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Luftdruck bei eingetretener nördlicher 618 nord­nordöstlicher Luftströmung um 10 Mill, gestiegen und steigt noch rasch. Die heutige Morgmtemp. 3 bis 4° niedriger als die der letzten Tage. Schneehöhe — 1 Cm. (9 Uhr Morgens).

Das Minimum, welches gestern über England lag, ist mit abnehmender Tiefe südostwärts nach Nordfrankreich fortgeschritten. Ueber Irland ist das Barometer ungewöhu- lich rasch gestiegen, so daß über den britischen Insel« lebhafte nordöstliche mit Abkühlung begleitete Winde wehen. Ueber Deutschland ist das Wetter trübe, zu Nieder­schlägen geneigt, und, außer im Osten, kälter. sSerwart«) Letzte Beobachtung 10'/, Uhr Morgens.

Luftdruck — 734,6 mm. (steigt noch) — Lufttemperatur — 2,2» c. — Luftfeuchtigkeit — 96%. — WolkenWg (Nimbus) aus NNO. — Windrichtung — NNO 3. — HimmelSanficht — trüb.

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vender Petrus, ein Verräther Judas aus ihm fervorging. Sehr einfach. An ihren Früchten sollt ihr ste erkennen, nicht wahr, frommes Blätt­chen? Und dann, welch' tröffe Ignoranz, zu reden von „Christen (Katholiken), die das An­recht auf die Seligkeit für sich allein in An- pruch nehmen? Wie oft soll man denn auf den gewöhnlichsten katholischen Katechismus Hinweisen? Der lehrt dies nicht, die kathol. Priester und Kirche auch nicht, aber Lästerzungen unterschieben es giftig fort und fort der heiligen Kirche: An hren Früchten sollt ihr sie erkennen! Aber das Blatt treibt's noch besser. „Das erzkathol. Frank­reich ist die Geburtsstätte aller Revolutionen, das erzkathol. Spanien eines der unruhigsten Länder. Daher gehört wahrlich Muth dazu, zu behaupten, >aß der Katholizismus die Throne Europa's rette." Nun, 1848 hat er es doch gethan; wenigstens behauptete es König Friedrich IV., da waren die Katholiken die einzige Stütze des preuß. Thrones. Und noch heutzutage sind es nicht das katholische Westfalen, Rheinland, Schlesien, wo die Sozial- lemokratie wüthet, nicht kathol. Städte bedürfen des Belagerungszustandes, nicht kathol. Städte find der Herd der Anarchie, sondern jene Gegenden und Städte Deutschlands, wo das Wort Gottes lauter und rein verkündet wird. Leipzig, Berlin, Spandau, Frankfurt, Offenbach, Nürnberg, Elber­feld, Barmen. Gilt da auch: „An ihren Früchten werdet ihr sie erlernten?" „Erzkatholisches Frank­reich" — war beim der Ordensschacherer Wilson ein Katholik? Papa Grevy suchte und fand einen Schwiegersohn, „der nicht zu beichten brauchte". Er wußte vielleicht, warum! Sind denn jene zwar katholisch getauften, aber geschworenen Feinde der Kirche, ein Paick Bert, Goblet und wie ste alle heißen, als Katholiken zu,betrachten? Bei diesen gilt höchstens: corruptis optimi peaaima. „Wahr­lich nicht Muth," sondern Unverfrorenheit gehört dazu, diese Logenleute, Atheisten, Materialisten, diese Feinde des Kruzifixes und der Orden, diese Pharaonen, welche die Katholiken schinden und berauben, welche Juden und Protestanten zu Ver­waltern erledigter bischöflicher Remter machen, als Früchte, echte Früchte der kathol. Kirche zu be­zeichnen. „Wir müssen uns zum Herrn Jesus be­kehren, sonst hilft alles Laufe« in die katholische Kirche nichts." Wollte doch das Blatt dies lieber zunächst vielen der evangel. Professoren und Pre­diger zurufen, welche die Gotthett Christi in Wort Md Schrift leugnen, wie es die Bonif.-Broschüren 1888 II und V gewiß zur Trauer gläubiger Protestanten schwarz aus weiß leider darthun konnten. Wir kommen demnächst auf die auch sonst merkwürdige Nr. 10 des Casseler Sonntags­blattes noch zurück.

