« Nebenbetrieb) 4.

* Für die Jagd-, Fischerei- und Sport-Aur- stellung in Caflel ist die Veranstaltung einer Lotterie für die ganze Monarchie genehmigt worden. Als Gewinne sind durch Neuheit, Zweck­mäßigkeit und mustergültige Ausführung sich aus- zeichnende, insbesondere solche gewerbliche und kunstgewerbliche Gegenstände in Aussicht genommen, welche zur Jagd, Fischerei und zum Sport Be­ziehung haben. Der Ankauf derselben erfolgt durch den Vorstand der Ausstellung oder durch eine von demselben zu bestimmende Kommission. Die Ziehung soll am 19. September 1889 stattfinden. Im Ganzen gelangen nach dem Verloosungrplan auf 100,000 Loose über 2000 Gewinne zur Aus­gabe, und wird der Hauptgewinn den Werth von 10,000 Mk. repräsentiren.

* Cassel, 11.April. Einer kaiserlichen Kabinett- ordre zufolge haben sämmtliche Offiziere des elften Armeekorps, sowie da» Osfizierkorp» der zweiten Gardedragoner drei Tage lang Trauer um den General Schlotheim anzulegeu. Heute Vormittag um 12'/, Uhr fand da» Leichenbegängniß de» General» Frhrn. v. Schlotheim statt. De« Trauer- zug eröffneten drei Schwadronen Husaren, drei

Bataillone Infanterie und zwei Batterien Feld­artillerie. Drei Musikkorp» spielten Trauermärsche. Der Sarg verschwand unter einer erdrückenden Kränzelast. Dem Sarge folgten der kommandirrnde General de» 8. Armeekorps, v. Los, ein Adjutant des Kaiser», drei Divifions-Gmeräle, darunter Prinz Heinrich von H ffen, die gejammte Generalität und Deputationen sämmtlicher Regimenter de­ll. Armeekorps, sowie mehrere Hundert Offiziere. Sechs Kriegervereine schloffen den Zug.

* Marburg, 11. April. Der heutige Pferde» markt nahm einen über Erwarten günstigen Ver­lauf. An getrieben waren ca. 150 Pferde, von denen etwa 30 Stück vei kauft und vertauscht wurden. Der Zutrieb der Thiere war laut der ,Oberh. Ztg/ so stark und der Handel so lebhaft, daß neben dem al» Marktplatz zur Verfügung stehen­den städtischen Holzhofe noch ein Thetl de» an­grenzenden Kämpfrasen in Benutz genommen wer­den mußte.

• Bieber (bei Offenbach), 10. April. Hier herrschen Scharlach und Diphtheriti« so stark — einige Hundert Kinder liegen krank darnieder — daß die Schulen geschloffeu werden mußten.

"Wiesbaden, 10. April. Die Exkaiserin Eugenie wird demnächst hier eintnffett, um sich bei Dr. Mezger einer Maflagekur zu unterziehen. Der Tag der Ankunft ist noch nicht festgesetzt, doch soll dieselbe noch im Laufe diese» Monat» erfolgen.

"Cronberg, 10. Apcll. Für die Kaiserin Friedrich find in dem benachbarten Schönberg mehrere kleine Häuter angekaust worden, welche niedergelegt werden. D e hohe Frau läßt den nach genanntem Orte führenden Feldweg in eine gute Fahrstraße umbauen, wozu die Erwerbung der Häuschen, die den bisherigen Eigenthümern mit je Mk. 6000 bezahlt wurden, nothwendig war. Weitere versuchte Ankäufe von Grundstücken im hiesigen Orts kamen wegen der geforderten hohen Preise nicht zur Ausführung.

"Limburg a. d. L., 11. April. Gestern Mittag hatten wir das erste Gemüter in diesem J-Hre, dasselbe brachte einen starken Regen. Wenn sich das alte Sprüchwort bewährt, so haben wir ein gute« Jahr zu erwarten.

Vermischtes.

