hinsichtlich der äußeren Ausstattung sowie in Bezug auf Eintheilung der Inhalts den früheren Ausgaben vollkommen gleich. Da bekanntlich die Bearbeitung eines Adreßbuches ebenso mühevoll, al» die Benützung desselben bequem und angenehm ist, so läßt sich gewiß erwarten, daß e» dem Herausgeber gegönnt sein werde, in recht flotter Abnahme des Buche» da» beste Zeichen allseitiger guter Aufnahme desselben zu erblicken.
* Am 2. k. Mts. (Sonnabend) veranstaltet eine au» 9 Personen bestehende österreichische Mädchenkapelle in der „Harmonie" zweiConcerte, welche ihrer Eigenart wegen besondere Beachtung finden dürften. An der Spitze der im Alter von 14—15 Jahren stehenden Mädchen steht al» Dirigentin Fräulein Lucie Rauscher, welche auch, wie e» nach den uns vorliegenden Berichten anderer Blätter scheint, wegen ihrer die übrigen Mitglieder der Kapelle überragenden Virtuosität auf der Geige sich doch der jedem Kapellmeister nothwendigen Autorität erfreut und beispielsweise schwierige Haydn'sche Phantafieen mit Beifall zur Ausführung bringt. Diesem Dämchen steht ebenbürtig zur Seite eine Flötistin, welche wir im Verein mit der Cellistin ein ansprech.nde« Duo vortragen hören. Man darf ja selbstverständlich an eine au» so jugendlichen Kräften zusammengesetzte Kapelle nicht Ansprüche erheben, wie etwa an eine geschulte Militär- oder Concertkapelle, aber immerhin dürfte jeder mit bescheitenen Erwartungen diese Concerte Besuchende sich durch die Leistungen der in kleidsamem, züchtigem Kostüm auftretenden jungen Mädchen vollkommen befriedigt fühlen.
* Der Königliche Kceis-Bauinsp.ktor Herr Onno Beckmann, Vorstand de» Kreisbauamts Hünfeld- Gersfeld, dahier ist vom 1. April cc. ab als Bautnfpektor an die Königliche Regierung zu Osnabrück versetzt worden.
* Bei Vergütung der Fourage sind im Kreise Fulda für den Monat F bcuar er. folgende Durchschnittspreise maßgebend: Hafer 6 Mk. 89 Pfg. Heu 3 Mk. 79 Pfg. Stroh 3 Mk. 49 Pfg. pro Zentner..
* Die Geschenke, welche dem hl. Vater aus der ganzen Christenheit zu seinem goldenen Priester- Jubiläum dargebracht wurden, sollen jetzt zum größten Theil auch unter die ganze Christenheit wieder verthetlt werden. Die Diözese Fulda wird, wie der ,Bonifatiu»bote' mittheilt, dabei nicht leer ausgehen. Au« manchen Pfarreien sind in Rom Bittgesuche um solche Gaben eingegangen. Dem hochwürdigsten Herrn Bischof wird Alle», war bewilligt werden konnte, zur Vertheilung übersandt werden. Besonders freut es uns, melden zu können, daß der heilige Vater selbst für die Domkirche in Fulda an dar Grab de» hl. Bonifatius eine genaue Nachbildung der berühmten Petrus- statue bestimmt hat. Gott vergelt'«.
• Der Herr Ober-Präsident hat durch Verfügung vom 2. d. M. Nr. 572 genehmigt, daß zum Besten de» Neubaue« einer katholischen Kirche zu Elters im Kreise Fulda, während der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember d. I. eine einmalige Sammlung freiwilliger Beiträge bei den katholischen Einwohnern der Kreise Fulda, Hünfeld und Gersfeld durch polizeilich legitimirte Kollektanten abgehalten «erden darf.
* Vakant find z. Z. die Kreisthierarztstelle de» Kreise» H ü n f e l d, die durch Todesfall erledigte evangelische Lehrerstelle zu Gersfeld und die 2te Schulstelle in Großenlüder.