X Neuhof, 22. März. Am heutigen Tage scheidet der hochwürdige Herr Kaplan Joseph Medler von Neuhof aus seinem bisherigen Wir­kungskreise, um in Fulda an der Stadtpfarrkirche seine priesterlichen Funktionen fortzusetzen. Wir können es nicht unterlassen, dem verehrten Herrn an dieser Stelle einen kurzen Nachruf zu widmen. Sein hochwittdiger Herr Dechant und Pfarrer, mit dem er stets im tiefsten Frieden lebte, empfindet seinen Verlust schwer; ebenso die übrigen geistlichen Konfratres, mit denen er freundschaftlich verkehrte; auch dem Lehrerstande zeigte er stets seine Achtung und Freundschaft. Ebenso die Parochianen von Neuhof und Rommerz sehen den allsettig geachteten Priester ungern aus ihrer Mitte scheiden. Außer seiner übrigen Gewissenhaftigkeit in Erfüllung seiner schweren Berufspflichten, glauben wir besonders hervorheben zu müssen, wie der hochwürdige Herr so unermüdlich im Krankenbesuche war und die Sterbenden mit dem Tröste der helligen Sakra- mente in so erbaulicher Weise versah und ihnen auf diese Weise den schweren Gang in die Ewig­keit erleichterte. Auch die Kinder verlieren in ihm einen liebevollen Freund. O, wäre dieses schöne Verhättniß doch noch lange geblieben 1 Möge dem im Weinberge des Herrn bisher so eifrigen und pflichttreuen Diener auf seinem ferneren Lebenswege Glück und Segen be- schieden werde«. Wir danken ihm für die uns bewie­sene Liebe; werden unserm geistlichen Freunde stets ein treues Andenken bewahren uttb gemäß seinem bescheidenen Wunsche zuwellen sür sein Wohlergehen ein andächtiges Vater unser beten. Wir müssen chn lieben, well er durch seinen Wandel uns ein Beispiel gab, unser Leben zu einem wahrhaft christlichen zu gestalten.

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n* Mit Versetzung 'bet durch Versetzung bes PkgrrerS Orth nach Großentaft erlebigten Pfarrei fieber ist Herr Domkaplan Schmelz beauftragt worben.

• Gestern fand Hierselbst Pfarr-Kor.kursexamen statt, an welchem sich 5 Diözesanpriester beteiligten.

• In der gestrigen Sitzung bes Kreistages würbe die bereits am 7. bs. Mts. an bieftr Stelle - veröffentlichte Tagesordnung in folgender Weife erledigt: 1., Die Ausscheidung desjenigen Theiles bes Landweges von Margarethenhaun nach Armen­hof aus dem Landwegebauverband, welcher durch die Wegeverlegung vom Dorfe Margarethenhaun aus ersitzt worden ist, wurde genehmigt. 2., Die Kosten des Ausbaues des Zufuhrweges zur Halte- stelle Wiesen wurden auf Kreisfonds übernommen, weil die Gemeinde mit Wegebaukosten überlastet ist und die Bahnstation Wiesen am 1. Mai nicht miteröffnet werden könnte, sofern der Zufuhrweg bis dahin nicht hergestellt wäre. Die Kosten könn­ten um so eher auf Kreirfonds übernommen wer­den, weil der Kreis aus den nach der bekannten 1« Hüne überwiesenen 19,344 Mk. noch einen verfügbaren Ueberschuß besitzt. 3., Ein Nachtrag zum Landwegebau-Etat für die Gemeinde DieterS- hausen pro 1889 sowie bas Unterstützungsgesuch dieser Gemeinde wurde befürwortet unter der Be­dingung, daß die Gemeinde ein Drittel der Kosten trägt. 4., Die Aufnahme einer projektirten Wege­verlegung hinsichtlich des von dem Sangen» bieber-Schackauer Landwege abzweigenden Land­weges nach der Niedensteiner Fohlenweide in den Landwegebauverband soll beantragt werden. 6) Die Neuwahl mehrerer Schiedsmänner an Stelle derjenigen, welche die Annahme der am 29. No­vember v.J. erfolgten Wiederwahl abgelehnt Haden bezw. gestorben find, ergab nachstehendes Resultat: Gewählt wurden für Böckels Gutsbesitzer Klinge- biel daselbst, für Oberamtmann Klostermann in Johannesberg Bürgermeister Schaub in Ister­giesel, für Bürgermeister a. D. Schultheis in Marbach Schollmester in Dietershan, für Flieden Bürgermeister Happ und als dessen Stell- vertretet Joh. Ad. Kräh, Hüttner daselbst, für Vizebürgermeister Johannes Krack in Maberzell Bürgermeister Wehner und als Stellvertreter X. Hütsch daselbst, für Vizebürgermeister Weber in Oberbimbach der Bürgermeister Joh. Ad. R ütz el in Unterbimbach. 6) Der Kreishaushalts- Etat pro 1889/90 wurde vorgelegt und der Be­richt des Kreisausschusses über die Verwaltung und den Stand der Kreis-Kommunal-Angelegen- hellen im Jichre 1888 den Herren Kreistags-Ab- fleorbneten mitgetheilt unb in Druckform überhändigt.

