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Schuppe, Bahnhofstraße 2 und Frau Fanny Dr. Goebel, Breiteweg 261 hier.

* Münster, 3. März. Der Fasten-Hirtenbrief des hochw. Herrn Bischofs Johann Bernard be­handelt den Kampf gegen die drei Grundlaster der verdorbenen Natur: Augenlust, Fleischeslust, Hoffahrt des Lebens, durch die drei christlichen Tugenden: Armuth des Geistes, Geduld in Kreuz und Leiden, Demuth, die Christus selbst auf Erden in vollkommener Weise geübt hat. Im Einzelnen geht dann das Hirtenschreiben auf da» Beispiel Jesu Christi ein, der um unseretwillen arm ge­worden ist, um unseretwillen Leiden und selbst den Tod am Kreuze ertragen hat und, obwohl selbst Gott, die tiefste Verdemüthigung zu unserer Erlösung auf fich nahm.

* Köln, 3. März. Der Fasten-Hirtenbrief unseres Herrn Erzbischöfe» Philippus behandelt die Gottheit Jesu Christi.

* Trier, 3. März. Der Fastenhirtenbrief des Herrn Bischofs Dr. Komm handelt von der christ- lichen Erziehung.

• Aus Nassau, 3. März. Der Fastenhirten­brief des hochw. Herm Bischofs von Limburg be­handelt in ausführlicher Weife das 5. Kirchen­gebot. Entsprechend den vielfach geäußerten Wün­schen beginnt die österliche Zeit wieder am zweiten Sonntage in der Fasten unb endet am dritten Sonntage nach Ostern.

* München, 5. März. Der bayerische Staats- haushalt für 1888 schließt mit einem Ueberschuß von 12 Millionen ab.

Ausland.

• Das Hoflager des österreichisch en Kaiser­paare« wird in der zweiten Hälfte diese» Monat» wieder von Budapest nach Wien übersiedeln, Als­dann wird da» Kaiserpaar einige Wochen an dem Adriatischen Meere zubringen.

• In Serbien ist da» Kabinet Ristitsch per­fekt geworden. König Milan unternimmt dem­nächst eine Reise nach dem Aurlande, während welcher Ristitsch die Regentschaft führen soll.

* Der französische Minister de» Jnnem Constans hat den Polizeipräfekten von Paris an­gewiesen, nicht mehr zu dulden, daß die ver­schiedenartigen Deputationen, die Boulanger täglich empfängt, den Charakter öffentlicher Mani- festattonen annehmen.

* Im Laufe de» Sommers finden in mehreren Theile« Italien» Probemobllistmngen statt.

* Rom, 3. März. Auch der Episkopat der Vereinigten Staaten hat an den h. Vater eine Adresse gerichtet, welche in den schärfsten Ausdrücken gegen die Besetzung de« Kirchenstaates und die bekannten Artikel des italienischen Straf­gesetzbuches fich wendet. E» heißt darin: „Heiliger Vater! Die von Natur den Herzen aller Söhne eingepflanzte Pflicht, thatkräfttg zusammen zu wir­ken, um ihren Vater zu schützen und ihn, wenn er von Leid und Unglück bedrängt ist, wieder aufzu­richten, diese drängt fich auch uns auf angesichts der gegenwärtigen Lage. Wir wiffen ja, daß Du

stürzend, sie völlig betäubend auf sie ein. Gegen diesen Anprall ist ihre Brust nicht gewappnet — denn je länger sie liest, je mehr bestärkt fich der Gedanke in ihr, daß Baptist im tiefsten Elend fitzen müsse und — daß die Folgen dieses Elen­de« wahrscheinlich auf ihr Haupt fallen würde. Denn Nöre kennt die boshafte, gehässige, unge­rechte Welt, und ist sie nicht längst von den Ihri­gen verkauft und verrathen? Einzig weil sie charakterfest geblieben, al» ihr da» Wasser de» Unglück« bi» an den Hals stieg, daß sie die Ehre des Hauser nach Außen verfochten und auf ihrem Recht bestanden hatte nach wie vor, deßhalb rüstete sich Jedermann zum Kriege gegen sie. Wo gab es da noch Verständniß für ihre Natur, für ihr Recht? Nein, nein, da» Gesetz würde stets auk Seiten ihrer Feinde sein, denn die Welt war ein­mal ganz konträr und grundverdorben. So grollte e» in ihr, ste völlig zu verstören. Wie lange schon hatten ihre Nächsten sich ihr stet» widersetzt, und nachdem kein Mittel half, ste, Nöre, gefügig zu machen, hatte man dem Verschollenen nachgeforscht und ihn zum Bündniß gegen fu herangezogen. Denn wenn e» nicht so wäre, würde er, der Ver­brecher, nicht so herrisch au» seinem Versteck her­vortreten. Und Nöre dentt an die Gerichtsschran-