* Dis Fertigstellung des 1000 Fuß hohen Eiffel- thurmes in Paris wurde durch 21 Böllerschüsse, die von der ersten Terrasse abgefeuert wurden, gefeiert. Auf dieser 38 Met. hohen Plattform erhebt sich ein ganzes Dorf eleganter, im Schweizerstil erbauter Häuschen; hier werden zahlreiche Wirthschaften, französische, russische, schweizerische rc. eingerichtet. Der innere Umfang d^s ersten Stockes beträgt 500 Meter. Die Fahrstühle nach dem zweiten Stock, der 115 Meter hoch ist, werden erst Ende April in Betrieb gesetzt. Daneben baut man Trep­pen, bald gerade, bald schneckenförmig sanft ansteigend. Die Aussicht ist schon von dieser Höhe großartig, von der 3. Plattform, 207 Meter, wundervoll. Von diesem Stockwerk an ändert sich die Bauart bei Thurmes. Die vier Pfeiler sind vereint und bilden nur noch aufeinan­der gesetzte Kästen. Die Treppe erhebt sich spiralförmig um einen Mittelpfeiler, und der Besucher steigt mit immer beklemmenderer Empfindung der Leere und Einsamkeit im Raume, die durch das Pfeifen des gegen die Gitter anschlagenden Sturmes und die fortwährende Drehung des Rundgewölbes mit jedem Schritt gesteigert wird. Oben angelangt, befindet man sich auch weit über dem noch zuletzt emporragend gebliebenen Mont Valerien, der zu einem bescheidenen Hügel zusammengeschrumpft ist. Rach dreiviertelstündigem Klettern und Steigen erreicht man di« vierte und letzte Plattform, 273 Meter. Ueber dieser Höhe ist eine in 4 Kammern getheilte Kuppel auf­gebaut; die Kammern sollen wissenschaftlichen Beobacht­ungen dienen. Ueber der Kuppel ist eine elektrische Leucht­vorrichtung angebracht, die von unten wie ein Thurmknauf aussieht, aber 3 Meter hoch ist und ihr Licht 72 Kilometer weit wirst. Ueber diesem Leuchtthurm befindet sich noch eine umgitterte Terrasse, 300 Meter über der Erde. Von hier flattert die französische dreifarbige Fahne herab. Die an der Spitze noch mit dem Treppenbau beschäftigten Arbeiter tragen Pelzmützen und Pelzkleider wie Grönland­fahrer.

* Furchtbare Augenblicke haben die Reisenden eines Zuges durchgemacht, welcher in diesen Tagen durch die Prairien von Dakota fuhr. Der Zugführer sah den Feuergürtel vor sich, hielt ihn für nicht sehr breit und glaubte ihn schnell durchfahren zu können; aber er hatte sich getäuscht. Mitten im rasenden Laufe mußte er den Zug anhalten, da der Rückzug das Beste schien. Aber jetzt hatte das Feuer auch die hinter dem Zuge liegenden Weiden ergriffen und die Reisenden mit einem Flammen­meer umgeben. Der furchtbarste Tod drohte Allen. Man wollte aus dem Zuge hinausspringen, um das Freie zu gewinnen, aber schnell zog man sich vor derGluth in die Wagen wieder zurück. Dicker Rauch dringt in die Wagen, kaum kann man noch athmen. Instinktiv setzt der Zug­führer den Zug wieder in schnellsten Gang; die Fahrt geht durch eine Hölle, aber endlich ist die Gefahr über­

wunden. Es war auch hohe Zeit; denn bereits begannen die Wagen zu brennen und die Reisenden waren fast erstickt.

(Statistik der Juden.) Juden gibt es nach den in Paris erscheinenden „Archiven Judaiquos“ auf der «anzen Erde 6,300,000. In Europa leben 5,400,000 Juden, in Asien 30,000, in Afrika 35,000 und in Ame­rika 250,000. Die Zahl der Juden in Australien ist nicht ganz sicher, aber man darf wohl annehmen, daß sie nicht bedeutend ist. Soweit es Europa betrifft, leben die" meisten Juden in Rußland, und zwar 2,552,000, wovon 768,500 auf das ehemalige Königreich Polen entfallen. In Oesterreich sind 1,644,000 Juden, von welchen allein in Galizien 688,000; in Deutschland 562,000, in Rumä­nien 263,000, in der Türkei 105,000, in den Niederlanden 82,000, in Frankreich 63,000 und in Italien 40,000. In Palästina beträgt die Zahl der jüdischen Einwohner 25,000.

Ein goldenes - B. -C.