* Die Gebühr für Telegramme nach Groß- i britannien und Irland beträgt vom 1. April ab 15 Pfg. für das Wort. Als Mindestgebühr witb für eftt Telegramm 80 Pfg. erhoben.

y. Das Casseler Sonntagsblatt vom 10. März berichtet über einen Volksauflauf im katholischen Wiedenbrück, wobei ein protestantisches Braut­paar beschimpft, kurzum arger Unfug begangen fein soll. Hoffentlich werden die Uebelthäter vom Gerichte, wie sie es verdienen, exemplarisch bestraft. Soweit stimmen wir mit dem Blatt gern über­ein, nicht aber betreffs feiner Anmerkungen. Dieser Fall soll nämlich lehren, wie die kathol. Kirche in chren Gliedern ist. Warum? Nun, nach der Bibel kann ja ein fauler Baum nicht gute Früchte drin­gen; an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! Also ein änziger Unfug seitens der Katholiken zeigt die Faulheit der kathol. Kirche I Nun dann hat sich das fromme Blatt selbst das Urthell ge­sprochen. Es fährt fort: Und doch gibt es viele evangelische Christen, die die Liebesthätigkell und Opferfreudigkeit ihrer Prediger noch verspotten." Faule Früchte, viele faule Früchte an einem — guten Baum, nein I ein guter Baum bringt gute Früchte! nach der uiroetftotenen Logik des Sonntags- blattes. „Zeigt sich der Geist Christi nicht in jenen Rohheiten", zeigt er sich denn etwa in dem „Spotten vieler evangelischer Christen?" Das heißt man hl. Schrift erklären. Jenes vom Herrn [ gebrauchte Sprichwort richtet sich doch offenbar nicht zunächst gegen Personen, sondern gegen falsche Lehren, deren Falschheit durch ihre Kon- siquenzen und schlechte« Früchte erkannt wird. Wo aber lehrt die kathol. Kirche ihre Kinder ein Benehmen, das nur im entfernteren jene Hoch- zettsrohhetten entschuldigt. Wer will denn das Apostelkollegiurn brandmarke«, weil ei« verleug-

«in», richtung n. Starte.