nicht nur in die Hände gottloser Menschen gerathen bist, sondern auch unter deren Botmäßigkeit und Gewalt ein überaus trauriges, von täglichem Kum­mer und zahllosen Bedrängnissen getrübtes Leben führst. Selbstverständlich schmerzt uns das tief in der Seele, und beklagen wir empört und unter Thränen Dein Geschick; sind wir ja doch Deine Söhne und Bischöfe, gleich wie Glieder zu einem Haupte gehörig; wenn dieses leidet, muß die Empfindung gemeinsamen Schmerze« den ganzen Körper durchdringen. Dürfen wir auch weiter nichts thun, so ist e» uns doch eine Erleichterung, den Schmerz und das Unglück unseres Vaters einigermaßen durch Brief und Anrede zu erleich­tern und ihn zu trösten Und durch Gebete zu Gott, dem Vergelter alle« Wahren und Guten, die himmlische Hülfe zu erflehen. . . Jene gottlosen Menschen haben e« sich zum Ziel gesetzt, daß künf­tig Deine Macht über die katholische Kirche, sei e» auf der ganzen Erde, vernichtet werde. Das heißt denn doch, die Verfassung der von Christu» gestifteten Kirche zu vernichten, des­sen Verheißungen ungültig zu machen, und die Kirche, wo möglich, selbst aurzurotten. Denn eine Freiheit der Kirche, ohne welche sie nicht bestehen kann, gibt e« nicht, wenn ihr Lenker in der Ausübung seiner Amte« nicht frei ist. Denn was vermögen die Glieder, wenn sie durch ungerechte Gewalt von ihrem Haupte getrennt werden? Um diese unsere und de« Oberhirten Freiheit zu schützen, sind wir zur Erduldung aller Gefahren bereit; sie ist ein Thetl de« himmlischen Erbes, welches unser Gott mit sich auf die Erde herabgebracht und uns, feinen Söhnen, hinterlassen hat. Deßhalb möge Niemand fich wundern, daß wir diese Freiheit theuerer erachten als sogar das Leben. Sei also guten Muthe«, Papst Leo. Sei eingedenk dessen, was zu Deinem und aller Guten Trost der könig­liche Sänger vorau«sagte: Bald werde die Zeit kommen, wo Gott fich erhebt, um ,Deine Sache zu entscheiden, um zu zerstreuen und zu verderben Deine Feinde. Wie vom Schlafe wird Er auffahren und Deine Hasser mit ewiger Schande bedecken. Aufstehen wird Er und Seine« Sion fich erbarmen, welches böse Männer al« fichere Beute an fich ge- riffm zu haben vermeinten. Wir wenigsten«, Deine Söhne, die wir aus diese Weissagungen der Helligen Bücher und die Verheißungen Christi, unsere« Er­lösers, vertrauen, werden stets beten aus innerstem Herzen, daß bald kommen möge die ersehnte Zeit, wo Du die Kirche regierest in voller Freiheit, wo auch die Wölfe, welche wüthend den Schafstall umkreisten, zu Lämmern Deiner Heerde sich ge­wandelt haben. Zu Deinen Füßen erflehen wir inbrünstig den Apostolischen Segen. Kardinal Gibbon« für fich und die Erzbischöfe der Ver­einigten Staaten."

Auch die Bischöfe von Brasilien haben ein Schreiben an den Papst gerichtet; ste schließen fich darin den Kundgebungen der ganzen Erde zu Gunsten der Unabhängigkeit des Papstlhum« an und widersprechen der Auslegung, welche die Reise de« Kaiser« Wilhelm rücksichtlich der Anrechts Italien» an Rom gefunden. Ferner erheben sie

ken und schaudert. Nur einmal in ihrem Leben hatte sie von einer Schwurgerichts-Verhandlung in der Zeitung gelesen. Gab er ein größere« Unglück auf der Welt, al» nur so verhört und öffentlich gerichtet zu werden? Auch jener Angeklagte war unscyuldig gewesen und freigesprochen worden. Ein Jahr später war rr gestorben, die Haft und der Gedanke an die erlittene Schmach hatten ihm da« Lebensmark verzehrt. Nöre hatte e« nicht ander« erwartet. Und wie an Händen und Füßen ge­bunden mußte sie dastehen vor dem öffentlichen Verhör, und da» Verborgenste wurde an'« Tages­licht gezogen und sie hatte ihr Opfer umsonst ge­bracht, der ehrliche Name ihres braven Vaters war geschändet für ewig. Und wie da« Dorf Hohnlachen würde bei diesem Schauspiele, ste ge- demüthigt zu sehen, Keine Stimme würde für sie, Alle« gegen sie zeugen. Und durfte sie e« ahnen lassen, daß fich ihr Bruder wegen Fälschung aus dem Staube gemacht und fich seiner Vater­rechtes gegenüber dem seligen Müller feierlich be­geben hatte? O, e» war entsetzlich. Und plötzlich schnellt sie empor, die Unruhe treibt ihr den Angst­schweiß au« allen Poren. Konnte sie wissen, wo Baptist war? Doch halt, sie besinnt fich, der Brief von Johanne«, vielleicht sagte er ihr Alle»;

Einspruch gegen das neue italienische Strafgesetz- buch.