• liebet die „zweite Rhönbahn Fulda- Tann" erhält die ,C. A. Z.' au» Fulda nachstehende Mittheilungen, die wir, obgleich sie unseren Lesern bereit» in der Hauptsache bekannt find, dennoch de» Zusammenhanges wegen hier unverkürzt folgen lassen:
Nachdem der Bau der zweiten in das Herz des Gebirges schneidenden Rhönbahn nunmehr so weit vorgeschritten ist, daß die Eröffnung der Theilstrecke Fulda-Bie- berstein am 1. April und die der weiteren Bieberstein- Milseburg am 1. Juli in sicherer Aussicht steht, werden einige Mittheilungen über den Bau rc. dieser so sehnlichst erwünschten Sekundärbahn namentlich für unser engeres Vaterland von allgemeinerem Jntereffe sein, weshalb wir die wichttgsten hier kurz folgen [offen. DaS ganze Projekt der Erbauung einer Nebenbahn Fulda-Tann hatte im Anfang wenig Aussicht auf Erfolg, da eine Linie Hünfeld-Hilders namentlich von denBewohnern Hünfeld'« und des Ulstergrundes auf das Eifrigste und auch mit Aussicht auf Erfolg betrieben wurde. Nun scheint es, daß die Regierung sich entweder von der Zweckmäßigkeit derHünfeld- Hilderser Linie nicht überzeugte, oder daß Schwierigkeiten fettens der großherzoglich sächsischen Regierung entstanden; im Herbst 1885 wurde von dem Ministerium der öffeni-
lichen Arbeiten die Vornahme genereller Vorarbeiten für die Erbauung einer direkten Linie von Fulda nach Hilders verfügt und bald darauf auch der Bau genehmigt. Die Bahn erschließt uns zunächst den Biebergrund und die Perle der Rhön, die hochromantische Milseburg, sowie die ganze kuppenreiche und den nördlichen Theil der hohen Rhön. Sie wird mit der Schwesterbahn Fulda-Gersfeld wechselweise den Verkehr vermitteln, da sich zwischen einzelnen Stationen beider prachtvolle Touren in einem Tage ausführen lassen; sie wird aber nicht allein der Touristenwelt ein seither vielfach verkanntes und unbeachtetes Gebirge von wunderbarer Schönheit eröffnen, sondern auch der Bevölkerung Abhülfe für einen unverschuldeten Rothstand schaffen. Die Länge der ganzen Linie beträgt rund 35 km, die des Milseburgtunnels, des bedeutendsten Bauwerkes der ganzen Strecke, 1125 m. Derselbe führt durch einen Ausläufer des als „Milseburg" bekannten Gebirges und besteht letzteres theils aus Röth, Kalk und Sandstein, weshalb durchgehends eine Mauerung erforderlich ist. Im April 1887 wurde mit den Arbeiten begonnen, im Juni desselben Jahres mit denen des Tunnelvoreinschnittes und Ende August 1887 war man an dem Tunnelmundloch. Diese Arbeiten wurden von einem Unternehmer ausgeführt, während der Tunnel selbst in „Selbstausführung" gebaut wird. Bis Oktober 1887 geschah der Betrieb mit Handbohrung und erzielte man hierdurch einen täglichen Fortschritt von ca. 1 m, von Oktober aber wurde Maschinenbohrung (System Jäger) eingeführt, wodurch sich der tägliche Fortschritt auf ca. 3 m stellte. Es wurde durchschnittlich die belgische Baumethode angewendet, wonach zunächst ein Sohlenstollen getrieben wird, sodann ein Firststollen. Die AusbruchS- massen, circa 45 000 cbm, wurden durch Löcher bei Mittelschlitzes befördert, um mittelst Bauzuges an anderen Stellen der Bahn zur Beschüttung verwendet zu werden. Beim Tunnelbau sind zwei Lokomotiven im Betrieb. Die Kosten des Tunnels betragen 800,000 bis 1 Million Mark. Von Fulda aus wird die Hauptbahn nach Hünfeld bis zur Blockstation benutzt, von hier zweigt die eigentliche Linie ab und erhält eine durchschnittliche Steigung von 1:50 (incl. Tunnel). Um unnöthigec Verzinsung des Anlagekapitals vorzubeugen, wird gleichzeitig an zwei Loosen (Tunnel Hilders und Hilders-Tann) gearbeitet. Voraussichtlich wird der Tunnel Anfang nächsten Jahres fertig. Haltestellen sind: Götzenhof, Wiesen, Langenbieber, Bieberstein, Milseburg, Eckweisbach, Bahnhof Hilders, Bahnhof Tann. Mitte Mär, werden die Dienstwohnungen der vier ersten Haltestellen bezogen und sind bereits Götzenhof und Wiesen mit Fulda und Bieberstein telegraphisch verbunden, denen in kurzer Zeit Langenbieber folgen wird. Anfang März wird die landespolizeiliche Abnahme der Theilstrecke erfolgen. Die Eröffnung der ganzen Strecke, deren Baukosten 3,250,000 M. betragen, findet voraussichtlich Ostern 1891 statt. Möge die Linie der Rhönbevölkerung bringen, was man sich von ihr ver- verspricht: Hebung des Nothstandes der Bevölkerung durch Verwerthung der Schätze der Rhön auf dem Weltmärkte und Bekanntwerden des prachtvollen Gebirges in den weitesten Kreisen!
