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daß der diesjährige Verbandstag in Kassel abgehalten werden soll und zwar voraussichtlich gegen Mitte des Monat« Juli.

• Zum Schutze der Reichs-Telegraph en- Anlagen find im Straf-Gesetzbuche für das Deutsche Reich vom 15. Mat 1871 nachstehende Bestimmungen erlassen:

$ 317. Wer gegen eine zu öffentlichen Zwecken die­nende Telegraphen Anstalt vorsätzlich Handlungen begeht, welche die Benutzung dieserAnstalt verhindern oder stören, wird mit Gefängniß von Einem Monat bis zu drei Jah­ren bestraft. — § 318. Wer gegen eine zu öffentlichen Zwecken dienende Telegraphen - Anstalt fahrlässiger Weise Handlungen begeht, welche die Benutzung dieser Anstalt verhindern oder stören, wird mit Gefängniß bis zu Einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu Neunhundert Mark be- fltaft.

Gleichwohl sind die Reichs-Telegraphen-Anlagen häufig vorsätzlichen oder fahrlässtgen Beschädigun­gen, namentlich durch Zertrümmerung der Isola­toren mittelst Steinwürfen rc. ausgesetzt. Derjenige, welcher vorsätzliche oder fahrlässtge Beschädigungen der Reichs-Telegraphen-Anlagen so zur Anzeige bringt, daß gegen die Thäter mit Erfolg singe» schritten werden kann, erhält in jedem einzelnen Falle eine Belohnung bi» zur Höhe von 15 Mark.

* Die Verhältnisse des Bergbaues sind im Regierungsbezirk Cassel in der Besserung be­griffen. Der Eisensteinbergbau hat in den ersten drei Monaten d. I. eine Förderung von 2093 Tonnen aufzuweisen; int Schwerspathbergbau ist die Förderung von 4543 Tonnen de« Vorjahres auf 4976 Tonnen gestiegen und der Absatz von 1838 Tonnen auf 4883 Tonnen.

* Cassel, 9. April. Seine Durchlaucht der regierende Fürst von Dsenburg-Birstein traf mit Gefolge und Dienerschaft gestern hier ein und nahm im „Hotel Schirmer" Absteigequartier. Seine Durchlaucht beabsichtigen, wie wir erfahren, einige Tage hier in Cassel zu verweilen, und hat derselbe bereits im Laufe de» gestrigen Tage» einen Aus­fing in die Karlsaue und nach Wilhelmshöhe unter­nommen.

* Meer Holz, 8. April. In der Mitter- nachtrstunde vom 2. auf den 3. ds. M. fand die Ueberführung der von Meran hierhergebrachten Leiche de» Erbgrafen Friedrich zu Isenburg und Büdingen-Meerholz vom Bahnhofe nach der Schloßkirche statt. In langem, von 70 Fackeln begleiteten Zuge wmde der Entschlafene, getragen von Mitgliedern de» Kriegerverein«, in die Kirche geleitet, woselbst vor dem Altar die Aufbahrung stattfand. Donnerstag Nachmittag wurde die Leiche feierlich beigesetzt.

* Dermbach, 9. Aprll. Die Zuckerfabrik Dermbach ist von mehreren Großgrundbesitzern angekaust worden, die ganze Anlage soll abge­brochen und sofort an dem günstiger gelegene« Bahnhof Großrudestadt wieder aufgebaut werden.

* Eisenach, 10. Aprll. Kaiser Wilhelm wird demnächst al» Gast de» Großherzog« von Weimar einige Tage zur Auerhahnsbalz nach Eisenach kommen.

t * Meiningen, 9. Aprll. Die Vermählung der Gräfin Adelheid zur Lippe-Biesterfeld mit dem Prinzen Friedrich von Sachsen-Meiningen findet am 25. d. M. zu Schloß Neudorf in Posen statt.