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* Frankfurt a. M., 20. März. Bei der Frankfurter Schulbehörde ist dieser Tage eine Ver- ügung der Regierung zu Wiesbaden eingetroffm, wonach dis Schuldeputation die katholischen Lehrer an den Simultanschulen ferner nicht anhalten kann, an den katholischen Feiertagen Schulunter­richt zu ertheilen. Die katholischen Lehrer haben )d ihrer Anstellung an diesen Schulen einen dies- lezüglischen Revers unterzeichnen müssen. — Dieser Tage wurden, wie vom Polizeipräsidium bestätigt wird, zwei Knaben am Eschenheimer Thor von einem Manns mit weißen Bart gebeten, ihm in •er nächsten Bäckerei ein Brödchen zu holen. Die Knaben kamen dem Wunsch des Alten, der nur mit großer Mühe gehen zu können vorgab, bereitwillig nach unb erhielten dann zur Belohn­ung einen Apfel. Der eine Knabe brachte ben Apfel mit nach Haus, und als er dort ausein- andergefchnitten wurde, sand man im Inner« ab­gebrochene Nähnadeln, mit Haken versehene Stecknadeln u. s. w.; der Genuß des Apfels hätte dem Knaben zweifellos den Tod gebracht. Wie es dem zweiten Knaben gegangen ist, konnte «och nicht ermittelt werden. E n ähnliches Ver­brechen wurde vor einigen Tagen' in Worms verübt.

* Wiesbaden, 21. März. Unsere Kurstadt wird in der bevorstehenden Saison einen hohe« Gast beherberge«. Die Kaiserin von Oesterreich, »ei der sich ihr früheres Leiden wieder eingestellt jat, wird auf Anrathm derAerzte und auf Wunsch des Äatfers in Begleitung der Erzherzogin Valerie zu einem dreiwöchentlichen Massage-Kuraufenthalt nach hier in die Heilanstalt des Professors Metzger kommen.

Vermischtes.

sAmerikanisch) Ein deutscher Ingenieur fährt auf dem Ohio. Er wendet sich an den Kapitän des Dampfers: „Eure Maschine da ist herzlich schlecht.- — „Ja, Herr!« — „Unb wie lange denkt Ihr ste noch zu brauchen — „Bis sie platzt!« "

[Slegont] „Johann, was für Blumen sind denn das?« — „Frische Vergessen Sie mein nicht!«

Auszug m In Kkgißrrn des Zt-udrsamts Mt vom IS. bis 21. März 1889.

Geburten.

12. März. Friedrich und Wilhelm, Zwillingskinder des Schreiners -. B. Christian Schäfer. 14. Maria Margretha Gertrude, T. des Seifenfabrikanten Carl Bernard Halb­leib. Emma Mathilde, T. des Schlossers Quinibert Quell. 15. Carl Friedrich Wilhelm, S. des Kaufmannes Konrad Krauß. 16. Friederike Christine, T. des Hilfsbremsers Johann Georg Wittekind. 17. Maria Josepha, T. bei Fabrikarbeiters Michael Habersack. 18. Anna Josepha, T. bei Färbergehilfen Heinrich Johann Kraus. 19. Joseph Wilhelm, S. bei Lehrers Aloys Seraphin Genßler.

Sterbefälle.

14. März. Anna Maria, T. bes Wedmeisters Martin Gomer, 1 I. 1 R. 3 T. 15. Margretha geb. Hahnickel, Ww. bes Bauers Raymund Gärtner zu Rommerz, 75 I. 9 M. 6 T. todtgeb. Sohn einer Auswärtigen. 17. Ann« Ernestine, T. des Eisenbahn-Schaffners Friedrich Recke, 13 I. 6 M. 27 T. Anna Monika geb. Faupel, Ehefrau dei Taglöhneri Wendelin Stumpf zu Neuenberg, 77 I. 3 M. 12 T. Katharina geb. Raab, Ehefrau dei Tag­löhners Heinrich Gaß zu Hattenhof, 52 I. 4 M. 25 T. 18. Friedrich Hermann Franz, S. des Zimmergesellen Franz LouiS Fickler, 6 M. 24 T. 19. Maria Elisabeth« Florentine, T. des Sattlers Johann Richard «tzert, 3 M. 24 T. Katharina Theresia geb. Schmalz, Wtttwe des Schmiedmeisters Joseph Frick, 61 I. 6 M. 26 T. todtgeb. Sohn des Bahnwärters bei der Oberheff. Eifenb. Johann Rommeis. 21. Friederike Christine, T. des Hilfsbremsers Johann Georg Wittekind, 5 Tage.

Meteorologische Beobachtungen der hiesigen Wetterwarte.