* Cassel, 20. Februar. Von dem Vater de» Casseler R chtranwalt», welcher in Marseille verhaftet sein sollte, geht der ,H. M.' die Müthei- lung zu, daß der tetr. Herr seine Reise durch da» südliche Frankreich über Marseille nach N zza ojne jede» Hinderniß zurückgelegt hat. Er befindet sich bereit» seit dem 15. d. M. in Nizza, weder dort noch in Marseille ist etwa« ähnliche» vorgekommen. Er war überdies mit ausreichenden Legi- timationkpapieren versehen. Erst heute hat der Vat<r brüfliche Nachricht von seinem im Süden weilenden Sohn erhalten. Wie das Gerücht entstehen konnte, ist völlig rälhselhast.
* Offenbach, 21. Februar. Der Kaiser hat genehmigt, daß die hiesige alkalische Mineralquelle, welche während der Regierung des hochseligen Kaisers Friedrich entdeckt wurde, zu dessen Ge- dächlniß die Bezeichnung „Kaiser Friedrichr- Quelle" führen darf.
Vermischtes.
* Hamburg, 20. Febr. Dauth wird am Samstag früh 7>/« Uhr mittelst der Gouillotine hingerichtet werden.
♦ Newyork, 8. Febr. Mit der Ankunft des Nordd. Lloyddampfers „Fulda" am gestrigen Tage vollendete Kapitän Richard Ringk feine hundertste Rundreise. Zn Ehren dieses Ereignisses prangte gestern der Dampfer „Fulda" in vollem Flaggenschmuck und eine Anzahl Freunde des Jubilars gaben demselben ein Festdiner. Herr Emil Lenz brachte einen Toast auf denselben aus und erzählte dabei in humoristischer Weise, wie Ringk als 16jähriger Knabe mit allerhand phantastischen Ideen über Seereisen nach fernen Ländern in Danzig auf die Brig „Louisa" gekommen und bald aus allen Himmeln gestürzt worden sei, als er nach zwei Tagen schon des Kapitäns Thran- stiefel habe schmieren müffen. Am 18. August 1868 sei er in den Dienst des Norddeutschen Lloyd getreten, sei am 24. April 1871 Kapitän der „Schwalbe" und nach einander Befehlshaber der Dampfer „Köln", „Habsburg", „Donau" und „Fulda" geworden. Kapitän Ring! dankte mit herzlichen Worten für die Ovation, worauf Herr Klodius einen Toast auf den Norddeurschen Lloyd ausbrachte, den Herr Klüpfel mit einem Trinkspruch auf die Freunde deffelben beantwortete. (Bei der Rückkehr des gefeierten Kapitäns nach Bremerhafen waren alle dort liegenden Lloyddampfer festlich geschmückt. Ringk kom- mandirt seit 1885 den Schnelldampfer „Fulda." Neben den glücklichen Fahrten, die er fast durchgängig immer zurückgelegt hat, sei noch an zwei Lorbeerblätter erinnert, die sich der wackere Kapitän im Dienste der Menschlichkeit verdient hat: das eine die Rettung der
Besatzung und de: Passagiere des englischen Dampfers „Oregon" am 14. März 1886, das ander die Rettung der Besatzung des Varmouther Vollschiffes „Louise M. Fülle" am 9. Dezember 1886.) Möge es dem Jubilar vergönnt sein, noch vielmal und stets ebenso glücklich wie bisher den Ozean zu kreuzen.
* Der größte Gutsbesitzer in Preußen ist der Kaiser. Nach Profeffor Conrad (Jahrbücher für Natio- nal-Oekonomie und Statistik) verfügt er „in der Form von Kron- und Haus - Fideikommiß- und Schatullaütern über 83 Güter mit 98,746 Hektare Gesammtfläche (28,365 Ha. Acker und Wiesen, 55,560 Ha.Waldfläche) mit 651,631 Mk. Grundsteuer-Reinertrag". Dazu scheint die vom Herzog von Braunschweig ererbte Herrschaft Oels in Schlesien noch nicht gerechnet zu sein; denn die Erben des Herzogs von Braunschweig sind mit 65 Gütern von 40,186 Ha. Gesammtfläche (17,497 Ha. Acker- und Wiesenfläche und 21,019 Ha. Waldfläche) besonders aufgeführt.
Auszug
m -kn Registern des Standesamts Fvldn
vom 15. bis 21. Februar 1889.
Aufgebote.
15. Februar: Gerbergehilfe Konrad Höhl von hier und Magdalena Elisabeth Buerschaper von Ottbergen. 15. Fabrckarbetter Wilhelm Vonderau und Maria Anna Flügel von hier. 18. Photograph Albrecht Amandus Ossig von Oels in Schles. und Therese Henriette Reinecke von hier.
Eheschließungen.
18. Februar: Maurer Cölestin Krämer und Anna
Augusta Schmitt von Kämmerzell.