• Frankfurt a. M., 9. Aprll. Herzog Adolf von Nassau trat heute Nachmittag 2 Uhr 15 Min. mit dem fahrplanmäßigen Kölner Schnellzug seine Reise nach Luxemburg an. In seinem Gefolge befanden fich sein Sohn, der Erbprinz, Finanz- Präsident von Düngern, Graf Dillen-Spiring und Graf Wolff-Metternich. Da die Abfahrtsstunde vorher bekannt war, hatte fich auf dem Perron «es Hauptbahnhofes ein zahlreiche» Publikum ein- Mfunden. Vor dem Salonwagen, den die Hess. Ludwigsbahn zur Verfügung gestellt hatte, waren int Verabschiedung Gräfin Westphal und andere Damen der hiesigen Aristokratie erschienen, mit welchen sich der Herzog noch lebhaft unterhielt. Al» da» Zeichen zur Abfahrt gegeben wurde, brachte da» Publllum auf den Herzog ein drei­maliges Hoch au», für da» derselbe am Waggon- finster stehend dankte. Die zahlreiche Dienerschaft «tte in einem zweiten Wagen Platz genommen. Der Herzog fährt bi» Koblenz, wo er heute Abend eintrifft und übernachtet. Morgen früh fitzt er die Reise in sein neue» Herzogthum fort, Mittag» wird er daselbst eintreffen.

* Montabaur, 6. Aprll. Die Aufnahme­prüfung für dar hiesige kgl. Lehrerseminar begann vorgestern. Außer zwölf SchAern der Fritz la rer

Präparandenanstalt, die ohne Prüfung ausgenom­men wurden, hallen sich 19 junge Leute zur Auf­nahme gemeldet. Zur Aufnahme in die hiesige Präparandenanstalt hatten sich 17 Schüler ge- melvet, welche auch fämmtlich angenommen wurden.

* Der bischöfliche Schatz zu Limburg besitzt eine» der hervorragendsten Werke byzantinischer Goldschmiedekunst. Er ist die goldene, mit viel­farbigem Schmelz geschmückte Lade, in der ein Stück der hl. Kreuze» bewahrt wird. Die Reli­quie, früher Eigenthum der Kaiserin Helene, ge­langte sammt der Umhüllung, welche Kaiser Konstantin VII. im neunten Jahrhundert unserer Zettrechnung in die Sophienkirche zu Byzanz ge­stiftet hatte, bei der Eroberung Konstantinopel» durch die Kreuzfahrer nach Trier und 1806 nach dem Ende de» Kurfürstenthum» Trier in nassau­ischen Besitz. Ohne Zweifel gilt die Reliquie al» da» größte Heiligthum der griechisch-katholischen Kirche. E» ist der Wunsch vieler Gläubigen, da» Heiligthum nach Konstantiopel zurückkehren zu sehen, wenn einmal der Halbmond von der Aja Sophia verschwinden sollte. Nachdem die russische Regierung vor einiger Zett eine genaue Aufnahme de» Kunstwerke» hat anfertigen lassen, verlautet jetzt, wie der .Franks. Z/ von wohlunterrichteter Seite mttgetheilt wird, daß man in Petersburg den Gedanken an die Möglichkeit nicht aufgibt, auch da» Original selbst für die orthodoxe Kirche wieder zu gewinnen; man würde stch in diesem Falle an der Newa zu den denkbar größten Gegenkonzessionen verstehen. Der bischöfliche Schatz so weit er stch in der Franziskanerkirche zu Lim­burg befindet, ist gleich der Domkirche und deren beweglichen Kunstgegenständen Eigenthum des preußischen Staates. 1867 hatte das Domkapitel zu Trier seine alten Ansprüche auf den Schatz erneuert und später die HUfe Pius IX. ange­rufen, der indessen eine Entscheidung ablehnte. E» sind jetzt gerade 15 Jahre verflossen, al» in Gegenwart de« damaligen Kronprinzen Friedrich WUhelm in einer Sitzung der königlichen Regie­rung zu Wiesbaden über den Streitfall referirt wurde.

Vermischtes.