* Rom, 2. März. Aus Anlaß des Jahres- tages seiner Krönung hat der Papst eine Summe von 2000 Franks dem Verein von St. Peter mit dem Auftrage überwiesen, hierfür aus den Spar­bäckereien Brod zu kaufen und dasselbe unter die Armen der Stadt Rom zur Vertheilung zu bringen. — Der Gesmdheitszustand des Kardinals je­doch owski bessert sich; wenn er die Gesundheit vollständig wieder erlangt hat, wird er wahrschein­lich die Würde eines ProbatarS des apostolischen Stuhls an Stelle des verstorbenen Kardinal« Sacconi erhalten; dieser Würdenträger hat sich mit fämmtlichen Ausgaben de« päpstlichen Hofes zu befassen. In Folge de» Todes mehrerer Kar- dinäle wird wahrscheinlich im Mai ein neues Kon­sistorium berufen werden, in welchem auch die Präkonisatton der polnischen Bischöfe erfolgen wird.

* Im Bundessenat zu Washington kam ee dieser Tage zu einer erregten Scene zwischen dem Senator Riddleberger und dem Präsidenten. Der Erstere kam betrunken in die Sitzung und ver­weigerte lärmend, dem Präsidenten Folge zu leisten. Er mußte mit Gewalt aus dem Saale gebracht werden, wobei er sich zur Wehr setzte, so daß e« zu einer förmlichen Prügelei kam.

Aus Stadt, Brovirrz und Nachbargebiet.

F u l d a, 6. März.

Im Monat Februar 1889 wurden von den Metzgern und Privaten der Stadt Fulda geschlachtet: 40 Ochsen, 5 Bullen. 41 Stiere, 66 Kühe, 55 Kalbinnen, 397 Kälber, 413 Schweine, 47 Hammel und Schafe, sowie 1 Ziege in einem Gesammtgewicht von 83,295 Kilogramm. Außer­dem wurden dahier 4563 Kilogramm Fleisch und Fleischwaaren etngebracht, so daß demnach der Gesammtverbrauch in der Stadt Fulda pro Febr. d. I. 87,858 Kllogramm beträgt.

* Unter Hinweis auf die im Jnseratmtheil dr. Bl. enthaltene „Herzliche Bitte" theilen wir un­seren Lesern zur Bekräftigung de» dort Gesagten an dieser Stelle noch mit, daß c» sich ht aegen- wärtigern Falle laut einer uns vorliegenden aus­führlichen Schilderung der betreffenden Familien- verhältniffe wirklich um eine der Hilfe edler Men­schen nicht unwürdige Sache handelt. Außer dem Herrn Pastor Slump find auch die Herren Pastor v. Geyr und Präfekt v. Euch, beide in Kopenhagen, gerne bereit, die geschilderte Nothlage zu bestätigen. Gewiß finden sich auch in unserem Leserkreise einige Menschenfreunde, welche eingedenk der göttlichen Verheißung „Selig find die Barmherzigen, denn sie werden. Barmherzigkeit erlangen" auch bei diesem Anlaß wiederum ein Scherflein zur Lin­derung unverschuldeten Elend« erübrigen können.

* Der am 1. April in Kraft tretende neue Personentarif der preußischen Staatsbahnen untereinander enthält unter anderen Verbesserun­gen diejenige, daß die Rückfahrtkarten eine Gütig-

wie seltsam, daß jetzt gerade ein Brief von Jo­hanne» kommm mußte. Wie ein Schwert fährt ihr der Gedanke durch die Seele: O, auch er ist ja wider mich — Johanne», dessen Wohltäterin ste war, dessen Kindheit ste treu behütet und der nun im Stande ist, den gehässigen Dörflern zu ihrem Triumphe zu verhelfen. War nicht am Ende auch der Pfarrer mit im Komplot gegen sie? Warum spitzten sich alle seine Reden mit ihr zu Predigten zu, gegen den Hochmuth, al» ob k« ihre Schuldigkeit wäre, vor dem Bauemrolk im Dorfe im Staube zu kriechen? Prosit Mahlzeit! Herabdrückcn lassen, sie, Nöre, Nöre Förster? Nimmermehr! Sie stürmt hinan»; im Wohn­zimmer, im Eckspind liegt der Brief von Johan­ne». Heute will ste ihn lesen, wa» sie verschmäht haben würde unter allen Umständen; denn bi« heute hatte ste immer noch im Geheimen eine Be­rufung an ihr Herz gefürchtet, wa« hatte Johan­ne« sonst zu schreiben? Sie aber wollte fich au« Gründen nicht weich stimmen lassen. Fort mit dem Mufikanten, für dm gab e« keine Tante Nöre mehr! Sie entfaltet dm Brief, ihre Hände flie­gen, aber ihr Herz ist gefeit.

(Fortsetzung folgt.)