Geburten.
9. F-bruar: Friedrich Wilhelm Richard, S. des Post- Packctirägers Georg Friedrich Osburg. 10 Maria Adelheid, T. des Fabrikarbeiters Clemens Stumpf zu Neuenberg. 12. Lina Maria Franziska, T. des Schneiders Anton Feldmann. 13. Friedrich Karl Robert, S. des Schloffers a. B. Robert Julius Theodor Bartel. 13. Johannes Joseph Robert Valentin, S. des Kaufmanns Lorenz Michael Halbleib. 14. Maria Magdalena, T. des Schuhmachers Nikolaus Heim. 14. Maria Rosa, T. des Webers Georg August Sachs zu Horas. 14. Anton Albert Erwin, S. des Metzgers und Gastwirths Georg Ignaz Schwarz. 14. Anna Katharina Ella, T. des Schloffers am Bahnh. Johann Colonat Schürger. 16. Rosa Karoline, T. des Schuhmachers Kaspar Joseph Fleischer. 17. Wilhelm Gustav Friedrich, S. des Fuß-Gendarms d-r 11. Gend.- Brii. Gustav. Friedrich Gehlhoff. 18. Johann, S. bei Schlossers am Bahnh. Christian Wilhelm G hl. 19. Pauline Karoline, T. bes Hausburschen Emil Mannel. 21. T. des Schloffers am Bahnh. Friedrich Viktor Lindner.
Sterbefälle.
16. Februar: Johannes Joseph Robert Valentin, S. des Kaufmanns Lorenz Michael Halbleib, 3 T. 17. Damian Joseph, S. des Küfers Joseph Diegelmann, 3 I. 6 M. 12 T. 17. Eva Elisabeth Gerck, Dienstmagd, led. St., vo t Horas, 76 I. 8 M. 4 T. 18. Christian Ludwig Ernst Heinrich von Uslar-Gleichen, Freiherr, Hauptmann a. D., 50 I. 11 M. 7 T. 19. Sabine geb. Kisselbach, Wittwe des Gerichtsdieners Johannes Wieser, 74 I. 10 M. 3 T. 19. Johann Joseph Schönig, Schuhmacher, led. St„ 33 I. 3 M. 9 T. 20. Thomas Schneider, König!. Nieder!. Hauptmann a. D., verh., 71 I. 4 M. 1 T. 21. Adam Joseph, S. des Fabrikarbeiters Augustin Wüshan zu Horas, 3 I. 5 M. 7 T. 21. Friedrich Andreas, S. des Maurers Johann Friedrich Link, 4 I. 5 M. 7 T.____________________________________
Meteorologische Beobachtungen
der hiesigen Wetterwarte.
Barom.
Millim.
Herrn, «elfiu«.
temperet« r« extreme.
M-r. I Mi"
Windrichtung a. Stärke.
Bettet
21
22
2
9
7
<33,6
733,6
735,0
0,8
—2,5 |—5,8
0,8
—2.5
NRO4 Ni
NNO2
j. heuer bedeckt wolk-g
Luftströmung nordöstlich geworden. Luftdruck noch unter normal. Temp. sank gegen Morgen
dir —6,4 0 C.
Eine Zone niedrigen Lustdrucks erstreckt sich vom finnischen Busen südwärts nach der Balkanhalbinsel, während der Luftdruck westlich von Großbritannien am höchsten ist. Bei mäßiger nördlicher Luftbewegung ist das Wetter über Centraleuropa kälter, int Nordwesten heiter, im Osten und Süden trübe mit Schneefallen. In Deutschland, außer in den westlichen Grenzgebieten, herrscht wieder leichter Frost. sSeewarte.j
Letzte Beooacytung 10'/, Uhr Morgen».
Luftdruck — 736,0 mm. — Lufttemperatur — —3,6 o C. — Luftfeuchtigkeit — 95»/o. — Wolkenzug aus NO. — Windrichtung — NO3. — tzimmelsansicht — bewölkt.
Siegreich durchgedrnnge» .zur gerechten Anerkennung ve» Werthe» feiner Oiellenfchätzs ist das Mineralbad Soden im Taunus: denn nach Tausenden zählen in allen Länd.rn Ea-opa'S die, welche ihre Heilung von Heiserkeit und Husten,von Kehlkopfleidenu. mancherlei katarrhalischen Affectionen der Schleimhäute dem Gebrauch der Sodener Mineral- Pastillen, die von den bedeutendsten Autoritäten der medizinischen Welt als unübertreffttch bezüglich ihres Stoffgehalts und Heilwirkung laut anerkannt werden, verdanken. Zu 85 Pfg. die Schachtel find diefe Pastillen in allen Apotheken, Droguerien und Mmer.-Wafferhandl. erhältlich.