* Der Rennsport hat wieder ein Opfer gefordert. Beim vorgestrigen Hindernißrennen in Charlotterrburg stürzte Lieutenant Graf Dohna, einer der namhaftesten Herrenreiter, so unglücklich, daß er wie tobt liegen blieb. Er hat eine schwere Gehirnerschütterung und einen Arm- bruch erlitten.

* Mühlhausen, 8. April. Ein Aprilscherz, der aber dem Betteffenden einige höchst unangenehme Augen­blicke schuf, wurde gestern hier aufgeführt. Einige junge Leute hatten einem Freunde, der gerade eine Geldsendung von zu Hause erwartete, eine Postanweisung in die Hände gespielt, derzufolge er berechtigt sein sollte, eine Summe Geldes, die ihm angeblich von Hause geschickt worden, auf der Post in Empfang zu nehmen. An nichts Arges denkend, machte sich der junge Mann auf den Weg nach der Post, wo man indeß die Sache sehr ernst auffaßte; in dem Glauben, einen Schwindler ertappt zu haben, ließ man den nicht wenig bestürzten jungen Mann unter dem Schutz eines Polizifien nach der Kreisdirektion abführen. Dorthin folgten ihm die Freunde, die ihm von ferne nachgegangen waren, um zu sehen, was aus der Geschichte würde. Sie hatten nämlich gehofft, man würde auf der Post den Scherz erkennen, als nun aber die Sache eine so ernste Wendung nahm, eilten sie dem Freunde nach und Hätten den Scherz auf, der dann hinterher wieder tüchtig belacht wurde.

* San Remo, 8. April. Der Vorstand für das hier zu gründende deutsche Krankenhaus hat soeben einen ersten Jahresbericht veröffeMlicht. Wir entnehmen demselben, daß die Sammlungen bis Ende 1888 Lire 10,101.89 betragen haben, darunter eine Gabe des ver­storbenen Kaisers Fttedrich im Bettage von 1000 M., welche den Grundstock zu den Sammlungen gebildet hat. Wie uns der Vorstand mittheilt, sind im Laufe des gegen« wättigen Jahres noch etwa 21,000 Frs. dazugekommen, so daß bereits ein Haus angekauft worden ist, das vor­aussichtlich im Herbst 1890 als Krankenhaus eröffnet werden kann.

(Amerikanische Sitten.] Auf der Konferenz der artigen Methodisten des Bezirkes Lexington in Patts (Kentucky) kam es am Freitag zu einer höchst peinlichen Scene. Es handelte sich um einen Kirchenstuhl. Ein baumstarker Neger, Namens Kelly, war der Besitzer des Kirchenstuhles und machte während eines Gottesdienstes ein Recht geltend, da ein anderer Neger dort Platz ge­nommen hatte. Der Letztere roeigerte sich zu weichen, worauf fteUg ihn beim Halse packte und hinauswarf. Jener ließ fich dies aber nicht ruhig gefallen, sondern feuerte zwei Revolverschüffe ab. Die eine Kugel ver­wundete Kelly tödtlich, während die andere dicht an dem Kopfe des Predigers, Bischofs Andrews, vorbeisauste und in der Kanzel stecken blieb. Es befanden sich ungefähr 1200 Pettonen in der Kirche und ein allgemeiner Schrecken war die Folge.

sEr fährt mit.] Große Heiterkeit erregte eine Szene, welche fich am Sonntag in einem Wagen der Berliner

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Sm Monat März 1889 tarnen zur Anmeldung.

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Gestern 21(a Uhr Nachm. Ferngewitter in ONO. (Ferngewitter — wenn die Zeit zwischen Blitz und Donner niemals kürzer ist al» 10 Sekunden.) Niederschlagshöhe des Regens ver- gangener Nacht in Mill, ausgedrückt — 6,2. Luftdruck 2,7 Mill, gestiegen (steht immer noch 6 Mill, unter normal). Temp. 1,6° über der normalen Tages-Temp.. welche hier im Aprll = 7,9° C. ist.