Achte heilig Deine Würde, Bleibe stets der Tugend treu; Eentnerschwer drückt oft die Bürde, Doch verzage nicht dabei. Ehrlich seien Deine Thaten, Forsche stets der Wahrheit nach; Gehe froh auf ihren Pfaden, Hüte Dich vor jeder Schmach, In des Lebens Labyrinthen, Kommst Du über Stock und Stein; Lasse nie den Gleichmuth finken, Mag's Geschick auch widrig sein. Nie enthülle And'rer Schwächen, O, Du leidest auch daran; Pünktlich halte Dein Versprechen, Quäle Dich mit keinem Wahn. Rechtthun gelte Dir als Ehre, Sittlichkeit sei Dir Gebot, Trock'ne Deines Bruder- Zähre Und erleicht're seine Noth.

Vorsicht sei die starke Säule, Welche trägt und stützt das Haus, Senien der Liebe theile Zum Geschenke Allen aus.

Auszug ans tru Registern des Standesamts Fulda vom 5. bis 11. April 1889.

Aufgebote.

9. April: Weber Christian Franz Fladung von Dir­los und Josepha Ebert von Petersberg. 9. Schuhmacher Heinrich Joseph Köck von hier und Maria Barbara Gold­bach von Weyhers. 11. Kaufmann Max Ferdinand Eickenscheidt von Kray, Regierungsbezirk Düsseldorf, und Helena Anna Maria Elisabeth Berta von hier.

Eheschließungen.

8. April: Schlosser am Bahnh. Friedrich Wilhelm Borchert von Heber, Kreis Soltau, und Klara Alma Louise Bertha Wolf von Sömmerda.

Geburten.

6. April: Johann Heinrich Friedrich, S. des Ziegel­brenners Johann Konstantin Böller zu Horas. 6. Maria Elisabeth, T. des MetzgermeisterS Andreas Hieronymus. 7. Anna Elisabeth, T. des Schuhmachers Richard Göthe. 8. Hugo, S. des Fabrikanten Sigmund Rödelheimer. 9. S. des Kaufmanns Karl Adolph Bohnacker. 9. Klara Louise Anna, T. des Schlossers am Bahnh. Friedrich Wilhelm Borchert, 9. S. des Kaufmanns Gustav Adolph Feuerstein.

Sterbefälle.

6. April: Anna Adelheid Knips, Rentnerin, leb. St., 55 I. 1 M. 11 T. 7. Katharina Elisabet geb. Rückert, Ehefrau beS Leinwebers Adam Blum, 28 I. 3 M. 25 T. 8. Emilie geb. Möller, Ehefrau bes Briefträgers Johan­nes Lambert, 56 I. 8 M. 6 T. 9. Abalberta geb. Roth, Ehefrau bes Hofmeisters Rhabanus Atzert zu Oberziehers, 48 I. 5 M. 26 T. 9. Nikolaus Bau, Maurer, verh., von Rönshausen, 39 I. 1 M. 5 T. 9. Tobtgeb. T. beä Maurers Joseph Schwarz. 9. Georg Karl Theodor Kehr, Oberförster a. D., verh., 68 I. 8 M. 7 I.

Lelegraphifitzer Schiffs bericht »er ,jie» Star ffiae' Aitnerpe».

Der Postdampfer „Pennsylvania" der , Red Star Line' in Antwerpen ist laut Telegramm qm 10. April wohl­behalten in Philadelphia angekommen.

Meteorologische Beobachtungen

der hiesigen Wetterwarte.

K ®

11 2

9

12 7

Barow. Millim.

728,8

728,7

728,6

Lherm. «elftul.

H/T" 9,0 5,4

remperatu» eitreme.

Mar. 8ttn.

Wind, richtung n. Start«.

14,9

5,6

NO

Windstill

Wetter

heiter wolkig bedeckt

Zug der unteren Wolk.nichicht (Nimbus) und Luftströmung nordöstlich. Lustdruck härt fich konftqaent auf seinem tiefen Stand. Heute Morgen schwacher Nebel und starke Thaubildung.

Die Zunahme des Luftdruckes hat allenthalben fort­gedauert. Ueber Deutschland ist bei schwacher, vorwiegend nördlicher bis östlicher Lustströmung und durchschnittlich wenig veränderter Temperatur daS Wetter trübe und viel­fach nebelig. sSeewarte.s

Letzte Beobachtung 10'/, Uhr Morgen«.

Lustdruck — 728,8 mm, — Lufttemperatur — 8,8» C. — Luftfeuchti-keit — 90»/», — Wolkenzug (Cumuli) aus NO. — Windrichtung — NO2. — tzimmelSanficht = bedeckt.