Ueöer Europa ist der Luftdruck überall gestiegen. Das Maximum liegt über Nordfchweden, das Minimum im Westen. Neber Centtaleuropa wehen schwache nördliche bis östliche Winde bei ttüber, stellenweise nebeliger Witte­rung. Die Temperatur ist durchschnittlich wenig verän- dett. [Seeroarte.]

Letzte Beobachtung 10*/2 Uhr Morgen«. Luftdruck — 730,6 mm. — Lufttemperatur — 10,0o C. — Luftfeuchtigkeit — 92°/g. — Wolkenzug (Cumuli) aus NW. — Windttchtung — NW3. - HimmelSanficht --- z. Hefter.

Literarisches.

Vom Journal für moderne Möbel (Renaiffance- sttl), herausgegeben von praktischen Fachmännern, Verlag von W. Kohlhammer in Stuttgart, liegt jetzt das 3. Heft der 6. Abthellung mit folgendem Inhalt vor: Bettstelle Waschkästchen, Spiegel, Wohnzimmer-, Salon- und Hausthüre, Aushängekasten. Zu diesen Möbelzeich­nungen kommen noch 2 Blatt ausführlicher Detail,eich- nungen in natürlicher Größe, Preisberechnungen für Nuß­baum und Eichenholz und auf dem Umschlag eine klar uno anregend geschriebene Abhandlung über verschiedene Smarten. Die Sammlung, welche sich wegen ihrer schönen und doch leichten Entwürfe bei vielen Tischlermeistern be- sonders auf dem Lande gut eingebürgert hat, dürfte durch dieses neue Heft eine vielen willkommene Erweiterung erfahren haben.

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§1

Pferdebahn, Linie Spittelmarkt-Alexanderplatz, abspielte. Gerade als der Wagen abfuhr, nahm ein dem Arbefter- stande angehöriger Mann im Innern desselben Platz. Derselbe hielt sorgsam ein Packet int Arm, dessen Inhalt sich bei näherer Besichtigung als em Hündchen entpuppte, das seine schwarze Schnauze verräthettsch aus dem um- hüllenden Tuch hinausstreckte. „Sie dürfen mit das Thier nicht mitfahren", meinte der Schaffner, erhielt aber von dem Betreffenden die kategorische Antwott: „Ick fahre mit!" „Nee", erwiderte energisch der Schaffner, „Sie fahren nich mit!" „Unsinn 1" entgegnete beharrlich der Packetttäger, „ich fahre mft!' „Dann setzen Sie das Thier hinaus!" rief ärgerlich seinerseits wieder der Be­amte. „I, wo wer ick denn!" sprach der Andere phleg­matisch. „Nu hab ichs satt!" schrie der Schaffner, faßte mft der einen Hand den Renitenten am Arm und zog mit der anderen trüftig am Riemen der Klingel, den Wagen auf diese Weise zum Stehen bringend. „Raus! Hunde werden nu mal im Wagen nicht geduldet!" „Aber der doch!" meinte lachend der Andere, indem er das Tuch aufschlug, in welchem friedlich ein ausgestopfter Pindter ruhte, von welchem allerdings keine Störung zu befürchten war. Selbst der Schaffner stimmte in das fröhliche Ge­lachter em, welches nun losbrach, während der Arbeiter den Streftgegenstaud wieder sorgsam einhüllte und sprach: „Sehen Se, nun sind Se wieder jemüthlich. Ick sagte Sie ja gleich: ick fahre mit!"

(Aufrichtig.] Tänzerin (die ihren Tänzer auf den Fuß getreten): Habe ich Ihnen wehe gethan? — Er: Ach wie konnte eine Elfe mit ihren Engelsfüßchen wehe thun. (Zwei Minuten später): — Tritt mir dasTram- pelthier beinahe die Zehe weg.

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Die Verhältnißzahl der Gestorbenen auf ein Jahr und 1000 Einwohner berechnet (Sterblichkeftsziffer), bettägt hiernach für die Stadt Fulda pro Monat Mär, 21,06.

Meteorologische Beobachtungen

d er hiesigen Wetterwarte.